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Manche Fragen machen auch einen erfahrenen Karriereberater beinahe ratlos. Zum Beispiel, wenn eine Germanistin kurz vor Studienschluss nicht den blassesten Schimmer hat, in welchem Bereich sie nach einem Job suchen könnte. will dennoch helfen.

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antaisce 25.11.2013, 10:04
1. Systemzombie

Nur weil man auf Leute wie Herrn Winkler hört, funktioniert der ganze Schrott überhaupt. Liebe Germanistin, befreien Sie Ihren Geist und lassen Sie sich nicht von diesem kulturlosen Schwachsinn verführen.

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Motz 25.11.2013, 10:25
2. Traurig

Werter Herr Winkler, Sie müssen ja reichlich frustriert durchs Leben gehen (vermutlich durften Sie nie in Ihrem Beruf nach Ihren Neigungen gehen), wenn Sie so abwertend und vernichtend auf die berechtigte Frage einer Absolventin antworten. Ein STudium der Germanistik ist eine hohe Qualifikation, es kommt nun darauf an, wie man diese in die Praxis einbringt. Zusatzqualifikationen sind immer gut, Praxiserfahrungen sowieso. Vermutlich liegt es an Berlin und daran, dass es dort so viele prekär-Beschäftigte im Kulturbereich gibt - aber: es gibt Stellen in diesem Bereich, auch spannende, und auch mit Literaturbezug. Dde müssten Sie aber erstmal kennen, um Tipps geben zu können. Interdisziplinarität und Empathie sind eben gerade nichts, was alle anderen auszeichnet, Sie sicher nicht, sonst würden Sie nicht solche Texte schreiben, die jede Form der Fantasie und der Liebe zum Job von vornherein abwürgen und alles auf den "Ernst des Lebens" herunterbrechen. Ohne Kulturmanager gäbe es weder Theateraufführungen noch Lesereisen noch Konzerte noch Ausstellungen noch Festivals; aber das sind sicher alles Dinge, die Sie vermutlich nicht kennen. Tipp an die Fragestellerin (oder alle, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen): Schauen Sie sich im Verlagswesen, sprechen Sie Akteure bei Lesungen an, überlegen Sie, welche Literatur, welche Texte, welche Fachrichtungen Sie besonders interessieren, ob Sie lieber mit Menschen oder mit Dingen arbeiten, gern organisieren oder lieber kommunizieren (PR), ob Sie sich in Wissenschafts- oder Kulturnähe wohler fühlen oder ob Sie vielleicht der Journalismus reizt, ob Sie lieber für breite Zielgruppen oder für Experten arbeiten, für Ältere oder für Kinder etc etc... und schauen, ob Sie bereits praktische Erfahrungen sammeln konnten, die mit diesen Interessen kongruent sind (das kann auch ein Sportverein sein). Meist beginnt man in diesen Bereichen mit einem Volontariat. Absolviert man dieses in einem größeren Unternehmen, kann man im Rahmen dieses Volontariats oder auch danach intern andere Abteilungen kennenlernen, so dass man auch danach noch die Option hat, sich anders zu orientieren. Zudem ist es immer so, dass man sich im Job weiterentwickelt und nach 10, 15 Jahren manchmal einen völlig anderen Job hat als man anfangs dachte. MfG, jemand aus dem Kulturbereich

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Olaf 25.11.2013, 10:38
3.

Zitat von sysop
Manche Fragen machen auch einen erfahrenen Karriereberater beinahe ratlos. Zum Beispiel, wenn eine Germanistin kurz vor Studienschluss nicht den blassesten Schimmer hat, in welchem Bereich sie nach einem Job suchen könnte. Gerhard Winkler will dennoch helfen.
Netter Artikel. Ich glaube aber nicht, dass die Message ankommt.

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shoreditch 25.11.2013, 10:38
4. den Geist befreien ..

Damit ist natürlich jedem geholfen, der nicht weiß, wie es nach dem Studium weitergeht.

Bei vielen Bewerbungen würde ich mir wünschen, wenn sich wenigstens ein paar der Bewerber ernsthaft mit den von Ihnen genannten "Schrott" beschäftigt hätten ..

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MartinS. 25.11.2013, 11:12
5. ...

Zitat von antaisce
Nur weil man auf Leute wie Herrn Winkler hört, funktioniert der ganze Schrott überhaupt. Liebe Germanistin, befreien Sie Ihren Geist und lassen Sie sich nicht von diesem kulturlosen Schwachsinn verführen.
Ich empfinde den Beitrag des Herrn Winkler gar nicht als verkehrt.

Wenn man selbst nicht weiß, was man will - sollte man sich auf das konzentrieren, was man kann. Niemand sonst kann (und will) einem diese Selbstfindung wohl abnehmen...

Es ist nicht ungewöhnlich, dass man in jungen Jahren noch nicht wirklich einen Plan von dem hat, was man tatsächlich sein Leben lang machen will. Es dürfte wohl oftmals eher so ablaufen, dass man aus einer mehr oder weniger großen Auswahl von Möglichkeiten einfach etwas auswählt, ohne gleich einen kompletten Lebensplan zu entwerfen.
So stolpern Menschen in Lehrstellen... oder beginnen eben ein Studium. Früher oder später kommen dann die Fragen... was mache ich hier... will ich das ewig machen... was will ich wirklich?

Die Lebenswirklichkeit fordert manchmal, auch dann eine Entscheidung zu treffen, wenn man diese Fragen nicht beantworten kann. Aber auch diese Entscheidung muss ja keineswegs endgültig sein... man hat immer die Freiheit, sich irgendwann für etwas anderes zu entscheiden. (lediglich die Möglichkeiten zu bekommen wird sich als immer schwieriger erweisen)

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Sleeper_in_Metropolis 25.11.2013, 11:21
6.

Zitat von antaisce
Liebe Germanistin, befreien Sie Ihren Geist und lassen Sie sich nicht von diesem kulturlosen Schwachsinn verführen.
Genau, denn von Kultur und Liebe allein kann man auch ganz wunderbar überleben, gell ? Das werden all' die ehemaligen Philosophie- und Germanistikstudenten, die heute Taxi fahren oder Burger belegen bestätigen können.

Auch wenn es der Geistesmensch nicht gerne hört, aber Herr Winkler hat mit seiner Aussage nun mal leider recht, und zwar zu annährend hundert Prozent.

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**Kiki** 25.11.2013, 11:22
7.

Zitat von sysop
Manche Fragen machen auch einen erfahrenen Karriereberater beinahe ratlos. Zum Beispiel, wenn eine Germanistin kurz vor Studienschluss nicht den blassesten Schimmer hat, in welchem Bereich sie nach einem Job suchen könnte. Gerhard Winkler will dennoch helfen.
Wenn ich über meine Vorlieben nachdenke, liebe ich Bücher und Texte... da ist aber auch wieder die Frage: Was kann ich damit machen?

Da Herr Winkler scheinbar der Meinung ist, man könne damit nichts machen (worin er sich irrt): Eine ganze Reihe von Denkanstößen kann man hier finden:

Ich mach was mit Büchern | Die Initiative von Leander Wattig für eine stärkere Vernetzung der Buchbranche

Das einzige, was man in diesen Berufen nicht erwarten sollte, ist, nebenbei auch noch reich zu werden.

Zitat von
Konstituieren Sie Ihre berufliche Identität nicht aus Ihren Neigungen und Abneigungen. Bauen Sie Ihr Profil aus Ihren bisherigen Erfahrungen auf. Ihr Ziel ist die Tätigkeit, mit der Sie leben und von der Sie gut leben können.
Spricht hier der Neid des Traumberufs-Besitzlosen? Die Dinge, die man gut kann, kann man deshalb gut, weil man sie gerne macht. Einen Traumberuf auszusuchen, schadet also gar nix.

Schöne Grüße von einer, die in ihrem Traumberuf arbeitet und dabei sogar noch ausgesprochen gut verdient.

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JohannaPink 25.11.2013, 11:32
8.

Der Beitrag ist natürlich nicht völlig unberechtigt. Nicht jeder Germanistikabsolvent kann eine erfüllende Tätigkeit im Kulturmanagement finden, die auch noch adäquat bezahlt ist und eine gewisse Sicherheit bietet. Es gibt natürlich Leute, die das schaffen, aber das sind meist welche, die schon vor Abschluss ihres Studiums konkrete Erfahrungen in einer bestimmten Richtung gesammelt haben. Was mir aufstößt, ist der höhnische Tonfall. "Brüsten Sie sich nicht mit Ihrem Englisch; die Leute mit den 'richtigen' Fächern haben eh schon alle in den USA studiert." Was für ein Quatsch! Es gibt genug Geisteswissenschaftler mit reichhaltiger Auslandserfahrung und hervorragenden Fremdsprachenkenntnissen, und genug Ingenieure, die nichts davon vorzuweisen haben. Mit so pauschalen Herabwürdigungen wird man keine gute Beratung leisten können.

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AusVersehen 25.11.2013, 11:34
9. "Blablabla....."

Zitat von sysop
Manche Fragen machen auch einen erfahrenen Karriereberater beinahe ratlos. Zum Beispiel, wenn eine Germanistin kurz vor Studienschluss nicht den blassesten Schimmer hat, in welchem Bereich sie nach einem Job suchen könnte. Gerhard Winkler will dennoch helfen.
Herr Winkler,

sind Sie sicher, dass Sie den richtigen Job haben?
Da wendet sich ein junger Mensch mit einer konkreten Frage an Sie, wie ihr Karrierestart aussehen könnte und Sie als Karriereberater tun nichts als Kritik an dem Menschen zu üben und dann sabbeln Sie einen Haufen nichtssagender Floskeln herunter, die dem Hilfesuchenden nicht einen Deut weiter bringen.

Herr Karriereberater, die Frage der Dame war doch wohl einfach zu verstehen: "In welchen Bereichen kann ich mich bewerben und was muß ich da tun?"

Und jetzt überlegen Sie, ob Sie der Dame mit folgenden Antworten geholfen haben: "Du hast studiert, praktika gemacht. Die Welt liegt dir zu Füßen. Du weißt nicht wohin es geht, lies einfach auf dem Weg zur Arbeit. Du bist zu alt naiv zu sein. schreiben kannste vergessen, das tun viele, kaum einer schafft es. Dein Studiem ist wie Zahnprophylaxe. Komm in die Gänge. Man hat auf dich nicht gewartet. Schreib in deiner Bewerbung, dass Du spinneflink bist. Du hast versäumt im Ausland zu studieren. Der Job muß dir zufliegen. blablabla..."

Das ist der Inhalt ihrer Ellenlangen Antwort, ohne viel Gesabbel auf die Quintessenz heruntergebrochen.

Jetzt frage ich Sie: "Wer bezahlt Sie eigentlich für diesen Quatsch?"

Als Karriereberater sind sie ein Stümper! Suchen Sie sich einen Job der zu Ihnen paßt, Herr Winkler! Film-/Buchkritiker wäre mein Vorschlag und überlassen Sie den Karriereberaterjob den Leuten, die mit Kompetenz den Menschen wirklich helfen wollen.

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