Forum: Karriere
Arbeitsunfähigkeit: Immer mehr Eltern melden sich krank, wenn ihr Kind krank ist
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Die Zahl der Eltern, die sich wegen ihres erkrankten Kindes von der Arbeit abmelden, hat sich seit 2007 verdoppelt. Ein gutes Zeichen, findet der Arbeitgeberpräsident.

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daniel77b 11.10.2017, 00:22
70.

@harald441: Was ordentliche Familienverhältnisse sind, definiert jeder anders. Jedenfalls arbeiten meine Partnerin und ich beide voll und wenn ein Kind krank ist, bleibt einer von uns beiden zuhause - entweder im Wechsel oder nach Bewertung der jeweiligen Aufgaben, die im Job anstehen. Unsere Arbeit macht niemand anders, wir holen alles nach. Eltern arbeiten meist sehr effizient, sie wollen schnell zuhause sein und auch das Abhandensein von übertriebenem Ehrgeiz spart Zeit bei Konferenzen und Sitzungen. Knapp und sachbezogen. Kommt gut an, wir leben gut.

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Grundrechte 11.10.2017, 01:09
71. Einzig die Alleinerziehenden

haben hier ihr Recht, alle anderen leisten hier einen Offenbarungseid. Sie wollen angeblich den Job, scheren sich nicht um die Verantwortung (obwohl sie die ja so sehr wollen lt. geheuchelter Bewerbung), gehen an ihr privates Handy während Chef Gesprächen, verlassen fluchtartig den Arbeitsplatz, weil dem Kind eine Prelle anheim gekommen ist. Angeblich ist sonst keiner da, klar, die anderen riskieren ihren Vollzeitarbeitsplatz nicht, Teilzeit lässt sich eher wegwerfen, Frauenbewegung komplett missverstanden. Das Dümmste daran ist, dass es die Kinder von diesen Eltern so lernen. Der AG Präsident hat sich hier offensichtlich etwas diktieren lassen, das kein wirtschaftlicher AG jemals so veröffentlichen würde.

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wincel 11.10.2017, 06:23
72.

Zitat von Paul G.
Liebe Foristen, ich bewerte bewusst nicht, sondern beschreibe was bei uns in der Firma aktuell passiert: Eine Frau, verheiratet 2 kleine Kinder und ein Junggeselle bekleiden beide die gleiche Position. Die Frau hatte 2016 insgesamt 44 Fehltage. Grund: chronische Erkrankung eines Kindes. Er: keine Fehltage. Sie macht grundsätzlich keine Überstunden und Termine am Wochenende lehnt sie ab. Er macht regelmäßig Überstanden und arbeitet am WE. Selbst wenn es " lichterloh brennt" ist sie um 16.00 Uhr zur Tür raus und beim Urlaub darf sie sich die Termine aussuchen und er muss nehmen was übrig bleibt. Weihnachten, Feier bzw. Brückentage hat natürlich er immer Dienst. Jetzt soll einer von beiden in die Bereichsleitung nachrücken. Im Betriebsrat wurde kontrovers diskutiert und der Tenor: man kann die Frau nicht dafür bestrafen dass sie ein krankes Kind hat. 80% sind für die Beförderung der Kollegin. Dass er auch nichts falsch gemacht hat und objektiv für die Firma einen höheren Nutzen hat wird nicht diskutiert.
Ist Ihnen aufgefallen, dass in ihrem Beispiel ein Mitarbeiter, der weniger Arbeitszeit hat, von der Mehrzahl als besser geeignet angesehen wird fuer die Fuehrungsposition? Sehen wir es doch mal realistisch: sie haben gerade jemanden beschrieben, der ein hoeheres Ansehen bei den Mitarbeitern hat und offenbar in der Arbeitsleistung als mindestens gleichwertig betrachtet wird, bei weniger Arbeitszeit.
Das wuerde hohe Effizienz anzeigen. Parallel gibt es jemanden, der sehr viel mehr Stunden schiebt, aber es damit nicht mal schafft, den selben Eindruck zu hinterlassen. Das ist schade, aber sollte vielleicht mal zur Reflektion ueber die Effizienz und Leistung in der Augen der Firma fuehren. Mehr Stunden heisst naemlich nicht automatisch "hoeherer Nutzen".

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ThomasLE 11.10.2017, 07:04
73. Die armen Eltern...

Mal ein Blick in die Realität eines kinderlosen Angestellten. Natürlich sind mir die Begleitumstände einer Familie mit Kindern bewusst, im praktischen Arbeitsalltag sieht das jedoch dann so aus: Mehrere Kolleginnen Mütter in Wunsch-Teilzeitarbeitsverhältnissen glänzen vor allem durch: Abwesenheit. In notorischer Regelmäßigkeit wechseln sich "Kind krank", "Mutter krank" und Urlaubsphasen ab. Grob überschlagen bleiben bei "Spitzenmüttern" von 52 Arbeitswochen schnell mal nur noch 30 mit zumindest partieller Anwesenheit über. Von diesen "restlichen" 30 Wochen kann man mit ruhigem Gewissen nochmal 5 abziehen, wo der Kindergarten anruft oder die Mama selbst auf dem Zahnfleisch läuft, weil ihr aufgrund mit Kinderbespassung und vollgepackter Freizeit schlicht weg die Regeneration fehlt. Die Konsequenz ist die extreme Mehrbelastung von Mitarbeitern wie mir, die eben nicht in einer solchen Situation sind. Weiterhin sind die Folgen weitreichender, da durch häufige Abwesenheit jedesmal in laufende Projekte übergeben oder eingearbeitet werden muss. Dabei ist es mir persönlich völlig Wurst, ob der Krankenschein der Muttis blau oder gelb ist, die 10 Tage reichen eh nicht und in D eine AU zu bekommen ist ja nun auch keine sonderlich schwere Aufgabe. Krank werden kann jeder mal, keine Frage! Aber manchmal erwische ich mich bei allen Sympathien für Kinder und die Kolleginnen bei dem Gedanken, dass ich mit kinderlosen Kollegen die regelmäßiger zur Arbeit kommen glücklicher wäre. Demnach stellt sich für mich auch die generelle Frage, ob das ganze Theme mit familienverträglicher Arbeit nicht auch etwas Augenwischerei ist.

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Eine Wahrheitssuchende 11.10.2017, 08:06
74. Schade

Ich finde es schade, dass hier im Forum die Angestellten mit und ohne Kinder gegeneinander ausgespielt werden. Es gibt ein Recht auf Kinderbetreuung im Krankheitsfall.

Ich sehe vor allem auch den Arbeitgeber in der Pflicht, für krankheits- und urlaubsbedingte Abwesenheit von Angestellten für genügend Flexibilität zu sorgen, um solche zu erwartenden Situationen ohne regelmäßige Überlastung der übrigen Angestellten zu meistern. Den krank oder kindkrank fehlenden Kollegen dieses Versäumnis zum Vorwurf zu machen, finde ich unfair und wenig mitfühlend.

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Evo 11.10.2017, 08:20
75.

Ich frage mich echt, in was für einem Arbeitsklima die meisten schaffen.
Ich habe das Glück, dass unser Kurzer so gut wie nie krank ist. Aber wenn dann doch mal was ist, dann will er Mama. Papa hat da keine Chance. Also bin ich dann zumindest die ersten 2 Tage bei ihm und dann kann der Vater übernehmen. Mein AG als auch meine Kollegen haben vollstes Verständnis. Dass ich, wenn ich Kinderdienst habe hier pünktlich alles fallen lassen muss um mit dem Rad zur Kita zu hetzen, ist allen klar. Dass ich die meisten Brückentage benötige, da die Kita zu macht, verstehen auch alle.
Allerdings versuche ich diese Rücksichtnahme auch zurück zu geben. Indem ich an manchen Brückentagen meinen Mann hüten lasse oder auch mal spätere Termine wahrnehme, solange sie denn rechtzeitig bei mir eintrudeln und ich meine "Freizeit" umorganisieren kann.
Es ist also ein Geben und Nehmen und so erlebe ich das hier bei allen Kollegen.
Eine Kollegin von uns hat auch ein Kind, das immer wieder krank wird. Gefühlt ist sie alle 3 Wochen für einige Tage weg. Und wisst ihr was? Wir haben uns um sie rum organisiert. Sie macht es nicht mit Absicht und ihr Kind schon gar nicht. Also versuchen wir, ihre Arbeit so zu planen, dass wir notfalls weiter machen können. Warum? Weil wir es bei uns auch gerne so hätten, wenn es nötig wird. Da unkt keiner, weder der kinderlose Workaholic noch ich als vollzeitarbeitende Mutter. Wir als Gruppe fangen diejenigen auf, die es gerade benötigen.
Behandle jeden so, wie du selber gerne behandelt werden möchtest.

So ich gehe jetzt zu meinem Chef und frage ihn, ob es ok ist, wenn ich jeden Dienstag früher gehe, damit ich mit meinem Kind zum Kinderschwimmen gehen kann.

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ThomasLE 11.10.2017, 09:04
76.

Zitat von Evo
Ich frage mich echt, in was für einem Arbeitsklima die meisten schaffen. Ich habe das Glück, dass unser Kurzer so gut wie nie krank ist. Aber wenn dann doch mal was ist, dann will er Mama. Papa hat da keine Chance. Also bin ich dann zumindest die ersten 2 Tage bei ihm und dann kann der Vater übernehmen. Mein AG als auch meine Kollegen .....
Es ist ja schön für Sie, dass Sie in einer so verständnisvollen Arbeitsumgebung schaffen dürfen. Grundsätzlich finde ich es auch toll, dass sie eine Einsicht hinsichtlich des Geben und Nehmen haben! Nur scheint mir Ihre Situation ein Glücksfall für Sie! In erster Linie, da Sie anscheinend von der allgegenwärtigen Härte und dem Leistungsgedanken der heutigen Arbeitswelt verschont sind, und zweitens, da sie illusionärer Weise davon ausgehen, dass Ihre privaten Verpflichtungen durch Ihre Kollegen mitgetragen und auch noch Ihrerseits adäquat "zurückgegeben" werden können! Aber wie ich sehe, gehen Sie ja gleich erstmal zu Ihrem Chef, um wieder mal Ihre Arbeitszeit mit Sinnlosigkeiten wie Kinderschwimmen zu verdampfen, wobei sich Ihre Kollegen sicher schon mit Beifall freuen werden Ihre Arbeit zu erledigen. Es ist unglaublich, wie private Belange zu Ungleichbehandlung in der Arbeitsbelastung führen und anscheinend für einige Mütter sogar Schonposten eingerichtet werden. Sie können mir doch nicht ernsthaft weismachen wollen, dass dies in nur ansatzweiser Form adäquat auszugleichen ist.

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cindy2009 11.10.2017, 09:40
77. Muss auch nicht

Zitat von ThomasLE
Es ist ja schön für Sie, dass Sie in einer so verständnisvollen Arbeitsumgebung schaffen dürfen. Grundsätzlich finde ich es auch toll, dass sie eine Einsicht hinsichtlich des Geben und Nehmen haben! Nur scheint mir Ihre Situation ein Glücksfall für Sie! In erster Linie, da Sie anscheinend von der allgegenwärtigen Härte und dem Leistungsgedanken der heutigen .....
Es ist ja schon mal gut, dass nicht Sie entscheiden, was sinnvoll ist und was nicht. Das geht Sie nämlich gar nichts an.
Und ein Ausgleich muss auch nicht erfolgen, nur weil Sie das möchten. Auch das geht Sie nichts an. Hier entscheidet alleine der AG und nicht der Kollege.

Was die Krankheitsausfälle bettrifft, hat hier der Gesetzgeber entschieden, ob Ihnen das gefällt oder nicht, ist alleine Ihr PRIVATES Vergnügen.
Wie stehen Sie eigentlich zur Gleichstellung? Meckern Sie da auch über die angebliche Mehrbelastung?

Oder sind Sie auch frustriert, wenn sich der Kollege beim "unsinnigen" Skifahren das Bein bricht und dann für Wochen oder gar Monate ausfällt?

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Evo 11.10.2017, 09:43
78.

Ich kann sie beruhigen. Meine Arbeit kann keiner übernehmen. Ich muss mich da selbst organisieren. Was ich nicht schaffe, bleibt liegen.
Und ja, ich nehme mir den Luxus etwas so Belangloses wie gemeinsame Freizeitgestaltung mit meinem Kind zu planen. Warum? Weil ich meine Arbeit nach 9 Stunden am Tag Arbeit sein lasse. Und an einem Tag in der Woche besitze ich die Frechheit, schon mal nach 8 Stunden zu gehen. Ja so dreist bin ich.
Und hey, mein anderer Kollege ist noch dreister. Der (obwohl keine Kinder) geht jeden Mittwoch nach 6 Stunden Arbeit einfach seinem Hobby nach. In der Zeit muss ich Arme auch noch sein Telefon mit bedienen. Sauerei!
Unser Klima ist selbst geschaffen. Jeder arbeitet daran, es auch so zu erhalten. (habe ich auch schon bei meinen vorherigen Arbeitgebern erlebt) Wenn es dann aber Leute wie (vielleicht) Sie gibt, die grundsätzlich jede Frau aufs Korn nehmen, die ihre Familie vor den Beruf stellt, dann ist klar, dass so ein Klima schwer zu halten ist.

Für Mütter wird kein Schonposten eingerichtet (auch wenn es manche in ihren Erwartungen und Anforderungen übertreiben, das gebe ich zu). Aber es ist nunmal Fakt, dass die Kitas meist zwischen 16 und 17 Uhr zu machen. In der Zeit MUSS das Kind abgeholt werden. Da kann es in der Firma brennen wie es will. Mama (oder auch Papa) müssen dann weg.
Wenn das Kind krank ist und sei es auch nur eine leichte Erkältung, dann nimmt keine Kita das Kind. Also muss ich (oder mein Mann) zuhause bleiben. Und dann sind eben die Kollegen gefragt, deren Kinder schon älter sind oder die keine haben. Aktuell bin ich in der Situation, dass ich den "Service" in Anspruch nehmen muss. In einigen Jahren kann ich das dann wieder zurück geben.

Ja ich weiß, dass es Mütter gibt, die ihren Status als Gebährerin eiskalt ausreizen. Ich muss sagen, dass ich davon aber nicht mal eine Handvoll kennen gelernt habe. Und ich bin schon etwas rumgekommen.
Diese Frauen sollte man aber nicht mit den anderen über einen Kamm scheren. Die meisten Frauen versuchen einfach nur, den Spagat zwischen Familie und Beruf hinzubekommen, ohne sich dabei selbst total aufzureiben.

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person012 11.10.2017, 09:46
79. .

Zitat von Feuerfuss
Oje, der Arme. Kann seinen Urlaub nicht nehmen wann er will. Ist ja auch Blödsinn als Mutter den Urlaub in den Schulferien, oder wenn der Kindergarten zu hat, seinen Urlaub nehmen. Wenn das Kind im Kindergarten oder in .....
Man muss halt bei solchen Fragen aufeinander zugehen. In meiner Firma gab es auch die Diskussion um Urlaub. Es kam der Vorschlag, dass immer in den Ferien die Kollegen mit Kindern den Vorrang haben, wenn keine Ferien sind dann die Kinderlosen. In besonderen Fällen kann man ja dann immer miteinander Reden und der eine mal dem anderen den Vortritt lassen. Denn auch Leute ohne Kinder haben noch ein Leben außer der Arbeit. Das wollten die Kollegen mit Kindern aber nicht, sondern immer den Vorrang bei Urlaubswünschen. Und in dem Fall sahen es die Kinderlosen dann auch nicht mehr ein, nur dann Urlaub zu bekommen, wenn andere mit Kindern gnädig sowieso keinen wollen. Man muss auch mit Kindern kompromissbreit sein und nicht denken, man hat jetzt immer bei allem den Anspruch auf Vorrecht.

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