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Arbeitswelt: Rette sich, wer kann: Mitarbeitergespräch!
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Worauf können sich Mitarbeiter und Chefs sofort einigen? Richtig - beide hassen Mitarbeitergespräche. Karriereberater Martin Wehrle hat die schlimmsten Begegnungen gesammelt.

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jo125 17.09.2018, 10:05
10. Führung

Ein großer Irrtum ist oftmals, dass Leute mit Sachverstand auch gute Führungskräfte sind. Das ist natürlich Unsinn. Man sieht es in der Politik: Minister haben in der Regel von ihrem Ressort keine Ahnung (siehe von der Leyen), führen aber große Behörden. Gerade in von Technik geprägten Betrieben kommen Leute in die Führung, die fachlich sehr gut sind, die man aber eigentlich nur als Spezialisten im Einzelbüro einsetzen sollte. So etwas führt zu einem sehr schlechten Betriebsklima. Und der Schnösel, der in dem Beispiel der Verkäuferin genannt wurde, hätte bei mir nicht die Hälfte der Probezeit überstanden. Solche Leute filtere ich eigentlich schon im Vorstellungsgespräch raus.

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exHotelmanager 17.09.2018, 10:09
11.

Ein "Personalberater" nennt Fachbesprechungen aka "meetings" unsinnig?

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exHotelmanager 17.09.2018, 10:12
12.

@3daniel Es gibt immer einen Least Performer. Wenn es im Unternehmen diese Selektion gibt, ist sie umzusetzen. Ich kann aus eigener Erfahrung gut verstehen, dass das nicht immer Freude macht. Ich habe deswegen ein Unternehmen wieder verlassen.

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quark2@mailinator.com 17.09.2018, 10:37
13.

Ich habe diese Gespräche als Mitarbeiter gemocht und ich mag sie als Arbeitgeber. Sie geben einem die Gelegenheit, verdientes Lob auszusprechen bzw. zu hören (es muß halt ehrlich gemeint und konkret sein) und vor allem kann man frühzeitig Mißverständnisse bzw. Spannungen vermeiden und das Verständnis für die Lage verbessern (auf beiden Seiten). Zum Problem werden diese Gespräche doch eigentlich nur, wenn das Klima dazu nötigt, nicht offen sprechen zu können. Es sei denn, man ist vielleicht nicht gut mit Worten, was ja vorkommen soll.

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kat0101 17.09.2018, 10:50
14. Nicht das Mitarbeitergespräch, Führung abschaffen!

Ich bin seit Jahren beratend in Systemen unterwegs. Das Dilemma ist Führung schlechthin.
Das liegt nicht unbedingt an den sozialen Kompetenzen der Führungskraft, ebenso an den Erfahrungen, die Mitarbeiter mit Autoritäten im Laufe ihres Lebens erleben durften. Die können dann mitgeschleppt und dem nächsten Chef übergeholfen werden. Muss nicht, passiert aber oft. Klassische Psychologie. Dazu kommen dann noch die absurden "Instrumente" die sich Chefs und Personaler für die kleinen da unten ausdenken, damit alles besser funktioniert. Das MA Gespräch einmal im Jahr ist, sorry, absoluter Schwachsinn. Sowas muss dauerhaft geschehen im Sinne von permanenter respektvoller Offenheit und Transparenz. Und dafür muss man wiederum seinen Ängsten ins Auge sehen und das Glück haben in einem System zu arbeiten, das nicht nur wahllose Trainings und Gesprächsszenarien auf die Abhakliste setzt. Deswegen leben sie hoch die Protagonisten in Lalouxs Buch und der Idee von führungslosen Organisationen!

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jetbundle 17.09.2018, 10:52
15. Durchaus sinnvoll

Richtig eingesetzt ist das Instrument durchaus sinnvoll. Dann nämlich, wenn beim Mitarbeitergespräch gundsätzliche Aspekte der Entwicklung des Mitarbeites besprochen werden. Das ist was Anderes als technisches Lob bzw. Kritik zwischen Tür und Angel.

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neue_mitte 17.09.2018, 10:55
16.

Ich arbeite in einem Ingenieubüro mit flachen Hierarchien. Im Tagesgeschäft hat man die Geschäftsführung schnell gesprochen, diese sind auch immer im Thema informiert und oft genug involviert. Wir sehen und sprechen uns täglich, die konkrete Arbeit an sich wird auch oft bewertet, man erhält ordentliches Feedback. So weit so gut.

Zum eigentlichen Mitarbeitergespräch des Jahres wird es aber immer unangenehm, beinahe peinlich. "Es läuft doch". "Wenn wir Beschwerden hätten, würden wir uns schon melden." "Wenn Sie Beschwerden hätten, würden Sie sich doch auch melden." "Wir sehen uns und sprechen doch täglich."

Der Geschäftsführung ist es dann sichtlich zu wider, persönlich über mich als Mitarbeiter mit meinen Zielen, Vorstellungen... deren Ziele und Vorstellungen zu sprechen. Da ist er nämlich wieder, der Mensch. Und nicht das Arbeitsbienchen.

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zeisig 17.09.2018, 10:57
17. Wichtig und gut!

Abgesehen von den vorab auszufülleneden Formularen mit teilweise dämlichen Fragen und Zielvorgaben bietet das jährliche Mitarbeitergespräch dem Mitarbeiter die Möglichkeit, mit dem Chef über das ein oder ander kleine und große Problem zu sprechen, ohne daß dieser weglaufen kann. Der Chef muß sitzbleiben und sich alles anhören was ich zu sagen habe. Finde ich gut!

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jupp78 17.09.2018, 11:06
18.

Zitat von kat0101
Das MA Gespräch einmal im Jahr ist, sorry, absoluter Schwachsinn. Sowas muss dauerhaft geschehen im Sinne von permanenter respektvoller Offenheit und Transparenz.
Ich sehe das jährliche MA-Gespräch überhaupt nicht als Schwachsinn an.
Es ist lediglich schwachsinnig zu meinen, dass das jährliche Mitarbeitergespräch reicht, um den Rest des Jahren nicht mehr miteinander Sprechen zu müssen.
Natürlich braucht es laufend Gespräche miteinander und wenn es klemmt, muss auch ein Gespräch mit der Qualität des jährlichen MA-Gespräches jederzeit möglich sein.
Trotzdem bietet aus meiner Sicht das jährliche MA-Gespräch einen guten Aufhänger einfach die Themen durchzusprechen, die tatsächlich nicht das Tagesgeschäft sind und auch gar nicht laufend auf der Tagesordnung stehen. Damit meine ich Themen wie die langfristige berufliche Weiterentwicklung oder Gehaltvorstellungen etc.. Das kommt ja normalerweise nicht wöchentlich oder auch monatlich auf den Tisch. Und da ist so ein jährlicher Termin einfach eine Gelegenheit diesen Themen ein regelmäßiges Forum zu geben, denn sonst besteht die Gefahr, dass man diese immer weiter vor einem her schiebt. Und wenn es nichts in der Richtung zu besprechen gibt ... was solls, geht die Welt auch nicht von unter sich mal kurz zusammengesetzt zu haben.

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jo125 17.09.2018, 11:07
19. Tatsächlich?

Zitat von kat0101
Nicht das Mitarbeitergespräch, Führung abschaffen! Ich bin seit Jahren beratend in Systemen unterwegs. Das Dilemma ist Führung schlechthin. Das liegt nicht ......
Ich weiß ja nicht, in was Sie beraten. Bei uns zum Glück nicht. Als geschäftsführender Gesellschafter weiß ich, dass die Führung eines Unternehmens ohne Führung der Mitarbeiter schlicht Unsinn ist. Wenn es einen Unternehmenszweck gibt, gibt es auch Aufgaben. Diese müssen benannt und zugeteilt werden. Wir sind ja nicht in einer Selbstfindungsgruppe, sondern müssen Geld erwirtschaften, um unsere Gehälter zu zahlen. Das mag alles anders sein, wenn man als Einzelkämpfer unterwegs ist. In einem erwerbswirtschaftlichen Unternehmen mit Mitarbeitern, die eine gewisse Struktur zu Recht erwarten, muss es Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten geben. Das muss jemand steuern - nämlich der Chef. Wer sonst? Dass dazu Gespräche notwendig sind, steht außer Frage. Ob das nun die von den Personalern so beliebten jährlichen Mitarbeitergespräche sein müssen, stelle ich auch in Frage, ebenso die albernen "Zielvereinbarungen", die es rituell in Großunternehmen gibt.

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