Forum: Karriere
Bewerbungslügen: Frisch frisiert ist halb gefeuert

Nur nicht erwischen lassen - denkt mancher Bewerber*und erfindet Praktika, täuscht Qualifikationen vor, fälscht Zeugnisse.*Fliegt der Schwindel auf, steht die Karriere auf dem Spiel, selbst Jahre später droht die Kündigung. Lügen lohnt also nicht, wohl aber dezente Lebenslaufkosmetik.

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ogs 18.10.2011, 18:29
40. hä?

Zitat von BlogBlab
Und warum gilt das nicht auch für Länder, die sich mit frisierten Zahlen in die Eurozone gelogen haben?
Auch wenn es weitab vom Thema ist: Weil es dann keine Eurozone gäbe! Jedes Land hat gelogen. Auch Deutschland :-)

Und zurück zur Bewerbung: Ein bisschen Kreativität schadet sicher nicht.

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runawaygirl 18.10.2011, 18:44
41.

Zitat von schmalhans
In USA z.B. ist das Bewerbungsfoto verpönt oder sogar verboten, um Diskriminierung und Fehleinschätzung zu vermeiden. Aber hier in Deutschland sind wir ja, wie so oft, schlauer als der Rest der Welt.
Oh ja... als ich 2008 ein Pflichtpraktikum für mein Studium machen sollte, war gerade in aller Munde, daß man Bewerbungsfotos nun auch offiziell weglassen kann. Super, dachte ich mir, das probierste gleich mal aus!
Ich hab also meinen Satz Bewerbungen komplett ohne Foto weggeschickt. Der Stelle, die mich hinterher angenommen hat, war's egal. Aber irgendeinem bornierten Personaler in Düsseldorf war's nicht egal - der hat in seine Standardabsage tatsächlich noch den Satz reingequetscht, daß so ein Foto ja schon unbedingt dazugehört etc. Da hab ich mir echt vor den Kopf gehauen. Für ein sechswöchiges Praktikum!!

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murdoc2010 18.10.2011, 18:57
42. Frage nach dem Gehalt

Zitat von bietbauer
Warum wird es in Deutschland eigentlich nicht zu Auflage gemacht, daß der Arbeitgeber auch das budgetierte Gehalt für die ausgeschriebenen Stelle in der entsprechenden Stellenanzeige veröffentlicht (wie z. B. in England). Dann weiß der Bewerber im Vorfeld wenigstens auch, ob es sich eine Bewerbung für Ihn überhaupt lohnt. Im Supermarkt oder beim Frisör müssen ja auch alle Waren/Dienstleistungen ausgezeichnet sein. Aber die Lohn-/Gehaltsfrage ist in Deutschland immer so ein "heiliger Gral"!
In meinem Arbeitsvertrag steht z.B., dass ich mit Dritten gar nicht über mein Gehalt sprechen darf. Natürlich ist das etwas utopisch, schließlich wird man wohl nicht die Höhe seines Einkommenes vor der Lebensgefähring verheimlichen können. Auch der Steuerberater weiß da schon zu viel oder die Menschen bei der Sparkasse, die bei vielen Leuten einfach mal so in die Konten schauen.

Von daher dürfte ich bei einem Vorstellungsgespräch gar nicht das aktuelle Gehalt angeben!

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MasterMurks 18.10.2011, 19:04
43. Nö.

Ja, ich bin auf Stellensuche, ja, ich fühle mich von den Arbeitgebern veräppelt und ja, ein Wenig verbittert bin ich auch, aber zum Thema:

Da erwarten die lieben Arbeitgeber doch tatsächlich, dass man ehrlich zu ihnen ist und bloß keine falschen Angaben macht, um den Job zu bekommen, aber wie sieht es denn andersherum aus? Marktführer? Eher Marktbegleiter des selben. Leistungsgerechte Entlohnung? Personalersprech für winziges Fixgehalt, 65% Umsatzabhängige Boni, in der Summe noch immer mickrig. Eigenverantwortliches Arbeiten? Abarbeiten der Vorgaben des Mutterkonzerns, und bitte nicht selbst denken, könnte jemanden verärgern.

Da erwarten die Arbeitgeber, dass man höflich und respektvoll mit ihnen umgeht. Und andersherum? Auf Bewerbungen keine Antwort. Nichtmal eine Eingangsbestätigung. Ruft man an, woran man denn jetzt sei, bekommt man patzige Antworten à la "Das können Sie sich ja wohl denken!". Und wenn Absagen kommen, dann natürlich ohne Begründung. Man könnte ja (nach AGG) was falsches sagen und der Bewerber darf ja bloß nichts lernen für die Zukunft.

Und dann die Bewerbungsgespräche selbst: Was erwarten Personaler denn für Antworten auf Fragen im Sinne von "Was hält denn Ihre Frau davon, wenn Sie nächste Woche für 10 Jahre nach China gehen?". Was für Antworten auf "Wären Sie bereit, auch unbezahlt Ihre Freizeit für das Unternehmen zu opfern?" oder auf "Huiuiui, nur eine zwei im Vordiplom, was ist denn da schief gegangen?"

Mit der Wahrheit ist man da aber sowas von schnell wieder raus, und mir kann niemand erzählen, dass es ernsthaft jemanden gibt, der ALLE Fragen eines Personalers in dessen Sinne richtig und für sich selbst wahrheitsgemäß beantwortet.

Auf Ehrlichkeit im Umgang mit Bewerbern mag man zwar einen Rechtanspruch haben (Menschenrechte?), aber sobald man auch nur daran denkt, diesen auch einzuklagen, kann man sich getrost in die Hartz IV Schlange stellen...

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Luke1977 18.10.2011, 19:06
44. Lohn oder Belohnung

Zitat von franko_potente
Früher hatte man mal einen Beruf, heute einen Job.
Das mag vielleicht daher kommen, dass früher der Beruf etwas mit Berufung und der Lohn etwas mit Belohnung zu tun hatte.

Mittlerweile scheint es aber üblich zu sein, dass man seinem Angestellten als Dank für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit die Kündigung nahelegt (ein 25jähriger ist nun mal billiger, gesünder und kommt mit weniger Urlaub aus).

Und wie schon Politiker in den letzten Jahren festgestellt haben, "muss man sich von der Vorstellung verabschieden, dass man von jedem Vollzeitjob auch leben kann".

Letztlich sind viele Jobs in der Industrie überdurchschnittlich vergütet, aber noch mehr Job in der Dienstleistungsbranche beschämend unterbezahlt.

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frankyboy040 18.10.2011, 19:08
45. Selbstvermartung statt Ehrlichkeit

Wer heutzutage einen guten Job bekommen will, der muss mit den Wölfen heulen. Die Arbeitgeber machen es vor und denken nicht im Traum daran, sich an die Wahrheit oder an gemachte Versprechen zu halten.

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frankyboy040 18.10.2011, 19:16
46. Unrealistisch

Zitat von alterschwede02
Lücken im Lebenslauf sind keine Katastrophe, wenn man nicht gerade im Knast gesessen hat, weil man seinen letzten Arbeitgeber betrogen hat. Kann man eine Geschichte dazu erzählen ist es ok. Und wenn nicht: Will man dann wirklich diesen Job um jeden Preis?
Ihre Entstellung zu Bewerbungen ist zwar Lobenswert hat aber mit der Realität nicht viel zu tun und wird sicher nicht zu einer Einstellung führen. Personaler suchen grundsätzlich immer nach Lücken im Lebenslauf und nach persönlichen Schwächen der Bewerber.

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Eros1981 18.10.2011, 19:21
47. Jaja, wo sehen Sie sich in 5Jahren :-)

Zitat von franko_potente
Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Klare Antwort: Auf Ihrem Posten. Damit ist das Gespräch zwar beendet, aber ein bleibender Eindruck. Diese Frage ist kompletter Unsinn, es gibt nur falsche Antworten.

Diese Frage wurde mir vor circa 10 Jahren nach einer Woche Praktikum vom Chef gestellt. Es ging um eine Position als Auszubildender in dem Berufsbild Kaufmann für Bürokommunikation.

Daraufhin habe ich wahrheitsgemäß geantwortet, dass ich erstmal eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich haben möchte, bevor ich dann weiter plane.

Die Antwort hat ihm wohl nicht gefallen und er fing an mich irgendwie für dumm verkaufen zu wollen, indem er mich fragte, ob ich auch finde das Britney Spears tolle Brüste hat und ähnlichen Mist.

Obwohl die Mitarbeiter mit mir im Praktikum zufrieden waren, bekam ich die Ausbildungsstelle damals natürlich nicht und bin da auch ganz froh drüber. Ich muss nicht unbedingt für so einen Menschen arbeiten.

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Reiner_Habitus 18.10.2011, 19:23
48. ---

Zitat von franko_potente
Oh man. Personalberater sollten tendenziell irgendiwe abgeschafft werden. Vorrangig wird Unsinn erzähl...
Einen habe ich noch:

Meine Mutter ist schon älter und arbeitet nur noch gelegentlich. Sie rief mich letztens total panisch an. Sie hat da einen Fragebogen von der Personalabteilung bekommen. Der üblichen Sermon von QM+HR sollte dort beantwortet werden. Wie zufireden? Welche Ziele, Welche Wünsche bla bla..... Garniert war das ganze mit einem Gesprächstermin über die zukünftigen Möglichkeiten in unserem Unternehmen. Ich erkannte, dass sie sich ernsthaft um ihren geleibten Nebenjob sorgen machte und erklärte ihr, es sei eher ein beratendes Gespräch der HR Abteilung.

Jetzt kommt es aber: Im Nebenjob ist meine Mutter Küchenhilfe........

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augsteinserbe 18.10.2011, 19:40
49. Blender bevorzugt.....

ist doch die Lehre, die ein aufmerksamer Konsument der Wirtschafts- und Politiknachrichten vergangener Jahre ziehen musste. Konzernführer, Manager, Politker, wohin man auch schaut: Blender. Personaler sind selbst oft Blender oder Zivilversager und stellen deshalb gern Ihresgleichen ein. Wie kann man sich denn da so anstellen? Wer es ernst meint, fragt beim Bewerbungsgesprch nicht nur nach "Softskills". Wenn dann nur bla-bla kommt, wissen beide, dass man wohl besser nicht zukommen kommen sollte.

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