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Arbeitswelt: Beim nächsten Meeting drehe ich durch!
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Vor lauter Meetings bleibt oft keine Zeit mehr zum Arbeiten. Einige Firmen reagieren verzweifelt: mit Meetings zur Abschaffung von Meetings - was alles noch schlimmer macht, weiß Karriereberater Martin Wehrle.

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der geeduz 24.10.2018, 08:42
1.

Das kenne ich. Als alleiniger Admin in meiner alten Firma musste ich an vielen sinnlosen Meetings teilnehmen, weil einer aus der IT ja dabei sein muss. Als ich mich dann beschwerte das ich aufgrund der ganzen Meetings meine Arbeit nicht mehr schaffe, wurde ein wöchentliches Meeting einberufen und meine Zeit neben den Meetings noch besser zu planen. ^^

Da der Chef keinen zweiten Admin einstellen wollte, hab ich mir dann einen neuen Job gesucht und absichtlich der Firma so spät wie möglich bescheid gesagt und dann meinen Resturlaub eingereicht :p

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trackingerror 24.10.2018, 08:42
2.

Die Anzahl an Meetings ist ein Indikator für die Größe/Komplexität (= Abstimmungsbedarf bzw. fachlicher Austausch, der m.E. in den meisten Fällen auch dezentral erfolgen kann) eines Projektes, doch leider auch für die Planlosigkeit der Akteure. Ab einer kritischen Schwelle ist eher von Planlosigkeit/Inkompetenz der Akteure auszugehen. In diesen Fällen wird es schnell politisch, weswegen die eigene Strategie dann nur noch auf die individuelle Absicherung abzielt. Somit kann man m.E. ab einer kritischen Schwelle an Meetings von einer hohen Ineffizienz des Projektes ausgehen (dabei gehe ich natürlich von der Prämisse aus, dass sich die Akteure der Existenz einer solchen Schwelle nicht bewusst sind).

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moritz1989 24.10.2018, 08:58
3.

Und wie soll man Probleme sonst lösen? Durch Telepathie? Man hat doch gar keine andere Wahl als einen Austausch zu fördern, nicht alles kann man in seinem Kämmerchen mit Excel und Outlook lösen. Meetings so zu verteufeln ist dämlich, da es sehr sehr sehr darauf ankommt, wie ein Meeting geführt wird, wer eingeladen ist und welches Thema besprochen werden soll. Hat man nur die üblichen Arbeitsverweigerer am Tisch, die Meetings grundsätzlich ablehnen, wird jedes Meeting zur Farce.

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xlabuda 24.10.2018, 09:11
4. So ist es - es gibt ein paar mathematische Grundsätze

Die auch für Projekte gelten.
Je mehr Leute meeten, desto größer die Ineffizienz. Schraubt man die Anzahl der Meetings runter, läuft man Gefahr, wichtige Informationen und Abhängigkeiten zu verlieren.
Kann man sich überlegen, was schlimmer ist.
Ich meine, das zweite, denn je weniger Fehler zu Anfang gemacht erden, desto geringerer Aufwand bei der Fehlerbehebung (alte Testregel).
Der Autor hat zu wenig Praxiserfahrung.

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K. Larname 24.10.2018, 09:13
5.

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert IT:

Notwendigkeit, Frequenz und Effektivität von Meetings ist ausschließlich von der Qualität der Mitarbeiter abhängig, und dies unabhängig von ihrer Stellung im Unternehmen.

Ich kenne (zu viele) Abteilungsleiter-Meetings, die die Effektivität eines Kaffeekränzchens haben.

Gute Meetings haben Synergieeffekte und gute Meetings produzieren Ergebnisse und To-Do's.

Die ganz klare Empfehlung ist: Regelmäßige, z.B. wöchentliche oder zweiwöchentliche Meetings sind sinnvoll, aber nur, wenn sie kurz und knackig gehalten werden und Ergebnisse produzieren.
Hierfür (Ergebnisse) gibt es eine simple Empfehlung:
Bei Meetings muss ein Protokoll entstehen, das die Topics listet und z.B. mit Vermerken (I)nformation, (T)odo, (D)one, (R)echerche usw. versieht und vor allem mit einer pro Topic verantwortlichen Person.
Diese Protokolle sind dann natürlich im Intranet archiviert und einsehbar, jedes Meeting beginnt mit dem Durchgehen des letzten Protokolls hinsichtlich Erledigungen und Verantwortlichkeiten. Wobei es hier nicht um Zeitdruck oder Pranger geht, sondern schlicht um die Effektivität von Meetings und die tatsächliche Erledigung von Punkten.

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sven2016 24.10.2018, 09:14
6.

Meetings (Besprechungen wäre ein deutsches Wort, das schon etwas Schaum aus der Seifenblase nähme) an sich sind ok, solange sie entweder konkrete Problemstellungen (z.B. Arbeitsanfall, neue Projekte, Planung, Controllingvorgaben) oder Änderungen der Firmenperspektiven angehen sollen/wollen.

Regelmäßige, anlasslose Treffs in großem Kreis sind allerdings, wie dargestellt, verzichtbar und oft nur Selbstdarstellung mit verzerrten Perspektiven.

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Cascara LF 24.10.2018, 09:39
7. Meeting = Wichtig

Es gibt auch Leute, die ihre "Wichtigkeit" in einem Unternehmen mit der Menge an teilnehmenden Meetings gleichsetzen. Außerdem bietet so ein Meetingmarathon eine hervorragende Entschuldigung für versäumte konkrete Arbeit. Nach jedem Termin wird dann gestöhnt was das Zeug hält, man könne ja kaum noch seine Arbeit schaffen und...ich musss weg, das nächste Meeting.
Ich bin schon mal nach wenigen Minuten aufgestanden und habe mich mit den Worten, dass konkrete Arbeit auf mich wartet den Besprechungsraum verlassen. Das "Problem" welches der Kollege sah, entpuppte sich nach zwei Minuten als Hirngespinst und die Lösung lag auf der Hand, trotzdem sassen die anderen Teilnehmer noch gute 40 Minuten zusammen.
Die Unkultur unnötig langer Besprechungen fasse ich oft so zusammen: Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von jedem.

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dasfred 24.10.2018, 09:43
8. Haltet die Hierarchie flach

Dann reicht es völlig, wenn der Chef so oft wie möglich zu seinen Mitarbeitern geht. Dort lässt sich das Meiste schon in wenigen Augenblicken zwischen Tür und Angel besprechen. Das spart Zeit und Energie. Die Meinungsbildung im Kollegenkreis läuft dann parallel in der Teeküche oder beim Essen.

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harald441 24.10.2018, 10:08
9. Das hatte ich schon sehr früh in meiner

Firma festgestellt: Je mehr Mitarbeiter (M) teilnehmen, desto schlechter der Wirkungsgrad, also: Wirkungsgrad = 1/M.
Daher grübelte ich in solch einer Sitzung immer darüber nch, wieviel ich an meinem Arbeitsplatz hätte leisten können, wäre ich nicht zu dieser Sitzung eingeladen worden. Und den Anderen dürfte es ähnlich ergangen sein. Schlimm war, wenn sich zwei Mitarbeiter an einem Thema/Streitpunkt verbissen, zu dem die anderen nichts beitragen konnten, die derweil Löche in die Luft oder unter dem Tisch auf ihre Armbanduhr schauten.
Abhilfe aus meiner Sicht: Email an Alle mit der Beschreibung des strittigen Problems, einsammeln der schriftlich eingegangenen Verbesserungs- oder Lösungsvorschläge, und danach soll sich der Chef mit denjenigen beiden Mitarbeitern zusammensetzen, die zur vermutlich besten oder zweitbesten Lösung beigetragen hatten. Dann beträgt der Wirkungsgrad (s.o.) = (1/M) immerhin noch 33,3 Prozent.

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