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Berufsausbildung: Schulabgänger setzen auf Pflegeberufe
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Pflegeberufe sind bei jungen Leuten so beliebt wie nie. Und doch fehlen immer mehr Kräfte in Alten- und Pflegeheimen. Experten fordern, die Ausbildung stärker an die Hochschulen zu verlagern. Doch gegen den akuten Mangel hilft das nicht.

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seduro34 17.07.2012, 19:14
1. niedrige Bezahlung

So lange Pflegeeinrichtungen und Wohnstätten GmbH bzw. gGmbH geführt werden, muss sich niemand wundern, das vorgeblich kein Geld da ist. Jeder der in der Branche arbeitet und Einblick in die Pflegesätze hat weiß, das genug Geld vorhanden ist. Leidtragende sind die Mensche, die auf Pflege angewiesen sind.

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quabah 17.07.2012, 21:53
2.

warum gibt es so viele Pflegekräfte in Leiharbeitsverhältnissen, warum ist ein Mindestlohn im Pflegebereich notwendig, weil es einen Fachkräftemangel gibt?

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friedrich1954 17.07.2012, 22:30
3. ineffizientes System,alle reden mit

1.Sollte der Pflegeberuf an die Hochschule kommen,dann werden auch höhere Gehälter verlangt(verständlich),die aber nicht bezahlt werden können.
2.Der Pflege-Mafia gehört das Handwerk gelegt.Es gibt Arbeiten,die wegen der gesetzlichen Grundlagen oder wegen einer angesprochenen Arbeitsteilung mit den Heimen, nur von Caritas/Johanniter etc.durchgeführt werden.Diese Organisationen mit ihrem Wasserkopf sind unangemessen teuer.
3.die Hilfe von Osteuropäerinnen sollte legalisiert werden,dann sinken auch die Preise bei den einheimischen Hilfsorganisatoren.

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ditor 17.07.2012, 22:36
4. Nennt Krankenpflegeschulen um

Man sollte die Krankenpflegeschulen einfach in Außenstellen beliebiger Universitäten umbenennen, damit diese Akademikerfetischisten endlich Ruhe geben. Wenn Ausbildungswissen fehlt dann stellt sie zur Verfügung, egal wie die Schule heißt.

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DMenakker 17.07.2012, 22:40
5.

Es gibt schlicht nicht genügend Ausbildungsplätze für Altenpfleger / Altenpflegehelfer.

Das ganze auf Uni Niveau zu verlegen ist totaler Quark. Wenn überhaupt, dann ist noch eine zusätzliche Berufsebene oberhalb der examinierten Altenpflegerin, aber unterhalb des Arztes einzuführen. Aber das kann nur als zusätzlicher Beruf gelten. Die jetzige Pfleger / Pflegehelfer Ausbildung ist schon so, dass nicht wenige Anwärter abgelehnt werden.

Meine Tochter hat nichts gefunden, die macht jetzt zuerst mal ein freiwilliges Soziales Jahr, um nächstes Jahr durch die Erfahrung bessere Karten bei der Lehrstellensuche zu haben.

Diejenigen, die heute schon über den künftigen Personalengpass jammern, sind diejenigen, die HEUTE ausbilden müssten. Also nicht doof rumkamellen, liebe Sozialverbände, sonder ausbilden. Oder gibts dafür nicht genügend Staatszuschüsse und man kann nix extra abgreifen?

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ayee 18.07.2012, 23:33
6. Gehälter

Achso, es gibt eine hohe Nachfrage nach einem geringen Angebot an Pflegekräften, gleichzeitig bleiben die Löhne aber niedrig? Da stimmt doch was nicht im Niedriglohnland Deutschland.
Noch obskurer würde die Situation werden, wenn tatsächlich an der Hochschule ausgebildet würde, sich an den Löhnen aber trotzdem nichts tut.
Wie soll das funktionieren? Die deutschen Arbeitgeber denken wirklich noch, dass das hier eine Insel ist. Ihnen würde ich wünschen, dass alle qualifizierten Kräfte ins Ausland verschwinden, wo auch kräftige Nachfrage herrscht.

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lichtm 18.07.2012, 04:38
7. Sommerloch

Warten wir noch ein paar Wochen, dann finden wir Stellungnahmen, dass z.B. die bei Karstadt entlassenen Fachverkäuferin eine 3-wöchige Umschulung zur Altenpflegern machen sollen, die dann, von der Arge bezahlt, in den Einsatz kommen. Hochausgebildete Personen haben doch nur eine Berufschance in Einrichtungen, die nur von der ehem. Politik-Prominenz bzw. von den oberen 10.000 genutzt werden.

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Ingmar E. 18.07.2012, 07:18
8.

Zitat von DMenakker
Das ganze auf Uni Niveau zu verlegen ist totaler Quark. Wenn überhaupt, dann ist noch eine zusätzliche Berufsebene oberhalb der examinierten Altenpflegerin, aber unterhalb des Arztes einzuführen. Aber das kann nur als zusätzlicher Beruf gelten. Die jetzige Pfleger / Pflegehelfer Ausbildung ist schon so, dass nicht wenige Anwärter abgelehnt werden.
Zitat von friedrich1954
1.Sollte der Pflegeberuf an die Hochschule kommen,dann werden auch höhere Gehälter verlangt(verständlich),die aber nicht bezahlt werden können
Ich arbeite als Pfleger auf einer Intensivstation (30h/Woche), bin gleichzeitig Bachelorstudent für Pflegewissenschaft. Wenn ich meinen Abschluss habe will ich weiterhin in der Stelle bleiben, bis ich den Master habe. Da verdien ich keinen cent mehr. Find ich nicht gut, ist aber so.

Weiterhin: In den meisten europäischen Ländern wird Pflege an Universitäten gelehrt und die Zugangsvorraussetzungen ist ein 12 oder 13jähriger Schulbesuch.

Schon die ursprünglichen Anforderungen rechtfertigen das, und die gestiegenen Anforderungen erst Recht. Wir müssen als Pflege immer mehr Aufgaben der Ärzte übernehmen, und das wird schlicht gefährlich, wenn da nicht das nötige Wissen dahinter steht.

2.tens: In den USA gibt es eine Bachelorstudium für Pflegewissenschaft schon seit >100Jahren. Es ist schlicht peinlich, dass wir da so hinterherhängen in Europa.

3.tens: Es werden bei einer sinkenden Schülerzahl, immer mehr Schüler bis zum Abitur geführt. Uns fehlen Bewerber für den Beruf. Um die Abiturienten zu bekommen, muss man die Akademisierung betreiben und entsprechende Karriere- und Verdienstmöglichkeiten bieten.

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Ingmar E. 18.07.2012, 07:18
9.

4.: Dass eine Akademisierung der Pflege steigende Kosten im Gesundheitswesen verursacht, nur weil es dann einen Teil von Pflegenden gibt, die mehr Gehalt bekommen, ist eine unbelegte Behauptung.
Eine Akademisierung führt eher dazu dass man den Pflegeprozess optimiert. Da ist noch viel zu viel Tradition vorhanden, und zu wenig nachgeprüftes Wissen.

Wer soll denn die Pflegehandlungen auf ihre Sinnhaftigkeit per Studien abklopfen, wenn nicht akademisierte Pfleger? Oder denkt irgendjemand dass sich ein Mediziner (die eh im Wissenschaftsbetrieb keine allzu hohe Reputation haben) mit Pflegemaßnahmen und deren Effektivität und Effiziens beschäftigt?

Wir sind die größte Berufsgruppe in Deutschland, wir machen einen riesen Umsatz. Es spart Geld, wenn Akademiker die Pflege weg von Tradition und Trial&Error, hin zu wissenschaftlich fundierten, evidenz-basierten Maßnahmen bringen. Es gibt für jedes Gebiet im Leben mittlerweile einen akademisierten Berufszweig der sich mit diesem Feld beschäftigt, und bei der Pflege soll man darauf verzichten?

Wenn ich statt 7 examinierten Pflegern im Dienst, 3 akademisierte Pfleger im Dienst habe und 6 Pflegehelfer kann das z.B. sogar preiswerter sein, und dennoch für den Patienten eine bessere Versorgung bedeuten (Stichwort Primary-Nurse-Konzept).

5.tens: Pflege ist die einzige Berufsgruppe im Gesundheitswesen, welche ganzheitlich denkt, und, ähnlich wie traditionelle chinesische Medizin, nicht versucht Krankheiten zu bekämpfen, sondern Gesundheit zu stärken. Stichwort Salutogenese/Antonowski. Die Menschen so zu beraten und anzuleiten, ihnen die Fertigkeiten zu vermitteln, dass sie die Krankheiten gar nicht erst bekommen, ist wesentlich kostengünstiger als wenn man wartet bis die Krankheit aufgetreten ist, und man dann mit den Mitteln der Medizin diese versucht zu bekämpfen.

Z.B. können Beratungsgespräche über den Nutzen von Sport in der Sonne dutzende verschiedene Krankheiten verhindern, von Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Depressionen. Während eine Aufforderung Sport zu treiben, wenn man schon wegen kaputten Gefäßen beim Arzt sitzt, dann nur noch den Schaden begrenzen kann. Beratungsgespräche, helfende/klientenzentrierte Gesprächsführung sind mittlerweile wichtiger Bestandteil der Pflegeausbildung und kommen im Gegensatz auf der Arztschule praktisch nicht vor, wenn man nicht Psychiater wird. Ein Ergebnis der Pflegewissenschaft.

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