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Bewerbung XXL: Schreiben Sie doch, was Sie wollen
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Bewerbungen sind strikt formalisiert: Lebenslauf bitte tabellarisch, maximal eine Seite Anschreiben. Oder darf's auch mehr sein? Persönlich und emotional? Karriereberaterin Svenja Hofert empfiehlt: Pfeifen Sie auf alle Regeln!

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herr wal 04.05.2015, 09:37
20.

Zitat von marthaimschnee
Ja, verkäuferische Fähigkeiten. Die sind gefragt. Dumm nur, wenn man zB einen Ingenieur sucht und auf solche Blender und Poser reinfällt, die eben nur eins können: sich möglichst gut zu verkaufen! PS: Und der Hohn gerade in großen Konzernen ist eigentlich, daß solche Typen im Handumdrehen zu Entscheidern werden, weil sie es immer irgendwie schaffen alle weis zu machen, daß jemand anders an ihrem Versagen schuld ist.
Ähnliches wie hier hat schon Jonathan Swift in „Gulliver's Reisen“ beschrieben. (Im Original; vielleicht nicht im daran angelehnten Kinderbuch.) Da hat der König von Liliput einmal im Jahr neue Minister und Beamte eingestellt. Und im Auswahlverfahren kam es nur auf eines an: Hervorragende Fähigkeiten in der Akrobatik beim Seiltanzen (rope dance). Wer da die Mitbewerber übertraf, wurde ohne weitere Prüfung ins Amt befördert. Wirklich lesenswert – nicht nur wegen dieser satirischen Episode, sondern ebenso wegen der ca. 200 anderen!

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schacke67 04.05.2015, 09:37
21. Die Situation des Unternehmens

bitte nicht vergessen!
Eine Neueinstellung kostet der Firma verdammt viel Geld. Nicht nur das Bewerbungsverfahren sondern auch Einarbeitung usw.... Viele Fehlgriffe können sich die Personalverantwortlichen nicht leisten. Eine Empfehlung verringert eben das Risiko einer Fehlinvestition.
Das entscheidende Teil der Bewerbungsunterlagen ist meist der Lebenslauf. Das Anschreiben soll aber kurz Auffälligkeiten, wie längere Pausen und kürzere Wechsel erklären.
Beim Gespräch ist es dann entscheidend, dass die "Chemie" zwischen Bewerber und Vorgesetzten (nicht Personaler !!!) stimmt.

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autocrator 04.05.2015, 09:45
22. verzweifelt

unter'm strich sagt der artikel nichts anderes als "wir karriereberater wissen inzwischen auch nicht mehr, mit welchem weg man zu einem job kommt, man muss halt alles mögliche versuchen, vielleicht klappt ja irgendwas".
- oder umgekehrt: man muss halt das glück haben, dass das, was man so als bewerbung veranstaltet, der in aller regel sowieso unterbelichtete aber dafür halbgottähnliche personaler goutiert, – womit die chancen nochmal sinken, denn wie groß ist die wahrscheinlichkeit, dass man mit dem, was man da veranstaltet, ausgerechnet den geschmack des entscheiders trifft?
Letztlich: leuts, vergesst es. die wollen euch nicht, die brauchen euch nicht. wer sich bewirbt hat schon verloren. umgekehrt wird ein schuh draus: eine firma muss sich bei mir bewerben und verdammt gute argumente haben, dass ich meine lebenszeit für deren interessen verschwende. Wer hier wen braucht, das sollte man sich doch nochmal ganz genau ansehen.

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Gudrun 04.05.2015, 09:47
23.

Arbeite im sozialen Bereich und habe im Bewertungsverfahren auch auf alle Regeln verzichtet. Mein Anschreiben war knapp 1 1/2 Seiten lang und im Bewerbungsgespräch war ich direkt und ehrlich. Damit hatte ich mich durch gesetzt, aber ich denke dass man nicht alle Berufsgruppen dahingehend pauschalisieren sollte.

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ProbeersEinfach 04.05.2015, 09:48
24.

Der Personalfritze hat keine Zeit und Lust ne superdolle, kreative Bewerbung von der Merle zu lesen die sie auf ökologisch einwandfreien Recyclingpapier geschrieben hat.

Der Personalfritze braucht schnelle Infos, am besten ohne Anschreiben und Lebenslauf zu lesen, deshalb bin ich dazu übergegangen, eine Art Zusammenfassung auf das Deckblatt (mit Bild) zu schreiben.

z. B. Letzer ABschluss, letzte 2 Tätigkeitsbereiche und besondere Stärken.

Spricht da was gegen

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michfisch00 04.05.2015, 09:50
25. Schlimmer Artikekl

Ich (u.a. auch Personaler) finde es schlimm, wenn Schicki Autoren mit Gewalt ein Thema setzen wollen, nur damit es anders ist und sich von deren Mitbewerbern am Markt unterscheiet. Der einzige , der davon profitiert ist die Autorin (die mit 35 Büchern zu XThemen eher auf Masse setzt.

Ein erster Tipp: Das Geld für solche Bücher sparen und lieber in die Unterlagen investieren,.

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ofelas 04.05.2015, 09:51
26.

Nord Amerika und GB: keine Bilder, keine Unterschrift, Faehigkeiten und Erfahrung anstatt nur Qualifikationen, nie ein Problem damit gehabt das ich tatsaechlich den Beruf gewechselt habe, 10 Jahre bei einem Arbeitgeber darauf die erstaunten Fragen "so lange???" Mal ueber den Tellerrand schauen wird gern gesehen.....alles im starken Kontrast zu meinen Erfahrungen in Deutschland!

Ich gebe meine Erfahrungen hier in London an junge deutsche weiter und hoere deren stories, das ist sehr ernuechternt - Deutschland wird sich in Formalismen versinken

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MartinS. 04.05.2015, 09:51
27. ...

Zitat von Frank0815
ein erstklssiger Beweis wie zufällig und systemlos in Deutschland rekrutiert wird. Nicht der mit der besten Qualität sondern mit den besten Beziehungen bekommt den Top Job.
wer ist denn derjenige mit dieser besten Qualität?

Wir sind zwar im statistik-freundlichen Deutschland... aber irgendwie haben wirs noch nicht geschafft, jedem nen Zettel mit ner allgemeinen Eignung auf die Stirn zu pinnen.
Wird auf Zeugnisse geschielt, dann gibt's Gemecker, weil die ja sowieso nichts wirklich aussagen... wird anderes zur Bewertung hinzugezogen, dann passt das auch nicht...

Gibt es überhaupt diesen ominösen Bewerber mit der besten Qualität? Klar, dass nahezu jeder sich selbst so einstufen würde - aber in der Summe führt das dann ja doch zu einer gewissen Konfliktsituation.
So oder so wird man für eine Stelle im Endeffekt genau einen herauspicken, und alle anderen werden sie nicht bekommen.... genauso wenig, wie man im Anschluss irgendwie herausfinden könnte, ob einer der anderen nicht vielleicht doch besser gewesen wäre.

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MartinS. 04.05.2015, 09:59
28. ...

Zitat von _derhenne
Schwachsinn. Solange als erste Bewerbungshürde ein 24 jähriger BWL-Absolvent als Personaler wartet, der alles aussortiert was nicht in Schema F passt, bringen solche Tipps garnichts. Und das ist leider die Realität.
Sie bewerben sich immer bei irgendjemand und müssen dessen persönliche Präferenzen irgendwie treffen, ohne sie tatsächlich kennen zu können.

Ist halt so... der eine bevorzugts trocken, der nächste ist begeistert, wenn jemand aus der Masse heraussticht.
Ganz egal, ob dies nun ein Personalknecht in der Firmenbürokratie, ein direkter Fachbereichsleiter, oder der Chef eines kleinen Unternehmens persönlich ist.

Ist wenig überraschend, schließlich sollte jeder ganz persönlich auch eingestehen, dass er für sich selbst in seinem Leben auch nicht anders handelt. Manchmal ist es pure Sympathie, nach der man eine Entscheidung fällt...

Wissen kann man das im Vorfeld sowieso nie genau.

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shooop 04.05.2015, 10:07
29. @michfisch00

Und was bedeutet das konkret? Arbeit investiere ich auch, wenn ich bunte Blümchen auf die Bewerbung male (nur mal so als Beispiel). Wie sollte eine Bewerbung aus Ihrer Sicht aussehen?

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