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Arbeitsrecht: Arbeitgeber darf schon am ersten Krankheitstag Attest verlangen
DPA

Dieses Urteil könnte jeden Arbeitnehmer betreffen: Auf Verlangen des Chefs müssen Beschäftigte schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Das hat das Bundesarbeitsgericht jetzt entschieden.

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Vex 14.11.2012, 13:20
250. solange es gerecht bleibt

Zitat von sysop
Dieses Urteil könnte jeden Arbeitnehmer betreffen: Auf Verlangen des Chefs müssen Beschäftigte schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Das hat das Bundesarbeitsgericht jetzt entschieden.
Ich kann damit leben solange der Arbeitgeber verpflichtet wird jeden Arbeitnehmer gleich zu behandeln auch den Chef oder Vorstand ....

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acetunes 14.11.2012, 13:20
251.

Zitat von herr-vorragend
Es sollte doch wohl selbstverständlich sein, dass wenn ich zu krank zum arbeiten bin, unverzüglich den Arzt aufzusuchen habe. Warum müssen solche Selbstverständlichkeiten vor dem Arbeitsgericht verhandelt werden?
Finde ich nicht, stattdessen sollte Vertrauen selbstverständlich sein. Wenn mein Arbeitgeber weiss, dass ich meine Arbeit gerne und gut erledige, darf er auch davon ausgehen, dass ich im Falle einer - glücklicherweise sehr seltenen - Krankmeldung nicht simuliere und baldmöglichst wieder auf der Matte stehen werde. Würde mir da Misstrauen entgegengebracht werden, hätte das bestimmt Auswirkungen auf meine Bereitschaft, im Bedarfsfall auch mal die Extrameile zu gehen.

Dass viel krankgefeiert wird, ist sicher so. Und daher finde ich es in Ordnung, wenn der Arbeitgeber Nachweise einfordern kann.

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inci2 14.11.2012, 13:20
252.

Zitat von michi0610@t-online.de
Also bei manchen "Kollegen" in unserer Firma wäre ich auch dafür. Die sind grundsätzlich 1-2 Mal im Monat einen Tag "krank". Und das immer an einem Montag oder einem Freitag. Verlängertes Wochenende lässt Grüßen.
was habe ich für ein privileg, daß wenn es mir mal nicht gut geht, ich aber nicht krank bin, von zu hause arbeiten zu dürfen.

es erspart zumindest, solche kollegen wie sie an solchen tagen dann noch ertragen zu müssen, wenn man ein wenig angeschlagen ist. alleine das führt schon zu einer schlagartigen verbesserung der gesundheit.

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weltoffener_realist 14.11.2012, 13:21
253. Schlussfolgerungen

Zitat von RALF ALG III
... 2. Ich lese immer von einem Arbeitskräftemangel in Deutschland. AG's suchen angeblich händeringend nach Arbeitskräften, vornehmlich Fachkräften. ...
Wenn man Ihre Posts so liest, wundert man sich nicht, dass die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer morgens händerringend suchen... die sitzen zu Hause und genießen das zweite Frühstück.

Zitat von RALF ALG III
Wenn der Mangel tatsächlich so gravierend ist, wir also bei der Ware Arbeitskraft heute schon wieder einen Anbietermarkt haben, dann sehe ich nicht ein, wofür wir eine rechtliche Schärfung der Arbeitsbedingungen durch die Gerichte brauchen. Wenn die AG's in D so weiter machen wie bisher, kommt bald überhaupt keiner mehr zur Arbeit. (Ich gehe übrigens schon lange nicht mehr arbeiten.)
Mal im Ernst: Bei diesem Urteil handelt es sich um eine höchstrichterliche Auslegung des Gesetzestextes. Wenn Sie stattdessen ein anderes Arbeitsrecht wollen, müssen Sie den Gesetzgeber anrufen und nicht das Bundesarbeitsgericht.

Im Übrigen kann von der gesetzlichen Bestimmung auch durch Tarifvertrag ausdrücklich abgewichen werden (Bundesarbeitsgericht)

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HerzogVonLauenburg 14.11.2012, 13:21
254. Erst lesen, dann ...

Einige Foristen scheinen den konkreten fall nicht nachvollzogen zu haben: Ein MA will an einem bestimmten tag frei haben, bekommt die Genehmigung nicht, wird krank - und am Folgetag wieder völlig gesund. Da wird man als AG schon etwas misstrauisch.
Zudem kennen wir doch alle aus unserem Alltag Fälle, in denen KollegInnen reglmässig zu "passenden" Terminen erkranken. In DIESEN Fällen KANN der AG zum Mittel des sofortigen Attestes greifen - quasi als Warnschuss in Richtung des AN.
Flächenhaft werde ich das in meinem Betrieb keinesfalls einsetzen, dies wäre kontraproduktiv.

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SilverTi 14.11.2012, 13:21
255. Wenn ich das hier so lese...

... wissen einige nicht, dass der Krankenschein nach spätestens 3 Tagen eingereicht werden sollte... nicht, dass man erst nach 3 Tagen Krank zum Arzt geht, um sich erst dann krank schreiben zu lassen.
Was anderes ist es, wenn man mit dem Arbeitgeber abspricht, im Falle einer virulenten Krankheit mal 1 bis 2 Tage Zuhaus zu bleiben und der Arbeitgeber verzichtet auf den Krankenschein...

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s.n.a.f.u 14.11.2012, 13:23
256. Krank sein

Sie wissen das Sie nicht krank sind, Der Arzt weiß das Sie nicht krank sind, der AG weiß das Sie nicht krank sind... Solange eine AU vorliegt, ist doch alles i.O.

Der sogenannte AOK Urlaub ist doch schon recht komfortabel. Da kann man sich auch ruhig mal für ein paar Stündchen ins Wartezimmer setzen... Finde ich nicht schlimm.

Oder anders: Wenn ich nix vorhabe und ein "bißchen kränkel" hole ich keinen Schein und geh uffe Arbeit. Wenn ich was vorhab, hol ich mir nen Schein und genieße die Freizeit. ;)

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ossian 14.11.2012, 13:23
257. interessant

bei meinem Arbeitgeber fliegen die Kollegen in der ganzen Welt zur Installation von IT Equipment. Einmal kann man sich natürlich locker im hintersten Winkel von Afrika, Asien,Süd-Amerika alles holen und natürlich durch Händeschütteln und Schmierinfektion alles holen. Vor Jahren hatte ich mal über Monate Magen-Darm Erkrankungen vom Feinsten. Da hätte ich es am ersten Tag definitiv nicht zum Arzt geschafft, Einzelheiten erspare ich mir.

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s_e_k 14.11.2012, 13:24
258. optional

Wenn ich hier den Artikel lese steht da als Auszug aus dem Gesetz:

"Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen."

Sprich das Gericht hat ja nichts wirklich neues Entschieden.

Andererseits liegt es wie viele hier bereits Angemerkt haben vielleicht nichtmal im Interesse des Arbeitgebers, wenn er das verlangt. Am ersten Krankheitstag sollte man sich vielleicht besser noch garnicht aus dem Bett begeben um den Verlauf nicht zu verschlimmern, oder man ist garnicht recht in der Lage dazu. Des weiteren stellt sich die Herausforderung, den Attest bereits am ersten Tag vorzulegen. Das halte ich für nicht sinnvoll, da der Kranke AN dann irgendwie noch organisieren muss wie der Attest zum Arbeitgeber gelangt anstatt sich auszuruhen. Als Kompromiss lasse ich mir da eingehen, wenn der Arbeitgeber in Fällen von "regelmäßigen kurzen" Erkrankungen, etc. Eine AU verlangt, die bereits am ersten Arbeitstag erstellt wurde.

Mir wird das hier im Artikel nicht klar, ob es darum geht ein Attest ab dem oder an dem ersten Arbeitstag vorzulegen. Ein kleiner aber in der Situation doch wichtiger Unterschied. Die drei Tage Regelung lässt dabei eine postalische Zustellung zu.

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Lütt_Matten 14.11.2012, 13:24
259.

Zitat von sysop
Dieses Urteil könnte jeden Arbeitnehmer betreffen: Auf Verlangen des Chefs müssen Beschäftigte schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Das hat das Bundesarbeitsgericht jetzt entschieden.

Danke, das hat diesem Land gerade noch gefehlt, dass jetzt neben den ganzen kranken Kindern, die Mama und Papa in die Kita quälen müssen, weil sie ihren Arbeitgeber im Nacken haben, und die sich dort immer schön reihum anstecken und gefühlt dreimal so häufig krank sind wie die Kinder vor 20 Jahren, nun auch noch sämtliche, röchelnde Grippekranken den ÖPNV bevölkern. Das freut besonders die Chronisch Kranken hierzulande. Komisch, dass man noch kein Gemeckere Seitens der Ärzteschaft vernimmt... Oder ist für diese etwa eine 2 Minuten Migränedignose ein willkommener Goldregen?

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