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Berlin: Nur rund ein Drittel aller neuen Lehrer hat ein Lehramtsstudium absolviert
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Kampf gegen den Lehrermangel: Berlin setzt auf Quereinsteiger, Studenten und sogenannte Lehrkräfte ohne volle Lehrbefähigung. Nur 39 Prozent aller neu eingestellten Pädagogen haben ihren Beruf erlernt.

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powerbernd 16.08.2018, 14:00
1. Zwei Wochen Training

vor Schulbeginn ersetzen jetzt also ein langwieriges Studium und Referendariat. Während gleichzeitig die Anforderungen an Lehrkräfte durch Integration, Inklusion und gefühlt allgemeine Verdummung eigentlich immer höher werden. Wieder einmal eine sehr interessante Lösung, die nichtmal kurzfristig geschweige denn langfristig funktionieren wird. Bloß kein Geld in die Hand nehmen und für vernünftige Ausbildung sorgen. Das wird ja an anderer Stelle für Banken und Umverteilung benötigt.

Dieser ganze Mist wird uns in den nächsten Jahren/-zehnten noch so dermaßen um die Ohren fliegen, mir wird Angst und Bange.

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ice945 16.08.2018, 14:09
2. Wie werden in Berlin...

...denn Quer- und Seiteneinsteiger ausgebildet? Gar nicht? Zumindest liest es es so.
Ich bin selbst Quereinsteigerin ins Lehramt, aber in NRW heißt das, dass ich 24 (statt wie Refis 18) Monate Vorbereitungsdienst absolvieren muss, inklusive einer Prüfung in Pädagogik und mit mehr Unterrichtsbesuchen (klar, da längerer Ausbildungszeitraum). Am Ende muss ich wie jeder grundständige Referendar eine unterrichtspraktische Prüfung ablegen, sowie alle weiteren Gutachten auch einreichen, aus denen sich das 2. Staatsexamen ergibt.
Ich muss mehr Stunden unterrichten als Referendare und habe kaum Anspruch auf Ausbildungsunterricht. Allerdings ist hier vieles auch eine Frage dessen, wie die Schulen mit Quereinsteitern umgehen. Meine Schule hat mir für die zwei Jahre einen festen Ansprechpartner gegeben und ich erhalte mehr Ausbildugnsunterricht als ich müsste. Das Studienseminar ist zwar manchmal etwas durcheinandern, wenn es um Seiten- und Quereinsteiger geht, aber da an meinem Seminarstandort inzwischen ein Fünftel aller Anwärter Seiteneinsteiger sind, wird die Betreuung auch hier immer besser und routinierter. Insgesamt fühle ich mich ziemlich gut betreut und da meine Noten sind mit denen meiner Mitreferendare vergeichbar sind, mache ich mir wenig sorgen, dass ich bei meinen Schülern etwas kaputt mache.
Zwei (eigentlich fast unfaire) Vorteile haben wir dann doch gegenüber grundständigen Referendaren. Wir sind zwar während des Vorbereitungsdienstes nicht verbeamtet, verdienen aber fast doppelt so viel wie ein Referendar. Da wir nach bestandenem 2. Examen bei gegebenen Voraussetzung verbeamtet werden, entsteht uns hier ein finanzieller Vorteil. Zudem besetzten wir an unseren Schulen eine Planstelle, dass heißt bei bestandener Prüfung wird unser Vertrag automatisch entfristet und wir bleiben an unseren Schulen. Referendare müssen sich hingegen neu bewerben. Da das Ausbildungsende nicht mehr mit einem Halbjahres- oder Schuljahresende zusammenfällt, heißt das allerdings auch für viele, dass sie erst einmal 3 Monate überbrücken müssen. Da sie bis dahin verbeamtet waren und keine Sozialabgaben gezahlt haben, haben sie in dieser Zeit allerdings auch keinen Anspruch auch Sozialleistungen. Das ist eine echte Schweinerei!
Naja, grundlegend: Man kann ich in NRW über vieles beschweren, aber zumindest nicht über die Ausbildung von Seiten- und Quereinsteigern ins Lehrmant.

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Sonia 16.08.2018, 14:12
3. Mitgefühl mit allen Berliner Eltern

die es sich nicht leisten können, ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken. Diese Stadt wird immer schlimmer in Sachen Bildung, die Schulen voller Hilfslehrer, die maroden Schulen, die ausgestattet sind, wie Schulen vor 70 Jahren in China.

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Referendumm 16.08.2018, 14:14
4.

Immer wieder nimmt man erstaunt zur Kenntnis, wie Deutschland mit "links" seine Zukunft verspielt. Das hat schon Systematik, das ist kein Zufall.
Und der Letzte macht dann das Licht aus!

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7jahrepech 16.08.2018, 14:32
5. Halb so wild

Da es in effekthascherischen Artikeln wie diesen nicht drinsteht: Quereinsteiger durchlaufen dasselbe Referendariat wie alle anderen auch, nur haben sie eine erhöhte Stundenzahl. Die Lernkurve in den Fachseminaren ist für diese natürlich massiv steiler, da es für sie i.d.R. zuvor keine Berührungspunkte mit der Fachdidaktik gab. Trotzdem gibt es keinen Grund, warum am Ende bedeutend schlechtere Lehrer rauskommen sollten. Die Lehrerbildung in Berlin ist nämlich gut (habe sie selbst durchlaufen) und ein Pädagogikstudium (bin Abgänger vom Jahrgang 2015) ist heutzutage ein Umerziehungslehrgang, in dem Utopien die Ideale sind. Es hat nichts mit der Realität zu tun; man kann es sich m.E. sparen. Versuche immer noch, den ganzen Schmarrn zu vergessen. Denn mit meinem Berufsalltag hat er nichts zu tun.

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snafu-d 16.08.2018, 14:38
6.

Um den letzten/vorletzten Platz im Bildungsranking zu verteidigen reicht das doch.

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ichwillauchmal 16.08.2018, 14:39
7. Die meisten Quereinsteiger sind besser qualifiziert

als ihre "etablierten" Kollegen (von denen sie dann auch häufig gemobbt werden).

Die klassische Lehrerkarriere geht ja "Schule > Studium (Lehramt) > Schule"... während der Quereinsteiger oft die Laufbahn "Schule > Studium (Magister oder Diplom, oft sogar Promotion) > Praktikum > Berufserfahrung > Zusatzqualifikation zur Lehrkraft > Schule" hinter sich haben.

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Minette 16.08.2018, 14:45
8. Na bravo

vllt ist das garnicht schlecht. Möglicherweise sind die Quereinsteiger Pädagogen, denn an diesen fehlt es in D wahnsinnig. Lehrer sein, super, gutes Geld, nicht zuviel Arbeit, alles prima. Aber Pädagogik haben die allerwenigsten eine Idee. Wir können ein ganzes Buch über die Unfähigkeit deutscher Lehrer schreiben - von Ausnahmen abgesehen. Gott Lob konnten wir den kids englische Schulen ermöglichen....

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Dustinthewind 16.08.2018, 14:47
9. Akute Bereicherung, solche Kollegen und Kolleginnen!

Warum auch nicht?
Keine stromlinienförmig ausgerichtete Uni- und Behördenkarrieristen.

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