Forum: Karriere
Beraterin für Schreibtisch-Ordnung: "Büchertürme und alte Kaffeetassen haben nichts m
Getty Images

Sie kümmert sich um das Chaos auf Schreibtischen: Bürocoach Christine Hoffmann zeigt Menschen, wie sie effizienter arbeiten - indem sie aufräumen.

Seite 1 von 5
dasfred 28.03.2019, 06:38
1. Räum dein Zimmer auf. Ja Mutti

Musste ich sofort dran denken. Aufräumen ist relativ. Jeder hat individuelle Einstellungen. Erst wenn man zum Schreibtischmessi wird, muss wirklich jemand eingreifen. Ich fühle mich unwohl in einem nackten Büro vor leerem Schreibtisch. Dafür habe ich aber selbst bei hunderten Dingen um mich herum noch den Überblick. Diese ganzen Berufsaufräumer die derzeit durch alle Medien geistern, gehen mir auf den Keks. Ein wohlfühl Umfeld ist für effektives Arbeiten wichtiger als dieser Minimalismus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
loepi 28.03.2019, 07:11
2. Jaja, immer die gleiche Leier...

Wer einen unordentlichen Schreibtisch hat, der hat auch unordentliche Gedanken. So oder so ähnlich heißt es doch. Was aber nicht stimmt. Ein jeder Mensch ist unterschiedlich und arbeitet nach einem anderen Motto. Man kann nicht alle in ein Schema pressen. Auch bei uns in der Firma haben wir solche Gleichmacher. Die schauen sich aber gar nicht an, wie jemand arbeitet oder was er leistet, sondern urteilen nur über den Arbeitsplatz. Das ich einer der Highperformer im Team bin und teilweise das dreifache an Arbeit erledige, die mein Kollege und Vertreter macht, wissen sie nicht. Aber nach Einschätzung des Arbeitsplatzes war ihnen wohl klar, dass ich nichts gebacken bekomme. Und der aufgeräumte Schreibtisch des Kollegen ließ sie nur zur Schlussfolgerung kommen, dass dort ein produktiver Mitarbeiter sitzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans-Dampf 28.03.2019, 07:14
3.

Es gibt "Beraterin für Schreibtisch-Ordnung"? Das ist ja fast so ein ominöses Geschäftsmodell wie "Farbberatung" oder "Feng-Shui-Beratung". Sei's drum, wer solche Services in Anspruch nimmt, muss wohl echt hilflos sein.
Als ich noch ausbildete, gab ich den Azubis an die Hand, den Schreibtisch stets aufgeräumt zu halten, vor der Mittagspause und vor Feierabend alles ordentlich reinigen und verstauen. Der Schreibtisch war in diesem Fall eine Werkbank, aber der Effekt ist derselbe: man hält seine unmittelbare Arbeitsumgebung ordentlich. Nicht umsonst hing über der Eingangstür "SOS - Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit". Und siehe da: die ehemaligen Azubis haben die Werkbank verlassen und haben nun einen Schreibtisch, der ebenso tip-top aufgeräumt ist.
Haben solche Chaoten, wie im Artikel beschrieben, keine Ausbildung absolviert oder ein kleines bisschen Selbstachtung?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
static_noise 28.03.2019, 07:36
4.

Entweder ist das Interview grausam geführt und verkürzt oder die Dame arbeitet noch a'la 80er Jahre (das ist 30+ Jahre her, eine Ewigkeit in Digitalisierung und Veränderung der Arbeitswelt)

Sehr interessant ist der Ausblick auf die implizite Darstellung der Arbeitswelt, welche die Dame im Kopf zu haben scheint.
Der/die Sachbearbeiter/in mit aktuellen Vorgängen auf dem Tisch (vermutlich Leitzordner, damit man auch noch Tacker und Locher benötigt) und eine Excel Liste ist der Gipfel der Digitalisierung für Task Management.
Das mitschwingen von Zucht und Ordnung (Chefs sehen das nicht gern, aufgeräumt weil gehört sich nicht...)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 28.03.2019, 07:37
5. Albert Einstein:

“Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?”

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spiegelleserin57 28.03.2019, 07:38
6. Witzig!

Mein Arbeitgeber würde lachen und sagen: bei einem aufgeräumten Schreibtisch wäre ich nicht ausgelastet.
Für solche Beratungen haben wir kein Geld! Eher würde sich neue Leute suchen. Das ist wohl eher die Realität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neustaedter 28.03.2019, 07:56
7. Die Welt wird digitaler

Alles richtig, aber die Welt wird digitaler und an die Stelle der Papierberge treten überfüllte E-Mailboxen. Und zur Unordnung auf den Schreibtischen kommt schon seit Jahren eine (oft wachsende) Unordnung in den Computern dazu. Das kommt in diesem Interview doch ein wenig zu kurz. Was ich hilfreich fände, wäre es, wenn auch diese Aspekte thematisiert würden. #sogehtbueroheute

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dr.joe.66 28.03.2019, 08:05
8. Sehr vernünftig!

So manche Berater verbreiten ja Humbug, aber die hier gegebenen Hinweise sind alle sehr vernünftig.
Ein aufgeräumter Schreibtisch ermöglicht einfach ein effizienteres Arbeiten. Der Schreibtisch wird abends leer geräumt, da in unserer Firma eine Clean-Desk Policy gilt. Außer der Stifte-Box, Telefon, Kalender (ohne Eintragungen!), Familienfoto, Bildschirm und Tastatur darf da nichts mehr sein. Chaotische Schreibtische sind so überhaupt nicht mehr möglich.
Die ToDo-Liste in Excel hilft mir, mich auf das zu konzentrieren was dran ist - auch diese Liste muss aufgeräumt sein, was für mich bedeutet, jeden Morgen zum Arbeitsbeginn die Prioritäten zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Die aktuellen Vorgänge und Papier-Unterlagen dazu sind in einer Mappe sortiert, ich verwende dafür eine Unterschriftenmappe. Diese wird wöchentlich entrümpelt und nach Wichtigkeit sortiert. Nicht mehr benötigte Unterlagen kommen auf den Abhefte-Stapel im Schrank. Einmal im Monat wird dann abgeheftet, wobei beim zweiten Anschauen dann 60% im Schredder landen und eben nicht im Schrank.
Apropos Schrank: Vor ein paar Jahren wurden unsere Schränke massiv reduziert. Jeder hat noch einen kleineren Schrank für alles. Alle haben gejault und gemeint, das sei nicht möglich, ich inbegriffen. Heute wissen wir alle, dass das überhaupt kein Problem ist. Ich musste damals zwei Drittel meiner gesammelten Schätze entsorgen. Ich habe nicht ein einziges Blatt davon jemals vermisst.
Also: Aufräumen hilft tatsächlich! Aber auch hier hat die Beraterin recht: Viele wollen sich nicht ändern, weil ihnen das zu anstrengend ist. Eigentlich schade, denn es ist total entspannend, morgens an einem aufgeräumten und gut sortierten Schreibtisch die Arbeit zu beginnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zweiblum66 28.03.2019, 08:09
9. Humbug...

immer alles in Ordnung zu halten und immer konzentriert geradeaus denken... das ist nicht der Tod von Kreativität, wohl aber das Gegenteil von queer denken und abwegigen Ideen. Effizienz und Effektivität eines Arbeitsplatz können sehr gegensätzliche Parameter sein - Natürlich kann man immer das Extrem wie im verwendeten Foto nehmen. Wie lässt die Dame ihrem Erfolg messen? Mehr Umsatz im Unternehmen oder mehr Akten pro Stunde? Sicherlich sollte kein totales Chaos herrschen - aber das Gegenteil ist auch nicht hilfreich - zumindest nicht wen man über den Tellerrand hinausschaut. Viel mehr sollten Unternehmen ihre Abläufe flexibel halten um so die verschiedenen Typen von Mitarbeitern zu kombinieren und die Stärken und das Knowhow der einzelnen MA voll auszuschöpfen - egal wie der Schreibtisch aussieht ;-).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5