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Berufsbildungsbericht: So viele junge Ungelernte wie noch nie
DPA

In Deutschland gibt es mehr Ausbildungsplätze als mögliche Auszubildende - trotzdem schließen mehr Jugendliche keine Berufsausbildung ab. Eine Gruppe ist besonders gefährdet.

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MioMioMimi 10.04.2019, 14:18
10.

Ich denke der Markt wird das Problem regeln. Eine Person mit Studienabschluss wird irgendwann schlechter verdienen als jeder Handwerker. Angobt und Nachfrage bestimmt den Preis, so einfach ist das. Studierte überschwemmen den Arbeitsmarkt und qualifizierte Handerwerker jeglicher Art wird man vergeblich suchen. Wie viele Menschen mit Studienabschluss finden jetzt schon keine Arbeit mehr, weil sie keiner braucht?

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andre_36 10.04.2019, 14:20
11.

Zitat von isar56
Als Mitarbeiterin in einem Integrationsteam (hauptberuflich/ Sozialarbeiterin) kann ich Ihnen sagen, dass Sie nicht spekulieren. Politik und Presse wollen es einfach oft nicht sehen und nicht hören. Schuld der Zugewanderten ist es nicht. WIR schaffen das nicht.
Aber natürlich schaffen wir das, in naher Zukunft die Arbeiterschicht durch rechtlose und damit wehrlose Sklaven auszutauschen. Oder ging es darum nicht bei der unbeschränkten Zuwanderung? Verstärkt wird die ständig wachsende Unterschicht dadurch, dass Ausbildung wegen Lappalien verweigert wird, während gleichzeitig in der Öffentlichkeit der Mangel beklagt wird. Oder wieso muss ein Handwerker heute Abitur besitzen?

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Nordstadtbewohner 10.04.2019, 14:21
12. Erfolgreicher Schulabschluss ungleich Ausbildungsreife

Ein vielfach übersehener Aspekt ist die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger mit erfolgreichem Abschluss. Die Schulnoten sagen immer weniger über das tatsächliche Leistungsniveau des Bewerbers aus. So bedeutet das unter anderem, mal ganz polemisch gesagt, dass ein Schüler mit einer 3 in Deutsch nicht automatisch richtig lesen und schreiben kann. Gerade die die absoluten Grundvoraussetzungen wie Deutsch, Mathe und Englisch werden oft nicht beherrscht, obwohl der Noten etwas anderes sagen. Das liegt vor allem an der Politik, die der Meinung ist, dass keiner zurückbleiben dürfe und an den Bewertungsmaßstäben "feilt". Nur lassen sich die Unternehmen nicht hinters Licht führen.

Der nächste Punkt, den der Artikel nicht berücksichtigt, ist das schlechte Sozialverhalten vieler Schulabgänger. Unpünktlichkeit, mangelndes Durchhaltevermögen, Konzentrationsschwächen, Unhöflichkeit und Ghettosprache sind da die gröbsten Punkte. Dagegen versuchen viele Journalisten anzuschreiben, was aber nichts daran ändert, dass Unternehmen Ausbildungsplätze unbesetzt lassen, wenn die Bewerber einfach ungeeignet sind.

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alaskafuchs 10.04.2019, 14:24
13. Kein Wunder - das Duale System wurde beachtlich reduziert.

"Vor allem Menschen ohne Schulabschluss haben keine Berufsausbildung, heißt es in dem Bericht. Zwei von drei Schulabbrechern schließen demnach keine Ausbildung ab."
Es hat schon immer "Menschen ohne Schulabschluss" gegeben, und für diese gab es zu früheren Zeiten immer die Möglichkeit zur Ausbildung in Berufen, in denen insbesondere Handfertigkeit gefragt ist: Fliesenleger, Fußbodenleger, Holzfacharbeiter...
Irgendeine grandiose deutsche Regierung hat aber unser Duales System durch Abschaffung vieler Meisterbriefe deutlich geschwächt, ohne darüber nachzudenken, wer denn künftig diese Fachberufe ausbilden soll.
Das, was planmäßig im Hochschulwesen geschehen ist, die Niveau- Absenkung vom Diplom auf Bachelor und Master ("Bologna" lässt grüßen), ist auch im Handwerk geschehen.
Wir nähern uns immer mehr US-amerikanischen Verhältnissen: learning by doing.
Von Weitsicht keine Rede!

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Wolfilein 10.04.2019, 14:24
14. ungeeignete Ausbildungsbetriebe?

Manche Betriebe dürfen zwar formal ausbilden, sind aber nicht in der Lage auch eine ensprechende Ausbildung anzubieten. Ich habe in letzter Zeit von zwei Azubis gehört die Koch werden wollten, dann aber die Ausbildung abgebrochen haben weil in dem Restaurant aber auch gar nichts selbst gekocht wurde. Die haben dort nur gelernt wie man fabrikmässig vorgefertigte Mahlzeiten und Beilagen erhitzt und dem Gast aufs Teller wirft. Dazu brauche ich keine Lehre.

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Guerilla_79 10.04.2019, 14:26
15. ...

Lohnt auch nicht mehr.

Für Menschen mit ohnehin nur geringen Aufstiegschancen lohnt eine Lehre erstmal nicht. Natürlich verbessern sich die ohnehin nur minimalen Chancen dadurch nicht.

Einige in Deutschland dürften mittlerweile so arm sein das sie einen/eine 500Euro Ausbildung der Familie nicht mehr zumuten können und gehen gleich für 1200Euro zur nächsten Mindeslohnstelle.

Andere dürften wahlweise in der hinsicht resigniert haben das sie nach der Lehre sowieso zum Mindestlohn(über die Zeitarbeit in der selben Firma) angestellt werden und sparen sie sich sofort ein oder wollen sofort Geld verdienen wollen, wo nach der Lehre(was sind das für Kandidaten? Friseure, Bäcker, Schlachter/Metzger?) sowieso das selbe verdient wird.

Das ist halt Schröders Billigrepublik, wo man so-oder-so im Mindestlohn landet, mit oder ohne Lehre(stellenweise, zumindest aber in den Berufen den diese Menschen zu erwarten haben).

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isar56 10.04.2019, 14:36
16.

Zitat von OhMyGosh
Geflüchtete absolvieren.eine Ausbildung. Das ist gut so.. Die Geflüchteten nutzten die Angebote vorrangig, um die deutsche Sprache zu erlernen. Das zeugt von Engagement und dem Willen, auf eigenen Füßen zu stehen. Davon könnten sich viele junge Ungelernte bei uns eine Scheibe abschneiden. Schließlich sollen und wollen sie einmal auf eigenen Beinen stehen und für ihre Zukunft sorgen. Den Pampers sind sie längst entwachsen.
Schöne Träume weiterhin. Die Arbeitgeber erhalten für die Ausbildung der jungen Migranten nicht unerhebliche Fördergelder und die Jungs werden teilweise nach der Arbeit 1:1 betreut.
70% brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab.
Das ist ein trauriger Fakt, der nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte.
Mit gepamperten einheimische Jugendlichen habe ich beruflich auch zu tun. Die Pampers legt allerdings nicht der Staat oder die Kommune aus Steuergeldern an, sondern die Eltern.

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Stefan12345678 10.04.2019, 14:36
17.

Zitat von andre_36
Ich habe im letzten Jahr die Bewerbungsaktivitäten einiger 10.Klässler verfolgt. Für viele technische Berufe wird mittlerweile ein Abitur vorausgesetzt. (Anscheinend befähigen Kenntnisse in Literaturanalyse und Hintergründe der französischen Revolution zur Bedeinung von Metall-verarbeitenden Maschinen) Bei anderen Bewerbungen scheiterte es an einer schlechten Note in Mathe oder Physik. (Auswendiglernen der Binomischen Formeln ist anscheinend wichtig im Bäckerhandwerk) Geflüchtete, ohne vergleichbaren Schulabschluss können hingegen problemlos ausgebildet werden. Das überrascht mich jetzt. Wenn man den deutschen Schulabbrechern so entgegenkommen würde, könnten viel mehr Ausbildungsplätze besetzt werden. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Geflüchteten kein Mindestlohn zusteht und sie sich wohl weniger in Gewerkschaften organisieren. Hat es vielleicht damit zu tun?
Wenn Sie aus dem Mathematik Unterreicht nur "auswendig lernen" mitgenommen haben, dann würde ich Sie auch nicht einstellen. Schüler müssen ein Bildungsniveau mitbringen, und daneben auch Einsatz, Willen was neues zu lernen und auch mal Kaffee kochen, auch wenn es nicht in der Ausbildungsordnung steht.

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lynx999 10.04.2019, 14:37
18. Fatal!

Diese Entwicklung ist fatal!
Für die Betroffenen als auch die gesamte Gesellschaft und für die Sozialversicherungen. Soweit bekannt - umso stärker ignoriert. Wenn es dann mal sowas wie die Rütli Schule gibt ist das Geschrei groß. Strukturell ändert sich aber nix.
Tja aber dass Jugendliche einen Schulabschluss brauchen - egal wie - dürfte eigentlich jedem klar sein. Jahrelange Verhätschelungen und 2. Chancen helfen da nicht weiter. Schulabschluss oder gemeinnützige Arbeitspflicht bis zum 21. Lebensjahr würden hier als ersten Ansatz weiter helfen, um bildungsferne Schichten nicht noch weiter in ihrem Nichtstun zu bestärken.
Apropos Rütli Schule. Dort hat geholfen:
- Konsequenzen für Schüler UND Eltern
- Zuckerbrot und Peitschen Prinzipien
- professionelle Teams die nicht bei Problemen weg sehen, sondern diese angehen.
- Geld für die Infrastruktur und Lehrmaterialien der Schule

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masskrugstemmer 10.04.2019, 14:39
19. Verständlich - wir suchen und finden keinen passenden

Wir suchen in unserem Betrieb einen Azubi für Büromanagement: Unser "hoher" Anspruch besteht in:
17/18 Jahre (Grund - teilweise Events nach 21h bei denn unsere Anwesenheit gewünscht ist, das wird mit jüngeren Mitarbeitern aufgrund der Gesetzlage schwierig. Diese ist gut, bringt uns aber nichts daher die Altersvorgabe)
Fließend Deutsch in Wort und Schrift - muss nicht Muttersprachler sein, scheitert aber auch da oft schon an der Sprache. Wir kommunizieren viel am Telefon und per E-Mail. Wenn es da schon schwierig ist, mei wo soll das enden?
Kenntnisse in English - unser Geschäftsfeld arbeitet viel mit englischen Begriffen etc. da ist English ein Muss, wobei uns schon eine Note 3 reichen würde, was die bisherigen Bewerbungen nicht erreichen (meist 5er oder 4er)
Mathematik (wir rechnen 3-Satz und Prozentsatz) von den bisher 12 Bewerbern konnte keiner 3,9% von 10€ ohne Taschenrechner errechnen und nur 2 davon richtig. Das wäre ja nicht so wild, kann man ja lernen aber da frag ich mich was die in der Schule in Mathe gelernt haben.

Woran das liegt (Elternhaus, Schulbildung etc.) lass ich mal im Raum stehen, aber nicht ein Lebenslauf oder Bewerbungsanschreiben war ohne Fehler, das zeigt schon wo die Reise hinführt - leider!

Ich finde wir haben einen nicht übertriebenen Anspruch an die Bewerber, aber es fällt mir schwer zu glauben, dass wir noch einen passenden Bewerber für September finden.
So sieht das leider aus in der realen Welt der Ausbildungsbetriebe zumindest bei denen die ich kenne. Ist halt nicht so ein hipper Beruf wie Eventmanager oder gar ein Studium, bringt uns als Betrieb aber leider nicht weiter

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