Forum: Karriere
Bezahlter Urlaub statt Masseur: US-Angestellte wünschen sich deutsche Sozialleistung
REUTERS

Im Büro wartet der Masseur, zu Hause räumt die Putzfrau auf: Im Silicon Valley werden viele Mitarbeiter verwöhnt. Dabei hätten sie lieber andere Extras - die in Deutschland selbstverständlich sind.

Seite 3 von 6
jujo 04.02.2016, 15:57
20. ...

Zitat von magic88wand
... was hinten raus kommt. Bei renomierten Firmen angestellte Amerikaner bekommen zwar so gut wie keine Sozialleistungen, aber dafür mehr Gehalt. Dort ist die Mentalität: Du musst dich komplett um dich selbst kümmern. In Deutschland ist das anders: Der Staat sagt dir, was gut für dich ist. Der Grund, warum Amerikaner lieber Krankenkassenzuschüsse bekämen als 30-Dollar-Büchergutscheine liegt auf der Hand: Sie sind mehr Wert. Denn ... und so weiter, Kohl-Zitat.
Gut, in der Seefahrt ist es etwas anders als in "normalen" Berufen.
Mein Wissensstand ist ev. nicht mehr aktuell.
Ich war bei der Rentenberatung in HH bei der Seekasse,
habe nur unter deutscher Flagge gefahren und hatte über 40 Jahre Beiträge eingezahlt, davon 30 Jahre bis zur und über die Bemessungsgrenze. Ich bin mit 60 Jahren in die Vollrente gegangen, ohne Abschläge. Der Blüm´sche Abschlag von 18% wurde durch die Seekasse ausgeglichen.
In der nächsten Beratungsbox "weinte" ein Kollege herum der 30 Jahre fremde Flaggen gefahren hatte, nicht privat (!) vorgesorgt hatte und jammerte, das er von 500€ Rente nicht leben könne, er hat halt sein Gehalt "all in" bekommen und das als netto verlebt.
Amerikaner die zwar vorgesorgt hatten, in Fondds einzahlten zur Alterssicherung, stehen jetzt mit 80 bei Walmart an der Kasse, machen Handlanger jobs um ihre kargen Bezüge aufzubessern.
Fazit: Ich bin jetzt froh über die "Fürsorge" des Staates und das ich den Verlockungen des mehr nettos unter fremder Flagge wiederstanden habe. Ich habe keine finanziellen Sorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ir² 04.02.2016, 16:03
21.

Jeder will das Eis vom anderen haben, weil er denkt das schmeckt besser...
Ich weiß oft nicht was anfangen mit den freien Tagen, und eine Haushaltshilfe würde ich schon gegen Freizeit eintauschen. Aber das darf man ja in D nicht laut sagen.....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tauem 04.02.2016, 16:13
22. Das ist -wie hier üblich- nur die halbe Wahrheit

"US-Angestellte wünschen sich deutsche Sozialleistungen."

Was sie keineswegs wünschen, sind die Sozialabzüge dafür. Sie wünschen sich nur Freibier. Denn alleine die Sozialbeiträge sind hier in Deutschland höher als ihre Einkommenssteuer. Sogar höher als die prozentuale Einkommensteuer des Ehepaars Obama. :-)

Ein Amerikaner im Rentenalter, der in etwa ein Einkommen hat wie der deutsche Durchschnittsrentner, bezahlt für seine Krankenversicherung hingegen gar nichts*. Im Gegensatz zu einem deutschen Durchschnittsrentner, der 184 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung von seiner sowieso schon kärglichen Rente zahlen muss und damit ein Nettoeinkommen von 870 Euro hat. Wohl bemerkt: 870 Euro ist heute die Durchschnittsrente. Und die soll noch weiter beschnitten werden. Damit die Politik ihr Lieblingsspielzeug, die Einwanderung auf Sozialkosten, finanzieren kann. Darüber sollte man mal den amerikanischen Durchschnittsverdiener, der über die Fonds seiner Union für das Alter abgesichert ist, informieren. Der hat im Gegensatz zu einem Deutschen um 4.000 Dollar Rente im Monat aus seinem Fonds. Das relativiert dann natürlich den Wunsch nach dem deutschen Sozialbetrugssystem. Nur optisch gut.

*Wikipedia: "Einwohner mit einem Einkommen von bis zu 133 % der staatlich festgelegten Armutsgrenze (2013: 11.490 USD Jahreseinkommen für Alleinstehende) werden durch die (sozialstaatliche) Medicaid versichert."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jujo 04.02.2016, 16:23
23. #26

Dann stehen die alten US Bürger nur aus Langeweile in den Geschäften und handlangern?
Oder Sie stehen dort weil sie es müssen, da ihre Fonds an der Börse abgeschmiert sind!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
the_rover 04.02.2016, 16:24
24. Alles eine Geldfrage ...

Mal schauen, ob die betreffenden US-Angestellten immer noch unsere Sozialleistungen haben wollen, wenn sie wüssten, was sie dann alles von ihrem Gehalt abgeben müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tgu 04.02.2016, 16:30
25. Unterm Strich!

"...Zuzahlung zur Krankenversicherung. Es folgen: bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Rentenbeitrag"
natürlich alles wichtiger als eine Gehaltserhöhung! Und warum? Weil dies zusammen aus eigener Tasche mehr kostet als eine Gehaltserhöhung bringt.

Klar kommt bei uns das System langsam an seine Grenzen, wenn auch 90% des Vermögens in Deutschland garnicht dazu beiträgt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Reza Rosenbaum 04.02.2016, 16:36
26. Existenzminimum

Zitat von misterknowitall
Ach kommen Sie. Die Hälfte der Bevölkerung in den USA lebt am Existenzminimum. Und den Senioren geht es in den Staaten sicher nicht besser als hier. Außerdem wird der Zusammenbruch der Sozialkassen auch seit 30 Jahren heraufbeschworen und trotzdem klappt es immer noch sehr gut. Man darf nur nicht den Fehler machen und zuviele Ausnahmen zulassen oder Einzahler aus dem System entlassen. Den wie bei allen Umlagen wird es für den Einzelnen immer teuerer je weniger einzahlen. Ach was rede ich, besonders auffällig an dem Amisystem ist ja der Egoismus, und Sie scheinen genau dies zu präferieren. Sowas hat natürlich keinen Platz in einem Sozialsystem.
Also, das Medianeinkommen in D liegt bei 35.000 Euro im Jahr, das der USA bei 51.000 Dollar, was einen Gegenwert von 45.000 Euro haette, aber im Kaufkraftsvergleich wohl eher bei Mitte 50k Euro liegen wird. Und das Medianeinkommen von Rentnern (ohne Gehalt, falls Sie doch noch hier und da arbeiten) liegt in D bei knapp 1.300 Euro im Monat, und in den USA bei 1.900 Dollar (knapp 1,700 Euro). Diese Eckdaten erzaehlen natuerlich nicht die ganze Geschichte hier, deuten aber, wenn ueberhaupt, eher darauf hin, dass es den Arbeitnehmern und Rentnern in den USA zumindest finanziell eher nicht schlechter geht als denen in D.

Die USA haben ausserdem ein durchaus gut funktionierendes sozialhilfesystem mit Social Security, dass den Ansturm der immer-hungrigen Politiker auf die Fleischtoepfe der Arbeitnehmer wesentlich besser ueberstanden hat als das Renten/Sozialsystem in Deutschland.

Wann immer ich in den USA gearbeitet habe, war meine Krankenversicherung wesentlich billiger als in D, bei vergleichbaren oder besseren Leistungen. Die meisten Arbeitgeber (selbst McD) zahlen fuer Krankenversicherung, beteiligen sich an der Altersvorsorge (in Form eines 401k-Zuschusses), zahlen im Krankheitsfall weiter, und bieten fuer laengere Abwesenheiten short-term und long-term disability Versicherungen an. Die meisten bieten auch eine stark subventionierte Lebensversicherung an.

Der Artikel ist allgemein sehr missverstaendlich geschrieben - glassdoor hat die Leute gefragt, welche Arbeitgeberleistungen sie am meisten schaetzen, nicht, was sie am liebsten haetten aber nicht haben. Man kann aus dem Ergebnis nicht ableiten, dass all die Arbeitnehmer, die sagen, sie schaetzen ihre KV, keine KV haben, was der Artikel aber suggeriert. Diese Umfrage wuerde in D vermutlich fast Deckungsgleich ausfallen - die meisten Leute schaetzen ihre KV...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Reza Rosenbaum 04.02.2016, 16:46
27. Hungernde Horden in den USA?

Zitat von lumby
jaja... die paradiesischen Zustände in den USA. Da hat man wenigstens noch die Freiheit, völlig ruiniert zu werden oder gleich zu sterben, weil die privat organisierte Krankenversicherung so teuer ist. Wenigstens kein bevormundendes Solidarsystem, das die Schwächsten auffängt. Nur wer arbeitet, soll auch essen dürfen! Und wer nicht arbeiten kann hat Pech gehabt! Schöner Sozialdarwinismus den Sie hier propagieren. Wie der Ami sagt: "Don't let the door hit you on your way out."
Wo sind denn all die hungernden Horden in den USA, die Sie hier beschwoeren? Und seit wann ist die Krankenversicherung in den USA teurer als in D? Haben Sie mal die Zahlen verglichen?

Also ich fand das schon ein bissel merkwuerdig in Deutschland, dass ich als Single Arbeitnehmer genau die gleiche KV-Abgabe zahle wie jemand, der eine achtkoepfige Familie hat und versichert. Und wo ist denn in D die "Solidargemeinschaft" wenn es ans Eingemachte geht, naemlich bei chronische Erkrankungen, die zur Langzeitarbeitsunfaehigkeit fuehren oder bei Pflegefaellen. Da wird Ihnen auch in D alles unterm A.sch weggepfaendet, bis Sie dann irgendwann bei GruSi landen. Und wo ist das besser als SSC in den USA? Gerade in D wurden doch unter Schroeder die Sozialsysteme zur Profitmaschine fuer Privatunternehmen umfunktioniert. Die Deutschen leben nur immer noch in der Nostalgie der Solidargemeinschaft. Die Realitaet ist laengst eine ganz andere.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schweinebengel 04.02.2016, 17:29
28. Der Artikel hinkt

Eine Forderung von mehr Sozialleistungen aus dem Silicon Valley finde ich wirklich scharf. Die Amis, geil. Die Unternehmen im Valley zahlen US-weit die hoechsten Durchschnittsloehne. San Francisco Bay ist mit Abstand die teuerste Wohngegend der USA, gerade weil dort so hohe Loehne gezahlt werden. Das Sozialsystem schimpft sich dort Social Security (SSN), und sichert eine Rente nach dem Erreichen der Altersgrenze. Abhaengig davon wie lange man in das System eingezahlt hat, ist die Rente kleiner oder groesser, wie bei uns. Unsere heutigen Rentner moegen noch ausreichend versorgt sein, nur was ist in 20 Jahren ? Ohne Rentenzusatzversicherung werden wir ebenfalls einen Zweitjob brauchen oder stempeln gehen. Praktisch genau wie in den USA. Arbeitslosengeld ist in den USA kein Teil des Sozialsystems, sondern wird anderweitig geregelt, sichert aber ebenfalls 60% des letzten Gehaltes fuer die Dauer von 6 Monaten, man muss vorher nur ein Jahr angestellt gewesen sein. Grosse Unternehmen bieten ebenfalls eine Krankenversicherung an, teilweise sogar mit Dental- und Vision-Plan. Auch 25 Tage Urlaub bzw. Frei-Tage (PTO) sind keine Seltenheit. Es ist also nicht so dass es das nicht gibt. Jeder Arbeitgeber bietet weitere freie Tage an, nur sind diese dann unbezahlt.
Anders sieht es bei Kleinunternehmen aus. Die Gehaelter sind geringer, also zahlt man weniger in die SSN, also weniger Rente. Weniger Gehalt heisst kein Geld fuer Zusatzversicherung. Mit Einfuehrung von Obama-Care zwingt man den Menschen und Unternehmen eine Krankenversicherung auf. Allerdings ist dies weiterhin freiwillig. Als Arbeitgeber muss man eine Versicherung anbieten, aber der Angestellte muss sie nicht nehmen. Wenn er nach 12 Monaten immer noch keine Versicherung hat, muss er eine Strafgebuehr zahlen, je nach Staat zwischen 1200 und 2000 Dollar. Durchschnittlich 1600 Dollar Strafe im Vergleich zu 3600 Dollar Beitrag pro Jahr macht die Rechnung einfach, und krank wird man ja nicht. Der "schlaue" Amerikaner sieht eine Krankenversicherung nicht als Sozialleistung, sondern als Einschnitt seines persoenlichen Eigentums. Man "klaut" ihm praktisch 1600 Dollar fuer eine Strafgebuehr, oder sogar 3600 Dollar fuer eine KV, die er privat nie abgeschlossen haette. Das gesamte System USA ist einzig allein auf Geld aufgebaut, das Wort "sozial" wird dort nicht gelehrt. Und Geld erzieht Egoisten, das ist nun mal so.
Es waere schoen wenn SPon mehr Hintergrundinformationen liefern wuerde, z. B. dass das Durchschnittseinkommen in Silicon Valley bei 100.000 Dollar liegt. Die Forderungen von Mehrleistungen aus dem Silicon Valley ist reiner Egoismus und Gier, nichts anderes. Die Leute bekommen bereits alle normalen Leistungen und moechten diese Zusatzleistungen on top, nicht anstelle. Bitte zum Vergleich nochmal die Angestellten einer Baeckerei in Baltimore befragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sekundo 04.02.2016, 17:54
29. Über die

Zitat von analyse
nur möglich sind,mit der Sozialen Marktwirtschaft,a la Ludwig Ehrhard/CDU. Das ist wichtig,weil sie sonst wohlmöglich jemand wählen,der behauptet,mit sozialistischer Wirtschaft,könne man soziale Leistungen finanzieren !
von Ihnen so glorifizierte Soziale Marktwirtschaft
hat Heiner Geissler (CDU) geschrieben:

"Ich wünschte meine Partei hätte den Mut
und die Kraft den Menschen zu sagen,
dass die sog. Soziale Marktwirtschaft nichts
anderes als Kapitalismus ist".

Dieser Etikettenschwindel dient lediglich
der Beschwichtigung!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 6