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Berufsanfänger in Wirtschaftskanzlei: Einstiegsgehalt 140.000 Euro - ist das noch nor
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Eine internationale Wirtschaftskanzlei verspricht Berufseinsteigern ein Jahresgehalt von 140.000 Euro brutto. Herrscht bei den Juristen jetzt Goldgräberstimmung?

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kolejnik 07.12.2016, 15:52
1. Na und?

Also die Kanzlei sucht Juristen mit beiden Staatsexamen, die die besten ihres Jahrgangs sind und ist bereit ihnen das beste Gehalt zu zahlen. Da sehe ich nichts schlimmes dran. Besser so herum als 10 Jahre Erfahrung voraussetzen, aber dann nur einen Hungerlohn zahlen wollen.

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Lisa_can_do 07.12.2016, 16:01
2. und weiter gehts mit dem Populismus

also zumindest im Inhalt, die Masse trifft es ja nicht. Oder schlicht Angeberei, netter Personal-Marketing, Hauptsache es wird darüber geredet, ob es stimmt oder nicht, das fragt zu einem solchen Zeitpunkt, respektive nach dem Run in den Social Medias schon keiner mehr. Faktisch belegen alle Spezialisten, dass die 140 k pro Jahr für Berufsanfänger noch nie da waren oder extrem selten sind. Juristen? Das war doch die Hochschul-Gemeinde, die als einziger Fachbereich systematisch ab ersten Semester das kriminelle Potenzial ausspielt und sich Hausarbeiten von anderen schreiben lässt?

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asdfred 07.12.2016, 16:13
3.

140.000 ist natürlich ordentlich aber ich habe nach dem zweiten Vollbefriedigend auch einen Vertrag über 80.000 vorliegen gehabt. Das war in 2012. Hab mich für den Staatsdienst entschieden. Weniger Geld, weniger Stress (auch wenn man das kaum glauben kann), aber garantierte Gehaltssteigerungen mit allem was einem die Verbeamtung so zu bieten hat.

Ich bin jetzt 31, habe mein Haus und drei Kinder. Habe die Entscheidung nie bereut.

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sharkslayer 07.12.2016, 16:16
4.

Man darf nicht vergessen dass in solchen Kanzleien sicherlich 80-100 Wochenstunden plus Wochenendarbeit erwartet werden. Ausserdem ist der Konkurrenzdruck wohl in der Regel um einiges höher als in der Rechtsabteilung beim gemütlichen Mittelständler. Da relativieren sich selbst 140K sehr schnell (bleiben ja eh nur 70 übrig ...)

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darofin 07.12.2016, 16:17
5. Macht absolut Sinn

M.E. geerechtfertigt. Ganz ehrlich: wer will schon in der Knochenmühle 60 bis 80 Stunden leisten pro woche, wenn man als top-absolvent auch Richter oder Notar werden kann?
Mit dem attraktiven Angebot muss die freie Wirtschaft erst mithalten - da ist das Gehalt sicherlich die effektivste Stellschraube

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hagenlaw 07.12.2016, 16:17
6.

Zitat von Lisa_can_do
also zumindest im Inhalt, die Masse trifft es ja nicht. Oder schlicht Angeberei, netter Personal-Marketing, Hauptsache es wird darüber geredet, ob es stimmt oder nicht, das fragt zu einem solchen Zeitpunkt, respektive nach dem Run in den Social Medias ......
140.000 EUR ... das sind doch absolute Ausnahmen. Der Anwaltsberuf ist auch weiterhin so überlaufen, dass die meisten Einsteiger mit 2.000-3.000 EUR zufrieden sein können.

Und zu den Hausarbeiten: Die werden in beiden Examina nicht mehr geschrieben. Allenfalls bei den Übungen und Seminaren. Sowohl im ersten als auch im zweiten Staatsexamen werden unmengen von Aufsichtsklausuren geschrieben. Da hilft einem nun keiner mehr, zumal bei diesen Personalausweiskontrollen erfolgen und Handy- bzw. Smartphoneverbote bestehen.

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vossikow 07.12.2016, 16:19
7.

Es steht ja jedem, der sich darüber aufregt, frei, zwei Staatsexamen (natürlich jeweils unter den besten 10%) + LLM / Doktortitel zu absolvieren. Einstiegsgehälter um die 100.000 € sind durchaus realistisch und in den Großkanzleien keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Die massive Erhöhung der letzten Jahre dürfte vor allem einem dementsprechenden Bewerberrückgang geschuldet sein. Die Leute haben heute eben keinen Bock mehr auf 60h+/Woche.

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samiramaeurer 07.12.2016, 16:21
8. Ich schließe mich an: Na und?

Dann sollen diese Kanzleien doch den Besten der Besten das beste Gehalt zahlen. Was verdienen denn so manche Manager oder Fußballspieler (ohne ellenlangem und megaschwerem Studium) für horrende Summen, die das Einstiegsgehalt von 140.000€ bei weitem übersteigen? Das hinterfragt kaum jemand. Und mal ganz abgesehen davon leisten junge Associates in Großkanzleien Arbeit, bei der uns allen die Köpfe rauchen und das zu Urzeiten, zu denen so mancher schon lange im Land der Träume liegt. Im Grunde ist das also Schmerzensgeld; da finde ich 140.000€ gut vertretbar.

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b.v. 07.12.2016, 16:22
9. Doch, es stimmt

Zitat von Lisa_can_do
also zumindest im Inhalt, die Masse trifft es ja nicht. Oder schlicht Angeberei, netter Personal-Marketing, Hauptsache es wird darüber geredet, ob es stimmt oder nicht, das fragt zu einem solchen Zeitpunkt, respektive nach dem Run in den Social Medias schon keiner mehr.
Die angegebenen Gehälter werden wirklich gezahlt. Allerdings waren sie (im Verhältnis) schon immer so hoch (mal etwas mehr, mal etwas weniger). Ich glaube, nirgends ist die Gehaltsspanne für Berufseinsteiger so groß wie bei Rechtsanwälten; da bewegen wir uns von kurz über der Armutsgrenze bis hin zu eben 140 T€. Für Kenner des Marktes ist das alles nichts Besonderes.

Einen Überblick über die gezahlten Gehälter gibt's beispielsweise hier: http://www.azur-online.de/geld/

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