Forum: Karriere
Azubis: Firmen beklagen schwierige Bewerbersuche
DPA

Die große Mehrheit der Unternehmen bietet Ausbildungsstellen an. Doch auch in diesem Jahr hatten vor allem kleinere Betriebe Probleme, passende Bewerber zu finden.

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SasX 09.11.2015, 17:06
70.

Zitat von professorA
Dass ein Großteil der heutigen Abiturienten kaum noch das Wissensniveau von Hauptschülern der 1970er Jahre mitbringen, ist an den Hochschulen längst tägliche Erfahrung.
Echt? Hauptschüler haben also in Mathe heutzutage Differential- und Integralrechnung oder Vektorrechnung, wissen über die Metriken von Gedichten ebenso Bescheid wie sie die notwendigen Kenntnisse für Berechnungen von Schwingungen und Wellen in Physik haben und wissen, in Geschichte mit Primär- und Sekundärquellen umzugehen und können in Deutsch Argumentum ad misericordiam, ad baculum oder normative Argumente richtig einschätzen?

Ehrlich, das war mir nicht bewußt, dass der Lehrplan so erweitert wurde. Fände ich aber prima, wenn es gut und erfolgreich umgesetzt ist (der Faktor ist imho eher die geringere Zeit).

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SasX 09.11.2015, 17:09
71.

Zitat von blackfear
Was mir vorallem auffällt, ist dass es schon recht schwer geworden ist einen geeigneten Kandidaten zu finden. Damit meine ich nicht jemanden, das schon alles kann sondern jemanden, in dem man die Anlagen sieht. Es fehlt vorallem an den Grundkenntnissen und an den Softskills(Teamfähigkeit, Selbstdisziplin etc.). [...]Aber auch das Verhalten im Gespräch lässt bei vielen wirklich zu wünschen übrig. Waren wir auch so oder ist es nur der Verschleierte Blick??
Ich denke, wir waren keineswegs besser. Die Leute sind oft mitten in der Pubertät oder gerade raus. Und die Generationen beschweren sich seit tausenden von Jahren über die schlimme Jugend.

Warum sollten ausgerechnet wir anders gewesen sein. Ich glaube eher, unser Gedächnis meint es sehr wohlwollend mit uns, wenn wir in die Vergangenheit blicken. :)

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SasX 09.11.2015, 17:17
72.

Zitat von markus_wienken
In welcher Schule haben Sie keinen Dreisatz gelernt, kann ich mir kaum vorstellen...? Und nein, er ist nicht nur für lebensferne Textaufgaben notwendig, ich habe ihn früher immer genutzt um Preise bei verschiedenen Produkten, die in unterschiedlichen Packungsgrößen in den Regalen standen zu vergleichen, OK das ist heute nicht mehr notwendig.
Das war auch früher nicht notwendig. Jeder Siebtklässler weiss, ob Werte zueinander proportional oder antiproportional sind (hier proportional) und kann das in eine Gleichung der Art

x/Gewicht1 = Preis2/Gewicht2

bringen, nach x umstellen und dann sehen, ob x kleiner oder größer als Preis1 ist.

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gehtsnochbesser? 09.11.2015, 17:17
73. Schöne Ausbildungswelt,

ich kenne einige die in der "Küche" Ausbildung gemacht haben.. Aber ich habe keinen kennengelernt der während seiner Lehrzeit "nicht" geschlagen worden wäre.

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max-mustermann 09.11.2015, 18:46
74. nur Jammerlappen in der Wirtschaft

Zitat von wauz
"Wahr ist eine Theorie, die in der Praxis funktioniert!" Das, was Sie "Gesetz des Marktes" nennen, ist in Wahrheit nur eine Theorie...
Komisch all die Jahre als es einen Überschuss an Arbeitern gab und die Arbeitgeber deshalb die Löhne drücken konnten hat es doch super funktioniert. Nur jetzt wo das gleiche Gesetz auf einmal den Arbeitnehmern zu gute kommen würde soll es angeblich nicht mehr funktionieren, schon klar. Die alte Leier der Industrie und Arbeitgeberverbände, der freie Markt ist nur so lange gut wie er zum eigenen Vorteil ist, ansonsten wird gejammert, geheult (Fachkräftemangel!) und nach Subventionen/Eingriffen des Staates gerufen.

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MediTomSin 09.11.2015, 18:54
75. Blick in den Spiegel

Zitat von blackfear
Wenn ich hier so etwa 50 Bewerbungsmappen auf dem Tisch habe, muss ich schon im Vorfeld sehr stark selektieren und da fällt mir natürlich der Bewerber, der keien geraden Satz schreiben kann raus. Leider gibt es im Zeitalter der Rechtschreibkorrektur davon sehr viele. Aber auch das Verhalten im Gespräch lässt bei vielen wirklich zu wünschen übrig. Waren wir auch so oder ist es nur der Verschleierte Blick??
Vielleicht einfach noch einmal den kompletten eigenen Text lesen, dann die ganzen Rechtschreibfehler addieren (davon haben Sie so einige produziert!) und sich dann noch einmal überlegen, ob Sie sich selbst eine Chance geben würden als Personaler. Wohl eher nicht... insofern haben Sie wohl tatsächlich einen sehr verschleierten Blick.

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MediTomSin 09.11.2015, 19:08
76. Solange man alles schlecht redet

wie es in Deutschland üblich ist (s. Forum) und einer kompletten Gesellschaft einredet, dass Hauptschüler per se doof und unverlässlich sind (s. Forum), braucht man sich nicht wundern, dass Hauptschüler keine Ausbildungsstelle finden und Unternehmen oft nur noch Abiturienten für die simpelsten Jobs einstellen. So brauch man sich übrigens auch nicht über eine "verlorene Generation Hauptschüler" wundern mit allen Konsequenzen in der Zukunft

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wauz 09.11.2015, 20:25
77. Nö

Zitat von max-mustermann
Komisch all die Jahre als es einen Überschuss an Arbeitern gab und die Arbeitgeber deshalb die Löhne drücken konnten hat es doch super funktioniert. Nur jetzt wo das gleiche Gesetz auf einmal den Arbeitnehmern zu gute kommen würde soll es angeblich nicht mehr funktionieren, schon klar. Die alte Leier der Industrie und Arbeitgeberverbände, der freie Markt ist nur so lange gut wie er zum eigenen Vorteil ist, ansonsten wird gejammert, geheult (Fachkräftemangel!) und nach Subventionen/Eingriffen des Staates gerufen.
Allgemein: Es gibt halt noch Leute, die genau wissen, was "Klasseninteresse" bedeutet: So Leute wie der Herr Ackermann oder andere Erdnussschnipser der Art. Die sorgen auch dafür, dass nach diesen Interessen gahendelt wird

Speziell: Klar doch, eine Firma kauft Arbeitskraft zum niedrigsten Preis, wenn sie kann. Das hat übrigens ja auch einen Teil der Probleme verursacht. Nach dem 3. Oktober 1990 musste man keinen Bäcker mehr zum Bandarbeiter machen. da hatte man dann ausgebildete Leute, denn die DDR hat immer "über Bedarf" ausgebildet, nach kapitalistischen Maßstäben. Mit Regiearbeit und Leihfirmen hat man dann die Leute zu Niedriglöhnen als Helfer beschäftigt und so dafür gesorgt, dass die Qualifikation flöten ging.
Man merkt das heute: da gibt es eine ganze Menge, die haben einen Facharbeiterbrief oder dergleichen, der aber faktisch nichts mehr wert ist, weil sie zu lange von der Entwicklung abgeschnitten waren. Derzeit gehen auch viele dieser Leute in Frührente (heißt heute EU-Rente). Bloß: kaputtgespielt ist kaputtgespielt, die holt keiner mehr zurück in die Halle...

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b5200 09.11.2015, 21:11
78. weiss gar nicht wo ich anfangen soll...

... so pauschal und mit so grossen Löchern kommt der Artikel daher. Vor nunmehr 30 Jahren habe ich studiert. Seit der Zeit, und da hat es in D und Europa schon einige Krisen gegeben, wird die gleiche Sau durch's Dorf getrieben: Fachkräftemangel. Aller Orten. Der Textbaustein 'händeringed suchen' wird dann öfter mit verbaut.

Es wäre schon interessant zu wissen, welche Branchen sich hinter den 39% der Unternehmen verstecken, die keine Azubis finden. Wahrscheinlich die üblichen Verdächtigen: Pflege, Gastronomie, Kleinunternehmen. Sprich, wo die Gehälter mies, die Arbeit ebenso und die Aussichten nicht so rosig sind.
Das ist so und wird immer so sein. Anscheinend ist in der Tat in den Unternehmen die bekannte Beziehung zwischen Angebot und Nachfrage noch nicht angekommen. Aber auch Ignoranz schützt vor der Tatsache nicht, dass auch Azubis dazu neigen sich dort zu bewerben, wo Gehalt und Ausbildung am attraktivsten sind.

Mal abgesehen davon, dass auch gut ausgebildete Leute ab ca. 50 so gut wie keine Chancen haben. Klingt nicht nach Mangel. Es wird also, wie gehabt, auf hohem Niveau gejammert.

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wauz 09.11.2015, 21:34
79. Zu einfach gedacht

Zitat von b5200
(...) Mal abgesehen davon, dass auch gut ausgebildete Leute ab ca. 50 so gut wie keine Chancen haben. Klingt nicht nach Mangel. Es wird also, wie gehabt, auf hohem Niveau gejammert.
Es ist ein voreiliger Schluss, aus der Tatsache, dass über 50-jährige zu Dauerarbeitslosen werden können, abzuleiten, das hinge allein mit ihrem Alter zusammen.
Die Wahrscheinlichkeit, gekündigt zu werden, ist für einen 50+ weitaus geringer, als für einen U30. Fünfzigjährige mit guter Ausbildung und Erfahrung bleiben in der Regel in dem Betrieb, in dem sie sich etabliert haben. Es gibt natürlich Pechvögel, die arbeitslos werden, weil der Betrieb schließt. Da stellt sich dann aber die Frage: haben sie nicht rechtzeitig gehen können?
Wenn eine Firma zugeklappt wird, sind die wirklich guten Leute schon weg. Die haben nämlich auch Ü50 meist keine Probleme bei der Jobsuche.
Oft werden auch Ältere aus anderen Gründen gekündigt. So manche Umstrukturierung in Firmen ist nur vorgeschoben, um Leute, die man nicht als Leistungsträger sieht, loszuwerden.
Unter diesen Leuten finden sich immer wieder auch Leute, die einen neuen Job finden. Vielleicht zu weniger attraktiven Konditionen.
Übrig bleiben die, die eben keiner haben will. Und da sagt meist kein Personaler die Wahrheit. Weil das rechtliche Folgen haben kann.
Ich habe mich einige Zeit in einem Verein engagiert, der sich gerade diesen Leuten helfen wollte. Meine Erfahrung war die: die meisten sind psychisch so beeinträchtigt, dass da nichts mehr geht.

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