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Arbeitswelt: Beim nächsten Meeting drehe ich durch!
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Vor lauter Meetings bleibt oft keine Zeit mehr zum Arbeiten. Einige Firmen reagieren verzweifelt: mit Meetings zur Abschaffung von Meetings - was alles noch schlimmer macht, weiß Karriereberater Martin Wehrle.

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jo125 24.10.2018, 10:11
10. Nicht mit Meetings

Zitat von moritz1989
Und wie soll man Probleme sonst lösen? Durch Telepathie? Man hat doch gar keine andere Wahl als einen Austausch zu fördern, nicht alles kann man in seinem Kämmerchen mit Excel und Outlook lösen. Meetings so zu verteufeln ist dämlich, da es sehr sehr sehr darauf ankommt, wie ein Meeting geführt wird, wer eingeladen ist und welches Thema besprochen werden soll. Hat man nur die üblichen Arbeitsverweigerer am Tisch, die Meetings grundsätzlich ablehnen, wird jedes Meeting zur Farce.
Meetings haben ihren Sinn ebenso wie Funk im maritimen Bereich: Man erreicht mit einer Message viele Empfänger. Man koordiniert sich und gibt Sachverhältnisse bekannt, die für die Teilnehmer von Belang sind. Bei uns etwa der Stand der Akquise-Situation, Abwesenheit und entsprechende Vertretungen, wichtige Erkenntnisse aus dem Kunden- und Interessentenumfeld. Probleme werden nie in Meetings gelöst, durchaus aber angesprochen. Die Lösung erfolgt dann nach dem Meeting.

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genugistgenug 24.10.2018, 10:19
11. Meetings = Zeit/Geldverbrennung

Wir hatten vor Jahren ein Plakat hängen:
Trinkst du gerne Kaffee, isst du gerne Donuts, triffst du gerne andere Leute, hast du Angst vor Entscheidungen, willst du nicht arbeiten....? (nicht vollständig) dann mach ein Meeting.

Allerdings liegt so ein Verlauf am Chef und zeigt deutlich dessen Qualifikation.
Wir (IT Bereich) waren bei Meetings gefürchtet.Beginnend vom Stopp des Gekichere "ich habe was gesagt ohne mich zu verschlucken" - über das zählen der "ähs", der Definition "wer das heißt verwendet ist entweder nicht in der Lage das passend für die Teilnehmer rüberzubringen oder hält die Teilnehmer für doof" bis zur Krönung einer Anzeige auf allen Monitoren die die Mann-Minuten und Kosten anzeigt. Allerdings sorgte das alles eher für Trouble gegen uns und nicht zur Eindämmung des Geschwafels - bis es von höherer Stelle bestätigt wurde und plötzlich waren alle "kusch".

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mrotz 24.10.2018, 10:26
12.

Zitat von moritz1989
Und wie soll man Probleme sonst lösen? Durch Telepathie? Man hat doch gar keine andere Wahl als einen Austausch zu fördern, nicht alles kann man in seinem Kämmerchen mit Excel und Outlook lösen. Meetings so zu verteufeln ist dämlich, da es sehr sehr sehr darauf ankommt, wie ein Meeting geführt wird, wer eingeladen ist und welches Thema besprochen werden soll. Hat man nur die üblichen Arbeitsverweigerer am Tisch, die Meetings grundsätzlich ablehnen, wird jedes Meeting zur Farce.
>Und wie soll man Probleme sonst lösen?

Durch Arbeit! Und zwar am besten ohne irgendeine Unterbrechung und das drei bis vier Wochen am Stück. Und wenn man einen Input eines anderen braucht schreibt man dem eine Mail oder fragt Ihn in der Mittagspause.

Aber ständige Ablenkung insbesondere durch Meetings fressen meist die komplette PRODUKTIVE Zeit.

Ein Problem löst man, in dem man es löst. Nicht indem man darüber im Meeting spricht.

Wir haben zu viel Meetings und zu viel Ablenkung,
Abstimmungen sind natürlich wichtig, aber in möglichst kleiner Runde und selten!

Arbeitsverweigerer sind die Meetinghocker.

mfg

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krautrockfreak 24.10.2018, 10:28
13. Ein gutes Meeting steht und fällt mit den Charakteren, die daran

teilnehmen. Hatte im neuen Job die Situation, dass wenn die zwei "Psychos" der Abteilung dabei waren, das Meetung immer ausartete in Rumgeschreie und Diskussionen. Nun sind beide in Rente und die Meetings sind konstruktiv und ruhig.
Es muss nur der Wille bei allen vorhanden sein, konstruktiv was zu erreichen und dann ist jedes Meeting wertvoll, sonst ist es halt verschwendete Zeit.

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Leser161 24.10.2018, 10:46
14. Judge the book by the cover

Das übliche Problem in unserer Gesellschaft. Man hat erkannt das etwas gut ist, der Grund wird aber von den meisten nicht verstanden, weshalb es messbar gemacht werden muss, damit man es nicht verstehen braucht, wodurch dann natürlich der der gute Sinn wieder entfernt wird, weil es ja keiner mehr verstehen muss, sondern nur noch die Messzahl zählt.

Konkret: Ja es ist gut sich mit Kollegen abzusprechen. Nein man kann die Absprachequalität nicht messen und erhöhen in dem man möglichst viele Kolelgen möglichst lange für ein Meeting in einen Raum schickt.

Diese Problematik kann man sehr oft beobachten (Zum Beispiel bei universitären Abschlüssen, bei denen ein Mehr ein ganz klares Zeichen für mehr Bildung ist, egal wie die Qualität des Abschlusses hinetrher ist)

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dasoe 24.10.2018, 12:18
15. Und an wem hängt es?

Viele Meetings sind doch nicht das Problem. Sondern unnötige bzw. ineffektive bzw. vor allem in die Länge gezogene. Sprich unsere Arbeitsweise. Und an wem liegt das? Alle sind sich auf dem Flur immer einig, wie ärgerlich und anstrengend die Meetings sind, das ist kein Einzelfall. Aber wenn man sich dann trifft, scheinen dieselben Leute vor allem daran interessiert zu sein lange zu sprechen und Ihre Meinung zu wiederholen. Nicht das Meeting schnell und pragmatisch und an der Sache abzuhaken. Und: schaffen wir selbst das anders zu machen? Sprechen wir selbst kurz und schweifen nicht ab? Über Meetings zu maulen ist einfach. Zusammenzuarbeiten schwieriger.
Ich sehe auch die Absurdität in den Meetings, natürlich. Und wenn jemand versucht zu bündeln und zum Beispiel beim jeweiligen Thema zu bleiben und wenigstens die schlimmsten Abschweifungen einzufangen, gilt er als unhöflich. Das ist ein Problem. Das ist unsere Arbeits- und Kritik-Kultur. Die ist schlimm und sie ist problematisch - aber die Meetings sind nur ein Symptom, die Stelle, wo man es deutlich sieht.

Und was tun wir dagegen? Wir setzen uns hin und warten, dass die Bosse weniger Meetings ansetzen? Und wenn die sagen wir brauchen aber Kommunikation (was nicht falsch ist), dann finden wir das absurd - ohne eine Alternative zu haben? Und dann machen wir zynische Bemerkungen und zählen lustige Gebote auf. Wie bequem.
Also tut mir leid, das Problem über das alle immer klagen könnte von jedem der klagt täglich verkleinert werden. Aber das tut niemand. Etwas zu wissen ist ja schön und gut. Aber so lange man es nicht anwendet und umsetzt bringt es rein gar nichts. Und an den Symptomen rumzuschrauben statt das Problem anzugehen auch nicht.

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thorsten35037 24.10.2018, 12:44
16.

Meetings sind Zeitkiller. Meiner Erfahrung nach beißen sich die Leute an 1-2 Aufregern fest und der Nutzen für das eigene Anliegen ist minimal, es sei denn, man setzt sich gut in Szene. Meiner Meinung nach müssten sich die Vorgesetzten untereinander besser abstimmen, was sie eigentlich wollen und das auch kommunizieren (und untereinander klären). Symptomatisch ist, dass die Vorgesetzten selber kaum an Meetings teilnehmen und somit wieder unterrichtet werden wollen. Somit ein Treffen für untergeordnete Chargen.

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grabenkaempfer 24.10.2018, 13:19
17.

Zitat von mrotz
>Und wie soll man Probleme sonst lösen? Durch Arbeit! Und zwar am besten ohne irgendeine Unterbrechung und das drei bis vier Wochen am Stück. Und wenn man einen Input eines anderen braucht schreibt man dem eine Mail oder fragt Ihn in der Mittagspause.
In der Mittagspause? Na ganz sicher nicht. Pause ist nicht zum Arbeiten da. Wenn sich alle Probleme nur durch arbeiten lösen liesen wäre das sehr schön, ist aber nicht so.

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CareAllende 24.10.2018, 13:22
18. Korrelation zwischen Meetings und Effizienz

Das Leben innerhalb großer Konzerne kenne ich gut, und ich genieße diesen treffenden Artikel, inklusive sämtlicher Lesekommentare. Ein kleiner Beitrag: 1. In Japan sah ich endlose Meetings, um erstaunt festzustellen, daß im nachhinein auch große Projekte reibungslos, schnell und korrekt liefen ohne irgendein weiteres Hinzutun der Manager. 2. In einem anderen, europäischen Konzern lud der CEO und Inhaber seine Führungsriege regelmäßig in die Zentrale, um Angst und Schrecken zu verbreiten; auch das funktioniert erstaunlich gut, obwohl nicht so hinhaltig. 3. Berater: hat man sich einmal dazu entschlossen, mit großen Beratern zu arbeiten, gehören Meetings zum täglichen Brot, zur täglichen Messe, zur Hölle. Die Berater fragen die Firmenangehörigen erstmal um ihre Uhr, um ihnen später die Zeit mitzuteilen, mit Tagesssätzen von einigen T. Euros, pro Berater versteht sich. Wenn die Firma dann feststellt, oft sehr spät, daß sie die ganze Kontrolle an Berater verloren hat, bekommen die Meetings wieder eine ganz andere Farbe, nämlich rosa, ohne Berater versteht sich.

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Newspeak 24.10.2018, 13:55
19. ...

Zitat von K. Larname
[...] Die ganz klare Empfehlung ist: Regelmäßige, z.B. wöchentliche oder zweiwöchentliche Meetings sind sinnvoll, aber nur, wenn sie kurz und knackig gehalten werden und Ergebnisse produzieren. Hierfür (Ergebnisse) gibt es eine simple Empfehlung: Bei Meetings muss ein Protokoll entstehen, das die Topics listet und z.B. mit Vermerken (I)nformation, (T)odo, (D)one, (R)echerche usw. versieht und vor allem mit einer pro Topic verantwortlichen Person. Diese Protokolle sind dann natürlich im Intranet archiviert und einsehbar, jedes Meeting beginnt mit dem Durchgehen des letzten Protokolls hinsichtlich Erledigungen und Verantwortlichkeiten. [...]
Protokolle sind sinnlos, wenn das, was besprochen wird, sinnlos ist. Ein ehemaliger Chef von mir hat genau solche Meetings veranstaltet. Mit Protokoll, das am Ende an jeden verschickt wurde, das beim naechsten Mal durchgegangen wurde. Im Protokoll standen dann Tagesordnungspunkte mit Interna, die nur fuer den Chef selbst von Belang waren (das Protokoll ersetzte also seinen Notizzettel), oder Dinge, die schon laengst nicht mehr aktuell waren, oder Wunschvorstellungen, die nie umgesetzt wurden, oder Konferenztermine von Leuten, die sowieso alleine arbeiteten, und deren Anwesenheit oder Fehlen fuer alle anderen keine Bedeutung hatten. Lauter solches sinnloses Zeugs. Die wirklich wichtigen Dinge haben es aber nie auf's Protokoll geschafft. Es war reine Zeitverschwendung. Jeder hat dem Chef das gesagt, was der hoeren wollte, egal, ob es wahr war oder nicht, er wollte es halt hoeren, einmal im Monat, das war der einzige Grund fuer das Meeting.

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