Forum: Karriere
Bedröhnt im Job: Sie machen blau
Corbis

Feiert die Kollegin nur gern, oder hat sie ein Alkoholproblem? Wenn Mitarbeiter mit Fahne zur Arbeit kommen oder sich mit Medikamenten dopen, wird's brenzlig. Es ist die Pflicht von Unternehmen zu helfen - und Kündigungen sind keine Hilfe.

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jasonreed 19.11.2012, 13:41
1. Aus der Rubrik

"Statt Amphetamine einzunehmen, um wach zu sein, könnte man einfach mehr schlafen" sagt die "Fachfrau". Super. Vielleicht auch: "Statt dick zu sein, einfach weniger essen".

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level 19.11.2012, 16:45
2.

"Wenn Sie das sehen, bitte Hilfe holen - beim betrieblichen Suchtkrankenhelfer" - klaro, ham' wir in jeder Firma drei Stück von im Schrank ... mal ernst, warum sollte sich eine Firma um Suchtkrankheiten kümmern?

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BettyB. 19.11.2012, 17:35
3. Klingt gut, aber...

"Keine Hilfe" klingt natürlich gut, aber das Unternehmen hilft sich durch den Verzicht auf die unter gegebenen Umständen nicht wirklich wertvolle Mitarbeit. Und wenn sie sie benötigte, würde sie auch nicht durch Kündigung reagieren. Aber "viele Unternehmen" setzen auf Suchtprävention - wahrscheinlich hauptsächlich die, die Ganztags- durch Teilzeitstellen ersetzen, oder?

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quark@mailinator.com 19.11.2012, 17:36
4. Wo steht das ?

Zitat von sysop
... Es ist die Pflicht von Unternehmen zu helfen ...
Weil Sie das sagen ? Natürlich haben Unternehmen ein Interesse an einem guten Betriebsklima und daran, wichtige Mitarbeiter zu halten. Aber eine Verpflichtung, bei medizinischen oder seelischen Problemen zu helfen existiert soerit ich weiß nicht - abgesehen von den moralischen Werten unserer Gesellschaft, welche aber durch den neumodischen Individualismus/Egoismus immer mehr abgelöst zu werden scheinen (siehe Thema Familie).

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henrywotton 19.11.2012, 22:29
5. oweia

"Statt Amphetamine einzunehmen, um wach zu sein, könnte man einfach mehr schlafen" ... mit was für Wahnsinnsweisheiten man nicht alles Fachfrau wird. Im Übrigen wird hier die Realität der Arbeitswelt arg unterschätzt. Nur wach und normal leistungsfähig zu sein, reicht in vielen Branchen längst nicht mehr. Da gibt es 10-monatige Probezeiten ohne einen Tag Urlaub, und es wird 120% Leistung erwartet, Überstunden natürlich inklusive. (Exakt so erlebt als Werbetexter in einem Softwareunternehmen.) Achja, und die Dumpfbacken merken es nichtmals, wenn Sie dafür seit 7 Uhr morgens zugekokst und außerdem auf Ritalin sind. Im Gegenteil: Dann hagelt es nach Dauergenörgel plötzlich Lob für die "lustigen" Ideen und das "Gas geben" noch während der unbezahlten Nachtschichten. — Da kann man sich nur überlegen: Dableiben und nach 5 Jahren sterben, oder kündigen, aber clean, arm und gesund sein.

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chb_74 20.11.2012, 08:20
6. Suchthelfer

Zitat von level
"Wenn Sie das sehen, bitte Hilfe holen - beim betrieblichen Suchtkrankenhelfer" - klaro, ham' wir in jeder Firma drei Stück von im Schrank ... mal ernst, warum sollte sich eine Firma um Suchtkrankheiten kümmern?
Freiwillige Suchthelfer sind in auch nur halbwegs gescheit geführten Unternehmen genauso normal wie Ersthelfer, Sicherheitsbeauftragte, etc. pp. Nur weil ihr Arbeitgeber in dem Punkt rückständig ist, heisst das ja nicht, dass das nicht anderswo ganz normal ist.

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Celegorm 20.11.2012, 09:11
7.

Zitat von jasonreed
"Statt Amphetamine einzunehmen, um wach zu sein, könnte man einfach mehr schlafen" sagt die "Fachfrau". Super. Vielleicht auch: "Statt dick zu sein, einfach weniger essen".
Beides ist weniger blöd als es vielleicht klingen mag. Denn das sind ja effektiv die kausalen Ursachen und dass es "nicht anders geht" eigentlich nur eine Ausrede. Es mag ja sein, dass hinter Schlafmangel oder Übergewicht oft auch übermässige Belastungen, psychische oder sonstige gesundheitliche Probleme, etc. stehen, aber wenn man sich dem einfach so ergibt, dann kommt man nie aus dem Teufelskreis heraus. Einfach nur mehr schlafen, weniger essen zu wollen, kann darum durchaus ein Schritt sein.

Das Problem, gerade beim Schlaf, ist halt, dass viele diesen effektiv geringschätzen. Gerade in Führungskreisen sind viele ja geradezu stolz darauf, wenn sie mit so wenig Schlaf wie möglich auskommen und nach dem 12h-Tag noch locker ein Geschäftstrinken hinlegen. Und die Mentalität ist halt fatal, zumal sie der Leistung mittelfristig sicher nicht förderlich ist.

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unaufgeregter 21.11.2012, 17:36
8. Job ist Auslöser

Zitat von sysop
Feiert die Kollegin nur gern, oder hat sie ein Alkoholproblem? Wenn Mitarbeiter mit Fahne zur Arbeit kommen oder sich mit Medikamenten dopen, wird's brenzlig. Es ist die Pflicht von Unternehmen zu helfen - und Kündigungen sind keine Hilfe.
Es gibt auch Mitarbeiter, die aus lauter Frust trinken. Bei einem Krankenstand von 20 Tagen/Mitarbeiter im ersten Halbjahr 2012 sieht die Chefetage keinen Anlass zum Handeln.

Folge des hohen Krankenstandes ist, dass die verbliebenen Mitarbeiter den Job der Kranken übernehmen müssen. Das ist kein schönes Arbeiten mehr und es gibt viele hier, die einen Schluck im Schreibtisch haben.

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unaufgeregter 21.11.2012, 17:39
9. Auch gute Mitarbeiter brennen aus

Zitat von quark@mailinator.com
Weil Sie das sagen ? Natürlich haben Unternehmen ein Interesse an einem guten Betriebsklima und daran, wichtige Mitarbeiter zu halten. Aber eine Verpflichtung, bei medizinischen oder seelischen Problemen zu helfen existiert soerit ich weiß nicht - abgesehen von den moralischen Werten unserer Gesellschaft, welche aber durch den neumodischen Individualismus/Egoismus immer mehr abgelöst zu werden scheinen (siehe Thema Familie).
Nein, diese Pflicht hat der Arbeitgeber nicht. Wenn aber wie in meinem Fall offenkundig ist, dass die Leute nur noch mit Widerwillen zur Arbeit kommen, sollte er überlegen, ob irgendwas im Laden nicht stimmt.

Macht mein Arbeitgeber aber nicht. Er hat die Scheuklappen auf und die Krankenheiten holen sich die Mitarbeiter in der Freizeit. Ja, danke für das Gespräch.

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