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"Arroganter Haufen": Warum dieser Fliesenleger Siemens- und Audi-Ingenieure als Kunde
Michael Schmiedl

Besserwisserei und mangelnde Zahlungsmoral: Ein bayerischer Fliesenleger will nicht mehr für Ingenieure von Audi und Siemens arbeiten. Er erstellte eine Ausschlussliste - und ist von den Reaktionen überrascht.

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josef2018 12.01.2019, 15:08
210. Anders herum

Zitat von mac4me
...kann er sich die Kunden aussuchen. Aber es kommt auch wieder andersherum.
wird es so schnell nicht kommen. Warum? Weil es immer weniger Menschen gibt, die einen Handwerksberuf ergreifen. Und gerade Fliesenleger ist eher ein unbeliebter Beruf, da man da ganz viel Zeit auf den Knien verbringen muss.
Der Mangel an guten Handwerkern macht sich doch jetzt schon bemerkbar. Und nicht jeder Bauherr will sich von einem "Selbstständigen" Osteuropäer die Fliesen legen lassen, denn bei Mängeln ist der nicht mehr erreichbar.

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droptableall 12.01.2019, 15:10
211. @bauklotzstauner

In anderen Ländern werden Fliessen überall ohne Fugen verlegt. Kann sein das es aufgrund der Wetterverhältnisse hier nicht so ratsam ist. Zu behaupten, es ginge gar nicht ist einfach eine sehr schlechte Beratung, weil unwahr. Dem Kunden hilft das nicht. Der Kunde möchte ein Fugenloses Bad. Das geht auch hierzulande, nur ist es ratsam, es dann ohne Fliessen zu realisieren und entsprechend zu verputzen. Aber wer interessiert sich schon dafür, was der Kunde will? Hauptsache besser wissen und Kunde für doof erklären.

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elop 12.01.2019, 15:10
212. Ein guter Handwerksmeister steht mit seinem Namen.

Zitat von draco2007
Oder kann das Handwerk alles alleine?
Nein ein Maurermeister z.b braucht bei entsprechender Klassifikation weder den Architekten noch den Bau,Ing:)

Hat er Statik usw drauf kann er auch alles selber planen , da reicht dann auf der Baustelle auch ein Polier der die Arbeitsschritte nur delegiert und überwacht so wie die Kosten im Auge behält.

Schauen sie sich mal an was für Prachthäuser sich selbstständige Handwerksmeister selber bauen , die wenigsten lassen sich da von außen Beraten:)

Als guter Handwerker braucht es keine Massenwerbung oder sonstiges , da spricht die Arbeit für sich und bringt solange sie top ausgeführt ist immer wieder neue Kunden.
Die Deutschen Handwerker hatten nur eine Zeitlang diesen Grundsatz vergessen und haben mit sich machen lassen, mittlerweile haben wir aber verstanden:)

Billig könnt ihr haben aber nicht mit uns , wie geschrieben ein guter Handwerker hat immer was zutun selbst in schlechten Zeiten.
Also bleibt für jene die *anspruchsvoll denken aber so billig wie möglich bezahlen möchten* der Ausschuß derer die man auf dem Markt bekommt und.
Die die man nicht bekommt sollten eigentlich zu denken geben oder?

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LorenzSTR 12.01.2019, 15:13
213. Stuttgart

In der Autostadt Stuttgart ist das ganz ähnlich. Nichts gegen ein Ingenieursstudium, aber öfter hatte ich schon den Eindruck, dass es häufig eher darum geht und ging, mit viel Auswendiglernen und Formeln in den Taschenrechner tippen später das Traumgehalt zu kassieren und es sich im Autokonzern bequem zu machen. Und so ist es dann auch. Während viele andere mit prekären Jobs abgespeist werden, kann man als Ingenieur bei Daimler und Co. ja wirklich nicht klagen. Die Hybris wächst steigt dann wohl mit jeder Gehaltsstufe, denn die eigentliche Tätigkeit ist oft ehr weniger fordernd oder gar innovativ.

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lynx2 12.01.2019, 15:20
214. So gehen sie in ihren Branchen mit..

..den Autozulieferern und anderen Zulieferern auch um.

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enforca 12.01.2019, 15:21
215. Gut So!

Was Hr. Schmiedl da beschreibt, sind genau die Kunden, die danach bei mir in der Rechtsschutzversicherung anrufen und zum Anwalt rennen wollen, weil sie irgendwelche Kinkerlitzchen nachgemessen haben.

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lobro 12.01.2019, 15:23
216. Arrogante Handwerker

Nach meinen Erfahrungen sind es oft aber auch Handwerker, die sich gegenüber ihrer Kundschaft arrogant benehmen und jeden Nichthandwerker wie einen Idioten behandeln. Wenn ich da noch an meinen Hausbau zurückdenke: Stukkateur und Fliesenleger schimpfen auf die Maurer, Dachdecker schimpfen auf die Zimmerleute, Fensterbauer auf Estrichverleger: "Alles Stümper, nur ich mache alles richtig". Und wehe, ich komme mal mit meinem Auto in die Werkstatt und weiß schon bevor der Meister den Wagen gesehen hat, was kaputt ist.

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geotie 12.01.2019, 15:24
217.

In meinem Herbergsbetrieb in der günstigen Klasse quartierten sich mal 2 Gäste Einzelzimmer von Daimler ein, Rechnung soll an die Firma geschickt werden. Ich habe dieses per Email getan. Antwort war, das geht nur per Post. Nach längerer Zeit und auf Anfrage per Email kam dann die Antwort, dass ich erst eine Kundennummer haben muss. Auch per Brief an eine andere Abteilung. Dann wieder hinschreiben und auf Geld warten. Meine Zimmer habe ich sehr günstig für meine Gäste kalkuliert und dabei sind keine Rechnungen per Brief vorgesehen. Als wieder von dieser Firma Anfragen kamen, habe ich gleich darauf hingewiesen, das nur Barzahler angenommen werden. Mit diesen Klientel war es glücklicherweise bald vorbei!

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FakeBot 12.01.2019, 15:27
218.

Zitat von bauklotzstauner
Tja.... wie sag ich es Ihnen, ohne gleich den Vorwurf der Arroganz angeheftet zu bekommen?
Das mit der Arroganz haben sie leider verbockt. Und obwohl es der zitierte Kommentator sogar noch schreibt, ignorieren sie ihn. Genau DAS ist das Problem mit der Beratungskompetenz und all der Wut die man in sich aufkommen sieht, wenn man baut oder renoviert.

Also, wie sage ich ihnen das jetzt, ohne als arroganter Ingenieur rüber zu kommen? Wenn ich als Kunde von ihnen ein fugenloses Bad verlange, dann erwarte ich vermutlich etwas in Richtrung Kunstharz, Steinspachtel, Kalkputz, oder oder oder. Die unterschiedlichen Möglichkeiten kennt der Handwerker ja. Oder nicht? Wenn sie als Handwerker diese Art Bäder zu modernisieren hingegen nicht kennen oder beherrschen weil sie nur gelernt haben wie man Fliesen verlegt, dann ist das eine Kompetenzfrage. Aber schön, daß sie erklärt haben weshalb thermischer Stress ein Material unter Spannung beschädigen kann. Glauben sie mir: Das weiß jeder Ingenieur nach dem ersten Semester. Aber darum geht es ja nicht.

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mal anders herum 12.01.2019, 15:28
219. Frei nach Gebrüder Grimms „Aschenputtel“

Nach über 30 Jahren Versicherungsmaklertätigkeit – der ja ausschließlich die Interessen seiner Klienten vertritt – ergeben sich ähnliche Erfahrungen. Darüber hinaus auch bei Ingenieuren im öffentlichen Dienst, Lehrer und allgemeinen typische Neureiche. Der ROTE FADEN sind dabei die Vorschäden welche nicht nach den vorhandenen Wünschen abgewickelt worden sind, das Verschweigen von „Kleinigkeiten“ , Versicherungswünsche für völlig abwegig konstruierte Schadensfälle, Prämienvorstellungen in der alleruntersten Schublade für aber einen weit überzogenen Versicherungsumfang. Bezogen wurde das Fachwissen aus der Presse, den Medien und von Direktanbietern. Auffallend sind überdurchschnittlich viele vorhergehende rechtliche Auseinandersetzungen und der allseits bekannte mit Nachdruck erwähnte Zusatz „aber mein Anwalt….“, sowie ein häufiger Wechsel des Dienstleisters in der Vergangenheit und das überwiegend weil ja besser wissend kurzentschlossen auf eigene Faust. All das macht eine echte gesunde Geschäftsbeziehung schwer bis nahezu unmöglich. Vielleicht sollte der Fliesenleger das Aufmaß vom Kunden erledigen lassen. Das würde einen tiefen Einblick in die zukünftige Geschäftsbeziehung ergeben.

Zum Glück gibt es bei uns nun auch eine rechtlich zwingende Dokumentation der ausführlichen Gespräche vor der Geschäftsbeziehung. In den negativen Fällen bleiben die Kosten stehen – der absehbare Ärger aber erspart.

Natürlich ist eine einfache Pauschalierung nicht möglich – aber auffallend sind es 25% bis 75% dieser Gruppen. Hier ist die Vertretung der in Versicherungsfragen aus Gründen der Vernunft fast unmöglich. Wenn die Fugen schon falsch gemessen werden kann es bei der Prämie, den Bedingungen und der Regulierung gar nicht funktionieren.

Nicht unerwähnt sollten natürlich die Ausnahmen bleiben mit denen sehr positive Erfahrungen gemacht wurden und werden. Völlig gegensätzlich und überdurchschnittlich sind hier die sehr intensiven, offenen und langen Geschäftsbeziehungen, die weit über den üblichen Rahmen hinausgehen. Wie überall im Leben gibt es auch hier solche und solche…

Über die Vorgehensweise bei einer schwierigen Auswahl wussten übrigens schon die Gebrüder Grimm Bescheid – was in „Aschenputtel“ nachzulesen ist.

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