Forum: Karriere
Befristete Verträge: Nächsten Monat bin ich weg
Corbis

Der Trend geht zum Lebensabschnittsjob. Stellen mit Verfallsdatum sind der Normalfall - junge Akademiker müssen sich von einem Zeitvertrag zum nächsten hangeln. Mit schlechtem Beispiel voran geht ausgerechnet der Staat als Arbeitgeber.

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siviha 09.09.2013, 14:59
120. kein Grund zur Sorge..

.. ist doch toll, wenn man sich dauernd verändern darf. Nachdem ich einen langfristigen, unbefristeten Job aus betrieblichen Gründen verlor, schlage ich mich jetzt seit 2009 mit befristeten durch. Und egal,w ie man sich ins Zeug legt, ne verlängerung gibt es nie, meistens eher Kündigung während Prrobezeit, Stichwort "Abdeckung von Personalspitzen" auf´s feinste.
U/nd- ja,e s fruistet. Man kann nie mal längerfristig planen, mit Pech ist man schon wieder beim nächsten AG, ist wieder in Probezeit, hat wieder Urlaubssperre. Krank erlaubt man sich bloss nicht, auch mit Kopf unterm Arm kann man noch Arbeiten!

Und dann noch die Intelligenzler, die einem erklären, dann ist man eben doch nicht engagiert genug, nicht qualifiziert genug blablabla.
Und das geht nicht nur mir, das geht sehr vielen leuten quer durch alle Sparten so. Die erste und bslang einzige, die ich kenne, die jetzt grad in eine Stelle gewechselt hat, die unbefristet ist,w enn sie besteht.. istn eine Erzieherin. Und um die kloppt man sich ja grad, aber selbst da ist es ein goldenes Lotterielos.

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jpsjever 09.09.2013, 15:13
121. Erst jetzt mussten wieder zwei gehen

Zwei Arbeitskräfte aus der öffentlichen Verwaltung, die einen richtig guten Job gemacht haben, top eingearbeitet waren und die gerne hier waren. Und die geblieben wären, wenn man sie gelassen hätte. So sind hier als zwei neue, die erstmal 1 Jahr eingearbeitet werden müssen - und deren Vertrag läuft dann auch schon bald wieder aus.
So geht das hier ständig - die Kosten für das immer neue Einarbeiten sind immens - aber der Bundesrechnungshof schweigt. Natürlich kann man das auch mal volkswirtschaftlich betrachten: wer immer nur befristet beschäftigt ist, gründet keine Familie, baut kein Haus, hält sich mit Investitionen zurück. Diese Politik geht auf den dicken Kohl zurück - und solange läuft das schon schief. Es wird Zeit, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Befristungen nur noch mit speziellem Grund abgeschlossen werden dürfen - erst dann wird sich etwas ändern.

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pojarkow 09.09.2013, 15:51
122. Der Staat ist das Problem

Der öffentliche Dienst dürfte das größte Problem überhaupt sein. Der Staat hat sich nämlich ein eigenes Gesetz gemacht, für ihn gelten die maximal 2 Jahre sachgrundlose Befristung nicht. Im öffentlichen Dienst, wenn der Job von Haushaltsmitteln, also den Launen der Politik, abhängt,kann uferlos befristet werden. Eine Entscheidung des EuGH, ob das überhaupt mit EU-Recht konform geht, wusste die Politik bislang auch zu verhindern. Einer klagenden Justizangestellten, die viele Jahre von Befrsitung zu Befrsitung gereicht worden war und am Ende keine Verlängerung erhalten hatte, bekam dann -- oh Wunder -- plötzlich eine Festanstellung. Kurz bevor der EuGH über ihre bereits durch alle Instanzen getriebene Klage entscheiden konnte.

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runner_77 09.09.2013, 17:00
123. Schlecht verhandelt

Das Problem mit der Befristung mag eines in Sozialberufen, beim Staat oder in der Produktion sein. Aber es ist nicht wirklich eines für qualifizierte BWLer wie Silke. Jedes Großunternehmen, leider meist in Großstädten ansässig, hält massenweise unbefristete Arbeitsverträge derzeit bereit.

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lindenbast 09.09.2013, 19:40
124.

Zitat von 5mark
Punkt 1 Ich gebe gern zu das befristete Verträge uns deutsche gern davon abhalten Kinder zu bekommen. Aber das liegt an unserer Einstellung.
Dann schauen sie doch mal in andere Threads, was da über Leute gesagt wird, die trotz unsicherer beruflicher Perspektive Kinder in die Welt setzen.

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osis1980 09.09.2013, 20:14
125. optional

Echt? Massenhaft unbefristete Verträge? Aber nicht für akademische Quereinsteiger... So groß kann die Not nicht sein... ;-)

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Manuell Fürst 09.09.2013, 21:40
126. Fehlerhafte Recherche

Liebes SPON-Team,
leider haben die Autoren des Artikels die wichtigsten Fakten übersehen. Die überwiegende Zahl der Akademiker im Öffentlichen Dienst sind Beamte. Ab dem gehobenen Dienst kann regulär von einem absolviertes Studium ausgegangen werden. Einstellungen im Angestelltenverhältnis bilden die Ausnahme. Akademiker im Angestelltenverhältnis werden gewonnen, wenn spezifisches Fachwissen benötigt wird. Wenn dieses nur temporär beispielsweise im Rahmen eines Projektes geforder wird, stellt der Staat selbstverständlich nur temporär ein. Unter Berücksichtigung der verbeamteten Akademiker sieht die Quote ganz anders aus und die gezogenen Schlüsse sind sachlich falsch.

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eiscrack82 10.09.2013, 01:51
127. Warum nur Akademiker?

Es betrifft doch jede Berufsgruppe! Ich wollte lieber arbeiten als mich jahrelang hinter die Schulbank zu klemmen! Bin gelernter HoFa. Der Mindestlohn sollte vordergründiger sein! Es kann nicht sein das ich in einem gut laufendem Unternehmen mit einem 1650,-€ Festvertrag (Brutto) meine Zukunft nicht sichern kann!!!! Jeder ist nun mal ersetzbar, aber der fängt dann wieder mit 1350,- an! Das kann es nicht sein!!!

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aurichter 10.09.2013, 06:06
128. Herzlich Willkommen

in der Realität. Wenn vor einigen Jahren eben auch diese Klientel noch süffisant über detartige Klagen von Ungelernten und Facharbeitern bzw Fachangestellten gelächelt hat, so sind eben mittlerweile ALLE abhängig Beschäftigten in diesem elitären Heer der temporär Gebrauchten aufgenommen worden von Mama Merkels Wählergruppe. Achso ich vergass, die Brüderle Sippschaft mit ihrer Eigenverantwortlichkeit gehört ja auch dazu. Warum eben nur "Unterpreviligierte" möglichst kostengünstig verwalten wenn es mit scheinbar höher gebildeten und besser verdienenden Studiosos auch ganz gut funktioniert. So ist das halt mit der Verwaltungsmasse, zumal der Staat noch kräftig hilft und den Antrieb und Druck durch ein ordentliches Paket an Schulden - schöne Grüsse an die Ex-Studienschmarotzer - den Arbeitgebern in die Karten spielt. Komisch, ja fast lachhaft diese Berichterstattung, nur wenn man selbst betroffen ist dann wird das Geschrei und Gejammer unerträglich. Und da wundert sich der deutsche Michel über Löcher in den Sozialkassen und im Gesundheitswesen. OMG sag ich da nur.

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ruhrly51 10.09.2013, 07:19
129. Zeitverträge und Leiharbeit

sind für mich, nur für Arbeitgeber gedacht. Bin jetzt 62 J., gelernter Elektriker und habe mich, seit 1994 fast nur mit Leiharbeit (heuern und feuern), lächerlicher Lohn,
so leidlich durchgebracht. Dazwischen, 2 befristete Festeinstellungen und 2x ist die Firma den Bach runter gegangen. Weiterbildung, erstklassige Arbeitszeugnisse (und auch Schule) haben mich auch nicht weiter gebracht.
Wovon hätte ich privat für die Rente vorsorgen sollen ???
Wie bekomme ich den Verdienst und die lange Beschäftigung,
um mir einen Kredit für ein neues Auto zu besorgen, damit die geforderte Flexibilität erfüllt werden kann ???
Mein Auto hat die zwanzig Jahre deutlich überschritten und steht kurz vor dem Exitus. Habe oft im Ausland gearbeitet und quer durch die Bundesrepublik und das bei Löhnen .....!
Flexibilität und ein normales Leben ... muß man sich auch leisten können. Firmenrente mit Firmenpleite verloren.
3 Standbeine für die Rente, wenn 2 Beine schon amputiert wurden ??? Meine Zukunft hatte ich mir anders vorgestellt !

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