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Bewerbung: So bekommen Sie ein Zwischenzeugnis - ohne dass der Chef Verdacht schöpft
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Sie wollen sich woanders vorstellen, trauen sich aber nicht, den Chef um ein Zeugnis zu bitten? Wer seine Rechte kennt, kommt nicht so schnell in Erklärungsnot.

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taylor.made 29.03.2018, 11:00
1. Bewerbung

Für eine Bewerbung bei einem neuen Arbeitgeben ist ein aktuelles Zwischenzeugnis nicht erforderlich. Einfach offen und ehrlich die aktuelle Arbeit beschreiben. Nur Vorsicht, stimmen die Erzählungen dann nicht mit dem nachgereichten Endzeugnis überein bekommt man Probleme.

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gammoncrack 29.03.2018, 11:19
2. Zwischenzeugnisse sind eigentlich Unfug, wenn

Sie außerhalb eines Vorgesetzenwechsels erstellt werden.

Will ich einen Mitarbeiter aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis einstellen, reicht mir doch erst einmal aus, dass er sich in einem nachgewiesenen, ungekündigten Beschäftigungsverhältnis befndet. Der ist danach in einem Probezeitverhältnis und reicht natürlich sein "Abschlusszeugnis" ein. Da schlechte Zeugnisse sowieso nie ausgestellt werden (dürfen), entscheidet also hier die Probezeit, nicht das letzte Zeugnis.

Ich halte von Zwischenzeugnissen deswegen eigentlich nicht viel.

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connectionreset 29.03.2018, 11:40
3. Sinnhaftigkeit

Mit der Formulierung des Autors "Aufgaben sollten beispielsweise 'stets zur vollsten Zufriedenheit' erledigt worden sein…" wird noch einmal deutlich, wie absurd Arbeitszeugnisse sind. Jeder bekommt im HR-Zeugnis-Speak eine eins. Super!

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peterpeterweise 29.03.2018, 11:51
4. Zeugnisse haben keine Aussagekraft mehr

Seit die Gerichte darauf dringen, dass Zeugnisse wohlwollend sein müssen, ist der Sinn von Zeugnissen aufgehoben. Inzwischen klagen selbst Menschen mit erkennbar unterdurchschnittlichen Leistungen erfolgreich gegen gute Zeugnisse, da sie auf einem sehr gut bestehen. In Firmen mit HR Abteilung gibt es darum immer die Standardformulierungen, und bei kleineren Firmen schreibt der Arbeitnehmer in der Regel sein Zeugnis selbst, und lässt es vom Arbeitgeber unterschreiben.

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santoku03 29.03.2018, 12:00
5.

Die meisten Vorgesetzten sind bequem und sehen es daher gern, wenn der Mitarbeiter das Zeugnis selbst vorformuliert und sie nur noch die üblichen Floskeln einfügen müssen. Unbedingt von dieser Option Gebrauch machen und dem Chef die Vorarbeit abnehmen. Die meisten werden dankbar sein und nichts Wesentliches ändern.

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upalatus 29.03.2018, 12:04
6. Arbeitszeugnis dient auch der Definition

und Klarstellung von Aufgabenbereichen.

Wurden MA über Jahre zb ein für die Abteilung völlig neuer Teilbereich vollumfänglich (!) anvertraut, dafür noch keine Arbeitsplatzbeschreibung vorliegt (die ebenfalls über Jahre verschleppt wird...), ist die Bitte um Qualifiziertes Arbeitszeugnis ein sanftes und probates Mittel, endlich eine Definition der Aufgaben in der durchaus erfolgreichen Tätigkeit zu erhalten und nebenbei die längst überfällige Arbeitsplatzbeschreibung damit auf den Weg zu bringen.


Manch jugendlicher quirliger wortreicher und allday süperst dressed Abteilungsmanager kann damit hoffnungslos überfordert sein. Nach mehrmaligem Nachfragen im Monatstakt nach dem Qual.AZ liegt dann ein dürrer formloser Zettel auf dem Tisch. Es kristallisierte sich raus, dass Vorgesetzter keinen Schimmer hat, was in ein Qualifiziertes Zeugnis reingehört. Es stellte sich folgend raus, dass er den Unterschied zwischen Einfachem und Qualifizierten AZ nicht kennt, und am Ende der Prozedur liegt offen, dass er eigentlich nicht so recht bis nicht weiß (bzw. nicht wissen will), was die verantwortlichen MA über etliche Jahre eigentlich so anstellt haben im/mit dem ehemals neuen Fachbereich. Die Bitte um QAZ kann dabei grundsätzlich als unerhörte und überlastende Forderung empfunden werden, oder einfach Angriff auf ein easy Vorgesetztendasein.

So ein Ablauf stellt sicherlich nicht den landläufigen Standard dar. In dem Fall wars eine sich hochzäh und quälend hinziehende, unerquickliche und unprofessionelle Katastrophe, zum erheblichen Nachteil von MA. Es schadet daher nicht, auf alles gefasst zu sein.

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and777 29.03.2018, 12:04
7. Wenn die Situation im Unternehmen wie beschrieben ist...

...dann wissen Mitarbeiter wie Vorgesetzte auch die Lage einzuschätzen. Zum einen würde sicher kein Vorgesetzter seinem Mitarbeiter einen Strick daraus drehen, sich für alle Szenarien zu wappnen. Zum anderen kann man sich auch problemlos ohne Zwischenzeugnis in Zeiten eines Arbeitnehmermarktes bewerben. Dennoch: egal welcher Grund für ein Zwischenzeugnis vorgeschoben wird: der Vorgesetzte versteht es als "gelbe Karte".

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santoku03 29.03.2018, 12:23
8.

Zitat von upalatus
... So ein Ablauf stellt sicherlich nicht den landläufigen Standard dar. In dem Fall wars eine sich hochzäh und quälend hinziehende, unerquickliche und unprofessionelle Katastrophe, zum erheblichen Nachteil von MA. Es schadet daher nicht, auf alles gefasst zu sein.
Es ist wie bei anderen Aufgaben auch immer eine gute Option, dem Vorgesetzten bereits eine Vorlage zu liefern, die er nur "wohlwollend" abnicken muss.

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Hamberliner 29.03.2018, 13:03
9. selber schreiben

Das Zeugnis textet man selbstverständlich selber, oder man lässt es von einem Fachmann texten. Der Arbeitgeber soll froh sein, wenn er dafür keine Zeit zu verschwenden braucht. Es sei denn man möchte sich gut amüsieren: Ich bekam mal ein nicht von mir getextetes Arbeitszeugnis wo drin stand, ich habe einen "gewöhnungsbedürftigen Arbeitsstil". Haha.

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