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Arbeitsrecht: Sie schwitzen? Weitermachen!
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Endlich Sommer! Wenn das Büro nur nicht so stickig wäre. Das Arbeitsrecht kennt kein Hitzefrei - und ohne Erlaubnis des Chefs darf noch nicht einmal ein Ventilator laufen. Die Arbeitnehmerrechte im Überblick.

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markus_wienken 02.07.2015, 09:38
30.

Zitat von Galik
Ja leider. Ich hatte selbst mal eine Stelle, bei der es verboten war, einen Ventilator selbst bei Hochsommerlichen Temperaturen aufzustellen. Ich könnte das ja absolut verstehen, wenn man in einem Großraumbüro nebeneinander sitzt und sich der Nachbar gestört fühlt. Aber warum verbietet man seinen Arbeitnehmern den Ventilator, wenn sie völlig isolierte Plätze haben? Was für ein Mensch muss man sein, wenn man deshalb mit Abmahnungen wegen Stromdiebstahl droht?
Es geht nicht nur um Stromdiebstahl.
Die Geräte müssen von einem Fachmann (oder jemanden, der von einem Fachman eingewiesen wurde) mit einem Prüfgerät jährlich geprüft, zertifiziert und dokumentiert werden. Macht die Firma es nicht selbst muss sie einen Elektriker beauftragen (nicht billig), möglich, dass der Arbeitgeber diese Kosten scheut.

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markus_wienken 02.07.2015, 09:41
31.

Zitat von Wolfgang Probstmeier
Hierzulande hat sich offenbar noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt, dass es seit Jahrzehnten Klimaanlagen gibt. Niemand würde im Winter auf die Idee kommen, aufs Heizen zu verzichten. Warum dann in Sommer schwitzen?
Für die ein, zwei Handvoll wirklich heiße Tage in eine Klimaanlage investieren?
Habe ich zuhause nicht (Sie vermutlich auch nicht und ich kenne auch niemanden der in Deutschland zuhause eine Klimaanlage hat) und diesen Luxus dürften sich wohl nur Firmen leisten können, denen es finanziell sehr gut geht.

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Rockaxe 02.07.2015, 09:51
32. Ganz

Zitat von trader_07
Genau solche Klimaanlagen gibt es hier in Deutschland in JEDEM Haus. Sie heissen hier nur anders, nämlich "Heizung". Und die werden rund sechs Monate im Jahr gebraucht. Weshalb in Deutschland so ein Geschrei gemacht wird, wenn wir mal fünf Tage im Jahr über 30°C haben, leuchtet mir allerdings nicht ein.
einfach, weil es für den durchschnittlichen Mitteleuropäer eben nicht normal ist längere Zeit mit diesem feuchtheißen Klima klarzukommen.
Zudem sollten Sie mal einige (ältere und aktuellere) Wetterstatistiken anschauen, dann sehen Sie dass es mehr als 5 Tage im Jahr (sogar hintereinander) in D Temperaturen über 30° C tagsüber gibt.
Zudem kommt dazu (da Deutschland stark verbaut ist) dass es durch die Erwärmung der Bauten und der asphaltierten Böden weniger Abkühlung in der Nacht gibt und so die körperliche Belastung relativ hoch bleibt.

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Rockaxe 02.07.2015, 10:00
33. Also

Zitat von markus_wienken
Für die ein, zwei Handvoll wirklich heiße Tage in eine Klimaanlage investieren? Habe ich zuhause nicht (Sie vermutlich auch nicht und ich kenne auch niemanden der in Deutschland zuhause eine Klimaanlage hat) und diesen Luxus dürften sich wohl nur Firmen leisten können, denen es finanziell sehr gut geht.
mir sind in meiner Nachbarschaft einige Leute bekannt die eine (Split) Klimaanlage betreiben und das Mitten in Deutschland im schönen Mittelrheintal.
Zudem auch Firmen können solche Investitionsgüter steuerlich geltend machen und die entsprechenden Kosten gewinnmindernd einsetzen.
Ob sich dies jedoch je nach Bau lohnt und unter dem Strich eine Verbesserung bringt ist eine andere Sache.
Bei uns im Geschäft wahrscheinlich eher nicht.

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vanny1984 02.07.2015, 12:02
34.

Vor gar nicht allzu langer Zeit wurden ja hübsche, neue Verordnungen zu so unglaublich wichtigen Dingen wie Fenstern in Kaffeeküchen verabschiedet. Warum wurde dabei eigentlich nicht direkt die Maximaltemperaturproblematik an Arbeitsplätzen angefasst, warum ist hier immer noch eine große Gesetzeslücke?

Zudem verstehe ich auch nicht, warum Arbeitgeber nicht von sich aus Klimaanlagen einbauen. Die heißen Sommertage könnten damit sogar die produktivsten des Jahres werden! Ich mein, wenn ich die Wahl hab, vom angenehm klimatisierten Büro in die völlig überhitzte Wohnung daheim zu wechseln, naja, warum dann nicht mal ein paar Überstunden dran hängen?

Und was die Sache mit den Arbeiten abseits der Büros betrifft: nur, weil dort kaum eine bis keine Möglichkeit besteht, mit technischen Hilfsmitteln eine angenehme Temperatur zu schaffen, müssen alle anderen auch leiden? Und alle "Bürojob-Neider": in Deutschland besteht freie Berufswahl, wie wäre es mit Umschulen, wenn das Arbeiten im Büro doch ach so viel chilliger, arbeitsärmer, besser bezahlt und überhaupt viel besser ist?

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markus_wienken 02.07.2015, 14:25
35.

Zitat von vanny1984
Vor gar nicht allzu langer Zeit wurden ja hübsche, neue Verordnungen zu so unglaublich wichtigen Dingen wie Fenstern in Kaffeeküchen verabschiedet. Warum wurde dabei eigentlich nicht direkt die Maximaltemperaturproblematik an Arbeitsplätzen angefasst, warum ist hier immer noch eine große Gesetzeslücke? Zudem verstehe ich auch nicht, warum.....
Ich sehe hier keine Gesetzeslücke, nicht alles muss juristisch reguliert werden.


Und Arbeitgeber werden keine Klimaanlage einbauen weil es einfach zu teuer ist, in der Anschaffung sowie in der Wartung...und das für ein, zwei Handvoll warme Tage im Jahr...

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rotakiwi 03.07.2015, 09:18
36. Gewerkschaften ...

... und Arbeitsgeberbewertungsportale?
Wenn mir mein Chef den Betrieb eines Ventilators verbietet, dann ist er nicht mehr lange mein Chef =)

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Ja!! 04.07.2015, 10:21
37.

Es gibt nicht nur Büroangestellte, die ihre Arbeit sicher zeitlich anpassen können. Viele Beschäftigte können das leider nicht, insbesondere Menschen die ohnehin körperlich anstrengende Arbeiten machen und z. B. in Großküchen arbeiten, oder auf Staplern fahren....

Aber auch das Klinik- und Altenheimpersonal ist stark betroffen, weil hier ja die Arbeit wirklich zwingend erledigt werden muss und nur die wenigsten Häuser haben vollklimatisierten Stationen. Krankheitsbedingte Ausfälle sind da vorprogrammiert was wiederum die Situation der verbliebenen Mitarbeiter verschärft.

Mit den paar Hitzetagen im Jahr werden wir wohl leben müssen, da haben wir es noch ganz gut. Aber wir bekommen nun eine Ahnung davon, warum heiße Länder wirtschaftlich nicht so produktiv sind wie die kühlen Nordlichter.

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markus_wienken 06.07.2015, 10:44
38.

Zitat von Ja!!
Es gibt nicht nur Büroangestellte, die ihre Arbeit sicher zeitlich anpassen können. Viele Beschäftigte können das leider nicht, insbesondere Menschen die ohnehin körperlich anstrengende Arbeiten machen und z. B. in Großküchen arbeiten, oder auf Staplern fahren.... Aber auch das Klinik- und Altenheimpersonal ist stark betroffen, weil hier ja die Arbeit wirklich zwingend erledigt werden muss und nur die wenigsten Häuser haben vollklimatisierten Stationen. Krankheitsbedingte Ausfälle sind da vorprogrammiert was wiederum die Situation der verbliebenen Mitarbeiter verschärft. Mit den paar Hitzetagen im Jahr werden wir wohl leben müssen, da haben wir es noch ganz gut. Aber wir bekommen nun eine Ahnung davon, warum heiße Länder wirtschaftlich nicht so produktiv sind wie die kühlen Nordlichter.
Sehe ich nicht so.
Südchina zählt trotz der hohen Temperaturen und dem im Sommer sehr schwülen Wetter zu den produktivesten Regionen dort.
Scheint eher eine Mentalitätsfrage zu sein als wetterbedingt.

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Sibylle1969 20.07.2016, 09:28
39.

Seit mehreren Jahren arbeite ich in Büros mit Klimaanlage, da lassen sich die Temperaturen gut aushalten. Im Jahrhundertsommer 2003 arbeitete ich in einem Büro ohne Klimaanlage, und da waren es an einem Nachmittag Anfang August 34 Grad drinnen (draußen fast 40 Grad). Das war eindeutig zu heiß zum Arbeiten.

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