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Azubis: Firmen beklagen schwierige Bewerbersuche
DPA

Die große Mehrheit der Unternehmen bietet Ausbildungsstellen an. Doch auch in diesem Jahr hatten vor allem kleinere Betriebe Probleme, passende Bewerber zu finden.

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captain_kirk 09.11.2015, 08:41
1. Naja

Das sind die Ausbildungsbetriebe meiner Meinung nach auch selber Schuld. Mittlerweile ist es doch so, dass man für eine Ausbildung als KfZ-Mechatroniker oder Koch ein Abiturzeugnis erwartet, da der potenzielle Azubi ja mit programmierbaren Geräten umgehen muss. Wenn man sich von solch blödsinnigen Einstiegshürden einmal löst, dann klappt es auch mit der Kandidatenkür.

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bansky 09.11.2015, 08:46
2. Problem auch in den Unternehmen

Vor allem im Einzelhandel und bei KMUs habe ich, der viel dort unterwegs ist, allerdings auch festgestellt, dass die Unternehmen am liebsten Azubis einstellen, die praktisch nicht ausgebildet werden müssen. Volle Arbeitskraft, ab der ersten Woche voll einsetzbar und günstig. Das sind dann gerne Studienabbrecher o.ä. - wer sich da mit einem mittleren Abschluss bewirbt, kommt gar nicht erst in die nächste Runde. Zu viel Aufwand. Das ist ein Unding.

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Diskutierender 09.11.2015, 08:55
3. Immer wieder die gleiche Leier

Liebe Unternehmer!

Nervt es nicht langsam, tagein, tagaus immer wieder die gleiche Leier zu hören, nur weil Ihr die Grundgesetze der Marktwirtschaft, insbesondere das Gesetz von Angebot und Nachfrage, nicht akzeptiert.

Die Zeiten, in denen ein Bewerber über jedes Stöckchen springen musste, dass Ihr im hingehalten habt, sind zum Glück vorbei.

Da wäre es einfach mal an der Zeit, auch wirklich Lehrberufe mit guter Bezahlung, guten Arbeitsbedingungen und guten Arbeitszeiten anzubieten. Was soll das Gejammer z.B. der Gastronomie oder des Bäckerhandwerks, wenn die Kombination aus schlechter Bezahlung und schlechten Arbeitsbedingungen auftritt. Da ist es doch ganz natürlich, dass solche Berufe gemieden werden. Also verbessert hier das Angebot, dann klappt es auch mit den Fachkräften.

Und was kleine Betriebe angeht, so sind die Jugendlichen offenbar nicht so blöd wie Ihr denkt. Auch die jungen Menschen kapieren, dass die Arbeitsbedingungen in Kleinbetrieben definitiv schlechter sind (z.B. Kündigungsschutz).

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mantrid 09.11.2015, 08:59
4. Es wird eng

Vorbei die schönen Zeiten, in denen pflegeleichte Azubis quasi nebenbei die Ausbildung absolvierten. Es sind nun einmal nur die Bewerber da, die da sind. Da man das nicht ändern kann, muss sich die Ausbildung ändern, wenn man den Nachwuchs sichern will. Früher haben Meister oder Alt-Geselle mit den Stiften gepaukt und es hat funktioniert.

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Diskutierender 09.11.2015, 09:13
5. Logisch

Zitat von bansky
Vor allem im Einzelhandel und bei KMUs habe ich, der viel dort unterwegs ist, allerdings auch festgestellt, dass die Unternehmen am liebsten Azubis einstellen, die praktisch nicht ausgebildet werden müssen. Volle Arbeitskraft, ab der ersten Woche voll einsetzbar und günstig. Das sind dann gerne Studienabbrecher o.ä. - wer sich da mit einem mittleren Abschluss bewirbt, kommt gar nicht erst in die nächste Runde. Zu viel Aufwand. Das ist ein Unding.
Wie sich zeigt, sind gerade die Unternehmen, die immer wieder von Bewerbern Flexibilität einfordern, besonders wählerisch und unflexibel bei der Personalauswahl. Dies betrifft nicht nur Azubis, sondern auch Hochqualifizierte Menschen.

Was meinen Sie, wie sehr mich das Thema Fachkräftemangel anwidert, nachdem ich 2009/10 selbst als promovierter Physiker fast 1 Jahr lang arbeitslos war, und mir in Deutschland niemand eine Stelle gab, obwohl ich Industrieerfahrung hatte und sehr weitgefächert einzusetzen war.

Am Ende gab es für mich zwar ein Happy End, da ich heute mein Gehalt in harter Währung bezahlt bekomme (in dem Land mit dem dicken Pluszeichen in der Flagge). aber gerade auf Grund der Tatsache, dass ich ins Ausland gehen musste (auch wenn es mir heute dort gut gefällt), halte ich das Gejammer vom Fachkräftemangel (weshalb ich Deutschland inzwischen sogar als Bananenrepublik bezeichne) für eine der grössten Unverschämtheiten, die ich jemals erlebt habe.

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andneu 09.11.2015, 09:14
6. Dann muss man die Ausbildung ....

.... attraktiver gestalten. Z.B. deutlich höhere Ausbildungsgehälter. Ansonsten wird Arbeitnehmern von der Wirtschaft doch auch immer das Prinzip von Nachfrage und Angebot gepredigt.

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w.diverso 09.11.2015, 09:23
7.

Irgendwie erinnert mich die Probleme der Firmen mit den Azubis, an das Gerede vom Fachkräftemangel. Scheinbar haben die in manchen Firmen noch nicht begriffen, dass die freie Marktwirtschaft auch für Firmen gilt die Arbeitskräfte suchen. Wenn die Arbeitsbedingungen inklusive Bezahlung entsprechend sind, werden sich auch Interessenten dafür finden. Leider sind auch die Jungen nicht mehr bereit, alles zu akzeptieren nur um einen Job zu haben. Auch sie vergleichen und nehmen das für sie günstigere Angebot.

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sebastian.teichert 09.11.2015, 09:30
8. Wo ist der Ansporn?

Der Großteil der Berufe werden zu Azubizeiten richtig mies bezahlt und danach wird es auch nicht besser. Dazu kommen Schichtarbeitszeiten etc. Und wofür? Ich hab Eine Ausbildung in einem der von mir genannten Berufe (Fachkraft für Lagerlogistik) gemacht. Es war die HÖLLE! Und zum Dank bekommst du vllt mal Rente grad über existenzminimum.
Aber ein gutes hatte es. Ich bin wach geworden, hab mein abi im Ausland nachgeholt und kann jetzt studieren. :)

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marthaimschnee 09.11.2015, 09:31
9.

Die meisten Unternehmen haben das gleiche Problem, wie beim Fachkräftemangel, ihre Anforderungen sind einfach völlig überzogen und sie sind nicht bereit, in Mitarbeiter zu investieren. Es wird immer nur noch der fertige Profi gesucht, und möglichst billig natürlich, wir müssen ja wettbewerbsfähig bleiben. Die deutsche Wirtschaft ist einfach nur noch ein dekadenter Haufen von Jammerlappen, denen von ihren politischen Schergen das Leben auch noch zum Schlaraffenland gemacht wird! Wohlgemerkt, das gilt vor allem für größere Mittelständler und Konzerne. Die kleinen Unternehmen haben vielfach echte Probleme, ganz einfach weil die politischen Bestrebungen den Binnenmarkt für überflüssig halten und in ihrem exportgetribenen Wettbewerbswahn deren Kundschaft vernichten.

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