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Berufspendler: Mobilität macht krank
DPA

Lange Strecken pendeln und ständig für den Job reisen: Flexibilität gehört für viele Menschen längst zum Berufsalltag. Galten Dienstreisen früher als Auszeichnung, sind sie heute oft eine Mindestanforderung. Immer mehr Arbeitnehmer leiden unter der zwangsverordneten Mobilität.

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abby_thur 25.07.2013, 10:20
10. Optional

Zitat von ColoradoAvalanche
Die Pendelei zwischen Wohn- und Arbeitsort wird ist auch noch staatlich subventioniert durch die unsinnige Pendlerpauschale. Würde man die Abschaffen würden weniger Menschen pendeln, aber das ist mit der SPD und den Grünen nicht zu machen.
Doch, dann könnte man es nur nicht mehr steuerlich geltend machen, was für die eh gestressten Berufspendler noch eine zusätzliche Belastung darstellt.

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observerlbg 25.07.2013, 10:21
11. Es gibt viele Ursachen für's....

....verstärkte Pendeln. Hauptgrund, wie weiter oben schon beschrieben, sind aber die hohen Wohnkosten der Metropolregionen. Bestes Beispiel London. Niemand, der dort arbeitet und "normal" verdient, kann in London wohnen. Hamburg, Köln und München sind dem schon sehr nahe. Berlin wird folgen.

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curti 25.07.2013, 10:22
12. Sollte für den......

Zitat von sysop
Lange Strecken pendeln und ständig für den Job reisen: Flexibilität gehört für viele Menschen längst zum Berufsalltag. Galten Dienstreisen früher als Auszeichnung, sind sie heute oft eine Mindestanforderung. Immer mehr Arbeitnehmer leiden unter der zwangsverordneten Mobilität.
....medialen mainstream incl. SPON unverständlich sein, schließlich hat man immer das Gegenteil postuliert. Und nun?

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pfzt 25.07.2013, 10:23
13.

Zitat von rennflosse
"Einen Blick in den ICE zu werfen" ist neuerdings eine wissenschaftliche Methode?? Da wundert man sich über die Qualität wissenschaftlicher Arbeit nicht mehr.
Na ja, ich halte den Blick in den ICE aka Realität allerdings auch für wesentlich aufschlussreicher als jegliche wissenschaftliche Untersuchung, die enden nämlich meist wie der sog. Warenkorb. Da werden dann Sachen statistisch mathematisch bewiesen, die in der realen Welt nur unter ganz bestimmten Bedingungen überhaupt Gültigkeit besitzen.

Und zum Thema Pendler braucht man doch nur mal selber morgens von 7-9 Uhr ins Auto steigen und kann selber herausfinden wie sich die Dinge in der Wirklichkeit verhalten.

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HD13 25.07.2013, 10:36
14. Pendeln - gerne!

Ich arbeite für einen großen Automobilkonzern in Niedersachsen und pendele jeden Tag 170 km (85 hin, 85 zurück). Nicht nur, dass ich in diesen zwei Stunden pro Tag Geld verdiene (Pendlerpauschale > tatsächliche Fahrtkosten), ich kann im Zug auch in Ruhe lesen und mich entspannen. Daheim habe ich einen großen Abstand zum Beruf und muss nicht an jeder Ecke mit einem Kollegen rechnen. Bis jetzt habe ich immer Distanzen ähnlicher Art zu meinen Arbeitgebern gehabt und konnte trotzdem Familie, Freunde und Beruf gut miteineander verbinden. Ob ich 1 Stunde mit dem Regioinalzug fahre oder in der gleichen Zeit mit der Straßenbahn quer durch eine Großstadt (wahrscheinlich mit umsteigen) ist vom Zeitaufwand identisch, jedoch viel entspannter.
Wer nicht pendeln will, soll sich eine Anstellung an seinem Wohnort suchen, dann jedoch nicht über eventuelles geringeres Gehalt oder fehlende Auswahl beschweren.

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henrywotton 25.07.2013, 10:38
15. pendeln macht definitiv krank

ich musste zur letzten anstellung auch pro strecke 1,5 stunden pendeln, 3 stunden täglich, 15 stunden in der woche, zu einem job, in dem überstunden zum guten ton gehörten. grund, warum ich nicht näher ranzog: befristung der stelle, und gehalt reichte nicht für ein zweitdomizil/zimmer in der nähe. in der zeit ging natürlich meine beziehung kaputt (wann denn, wenn man von 7 bis 21 uhr aus dem haus ist, und danach nur noch fertig, weil man meist die ganze strecke noch stehen musste in der bahn), von den gesundheitlichen folgen (thema sport und gesunde ernähnrung/selber kochen) mal ganz zu schweigen. fakt ist: ich mache das nie wieder.

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philipp234 25.07.2013, 10:41
16. Pendlerpauschale abschaffen!

Esgibt so viele Menschen, die "auf dem Land" billig bauen, aber nicht mit den geringeren Löhnen, die dort bezahlt werden, klar kommen. Ich habe abstriche beim Lohn hingenommen, aber gezielt nach einem Job in der Gegend gesucht - mein Arbeitsweg hat sich damit von 60min auf 4min verkürzt! Und durch die geringeren Mobilitätskosten sind die Gehaltsauswirkungen auch nicht so dramatisch.

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Ylex 25.07.2013, 10:44
17. Längst fällig

Die großen Probleme mit den ausufernden Mobilitätsanforderungen sind lange bekannt, der SPIEGEL kratzt mit seinem Artikel nur an der Oberfläche herum, er sollte der Mobilität eine Titelgeschichte widmen, sie ist längst fällig.

Natürlich stellen lange Wege hin zur Arbeit und weg von ihr Arbeitszeit dar. Wenn man noch die häusliche Vorbereitungszeit auf die Arbeit hinzurechnet, dann nimmt die Arbeit häufig die Hälfte des Tages ein, also 12 Stunden, und da der Mensch 8 Stunden täglich schläft, bleiben ihm nur 4 Stunden Freizeit. Dieses Missverhältnis macht viele Leute krank.

Ohne massenhaftes Pendeln kann die moderne Arbeitswelt nicht funktionieren, aber dieser Allgemeinplatz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein vernünftiges Maß immer mehr überschritten wird. Wer täglich aus dem hintersten Winkel der Lüneburger Heide oder von irgendwo mitten aus Schleswig-Holstein nach Hamburg zur Arbeit muss, der weiß am besten, dass hier die Grenzen der Vernunft überschritten werden – und das auch in ökonomischer Hinsicht, in betriebs- und volkswirtschaftlicher Hinsicht. Diese Praxis von Mobilität ist auf Dauer kein sinnvolles Konzept für eine fortschrittliche Gesellschaft.

Dann wären da noch die gewaltigen Probleme mit der privaten und mit der globalen Mobilität – aber darauf einzugehen, würde hier zu weit führen, nur eines: Die unkontrollierte Mobilität auf der gesamten Erde gehört zu globalen Existenzproblemen – ihre negativen Auswirkungen werden fatal unterschätzt, sie werden häufig sogar abgeleugnet.

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rennflosse 25.07.2013, 10:47
18. Wissenschaftlich arbeiten

Zitat von pfzt
Na ja, ich halte den Blick in den ICE aka Realität allerdings auch für wesentlich aufschlussreicher als jegliche wissenschaftliche Untersuchung, die enden nämlich meist wie der sog. Warenkorb. Da werden dann Sachen statistisch mathematisch bewiesen, die in der realen Welt nur unter ganz bestimmten Bedingungen überhaupt Gültigkeit besitzen. Und zum Thema Pendler braucht man doch nur mal selber morgens von 7-9 Uhr ins Auto steigen und kann selber herausfinden wie sich die Dinge in der Wirklichkeit verhalten.
Natürlich reichen eigene Erfahrungen in Zügen oder im Stau dazu aus, sich eine eigene Meinung zu bilden. Als Grundlage wissenschaftlicher Forschung ist es allerdings unzureichend.

Statistische Mittel sind tatsächlich wenig aussagekräftig. Aber auch hier kommt es auf die Methodik an. Nicht umsonst heißt es dass man mit Statistik alles beweisen kann, auch das Gegenteil.

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hajo58 25.07.2013, 10:49
19. Sie machen alles mit!

Zitat von sysop
Lange Strecken pendeln und ständig für den Job reisen: Flexibilität gehört für viele Menschen längst zum Berufsalltag. Galten Dienstreisen früher als Auszeichnung, sind sie heute oft eine Mindestanforderung. Immer mehr Arbeitnehmer leiden unter der zwangsverordneten Mobilität.
Früher als ich noch Arbeitnehmer war pendelte ich auch.

1. Arbeitsplatz 2x8km mit dem Werksbus.
2. Arbeitsplatz 2x5km mit dem Auto
3. Arbeitsplatz 2x25km mit dem Auto
4. Arbeitsplatz 2x33km mit dem Auto.

Für welche Strecke habe ich am längsten gebraucht? Ganz klar für zwei Mal 5km! Unglaublich aber wahr!

Zum Thema Dienstreisen. Ich war sehr oft auf Dienstreisen, zu oft nach meinem Geschmack. Einmal waren wir, ein Kollege und ich, 2 Tage in Österreich und besuchten 5 Kunden. Wir hatten Aufträge für die nächsten 3 Monate an Land gezogen. Als wir gegen 19 Uhr aus der letzten Firma herausgingen, wollte mein Kollege noch heimfahren.
Da habe ich gestreikt. Drei Tage später wurde mein Verhalten von unserem Geschäftsführer gerügt, da habe ich mich mit ihm lautstark angelegt.
So etwas kommt heute bei den jungen Kollegen gar nicht mehr vor.
Sie nehmen alles hin und sind auch noch zufrieden.
Das nenne ich Kadavergehorsam.

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