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Ausländische Bewerber: "Lieber den Josef aus Bayern als Mehmet aus der Türkei"
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Pegida-Demos, die IS-Barbarei - hat das Folgen für ausländische Bewerber in Deutschland? Nein, behaupten Unternehmen: Wir brauchen gute Fachkräfte, egal woher. Doch, sagen Psychologen und warnen vor unbewussten Vorurteilen.

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hemithea 27.10.2015, 19:04
100.

Zitat von Tiananmen
Wenn Sie als quasi Deutsche nicht gelernt haben, dass der erste Eindruck häufig ausschlaggebend ist, dann sollten Sie sich das noch mal durch den Kopf gehen lassen. Haben Sie noch nicht bemerkt, dass, wenn SIE etwas von jemand anderem wollen, es eine schlechte Taktik ist, von demjenigen Vorleistung zu verlangen? Ihre Grundeinstellung, dass "Personaler zu doof sind", tut wahrscheinlich ein übriges. Ich habe z.B. jungen Türken in der Nachbarschaft, die intelligent und gut erzogen sind, geraten, doch die typische "Türkenfrisur" zu lassen und sich wie die Eingeborenen hier zu kleiden, wenn sie zum Vorstellungsgespräch gehen. Das scheint eine unüberwindbare Hürde zu sein. Also: dann halt keinen Ausbildungsplatz. Wenn es das wert ist...
Was ist denn eine typische "Türkenfrisur"?? O.o

Und ja, ich bin es leid, für meine Herkunft mich rechtfertigen zu müssen. Ich kann nichts dafür, dass ich in Russland geboren bin, war purer Zufall. Ich muss mich aber eben von mancheinem Personaler dafür rechtfertigen und die sind eben "doof".
Ich spreche fließend Deutsch und Russisch, kann Englisch. Habe sehr gutes Abitur und gute Studiennoten. Wieso spielt da meine Herkunft eine Rolle? Wieso muss ich mir regelmäßig anhören

"Wieso bewerben Sie sich als Russin bei uns in Deutschland?". Dabei ist es aus dem Lebenslauf ersichtlich, dass ich seit 14 Jahren hier lebe. Wo soll ich mich denn sonst bewerben?

"Wir müssen erstmal schauen, ob Ihre Abschlüsse hier bei uns Anerkannt sind."
Dabei ist es aus dem Lebenslauf ersichtlich, dass ich hier in Deutschland alle meine Abschlüsse erworben habe. Außer die ersten 3.5 Klassen der Grundschule.

"Wieso haben Sie beschlossen, nach Deutschland umzuziehen?"
Die Antwort, dass mein Vater hier gearbeitet hat und wir dann nachkamen, reicht nicht, es wird nachgebohrt. Mit 9 Jahren hatte ich nicht so die Entscheidungsgewalt.

Ich bin bereit mich fachlich auseinander nehmen zu lassen, aber solche Fragen sind nun mal dämlich. Den Vogel hat aber ne Personalerin letztens abgeschossen, nach 20 min Interview fällt ihr Blick auf mein Geburtsland "Oh, ich sehe, Sie kommen aus Moskau. Sprechen Sie Deutsch?". Und zu letzt "Wieso sollten wir Sie als Russin einstellen und nicht einen Deutschen?"

Häää????! Mein Beruf ist nicht "Russin" oder "Ausländerin", ich bin angehende Chemikerin und möchte ein Praktikum machen. Wenn es einen Deutschen gibt, der qualitativ besser passt, s0oll man ihn eben einstellen. Meine Qualifikation ist schließlich nicht "Russin".

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LDaniel 27.10.2015, 19:33
101. Mhh

Dass ein Vorurteil und Urteil aus Erfahrung ist, auf die Idee kommt man natürlich nicht.

Dass man in der Vergangenheit bessere Erfahrung mit Josef als mit Ahmet gemacht hat? Egal... . Rassist.

Jeder kann jeden anstellen, wie er lustig ist. Man darf nur nicht so doof sein und den Grund nennen.
Als Chef hat man nämlich eine Verantwortung für die Firma, d.h. man stellt jemanden ein der a) ins Team passt b) die Firma nach außen gut repräsentiert und c) zur Gewinnsteigerung der Firma beiträgt.

Und die Kriterien, wer so jemand ist, die legt der Chef fest und sonst niemand.

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pizzapill 27.10.2015, 19:33
102.

Zitat von Sibylle1969
Um Diskriminierungen aufgrund von Aussehen, ausländisch klingendem Namen oder des Geschlechts zu vermeiden, wäre es an der Zeit, dass anonymisierte Bewerbungen zum Standard werden.
Wird ja teilweise schon gemacht, z.B. GB will das gerade für alle ihre Universitäten einführen.

Das Problem bei der Sache ist aber, dass man dann entweder zu wenig Informationen liefern kann, oder halt Lücken im Lebenslauf hat. Denn gegen alle die im Ausland studiert haben, oder z.B. auf einem reinen Mädcheninternat waren wird dann weiter diskriminiert.

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LDaniel 27.10.2015, 19:37
103. Aha

Zitat von Sibylle1969
Um Diskriminierungen aufgrund von Aussehen, ausländisch klingendem Namen oder des Geschlechts zu vermeiden, wäre es an der Zeit, dass anonymisierte Bewerbungen zum Standard werden.
Aha.

Und zum Vorstellungsgespräch geht es dann mit Sack überm Kopf und Stimmwandler???

Wenn man wen warum auch immer nicht einstellen will, dann macht man es nicht. Schließlich geht es auch nicht nur um die Papierqualifikation sonder auch vorrangig darum, ob man ins Team passt bzw. sympathisch und engagiert wirkt.

Wäre ich Chef und ich bekähme ein Bewerbungsschreiben ohne Foto und Namen - ich würde diese Person nicht einladen, wenn es die einzige Bewerbung wäre. Natürlich wäre ich nie so doof, das damit zu begründen.

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gerd.leineune 27.10.2015, 19:44
104.

Wieviele Mehmets können Deutsch, und wieviele Josefs ?
Das nennt man Erwartungswahrscheinlichkeit.
Klar gibt es auch Mehmets, die gut Deutsch sprechen können, aber im Durchschnitt sind es signifikant weniger.
Genauso ist es übrigens auch mit den Charakteristika und persönlichen Einstellung einer Person...
Es ist auch eine Frage der Situation und Ausrichtung des Unternehmens, ob heterogene oder homogene Teams erfolgreicher sind.

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Andreas-Schindler 27.10.2015, 19:46
105. Es stellen sich viele Frage ob Deutsch oder nicht Deutsch

Bei Ausländern geht man eher von einer größeren Familie aus. Wird jemand Krank kann es sein das der Mitarbeiter Frei haben will um sich um das Kranke Familienmitglied zu kümmern. Auch haben Ausländische Mitarbeiter länger zusammenhängend Urlaub. Vor allem auch mal Kurzfristig, weil die meist nicht Alleine verreisen sondern mit mehreren Geschwistern usw. Die Ausländischen Mitarbeiter aus den Arabischen Raum mögen auch kaum Kritik und behaupten schnell man sei Ausländerfeindlich. Nur weil man die Arbeit Kritisiert, oder die Arbeitszeiten. Für Vorgesetzte ist es auch manchmal schwierig bei den Leuten Anzurufen. Da nicht immer alle Familienmitglieder Deutsch können. Es ist also nicht immer nur der Lebenslauf und die Zeugnisse die Entscheiden, ob es ein Ausländischer Bewerber wird oder ein Deutscher. Da spielen noch viele andere Faktoren mit rein.

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K3pl3r 27.10.2015, 19:53
106. keine Sorge

Keine Sorge, es dauert nicht mehr lange und die Welt wird auch hier gerechter. Die Mirganten werden, ähnlich wie bei den Frauen, eine Quote bekommen. Hier wiederum muss dann ein bestimmter Prozentsatz muslimisch sein.

Dann bekommen auch wieder die politisch korrekten Leute einen Job, und nicht der/die best zum Unternehmen passende.

Wo kommen wir denn dahin, wenn die deutschen Unternehmen eine Selektion vornehmen würden.

Selbst zu entscheiden wer in mein Unternehmen passt und in meine Teams ist ja wohl schon echt rechtsradikal.

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K3pl3r 27.10.2015, 19:55
107. Mal sehen...

Zitat von LDaniel
Dass ein Vorurteil und Urteil aus Erfahrung ist, auf die Idee kommt man natürlich nicht. Dass man in der Vergangenheit bessere Erfahrung mit Josef als mit Ahmet gemacht hat? Egal... . Rassist. Jeder kann jeden anstellen, wie er lustig ist. Man darf nur nicht so doof sein und den Grund nennen. Als Chef hat man nämlich eine Verantwortung für die Firma, d.h. man stellt jemanden ein der a) ins Team passt b) die Firma nach außen gut repräsentiert und c) zur Gewinnsteigerung der Firma beiträgt. Und die Kriterien, wer so jemand ist, die legt der Chef fest und sonst niemand.
wie lange diese Kriterien die Chefs noch festlegen dürfen...

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stoffi 27.10.2015, 19:56
108.

Zitat von ernstrobert
ich kann nur raten, dass sich Belegschaft und Personaler Zeit lassen mit der Bewertung von Bewerbern. Niemand kann in 5 Minuten ein korrektes Bild von einem Menschen erhalten, der erste Eindruck täuscht oft, meistens. Ich habe gerade Jugendliche 'mit Migrationshintergrund' erst nach einem gewissen Kennenlernen erst richtig kennen und schätzen gelernt. Kleinere Sprachfehler sollte man nicht aufbauschen. Sie sind aber auf Dauer nicht so gut und beeinflussen das Selbstbild negativ. Neben zivilem (höflichem) Auftreten und fachlichem Können sind gute Sprachkenntnisse und normale Aussprache Voraussetzung dafür, in dieser Gesellschaft anzukommen und auch anspruchsvollere Jobs auszufüllen.
gläubige Muslime werden in dieser Gesellschaft nie ankommen, es sei denn, sie haben sie eines Tages .....

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der-wahrsager 27.10.2015, 19:57
109. Das Problem ist die Justiz!!!

Diskriminiert wird in Deutschland ohne Zweifel, besonderes Ältere, Ausländer, Behinderten und Frauen werden massiv diskriminiert! Es gibt genug Gesetze gegen Diskriminierungen, aber leider die Justiz verfolgt die Diskriminierungen nicht! Es gibt aktuell 3 Große Fälle die vor der europäische Gerichtshof landen um Deutschland endlich in der Schranken zu weisen! Ein Fall beschäftigt sich mit der Sprache, es ist in EU erlaubt von Bewerber gute Sprachkenntnisse zu verlangen, aber nicht sehr gute und gar kein Muttersprache oder Begriffe die auf eine Fähigkeit von Muttersprachlern verweist! Ein anderen Fall beschäftigt sich mit Behinderten wo bei die Rechte der Behinderten auf keinem Fall eingeschränkt werden dürfen! Und der letzten Fall ist der Begriff Berufsanfänger der nicht mehr in Stellenausschreibungen verwendet werden darf! Nun in Deutschland werden die öffentliche Arbeitgeber massiv durch Justiz gegen Klagen geschützt, viele Klagen werden zum Teil mit absorden Urteile abgewiesen! Was den Arbeitsmarkt in Deutschland betrifft, wird in andere EU Staaten als Kriminell und Mafia ähnlich Strukturen bewertet! Es gibt unheimlich viele Krasse Beispiele die vor deutsche Arbeitsgerichte gelandet sind und die diskriminierende Strukturen der deutsche Öffentlichkeit bzw. Justiz darstellen. Das Buch wird bald erst in Englisch und dann auch in Deutsch veröffentlicht!

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