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Auswärtiges Amt: Diplomaten beklagen Karrierestau
imago/ Schöning

Eine Karriere als Diplomat gilt unter Uni-Absolventen als sehr attraktiv. Doch selbst wer es ins Auswärtige Amt schafft, hat kaum Chancen, Botschafter zu werden, beklagt der Personalrat nach SPIEGEL-Informationen.

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Pega123 16.07.2017, 18:08
60. Interessante Mentalität von Gabriel

Puh, wenn Sigmar Gabriel sagt, dass sich die meisten Menschen über ein A15-Gehalt freuen würden, dann hat er sicher recht!
Trotzdem glaube ich nicht, dass das Problem beim Gehalt liegt, sondern eher bei der beruflichen Herausforderung, die einem eben nicht gegeben wird.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Erstellen von Mappen und Vorlagen irgendwann nicht mehr herausfordernd ist und dann die Motivation leidet.
Witzig, dass Gabriel primär an die Entlohnung denkt. Das sagt ja viel über die Persönlichkeit von Sigmar Gabriel aus.

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Idinger 16.07.2017, 18:31
61. Stimmt das ?

Zitat von Informatiklehrer
Fakt ist aber auch, dass das AA nur die Besten der Besten nimmt (oder nehmen möchte) ........
Ich fachte, die "Besten der Besten" seien in den Auswärtigen Dienst der EU abgewandert, der doch eine wesentlich bessere Alimentierung als beim nationalen Auswärtigen Dienst bieten soll ?

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Idinger 16.07.2017, 18:37
62. Botschafterlebensabschnittpartner

Zitat von Beccaria
Erstaunlich dass bei den von den Foristen aufgezählten Privilegien der Mitarbeiter des AA keiner das eigenständige Gehalt der Botschaftergattin erwähnt. Sie bekommt es weil sie angeblich auch eigenen Aufgaben hat ( Deko oder so)
Sind Sie sicher, dass es sich nicht um fake-news handelt?
Ist es nicht so, dass für die Abgeordneten bereits die Beschäftigung der Ehefrau/des Ehemanns/der Kinder nicht mehr zu lässig sein soll ? Dann wird das doch für Botschafter(-innen) nicht weiterhin bestehen bleiben können.

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schrottixle 16.07.2017, 18:43
63. Thema verfehlt

In den meisten Beiträgen scheint mir das Thema verfehlt: Im Artikel geht es doch nicht darum, dass Diplomaten nicht aufsteigen können, sondern dass sie nicht aufsteigen können, weil die Beamten im inländischen Dienst sichtlich bevorzugt werden. Und da gibt es anscheinend sehr wohl Grund, sich über die Ungleichbehandlung zu beschweren. Das hat also nichts damit zu tun, dass sich die zu kurz gekommenen Diplomaten über ihre Aufstiegschancen an sich beschweren. Dass nicht alle zum Oberhäuptling werden können, wird diesen Damen und Herren schon klar sein, so viel Intelligenz unterstelle ich jenen schon.

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kumi-ori 16.07.2017, 18:46
64.

Meines Wissens kann jedes Land in jedem anderen Land nur einen Botschafter unterhalten, insofern sind die Aussichten natürlich in gewisser Weise gedeckelt. Sicher gab es in den Neunziger Jahren einen Botschafter-Boom, als auf dem Balkan alle zwei Wochen ein neuer Staat gegründet wurde. Vielleicht gibt es in absehbarer Zeit eine Staatenvermehrung auf dem Gebiet Syriens, vielleicht tut sich was in Palästina oder Kurdistan. Vielleicht kommt Nicola Sturgeon in Schottland durch, aber verlassen würde ich mich darauf nicht.

Aber wie wäre es mit "Konsul"? Als ich Kind war, gab es einen berühmten Konsul Weyer. Der saß zwar immer im Gefängnis, aber die Leserinnen der frauenzeitschriften schickten ihm Waschkorb-weise Liebesbriefe und Nacktfotos.

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womo88 16.07.2017, 19:21
65. Dummes Geschwätz!

Zitat von Lotus Driver
Das war ja klar, kaum ist von Beamten die Rede kommen alle Neider aus ihren Online-Löchern gekrochen. Ich möchte aber mal zu Bedenken geben, dass das Spitzenmitarbeiter mit Hochschulabschluss sind. In anderen Behörden wären sie alle generelle Behördenleiter (höherer Dienst). Das ist eben mit Nichten mit Bächereivekäuferinnen und Friseusen zu vergleichen ! (Äpfel mit Birnen !) GERADE In der freien Wirtschaft kann man über dieses Gehalt für einen solchen Spitzenmanager nur lachen. Insofern geht es hier nicht um das eher geringe Gehalt sondern um Perspektiven für diese Menschen.
A14 ist Oberstudienrat, A15 ist Studiendirektor ( Abteilungsleiter), alle im Höheren Dienst. Da ist kein Behötrdenleiter. Das ist Unsinn. Natürlich kann man in der "freien Wirtschaft" lachen, aber dann sollen diese Leute in die "freie Wirtschaft" gehen. Dort kann man auch mit Ende 40 einfach entsorgt werden, was Beamten nicht passiert.
Nur zur Info: Ich bin mit Endstufe A14 mit 56 Jahren in Ruhestand gegangen. Mein Bruder als Prokurist von mehreren Autohäusern und als Dipl.-Kaufmann wurde mit 56 Jahren gnadenlos entsorgt und lebt jetzt von Hartz IV.

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rainer_daeschler 16.07.2017, 19:46
66. Es gibt verschiedenerlei Behörden

Zitat von womo88
A14 ist Oberstudienrat, A15 ist Studiendirektor ( Abteilungsleiter), alle im Höheren Dienst. Da ist kein Behötrdenleiter.
Es kommt auf die Behörde an. Mit A13 könnten Sie Leiter einer Hauptschule sein, oder Polizeichef einer Kleinstadt. Mit A13 könnten Sie bei der Marine eine Korvette kommandieren mit 90 Mann Besatzung, mit A14 als Fregattenkapitän eine Fregatte mit 400 Mann.

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cybion 16.07.2017, 21:22
67. Differenziert und sachkundig

Zitat von eunegin
Ich finde die Kritik verständlich, viele Kommentare dagegen nicht. Wer das schwierige Auswahlverfahren besteht, ist eben auch nicht mit der von Neid-Kommentatoren angeführten Bäckereifachverkäuferin, dem Durchschnittslehrer oder einem Physiotherapeuten zu vergleichen, sondern mit sehr guten Rechtsanwälten, Richtern, Notaren, Managern. Dazu kommt anders als bei "Inlandsdeutschen", eine ständige Umzieherei in Länder, in die die nörgelnden Kommentatoren hier sicher keinen Fuß setzen möchten. Und das mit Familie und einer Frau / einem Mann, der seine eigene berufliche Laufbahn notgedrungen aufgeben muss (wenn man schon alles aufrechnet, dann auch das!). Passiert dann etwas im Ausland, sind die Ansprüche an die Botschaften und Konsulate ja auch groß und jeder will gutes Personal vorfinden. Ein Ministerium ist eben keine Grundschule, kein Edeka oder Fließband. Wer sich die Laufbahnen genau ansieht, erkennt ja auch, dass es im Auswärtigen Amt auch verschiedene gibt und sich der Stellenkegel und Personalbesatz offensichtlich ungünstig entwickelt hat. Ich habe beruflich gelegentlich mit den Wirtschaftsabteilungen zu tun - meist positive Erfahrungen mit gutem Personal. Tauschen möchte ich nicht; u.a. aus oben genannten Gründen und weil ich mehr verdiene plus meine Frau arbeitet, verdient, glücklich ist und meine Kinder sicher nicht ständig Schule wechseln möchten (und weil ich den Einstellungtest wohl nicht schaffen würde...). Aber sich ein differenziertes Bild zu machen und mal nachzudenken anstatt nur draufzuhauen und den eigenen Neid in ein paar Ätzzeilen zu bedienen, ist sicher einfacher.
Danke für Ihren diffrenzierten Beitrag! Natürlich sollte karrierebewussteren Bewerbern die eingeschränkte Verfügbarkeit von Beförderungsstellen von Anfang an klar sein. Jedoch haben Sie völlig recht, die weit überdurchschnittlichen Qualifikationsvoraussetzungen für einen angemessenen "Mindestlohn" in dieser Berufsgruppe herauszustellen.
Ob der jeweilige oberste Dienstherr = Minister/in auch nur annähernd gleiche Qualifikationen besitzt oder den Aufnahmetest bestehen würde, darf zu Recht (geschätzte 90+%) bezweifelt werden, von den anderen hier zum Vergleich aufgeführten Berufsgruppen ganz zu schweigen ...

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Gerixxx 16.07.2017, 21:26
68. Lustig

Es ist ja schön und gut, wenn SPON sich korrigiert
Zitat
Anmerkung: In einer früheren Version hatte es geheißen, dass der Mauerfall und die Übernahme vieler ehemaliger Diplomaten aus dem Auswärtigen Dienst der DDR das Beförderungs-Nadelöhr im Auswärtigen Amt verschärft habe. Tatsächlich gab es nur einzelne DDR-Beamte, die in den diplomatischen Dienst der Bundesrepublik übernommen wurden.
Zitatende

Aber auch das (einzelne DDR-Beamte) ist noch ein wenig euphemistisch: es waren genau 4 von 1.043.

Es könnte natürlich durchaus sein, dass etliche dieser 1.043 bei der Behebung der im Artikel bemängelten Vorbereitung und Qualifikation so mancher Beamten des heutigen CD behilflich hätten sein können.....LOL

Nachzulesen bei SPON selbst:
http://www.zeit.de/1994/24/botschafter-der-vergangenheit

Ansonsten gilt auch und gerade für die Beamten des AA: wer einen derart sicheren Beamtenstatus geniesst, sollte zumindest etwas Demut zeigen. Ganz so wie die hervorragenden Beamten im alten Preußen - es galt als ein Privileg, und wurde m.E. genau deshalb mit eher geringerem Einkommen vergolten ....

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appgeordneter 16.07.2017, 21:36
69. Unsere Diplomaten

Ich empfinde die hier geführte Neiddebatte als störend. Warum sind die Kritiker nicht selbst Diplomat geworden ?
Im übrigen: Seit den Prozessen um und mit Middelhoff wissen wir doch, dass man - jedenfalls in herausgehobener Position - mindestens 35.000 €/Monat (vermutlich Netto) braucht, um ein einigermassen anständiges Leben führen zu können. Dagegen sind die hier genannten Einkommen der Diplomaten "peanuts".

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