Forum: Karriere
Arbeitswahn: "Bleibst du auf der Strecke, liegt es nur an dir!"
Corbis

Mails um Mitternacht, Berge von Überstunden: Für immer mehr Menschen hört die Arbeit nie auf, hat Karrierecoach beobachtet. Der Frühkapitalismus kehrt zurück, und die Globalisierung ist die perfekte Ausrede.

Seite 17 von 18
det5904 16.10.2013, 16:50
160. Wie immer stinkt der Fisch vom Kopf her

Zitat von sysop
...Das Drehbuch der seelischen Überforderung wird von Managern geschrieben: Wie sollen Mitarbeiter die Qualität ihrer Arbeit erhöhen, wenn zugleich immer weniger Zeit dafür bleibt? Wie sollen sie größere Arbeitsmengen bewältigen, wenn zugleich immer mehr Planstellen ausradiert ......
Langsam sollte es allen klar sein, daß die Management Ebenen von Killerinstinkten getrieben werden, welchen durch den fast rechtsfreien Raum, welchen ihnen die Politik beschert hat keine Grenzen gesetzt sind. Es gibt nur ein Mittel dagegen: Generalstreiks so lange, bis sich etwas ändert. Allerdings fürchte ich, daß Gewerkschaften und Betriebsräte an eine echte Konfrontation nicht wirklich interessiert sind, hängen doch viele Positionen an einer relativ friedliche Koexistenz von Vorständen und Gewerkschaften / Betriebsräten. Für Betriebe ohne jede Mitbestimmung ist das natürlich noch viel schwieriger. Was man tun kann weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß man sich mit Diskussionen und kleinen Streickchen nicht gegen Killerinstinkte durchsetzen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
margarete52 17.10.2013, 07:55
161. Vom Mitarbeiter zum Gegenarbeiter

donatellab, genau das ist ja das Problem! Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass die Arbeitnehmer immer weniger Schutz und Rechte haben. Und was tun die Arbeitnehmer? Anstatt sich dagegen zu wehren und die ensprechenden Politiker in die Wüste zu schicken? Sie machen genau das was ihnen ein Herr Wehrle einredet: Sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Das bewirkt natürlich genau das Gegengteil von dem, was sie sich damit erhoffen. Die Verhältnisse werden immer schlimmer. Denn, es kann nicht nur Sieger geben, es gibt immer mehr Besiegte, als Sieger. Das war schon immer so, deshalb sollten sich die Arbeitnehmer solidarisieren, auch das hat schon immer zum Erfolg geführt. Was glaubst Du wohl, warum die Arbeitgeber so viel Geld und Zeit aufwenden, um die Arbeitnehmer dazu zu bringen sich gegenseitig zu bekämpfen? Genau deshalb sollte auch einem Brunnenvergifter, wie Herrn Wehrle nicht so viel Raum gegeben werden, um seine kruden Theorien zu verbreiten und für Krieg unter den Arbeitnehmern zu sorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
margarete52 17.10.2013, 08:08
162. Wie immer stinkt der Fisch vom Kopf her

det5904, Du hast völlig recht, ABER Gewerkschaften und Betriebsräte sind immer nur so stark, wie die Mitglieder und Belegschaften bereit sind mitzumachen. Genau an diesem Punkt sind wir wieder bei Menschen wie Herrn Wehrle angelangt. Denn die haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeitnehmer gegen sich selber aufzuhetzen. Und wie man sieht, es funktioniert immer noch, man braucht nur die Kommentare zu lesen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
querulant_99 17.10.2013, 10:53
163. Gratulation!

Zitat von margarete52
donatellab, genau das ist ja das Problem! Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass die Arbeitnehmer immer weniger Schutz und Rechte haben. Und was tun die Arbeitnehmer? Anstatt sich dagegen zu wehren und die ensprechenden Politiker in die Wüste zu .....
Sie haben mit Ihrer Wortschöpfung "Gegenarbeiter" voll ins Schwarze getroffen. Die Chefs wären oft gar nicht so übel, wenn da nur nicht die "lieben" Kollegen wären. :-(

Beitrag melden Antworten / Zitieren
djmj 21.10.2013, 16:37
164. Oft selbst Schuld

Menschen ohne qualifizierte Ausbildung haben es schwer und werden meistens ausgebetet.
Akademiker dagegen sind selbst Schuld wenn sie für niedrige Löhne arbeiten. Sooft kenne ich Leute die bei der Bewerbung nicht ihren Mund aufmachen. Das fängt schon bei Werkstudentenjobs an. Wer für 8-10€ einen Job mit Ing. Bachelorabschluß angeht ist selbst Schuld. Ein Kollege hat bei angepeilten 10 € einfach 15 gefordert und sie bekommen! Warum sollte der Chef mehr zahlen wenn man es nicht verlangt. Und wer als Dipl. Informatiker für 35k brutton anfängt macht den Markt kaputt!

Ein ganz großes Problem ist das mit steigender Verantwortung und Stundenzahl das Gehalt pro Stunde abnimmt und fast lächerlich wird. Das scheint wenigen wirklich bewusst zu sein. Eigentlich müsste dies steigen, da mehr Verantwortung und noch mehr Zeit aufgewendet wird.

Wer denkt er brauche den Konsum und dafür soviel arbeitet und sich kaputt macht ist selbst Schuld. Ob ich im A4 oder A8 fahre ist doch kein Unterschied wie auch in einer Glücksstudie bewiesen wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kfp 22.10.2013, 23:31
165.

Zitat von djmj
wer als Dipl. Informatiker für 35k brutton anfängt macht den Markt kaputt!
Falsch: Der Markt ist schon kaputt. Wer z.B. schon einfach nur dasselbe Gehalt verlangt, das er selbst in der letzten (durch AG-Pleite, Fusionen, Abteilungszusammenlegungen u.ä. nach Sozialplan wegrationalisierten) Stelle hatte, wird von Personalern ausgelacht und sofort wieder auf die Straße zurückgeschickt.

Zitat von
Wer denkt er brauche den Konsum und dafür soviel arbeitet und sich kaputt macht ist selbst Schuld.
Die meisten Menschen brauchen ein Einkommen. Wer nicht genug arbeitet und sich nicht kaputt macht, ist seine (oft inzwischen befristete) Stelle los und muss deshalb komplett auf jegliches Einkommen verzichten. Wer sich dagegen sowieso kaputt arbeiten muss, um beschäftigbar zu bleiben, und dadurch am Ende sogar etwas mehr Geld als nötig übrig behält (bzw. sowieso immer noch viel zu wenig zur sinnvollen Altersvorsorge, Familie, Hausbau, ...; aber mehr als er im täglichen Alltag ausgibt), soll sich dann halt meinetwegen auch was davon gönnen, was ihm Spaß macht - immer noch besser, als es als Zinshebel den Banken zur Verfügung zu stellen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
michi_meissner 29.11.2013, 11:19
166. Work-Flow macht auch glücklich

Ich habe auch so einen Kollegen, der sich ständig überarbeitet fühlt, ab 11.00 Uhr morgens schaut er auf die Uhr, ab Mitwoch redet er vom Wochenende, um Punkt 17.00 Uhr fällt das Beil undsein Platz ist leer.

Meine Befriedigung bei meiner Arbeit finde ich auch in Erfolgen, in kurzen Bearbeitungszeiten und effektiven Projekterfolgen.

Dieser dauern unglückliche Kollege ist das beste Beispiel dafür, dass diese widerwärtige Gewerkschaftsmanier letztendlich nur die Befriedigung der Arbeit raubt.

Schaut zu France Telekom, da ist die Gewerkschaft besonders stark, alles wird reglementiert und ständig stürzen sich Leute vom Dach. Glück sieht scheinbar anders aus!

Wollen wir diese Zustände auch in Deutschland?

Wenn ich von usnerem Betriebsrat um 19.30 Uhr dem Büro verwiesen werde, gibt es bei mir immer einen richtigen Einlauf. Anders kann man diesen Leuten leider nicht beikommen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Yash_ 04.12.2013, 10:48
167. Bitte...

...lasst aber auch die Kirche im Dorf. Vieles in diesem Beitrag sehe ich ähnlich, aber dass schlechte oder falsche Arbeitsbedingungen ADHS auslösen, ist schlichtweg falsch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hfftl 31.12.2013, 05:51
168.

Zitat von Alfkolitaries
Man sollte sein Leben nicht mit Arbeit und Konsum zumüllen. Die wirklichenen Wichtigen dinge im Leben kann man nicht mit Geld Kaufen.
...sagte der lebenskluge Forist aufmunternd zum Obdachlosen, der die Mülltonnen nach etwas Essbarem durchsuchte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hfftl 31.12.2013, 05:58
169. .

Zitat von makozero
Die Bosse sollten als das angesehen was sie sind. Melkkühe die mir mein Privatleben finanzieren. Ich arbeite um zu leben. Basta.
Die Frage ist eben nur: Wie lange noch? Sobald Ihnen die "Melkkühe" erst einmal Ihre Entbehrlichkeit drastisch vor Augen geführt haben, dürfte es mit dem Melken vorbei sein. Möglicherweise für immer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 18