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Ausländische Bewerber: "Lieber den Josef aus Bayern als Mehmet aus der Türkei"
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Pegida-Demos, die IS-Barbarei - hat das Folgen für ausländische Bewerber in Deutschland? Nein, behaupten Unternehmen: Wir brauchen gute Fachkräfte, egal woher. Doch, sagen Psychologen und warnen vor unbewussten Vorurteilen.

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Referendumm 27.10.2015, 10:49
1. Vorurteile en gros

gibt es bei ALLEN Unternehmen. da werden Männer immer noch Frauen vorgezogen, da werden schlankere und/oder hübschere Menschen immer noch den anderen vorgezogen (auch dazu gabs schon zig Studien); da werden ältere Mitarbeiter aufs Abstellgleis geschoben und junge Menschen als die Glückseligkeit fürs Unternehmen qualifiziert.
Daher wundert es mich rein gar nicht, dass vor allem Ausländer massive Schwierigkeiten haben, in D einen Job zu bekommen.

Manchmal frage ich mich, welche Dinosaurier eigentlich in den Personalabteilungen nach wie vor ihren Dienst schieben. Denn diese massiven Diskriminierungen waren schon vor 30 Jahren Gang und Gäbe - und seither hat sich im Prinzip nix geändert. Echt traurig das Ganze.

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Nordstadtbewohner 27.10.2015, 10:51
2. Leistungsbereitschaft und Qualifikation zählen.

Bei uns im Unternehmen werden Stellen nach Leistungsbereitschaft und tatsächlicher Qualifikation vergeben und nicht nach Herkunft. In Zeiten der Globalisierung ist das enorm wichtig, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können.

Wer allerdings meint, in Deutschland ohne Schulabschluss und ohne Deutsch- und Englischkenntnisse ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen zu können, wird kurz oder lang schwer enttäuscht werden.

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muttisbester 27.10.2015, 11:02
3. Wohltuende Ehrlichkeit!

Endlich wird die Heuchelei mal beim Namen genannt!
Die Wirtschaftsverbände postulieren:"Die Flüchtlinge sind die dringend gebrauchten Fachkräfte", aber die bereits vorhanden Menschen mit Migrationshintergrund werden systematisch benachteiligt. Gibt es eine größere Heuchelei?
Als ob die Firmen genau auf die Flüchtlinge gewartet hätten, die kein Deutsch sprechen, häufig keine ausreichende Schulbildung haben oder überhaupt keine Zeugnisse. Ja ist klar!
In Deutschland sind nämlich auch Hauptschüler (egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund) vom Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beinahe ausgeschlossen. Da erwecken ein paar Arbeitgeberverbände den Eindruck, die Flüchtlinge, die durchschnittlich noch weniger qualifiziert sind würden händeringend gebraucht.
Komplett verlogen, wie so oft.

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Wolfgang Probstmeier 27.10.2015, 11:13
4.

Die gutgemeinten Ratschläge werden ins Leere gehen. Wie Statistiken zeigen, tun sich arabischstämmige Zuwanderer nicht unbedingt durch tolle Schulabschlüsse oder anderweitige Leistungsbereitschaft hervor. Entweder sie können was, bevor sie hier ankommen, oder es reicht meist nur zur Gründung einer von zahlreichen Kindern gesegneten weiteren "Bedarfsgemeinschaft"

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Feltares 27.10.2015, 11:14
5. Vorurteile?

Mein Schwiegersohn in Spe hat vor 4 Jahren sein Masterstudium Financial Controlling in Deutschland begonnen und erfolgreich beendet. Sein Sprach-Deutsch ist so gut, dass philosophische Diskussionen kein Problem darstellen. So begab er sich mit dem Abschluss frohgemut auf Arbeitssuche. Ließ sich in Bezug auf eine gute Bewerbung coachen und schickte diese dann an entsprechende Arbeitgeber. Jetzt - nach 2 Jahren Arbeitssuche mit 400 Bewerbungen und davon nur 4 Einladungen in Gespräche - ist er frustriert und demoralisiert. Er kommt aus Palästina, ist Christ und hatte wirklich den Wunsch in unserer Gesellschaft anzukommen.

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RudiRastlos2 27.10.2015, 11:29
6.

Eine schwierige Situation. Oft geht ja mit dem fremden Namen auch eine andere Religion einher. Das ist vielleicht eher das Problem. Ich glaube nicht, dass ein John Tailor aus UK oder USA größere Probleme aufgrund seiner herkunft hat.

Wenn sich aber ein Mohammed bewirbt, dann würde ich als Arbeitgeber damit rechnen, dass dieser 5 mal pro Tag nach Mekka betet, während Ramadan nicht konzentriert arbeitet und Freitagmittags in der Mosche ist. Religoinsfreiheit hin oder her, aber als Arbeitgeber geht mir dadurch Arbeitskraft und dadurch Umsatz verloren.

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remax 27.10.2015, 11:30
7. Diskriminierungstendenzen sind überall..

Ein Kollege von mir mit ausländischen Wurzeln , in München an einer Eliteuni studiert, Abschluß mit 1,9 im Lehramtsstudium in zwei Fächern, sportliche Figur, viele Hobbys wird mit zwei anderen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, beide deutscher Herkunftsland. Im Vorfeld erfuhr er, dass die beiden jeweils einen Schnitt von 1,8 bzw. 2,4 hatten und in den medizinischen Fächern wo si unterrichten sollten beide deutlich schlechtere Noten hatten als der Kollege.
Das Gespräch bei beiden deutschen Bewerbern dauerte jeweils 25-30 min mit gängigen Fragen, beim Kollegen dauerte das Gespräch 45 min und der Prof. habe ihn nur reine fachliche Fragen über 40 min gestellt. Er wurdeam aende gefragt, wo er sich in 5 Jahren sehe, antwortete er als Schulleiter aufgrund seiner Qualifikation.
Er hat die Stelle nicht bekommen, sondern der jenige mit deutlich schlechteren Noten in den zu unterrichtenden Fächern.
Ein Jahr später hat eine Nachbarin von mir einen Ausbildungsplatz an diesem Bildungszentrum bekommen und wurde von der Berweberin in 3 medizinischen Fächern unterrichtet.
Das Urteil der Nachbarin: fachlich total daneben, sehr unsicher beim Vermitteln des Unterrichtsstoffes etc.
Die gängige Antwort bei Schülerfragen lautet fast immer, das könnte sein, muss aber nicht!

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etanerin 27.10.2015, 11:31
8. Es geht den Menschen wie den Leuten

Ein deutscher Ingenieur 55+ mit langer Berufserfahrung hat bei diesem "Fachkräftemangel" kaum Erfolg wieder eine Stelle zu bekommen - er hat eigentlich noch 12 Arbeitsjahre vor sich.

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Kaygeebee 27.10.2015, 11:44
9.

Unternehmen wollen ihr Personal internationaler machen und diversifizieren... die Konsequenz ist oft, dass weiße Männer das Nachsehen haben, auch wenn die Qualifikationen oft höher sind. Um nicht als ausländerfeindlich oder sexistisch zu gelten, stellen Unternehmen heute oft aus politisch korrekten Gründen vermehrt Frauen und/oder Ausländer ein und weisen weiße Männer ab. Hautfarbe oder Herkunft interessieren mich nicht, nur die Qualifikationen. Ist jemand für den Job geeignet, dann soll er/sie den auch bekommen. Beleidigt den "Ausländerjoker" zu spielen, halte ich für kindisch.

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