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Beerdigung mit und ohne Religion: Runter kommen sie alle

In Berlin ist nicht nur das Diesseits multikulti: Ein buddhistischer Bestatter spricht mit Toten, eine Muslima bringt*Leichen innerhalb von 36 Stunden in die Türkei, ein Trauerredner überlegt sich nette Abschiedsworte für ungeliebte Verwandte. Ein Rundflug*durch die Berliner Begräbniskulturen.

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imagine 06.11.2011, 04:12
10. Schon wahr

Zitat von MaschinenbauStudent
Ein wichtiges Thema wurde vergessen: Warum nicht den Körper nach dem Tod noch für etwas sinnvolles verwenden? Damit meine ich Organspende. Damit kann man evtl. vielen anderen Menschen den Tod ersparen. Also: Füllt einen Organspendeausweiß aus. Jetzt!
Organspendeausweis habe ich längst, und ich habe mich nach einer Ganzkörperspende erkundigt.
Ich bin nicht gläubig, und daher völlig offen dafür was mit meinem Körper geschieht.
So dachte ich, mache was Sinnvolles aus meinem Abgang.
Aber die Ganzkörperspende ist wie alles in Deutschland unakzeptabel teuer für den Spender.
In diesem Land wird man sogar als Leiche noch seiner Rechte beraubt.

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neeanders 06.11.2011, 12:32
11. Nee

Zitat von Michael_Erbstadt
..Sie haben leider Recht! Der begriff "Konfessionslos" wird leider auch auf relgiöse Menschen angewendet, was meiner Ansicht nach definitiv falsch ist! Glaubt jemand an Allah, Gott, das Unsichtbare rosafarbene Einhorn, Jehovah, die Wiedergeburt oder das Fliegende Spaghettimonster, so hat er/sie eine Konfession, ein Bekenntnis. Konfessions ist aber nur jemand, der "Bekenntnis" hat, gemeinhin als bezeichnet.
Nein, Konfession hat mit Religiösität und Gottglauben nichts zu tun.
Unter Konfession wird gemeinhin die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft verstanden; Konfessionslose gehören also keiner Religionsgemeinschaft an, mehr ist damit nicht gesagt.
Atheisten sind zweifelsfrei Konfessionslose, aber nur ein relativ kleiner Teil der Konfessionslosen dürften umgekehrt auch Atheisten sein.
Und wo gibt es eigentlich noch die traditionellen Atheisten, die sich als schlichte Nichtgläubige verstehen?
Der moderne Atheismus ist längst zu einer Ersatzreligion mit unbedingtem Wahrheitsanspruch und missionarischem Eiferertum mutiert, auch wenn das die wenigsten Atheisten zugeben wollen.

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fuzzi-vom-dienst 06.11.2011, 13:09
12. Wir hams ja!

Es wäre nett, der Bericht hätte darauf hingewiesen, dass Überführungen zur Bestattung in der Türkei zumindest in der Vergangenheit von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden MUSSTEN!!!! MUSSTEN!

Kosten ca. 10.000 Toironen!

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Europas 06.11.2011, 17:38
13.

Zitat von neeanders
Und wo gibt es eigentlich noch die traditionellen Atheisten, die sich als schlichte Nichtgläubige verstehen? Der moderne Atheismus ist längst zu einer Ersatzreligion mit unbedingtem Wahrheitsanspruch und missionarischem Eiferertum mutiert
Das ist einfach nur Blödsinn.

Zitat von
auch wenn das die wenigsten Atheisten zugeben wollen.
Ah, da ist ja die Klausel, die jede Kritik an Ihren Äußerungen ausschließt bzw. automatisch zur Bestätigung Ihrer "These" macht.

Nö, dann lohnt es sich natürlich nicht, auf Ihre Äußerungen inhaltlich einzugehen.

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DJ Doena 06.11.2011, 18:18
14. Atheist / Agnostiker

Zitat von neeanders
Und wo gibt es eigentlich noch die traditionellen Atheisten, die sich als schlichte Nichtgläubige verstehen? Der moderne Atheismus ist längst zu einer Ersatzreligion mit unbedingtem Wahrheitsanspruch und missionarischem Eiferertum mutiert, auch wenn das die wenigsten Atheisten zugeben wollen.
Diese "traditionellen Atheisten" subsumiert man heutzutage unter dem Label "Agnostiker". Die meisten, die sich - danach gefragt, denn ihnen ist das nicht wichtig genug, es ständig herauszuposaunen - heute als "Atheist" bezeichen, meinen eigentlich, dass sie Agnostiker sind.

Ein Atheist ist davon überzeugt, dass es Gott definitiv nicht gibt. Er/Sie ist A-Theist.

Einem Agnostiker geht die ganze Sache relativ an der hinteren Peripherie vorbei.

Ich persönlich bin apathischer Agnostiker.

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Leifur_Eiriksson 06.11.2011, 18:45
15. Wie kommt man nur darauf?

Zitat von fuzzi-vom-dienst
Es wäre nett, der Bericht hätte darauf hingewiesen, dass Überführungen zur Bestattung in der Türkei zumindest in der Vergangenheit von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden MUSSTEN!!!! MUSSTEN! Kosten ca. 10.000 Toironen!
Die Krankenkassen übernehmen seit 2003 gar keine Kosten mehr für Bestattungen, das Sterbegeld ist abgeschafft. Dann entfällt auch gleich der Grund für diese Aufregung....

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Bärchen09 06.11.2011, 19:14
16. Danke

Zitat von because
Das ist ja alles ganz interessant. Aber dass den christlichen Trauerfeiern keine Aufmerksamkeit mehr beigemessen wird, zeugt doch von einem etwas verengten Blick. Außerdem ist "konfessionslos" nicht eigentlich eine Konfession. Unter den "Konfessionslosen" gibt es sicher eine Menge Menschen mit einem Bekenntnis. Die wenigsten bekennenden Muslime sind Mitglied einer Gemeinde, Freikirchlicher sind unter den "Konfessionslosen", und auch Angehörige manch einer Migranten-Gemeinde, die keinen Status öffentlichen Rechtes in Anspruch nimmt.
Danke für Ihre Worte. Menschen sind oft so oberflächlich geworden. Natürlich sollte eine Beerdigung auch keine Heuchelei sein. Jeder sollte am besten schon zu Lebzeiten festlegen, wie und was er sich zu seiner Beerdigung wünscht. Da kann man nämlich das "blaue Wunder" erleben, wenn Angehörige kaum Kontakt hatten und darum keinen Schimmer, was dem Verstorbenen gefallen würde. Die Ansprachen sind allerdings für die Hinterbliebenen. Darum ist jede Kritik am Verstorbenen nicht in Ordnung. Er kann sich ja nicht mehr wehren. Und er hört auch nichts mehr. Ich habe es erlebt, dass völlig ungläubige Menschen zutiefst über die Ansprache eines Pfarrers/einer Pfarrerin berührt waren. Wer da spricht, sollte sich allerdings viel Mühe geben. Wiederholungen von anderen Beerdigungen können super peinlich sein. Wenn ein Anwesender das schon mal vor kurzem auf einer anderen Beerdigung gehört hat.

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puter73 06.11.2011, 19:17
17. Egal...

Jeder sollte nach seiner Facon bestimmen können/dürfen, wie er/sie bestattet werden will. Das ist in einer säkularen Gesellschaft, die gemäß Grundgesetz Religionsfreiheit garantiert, selbstverständlich.

Was mir persönlich nicht gefällt, ist die übertriebene, oft auch scheinheilige Beweihräucherung, das aufgeblasene Getue und die bombastische Art der Bestattung, die sich besonders bei sog. Promis, Politikern, Wirtschaftsbossen usw. darstellt.

Wenn ich z.B an das schwülstige Begräbnis u. die hysterische öffentliche Trauer der so bewunderten Lady Di (was hat sie eigentlich geleistet?) denke, bin ich ziemlich fassungslos.

Es gibt ja auch Menschen, die sich leider für so wichtg halten, dass sie ihren Abgang bis ins Detail planen, in dem sie festlegen, wer, was über ihre grandiose irdische Existenz, ihre Leistungen, menschliche Qualitäten, Wohltaten usw. am Grab sagen, welche frommen Lieder gesungen u. welche Psalmen, Bibeltexte gelesen werden sollen. Da würde etwas mehr Bescheidenheit besser sein.

Wenn wir bedenken, dass unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, denen wir gerade dabei sind, den Garaus zu machen, über 98% die gleichen Gene wie wir haben, sollten wir uns über unseren Abgang weniger Gedanken machen. Es ist völlig egal, wie wir kleinen unbedeutenden, armseligen Wesen (Krone der Schöpfung??) dahinscheiden u. wo/wie wir bestattet/verscharrt/verbrannt werden. Nichts bleibt von uns.

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reuanmuc 06.11.2011, 19:26
18.

Zitat von Bärchen09
Jeder sollte am besten schon zu Lebzeiten festlegen, wie und was er sich zu seiner Beerdigung wünscht. Da kann man nämlich das "blaue Wunder" erleben, wenn Angehörige kaum Kontakt hatten und darum keinen Schimmer, was dem Verstorbenen gefallen würde.
Das stimmt; also ich werde meine Leiche der Universität schenken. Ich stelle mir schon jetzt die jungen, hübschen Studentinnen vor, die sich um meinen Körper versammeln und um den besten Platz streiten:-)

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Michael_Erbstadt 06.11.2011, 23:12
19. Konfessionslos

Zitat von neeanders
Nein, Konfession hat mit Religiösität und Gottglauben nichts zu tun. Unter Konfession wird gemeinhin die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft verstanden; Konfessionslose gehören also keiner Religionsgemeinschaft an, mehr ist damit nicht gesagt.
Na, das ist ein wenig verschwurbelt, wenn man in ersten Satz behauptet, Konfession hätte nichts mit Gottgläubigkeit oder Religion zu tun und im zweiten Konfession als die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft definiert.

In jedem Fall haben die Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters eine Konfession und sind somit nicht "konfessionslos".

Zitat von neeanders
Atheisten sind zweifelsfrei Konfessionslose, aber nur ein relativ kleiner Teil der Konfessionslosen dürften umgekehrt auch Atheisten sein.
Das ist meinem Beitrag deutlich zu entnehmen!

Zitat von neeanders
Und wo gibt es eigentlich noch die traditionellen Atheisten, die sich als schlichte Nichtgläubige verstehen? Der moderne Atheismus ist längst zu einer Ersatzreligion mit unbedingtem Wahrheitsanspruch und missionarischem Eiferertum mutiert, auch wenn das die wenigsten Atheisten zugeben wollen.
Die "Traditionellen Atheisten"? Die hat es nie gegeben. Das wären "Wurschtmenschen". Jeder Atheist war immer ein Antitheist! Wie sonst sollte man dem Religionsdruck (kein "e" in den letzten 5 Buchstaben) sonst widerstehen

Jeder darf und sollte glauben was er mag. Nur sollte man sich dabei auf sich selbst beschränken und nicht versuchen seine Psychosen auf die gesamte Gesellschaft auszudehnen.

- Beten Sie 16x am Tag
- Essen Sie nur noch "reine" Dinge
- Ziehen sie in der Öffentlichkeit ein Nudelsieb über den Kopf

Aber lassen sie mich damit in Ruhe, und ihre Frau einen Minirock anziehen!

Liebe Grüße,
Michael Erbstadt

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