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Arbeitswelt: Rette sich, wer kann: Mitarbeitergespräch!
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Worauf können sich Mitarbeiter und Chefs sofort einigen? Richtig - beide hassen Mitarbeitergespräche. Karriereberater Martin Wehrle hat die schlimmsten Begegnungen gesammelt.

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TimeTraveler 17.09.2018, 11:18
20. Mitarbeitergespraeche sind ...

... so gut oder schlecht wie die gesamte Situation der Firma, wirtschaftlich und sozial, ist.
Meine eigenen Gespraeche bekommen deshalb 4 von 5 Sternen.
Zielvorgaben (Abteilungs intern) und Zieldiktate (Teils von Vorstandsebene diktiert) wurden zwischen Mit- und Teamleiter ("guter, sachkundiger Chef") bereits als Kompromis fuer die Personalabt. bzw. Firmenvorgaben (Vorstand) schriftlich fixiert. Bei ueberzogenen Anspruechen der Firmenleitung waren aber immer alle Gespraechsteilnehmer die Verlierer. Aber viele Verlierer ueberzeugten manchmal sogar den obersten Chef.
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les2005 17.09.2018, 11:41
21. Falscher Sündenbock

Ja, es gibt sie natürlich, die Vorgesetzten from hell. Kein noch so gut gemeintes Tool oder Training der Personalabteilung wird daran (oder an diesen Personen) ändern. Das heißt aber nicht, daß Mitarbeitergespräche per se schlecht seien.

Natürlich sollte man nicht ein Jahr warten, bis man Feedback gibt - was übrigens für beide Seiten gilt. Aber nur weil man sich täglich oder wöchentlich sieht, heißt das nicht, daß ein explizites Mitarbeitergespräch überflüssig sei. Zum einen nimmt man sich bewußt Zeit, sich abseits vom Tagesgeschäft über das abgelaufene Jahr, aber auch Ziele und Perspektiven für das nächste Jahr zu unterhalten. Zum anderen geht es um die Beurteilung des Mitarbeiters. In jedem Fall sollte ein solches Gespräch eigentlich keine Überraschungen bereithalten, denn es ersetzt nicht das kontinuierliche Feedback das es geben sollte.

Das Mitarbeitergespräch ist eine sinnvolle Einrichtung, aber sie macht aus einem schlechten Vorgesetzten keinen Guten (im besten Fall hilft es ihm, ein besserer zu werden). Und schon gar nicht liefert es eine Ausrede sich 364 Tage lang nicht um die Mitarbeiter zu kümmern.

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VormSpiegel 17.09.2018, 11:44
22. "Mitarbeitergespräch" / Kritikgespräch

Kritikgespräch trifft es eigentlich am besten.

Den das gesamte Konstrukt existiert nur um dem Mitarbeiter seine Fehler aufzulisten, damit man direkt verhindern kann das eine Gehaltserhöhung gefordert oder überhaupt in Frage kommen könnte.
Wer solche Kritik erfährt ist so demotiviert, da sinkt die Leistung erst recht und man sucht sich direkt einen neuen Arbeitgeber, wenn man sich das leisten kann, Familienmenschen die das nicht können nageln sich immer mehr fest.

Ein "Chef" der seine Mitarbeiter schlichtweg nicht kennt und dann im Mitarbeitergespräch aus der Personalakte erst mal schauen muss wer das ist, dieser Chef ist sein Geld nicht wert und verfehlt komplett jede Kompetenz von Mitarbeiterführung überhaupt.

Die guten Beispiele kennen ihre Mitarbeiter ohnehin und reden über alles unmittelbar, was jedes geplante Mitarbeitergespräch ohnehin irrelevant macht. Noch besser, gibt es für jeden Mitarbeiter bereits klare Strukturen wie eine Gehaltsentwicklung aussehen kann, ohne das Verhandelt werden muss mit Bestechungen, Drohungen und dem permanenten Kündigungswunsch des Mitarbeiters.

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monro 17.09.2018, 11:49
23. Ungenügend!

Ein Mitarbeitergespräch pro Jahr ist viel zu wenig. Im Idealfall sollten diese Gespräche wöchentlich oder zweiwöchentlich stattfinden. Inhaltlich sollten diese regelmäßigen Gespräche so aufgebaut sein, dass unter zwei Augen nicht nur Probleme des Arbeitsalltags besprochen werden koennen, sondern vor allem die Thematik berufliche Weiterentwicklung, Aufstieg, Wissenserweiterung etc. besprochen wird, so dass kontinuierlich daran gearbeitet werden kann.
Jedes zusätzlich geführte Gespräch erleichtet das Jahresgespräch und macht Artikel, wie z.B.: So gelingt die Gehaltserhöhung obsolet.

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StefanXX 17.09.2018, 11:54
24. Bei uns ist das Mitarbeitergespräch sehr hilfreich

Zitat von !!!Fovea!!!
völliger Quatsch.... Dieser Blödsinn von Zielvereinbarungen u.a. Es soll nur dazu dienen, dass beide (Chef und Untergebener) sich in einem Rahmen gegenseitig sagen können, was sie voneinander halten, was allerdings keiner tut. Sinnlose Zeitverschwendung, aber Hauptsache man mal "darüber geredet"...... Kein Chef wird sich herablassen und seine wirkliche Meinung gegenüber seines Mitarbeiters sagen, dafür gibt es zu viele Diskriminierungs-, Gender-, Gleichstellungs-, Betriebs/Personalrat u.v.a.m. Einrichtungen. Der Mitarbeiter wird nie die Wahrheit sagen, da er Angst hat seinen Job zu verlieren. Daher sind diese Mitarbeiterjahresgespräche ein Witz!
Mag ja sein, dass das in Ihrer Firma und der des Autors so ist, deshalb sind aber noch lange nicht generell "Mitarbeitergespräche ein Witz". Sie sollten lernen etwas mehr zu differenzieren. Bei uns ist das Mitarbeitergespräch offenbar aber auch etwas anders aufgezogen. Feedback über seine Arbeit bekommt man schon zuvor, immer dann wenn es nötig und sinnvoll ist eben. Das Mitarbeitergespräch dient dazu das letzte Jahr generell noch mal Revue passieren zu lassen und vor allem die Ziele für das neue Jahr abzustecken, Schulungen/Fortbildungen zu planen, über die Urlaubssituation zu sprechen u.v.m. Und das macht ganz sicher Sinn. Natürlich kann sich daran schon einen Monat später wieder etwas ändern, dann muss man eben erneut reden, evtl. reicht dann dazu aber auch der direkte Vorgesetzte. Und nicht zuletzt (für viele natürlich das Wichtigste) dient das jährliche Mitarbeitergespräch bei uns dazu, über die Lohnsteigerung für das kommende Jahr zu sprechen. In unserem Betrieb ist das Mitarbeitergespräch daher von allen Seiten anerkannt und macht Sinn.

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jupp78 17.09.2018, 12:08
25.

Zitat von monro
Ein Mitarbeitergespräch pro Jahr ist viel zu wenig. Im Idealfall sollten diese Gespräche wöchentlich oder zweiwöchentlich stattfinden. Inhaltlich sollten diese regelmäßigen Gespräche so aufgebaut sein, dass unter zwei Augen nicht nur Probleme des Arbeitsalltags besprochen werden koennen, sondern vor allem die Thematik berufliche Weiterentwicklung, Aufstieg, Wissenserweiterung etc. besprochen wird, so dass kontinuierlich daran gearbeitet werden kann.
Sie wollen ernsthaft wöchentlich über berufliche Weiterentwicklung Aufstieg und Co. reden?
Sorry, aber das ist doch vollkommen praxisfremd. Einfach deshalb, weil nirgends diesbezüglich eine solche Schlagzahl bei den Themen an der Tagesordnung ist. Da kann es gar nicht so häufig überhaupt was zu besprechen geben, was dann einfach zur Folge hat, dass selbst jährlich nicht drüber gesprochen wird.

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J.Corey 17.09.2018, 12:26
26.

Führungskräfte sollten Hair auch führen können, das ist aber in den meisten Fällen nicht der Fall, weil sie hat nicht entsprechend ausbildet oder geschult sind. Das dann vorhandene Werkzeuge und Konzepte nicht sinnvoll eingesetzt werden, ist ebenso siegerendlich wie der Frist auf beiden Seiten darüber. Leider wird nach wie vor das Arbeitsklima und die Führungsqualität in bieten Unternehmen und auch im ÖD nicht ernst genommen, den es lässt sich nicht direkt in Euro beziffern, was ein hier investierter Euro zurück spült. Lippenbekenntnisse gibt es dazu natürlich schon, bloß die wenn um die Umsetzung geht, wird diese Thematik verschoben. Und so ändert sich an den Voraussetzungen natürlich nichts und es werden jedes Jahr unfassbar viele Manntage mit völlig sinnfreien Mitarbeitergesprächen verplempert.

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dirk.resuehr 17.09.2018, 12:37
27. Schon mal abhängig gearbeitet?

oder nur selbständig "beraten"? Diese Frage drängt sich bei der Realitätsferne auf! Als Angestellter mit klaren Leistungsmeßgrößen können Sie sicher sein, daß sie bei Nichterreichung sofort ein Gespräch haben, bei Erfolgen weniger, die streicht normalerweise der Chef ein. Das Mitarbeitergespräch einmal im Jahr, interessant, eine sehr naive Vorstellung. Sind Leistungskriterien definiert, eine falsche Darstellung. Der Amateur als Experte taugt nix.

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Shelly 17.09.2018, 12:50
28. Seit ich schwerbehindert bin

höre ich auf den Mitarbeitergesprächen (natürlich unter 4 Augen) und trotz ausgiebiger compliance-Schulungen auch der Vorgesetzten in einer Tour nur noch:
Sie sind nicht mehr so belastbar, sie sind nicht mehr so engagiert, sie machen nicht so viele Überstunden wie ihre Kollegen etc. etc.
Ich bin diese Farce inzwischen leid.

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CobCom 17.09.2018, 12:50
29.

Zitat von jo125
Ein großer Irrtum ist oftmals, dass Leute mit Sachverstand auch gute Führungskräfte sind. Das ist natürlich Unsinn. Man sieht es in der Politik: Minister haben in der Regel von ihrem Ressort keine Ahnung (siehe von der Leyen), führen aber große Behörden. Gerade in von Technik .....
VdL ist aber auch aus anderer Sicht ein gutes Beispiel:
Vom Angriffskrieg schwärmt sie nur, weil ihr das Wohl ihrer Leute völlig schnuppe ist, wie man an der Amtsführung gut erkennen kann, und weil sie die Sache natürlich ohne eigenes Risiko bequemst vom heimischen Sessel dirigieren wird.

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