Forum: Karriere
Aussteiger bei Microsoft: Raus aus dem Job, rein ins Leben
Bandweberei Kafka

Einst waren sie Manager bei Microsoft, doch sie fühlten sich überflüssig oder überfordert. Heute sind sie Heilpraktiker, trainieren Führungskräfte oder produzieren Schmuckbänder. Drei ehemalige Mitarbeiter des Software-Konzerns berichten über ein neues Leben.

Seite 4 von 5
Doc Holliday 19.03.2013, 06:57
30.

Zitat von sysop
Einst waren sie Manager bei Microsoft, doch sie fühlten sich überflüssig oder überfordert. Heute sind sie Heilpraktiker, trainieren Führungskräfte oder produzieren Schmuckbänder. Drei ehemalige Mitarbeiter des Software-Konzerns berichten über ein neues Leben.

Seit Windows XP, Windows 7 und Office 2003 sind alle Microsoft Versionen Schrott. Das mag am vielen Frischfleisch und Mangel an Erfahrung liegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Doc Holliday 19.03.2013, 07:08
31. Potentielle Milliardaere

Zitat von Knackeule
Ich kann die drei Ex-Microsofties gut verstehen. Endlich mal was vernünftiges machen, als immer nur daran mitwirken, irgendwelche Kack-Software mit tausenden von Bugs unter die Leute zu bringen.
Die drei Ex-Microsofties scheinen ja potentielle Milliardaere zu sein.
Ganz einfach: Software ohne Bugs zu entwickeln und millionenfach verkaufen. Dann wird man in Redmond bald vor Angst zittern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chaps 19.03.2013, 07:20
32. Selbstbestimmung!

Es scheint eine gewisse Verbindung von Selbstbestimmung und Zufriedenheit im Job zu geben. Als Angestellter ist das Maß an Selbstbestimmung nie sehr hoch und wird in jungen Jahren durch den Karrierewillen überlagert. Später, wenn man realisiert dass es mit der Karriere doch nicht so läuft und der Konzern den Fokus auf die neuen Jungen legt, kommt man ins Grübeln. Dann kann es schon zu spät sein. Microsoft ist hier nur als Beispiel zu sehen. Ich finde es gut, wenn die Leute ausbrechen und was neues machen und auch dass darüber berichtet wird. Menschen die der Lohnsklaverei entkommen haben Respekt verdient!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Feindbild_Mensch 19.03.2013, 08:07
33.

Zitat von tomkey
Hier gehts um Leute, die in Führungspositionen gearbeitet haben. Sicher haben sie auch entsprechend gut, sehr gut verdient. Dazu eine Abfindung und im Hinterkopf auch die Sicherheit, schnell einen neuen Job zu finden. Was ist aber mit einem Bandarbeiter bei Ford oder Bosch? Was ist mit einer Sekräterin in einem kleinen Betrieb? Was ist mit einem Handwerker, Tischler, Zimmermann oder Klempner? Was mit einem Sanitäter oder einer Krankenschwester? Was mit ungelernten Arbeitskräften in einer Anstellung? Ich bin mir ganz sicher, dass diese Leute es sehr sehr schwer haben ihren Job an den Nagel zu hängen um ihr Leben zu ändern wie die im Beitrag geschilderten Lebensläufe. Wenn überhaupt.
Die hätten es doch prinzipiell um einiges leichter, da weniger spezifische Qualifikation gefragt. Handwerkliche Fähigkeiten kann ich überall schnell einsetzen! Das Problem ist nur, dass die "einfacheren" Angestellten weniger flexibel sind und Wagnisse eingehen wollen. Der Begriff der Arbeit ist eben hier "Abarbeiten", während Führungskräfte "out of the box" denken müssen. Ich kenne beide Seiten - stupide Bandarbeit in der Jugend und im Studium, und jetzt eben typischer "Krawattenhansel". Wenn ich daran denke, wie schwer es war, den Berufseinstieg hinzubekommen (wollte auch was anderes machen). Jeder kann den Beruf wechseln, einfach wird es nicht, viel Ablehnung inbegriffen (gerade in Deutschland). Finanziell ist immer ein Risiko - auch für eine Führungskraft, die einen gewissen Lebenstandard gewohnt ist. Da denke ich wieder an meine Bundeswehrzeit. Nach dem Abi war für mich die Kohle vom Bund wie ein Segen (700 Mark fürs Sport machen!), während Leute mit fertiger Ausbildung nur am Fluchen waren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JaIchBinEs 19.03.2013, 09:24
34. Privat mal "Reset" drücken

Zitat von UbuRoy
Ist eben ein rein rekursiver Job.
Und ein virtuell abstrakter dazu!
Haben Sie mal einem Nicht-ITler "Ihre Welt" zu erklären versucht?
Zitat von
Außer Selbstbezug in der ganzen Branche nix neues in 30 Jahren. Immer neue Software/Hardware um des neuens Willen. Sinn macht das alles nicht.
Ganz so hart ist mein Urteil nicht.
Ich profitiere "zu Hause" durchaus von den modernen Mittel der Komunikation (Smartphone, E-Mail) und Transport (Navi).
Aber trotz immer noch Leidenschaft nach 30 Jahren Tüfteln drücke ich häufiger mal den privaten Reset-Knopf.
So bleibe ich wirtschaftlich am Leben und hab noch vor der Rente Spass am selben!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matjeshering 19.03.2013, 09:31
35. Frecheit

Zitat von alafesh
Endlich mal was vernünftiges machen? Schmuckbänder basteln oder Heilpraktik? Ich finde das eher schwach, auch wenn sie vielleicht erfolgreich sind.Aber das paßt zu solchen Leuten, habe ich mir sofort gedacht. Arbeiten haben die nie richtig gelernt, tut mir leid.
Ich kenne zwei der drei persönlich. Ich habe selber 7 Jahre in der Tretmühle gearbeitet und kenne dieses System nur zu gut.
Der Job hat auf der einen Seite riesen Spass gemacht, zumindest die ersten Jahre.
Aber er hat einen je nach Tätigkeit sehr schnell ausgebrannt. 70 bis 80 Stundenwochen waren leicht möglich.
Nur wer es selber erlebt hat kann es beurteilen.
Ihr Vorwurf entbehrt jeglicher Berechtigung.

Ich werfe Ihnen ja auch nicht vor, dass Sie ein Beamter sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matjeshering 19.03.2013, 09:52
36. Noch einer und mehr

Ich war selber bei Microsoft von 1988 bis 1994 beschäftigt und kenne Bernd und Christine persönlich.

Hut ab, dass die beiden so lange durchgehalten haben.
Ich bin bereits Ende 1994 ausgestiegen.
Das System wurde mit und durch das rapide Wachstum dieser Gründerjahre sehr heftig.
Nicht nur, dass jeder einzelne bei MS sehr viel Verantwortung hatte. Ein Bestandteil des Systems war, wie in vielen anderen Konzernen amerikanischer Prägung, die motivation junger Mitarbeite.
Vor allem Junge, da man hier mit Karriere und Geld winken kann.
Unerfahrenheit von jungen Mitarbeitern wird systematisch motivatorisch genutzt.
Dazu kommt die permanente indirekte Konkurrenz über das permanente review-system. Mitarbeiter und Management sind neben der eigentlichen Tätigkeit, 2 Mal im Jahr für einen Monat nebenbei in diesen reviews gebunden.
Es ist ein harter Kampf, denn es geht um das eigene Vorankommen, das 13. Monatsgehalt, und nicht zuletzt um die begehrten Aktienoptionen.
Diese Optionen sind in den USA die Chance auf eine bessere Zukunft und auch höhere Rentensicherheit.
Was die Arbeit anbelangt ist sie aus mehren Gründen sehr gesundheitszehrend.
Für mich, stand bei meinem Ausstieg die Erkenntnis im Vordergrund, dass es nicht alleine die Software und der User als Technokrat, Techniker oder gar Zahnrädchen in der Technologischen Kette sein kann.
Ich kann also besonders Bernd Heiler gut verstehen.
Die in Bezug auf MS genannten Elemente treffen aber auch für viele andere Unternehmen zu.
Ich kenne das Rookie-System von McKinsey, das ählich funktioniert, aber auch bei PWC, um nur 2 Beispiele zu nennen.
Nicht umsonst bekommen viele Mitarbeiter, die als Borsentrader arbeiten hohe Gehälter und Abfindungen, auch dort sind viele Leute nach 10 Jahren ausgebrannt.

Noch eine abschließende Anmerkung an die Kommentatoren in diesem Forum, die die Software von MS und deren "bugs" als als Gründe nennen.
Egal welche Soft und Hardware ein Unternehmen herstellt. Sie hat und wird immer Bugs haben. Das hat mit dem Job und den Burnouts nichts zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tacheles 19.03.2013, 10:19
37. Berufsbashing

@gfh9889d3de: Wie kommt es, dass ein angeblich "Selbstständiger aus Überzeugung" sofort aggressives Berufsbashing betreibt, nur weil ein ehemaliger Microsoft Manager die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie gewählt hat? Die Entscheidungen dieser drei Personen können anderen Menschen durchaus Mut machen, sich beruflich zu verändern, auch wenn oftmals Ängste und Unsicherheiten damit verbunden sind. Das scheint mir die Absicht des Artikels zu sein. Wie viel Frust müssen Sie aufgebaut haben, wenn Sie gleich einen ganzen Berufsstand, die Psychotherapeuten nach dem Heilpraktikergesetz, dermaßen unqualifiziert und gehässig abwerten? Ich weiß nicht, in welcher Branche und aus welchen Gründen Sie sich selbstständig gemacht haben, aber eine Überprüfung, ob Sie eventuell „eine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellen, wäre , so scheint mir, gerade in Ihrem Fall angemessen gewesen. Besonnen, informiert, respektvoll oder gar empathisch sind Sie definitiv nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nomadt 19.03.2013, 14:50
38. Realitätscheck vs. Mythos "Frischfleisch"

Ich bin seit über einem Jahrzehnt bei Microsoft, gehöre dem sogenannten mittleren Management an, kenne die Themen Hektik, Druck, Arbeitsbelastung etc. sehr gut und fühle mich trotzdem weiterhin sehr wohl. Warum? Im Gegenzug darf man bei einem der Weltmarktführer in einer der spannendsten und dynamischsten Industrien überhaupt arbeiten, hat sehr viele Freiheitsgrade in Bezug auf wie, wo, und übrigens auch wann man seine Arbeit macht, denn gemessen wird der Output, nicht der Input. Darüberhinaus gilt hier zum allergrößten Teil das Leistungsprinzip, was viel besser ist als politische Spielchen, Vitamin B oder Betriebszugehörigkeit. Und: man wird gut bezahlt und bekommt so Annehmlichkeiten wie Firmenwagen, beste Computer- und Handyausstattung, kostenlose Getränke, gesponsorte Sportmöglichkeiten, Familienunterstützung etc.

Klar will und kann wahrscheinlich auch nicht jeder in einem so stark leistungs- und wachstumsgetriebenen Umfeld auf Dauer arbeiten, in dem sich die Anforderungen an den Einzelnen auch noch stetig ändern. Daher verlassen auch immer wieder Kollegen Microsoft und gehen z.B. zu Microsoft Partnern und Kunden, wo sie häufig wieder sehr erfolgreich und zufrieden werden! Andere wie diese drei Kollegen (die ich auch zum Teil persönlich kannte) machen etwas ganz anderes, was ich übrigens toll finde, denn natürlich gibt es neben IT und Microsoft noch viele andere spannende Dinge im Leben!

Ist alles Gold, was glänzt bei Microsoft? Natürlich nicht, aber auch das packen wir als Microsoft-Mitarbeiter wie gewohnt an, außerdem haben wir einen rührigen Betriebsrat!

Ein letztes Wort zum Thema "Frischfleisch": Microsoft hat eine sehr niedrige Mitarbeiterfluktuationsrate, und mit meiner Betriebszugehörigkeit gehört man schon lange nicht mehr zu einer Minderheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tuscreen 19.03.2013, 18:15
39.

Der obige Kommentar 38 zeigt sehr schön, wie die Gehirnwäsche amerikanischer Unternehmen wirkt. Jeder wird gnadenlos nur nach seinem wirtschaftlichen Nutzen beurteilt, nicht als Mensch. Und schmackhaft macht man es den Leuten mit einem angeblichen, übersteigerten "Wir"-Gefühl und einer "Hoppla, jetzt erst recht"-Geschrei-Philosophie. Halt so wie der sog. "Amerikanische Traum,": Jeder soll für sich selbst sorgen; Hilfe für Bedürftige gibt´s in Amiland nur sehr beschränkt, denn jeder ist ja seines Glückes Schmied und kann es schaffen, wenn er nur will. Hier wie dort ein menschenverachtendes Wirtschaftssystem mit pathetischem Zuckerguss oben drauf. Zum K .

Und ehrlich gesagt würde ich mich eher schämen, mich anderen gegenüber als (Noch-) Microsoft-Mitarbeiter zu outen. Ich kenne niemanden, der mit MS-Produkten NICHT regelmäßig Probleme hätte. Mir wäre es peinlich, mich als Mitarbeiter zu outen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 5