Forum: Karriere
Aufstieg im Mittelstand: Wir basteln uns die Karriere selbst
Corbis

Coaching, Seminar, Kaminabend: In Konzernen folgt der Aufstieg einem strikten Fahrplan. Im Mittelstand dagegen kann man die Karriere flexibler planen - und spart sich mit Glück ein paar Zwischenstopps.

kumiori 12.03.2015, 14:47
1. Karriere-Fahrplan

Karriere-Fahrplan. Wenn ich das schon lese. Hat man mit soetwas nicht eh schon verloren, da man sein ganzes Leben über Jahre dem Job unterordnet?

Zur Dame im Artikel: "Und viel Luft nach oben hat die 31-Jährige in ihrer Firma eh nicht: Über ihr sitzt nur noch das fünfköpfige Management-Team."
Da ist noch viel Luft. Ein paar Jahre den Job machen, ein oder zwei Kunden mitnehmen und sich selbständig machen. Ein oft beschrittener Weg von erfolgreichen Menschen in "Agenturen" ;)

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DMenakker 12.03.2015, 20:18
2.

Zitat von kumiori
Karriere-Fahrplan. Wenn ich das schon lese. Hat man mit soetwas nicht eh schon verloren, da man sein ganzes Leben über Jahre dem Job unterordnet?
Ich glaube auch, da liegt der Hund begraben. Menschen sind entweder für das eine oder das andere geschaffen. ich selbst bin auch eher der Typ, der im Mittelstand seine Karriere machte und dann eben sehr früh in der Selbstständigkeit gelandet ist.

Auf der anderen Seite habe ich zur Zeit öfters mit dem mittleren Management von Konzernen zu tun. Das sind dann zwar alles studierte Juristen oder Betriebswirte, aber manchmal frage ich mich schon, wer auf die Idee gekommen ist, diese Pappnasen könnten tatsächlich auf dieser Position eine Firma weiterbringen. Man muss bei Verhandlungen nur dafür sorgen, dass eingeübte Verhaltensmuster nicht greifen und schon is bei denen alles vorbei. die ganzen geplanten Karrieren sowie die Typen, die diese karrieren einschlagen sind alle so vorersehbar. Perfekte Teamplayer, aber persönlich nix auf dem Kasten. Und wie es so schön beschrieben wurde, Autorität als Führungskraft im Führungskräfte Seminar Teil I - III gelernt. Aber für alles andere müsste sich ein Mentor ( welcher im Mittelstand i.d.R. der Chef selbst ist ) ja auch kümmern, statt ( als Temaplayer eingeübte kollektive Verantwortungslosigkeit ) das einem Assessmentcenter anzuvertrauen, das aber auch nichts anderes als Schema F kann.

So züchtet man Manager, aber keine Unternehmer.

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Sir_Batman 13.03.2015, 08:46
3.

Zitat von DMenakker
Ich glaube auch, da liegt der Hund begraben. Menschen sind entweder für das eine oder das andere geschaffen. ich selbst bin auch eher der Typ, der im Mittelstand seine Karriere machte und dann eben sehr früh in der Selbstständigkeit gelandet ist. Auf der anderen Seite habe ich zur Zeit öfters mit dem mittleren Management von Konzernen zu tun. Das sind dann zwar alles studierte Juristen oder Betriebswirte, aber manchmal frage ich mich schon, wer auf die Idee gekommen ist, diese Pappnasen könnten tatsächlich auf dieser Position eine Firma weiterbringen. Man muss bei Verhandlungen nur dafür sorgen, dass eingeübte Verhaltensmuster nicht greifen und schon is bei denen alles vorbei. die ganzen geplanten Karrieren sowie die Typen, die diese karrieren einschlagen sind alle so vorersehbar. Perfekte Teamplayer, aber persönlich nix auf dem Kasten. So züchtet man Manager, aber keine Unternehmer.
Genauso einfach lässt sich der "Unternehmer" ausspielen.

Die meisten "Unternehmer", mit denen man so auf Projektebene zutun hat, können nicht mal richtig kalkulieren und verkaufen Ihr Produkt deutlich unter Wert. Schon witzig, wie man verallgemeinern kann...

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decfort 13.03.2015, 15:53
4. Senior-Projektmanagerin

mit Personalveratwortung mit 31.
Das kann die bestimmt.
Ich kenne das nur so, entweder man hat fachlich was auf den Kasten, oder "übernimmt Verantwortung".

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albert schulz 14.03.2015, 21:29
5. Utopia

Da bastelt gar keiner Karriere. In großen Firmen herrschen strikte Regeln, nach oben kommt einer von vielen. Zumeist einer, der irgendwie verwandt oder verschwägert ist. Etwas Stil muß er auch haben, sich zu benehmen wissen. Für einen Underdog zahlen sich auch Fleiß und Gehorsam auch, zuweilen Fähigkeiten. Irgendeiner muß ja arbeiten. Bestimmen wird er nicht wirklich.

Der Mittelstand hat sehr viel weniger Geld für den Wasserkopf. Man muß den Job können, das Ergebnis zählt. Überflüssige Zeit zum Spinnen von Intrigen und Kabalen ist ebenfalls nicht vorhanden, oder zum Besuch irrelevanter Coachingseminare. Wenn jemand aufsteigt, dann passiert das nach Jahren, und insgeheim müssen alle Kollegen und Mitarbeiter zustimmen. Es wird also überlegt, ob der Adept die Fähigkeiten hat, die Firma und damit die eigene Zukunft zu sichern. Der Schwiegersohn des Chefs oder sein Neffe haben miserable Karten in dem Spiel. Sie werden bestenfalls mitgeschleppt, wie die Studienfreunde der Chefbrut und seine abgelegten Geliebten. Im Mittelstand kann man auch keine Karriere planen. Will man aufsteigen, so wechselt man die Firma, wenn man sich das zutraut.

Im Artikel geht es aber weder um Konzerne noch um Mittelstand in einem Gewerbe, sondern um eine Beratungsfirma (vermutlich Werbungs- Consulting für Product placement), eine sogenannte „Promotionagentur“, in der es gar keine Konkurrenz gibt, eine sagenhaft lächerliche Bemerkung für einen Laden, in dem schlecht bezahlt wird, dauernde Überstunden die Regel sind, in dem man bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit ausgenutzt wird. Mit vierzig ist man Müll, wenn man nicht Teilhaber ist. Man verdient dann zu viel und ist leicht ersetzbar durch jugendliche Illusionisten. Ein ausgesprochen beschissener Job, für den man Kanonenfutter braucht, das man routiniert und brachial verheizt. Natürlich mit freundlicher Mine.

Diese märchenhaften Darlegungen sind noch weit irrealer als die phantastischen Bücher über Mitarbeiterführung, die hochangesehene Coaches und Psychos verbraten haben, ohne auch nur ansatzweise praktische Kenntnisse aufzuweisen. Begriffsverwirrungen sind ganz offenbar immer noch die Lieblingsbeschäftigung der Spiegel- Autoren.

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freebiker 15.03.2015, 11:46
6. nach 15 Jahren

in grossen Konzernen kann ich das alles nur bestätigen.
Im Mittelstand fallen gute Leistungen deutlich schneller positiv auf.
Nach 10 Jahren in mittelständigen Unternehmen will ich gar nicht mehr zurück.
Bei meinem jetzigen Arbeitgeber fallen positive Leistungen sofort auf und werden direkt mit mehr Verantwortung belohnt.
Da macht Arbeit richtig Spass.
Meine Vorgesetzten sehe ich in meiner Filiale vielleicht mal alle sechs Wochen zum Kaffeetrinken, für alles dringende gibt es Telefon und SMS.
Da geht man gerne Arbeiten, wenn einem nicht ständig irgendein Karrierist reinredet und die Effektivität kann sich sehen lassen.

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dipl.inge82 15.03.2015, 13:56
7. Mehr Verantwortung

So wie #6 habe ich es bisher in allen KMU's erlebt die ich von innen gesehen habe. Blöd nur das ich eigentlich nie mehr wollte als einen Sachbearbeiterposten. Anfang April stände eigentlich eine Beförderung an auf die ich liebend gerne verzichten würde, mangels Alternativen der Firma aber wohl kaum drumherum komme. Denn eines ist jetzt schon klar : wie in der Vergangenheit wird es zwar mehr Verantwortung und quängelnde Kunden (24/7) geben, zwischen Daumen und Zeigefinger bleibt aber alles wie gehabt. Das ist im Konzern eben doch etwas anders...

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minchan 20.06.2015, 14:05
8.

Ach man findet immer ein gutes Schlupfloch, um das Beste aus seiner Karriere zu machen. Es werden ja auch mittlerweile Top-Studiengänge als halbzeit-Studium angeboten. Die sind extra darauf zugeschnitten, dass man schon mit beiden Beinen im Leben steht. Der Münchner LMU-Masterstudiengang "Philosophie, Politik, Wirtschaft" fällt mir da spontan ein. Ähnlich wie der MBA, nur mit deutlich mehr Pepp und Weitsicht. Also es gibt schon coole sachen, die einem auch was bringen.

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