Forum: Karriere
Blackout eines Fußballreporters: "Viele haben mir den Schlaganfall nicht abgenommen"
privat

Mitten in der Fußball-Liveübertragung redete er wirr - und merkte zunächst gar nicht, was passiert war. Neun Jahre danach spricht Sportreporter Frank Schmettau über seinen Schlaganfall, Spott im Internet und den Karriereknick.

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bunterepublik 05.10.2015, 14:32
10. Danke

Vielen Dank für Ihre bewundernswert Ehrlichkeit.

Regelmäßig sind alle Blicke ja immer nur auf die Winner gerichtet, die oftmals durch bloßes Glück nach oben gespült wurden, die vielen, die auf der Strecke bleiben, werden ignoriert und verdrängt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

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stoke44 05.10.2015, 14:33
11. Chapeau!!

Ich bin sehr beeindruckt von dieser Offenheit einerseits und von der gleichermaßen schonungs- wie vermutlich auch gesundheitlich alternativlosen Selbsteinsicht und dazu diese dann auch noch öffentlich zu Wort zu bringen.
Meinen tiefen Respekt, Herr Schmettau!

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jfkai 05.10.2015, 14:43
12. Respekt ...

... für diese unglaublich offenen, ehrlichen Worte - und ein großes Dankeschön obendrein. Möge es Ihnen in Zukunft sowohl gesundheitlich wie beruflich deutlich besser gehen. Alles Gute!

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itolduso 05.10.2015, 15:56
13. Fahrlässiges Verhalten

Also erst einmal ist es gut, dass es Frank Schmettau wieder besser geht. Aber wenn keiner es tut, dann zieh ich eben jetzt hier die A-Karte: Nach einem Schlaganfall weiter so ungesund zu leben, halte ich schon für etwas fahrlässig, egal welche familiären Probleme da ihren Beitrag geleistet haben mögen. Das weiß Schmettau natürlich auch selbst und jetzt: Feuer frei!

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GyrosPita 05.10.2015, 17:02
14.

Zitat von nageleisen
Kann die moderne Medizin nicht einen Beweis liefern. Tagaus und Tagein reden uns ein Medien ein, dass da draußen so etwas die moderne Medizin existiert. Und die ist allwissend und trägt weiß. Leider wissen es die Betroffenen besser.
Für was soll die moderne Medizin denn einen Beweis liefern wenn einer nach einem überstandenen Schlaganfall qualmt wie ein Schlot und auch sonst alles andere als gesund lebt?

Immerhin jammert er nicht rum und sucht die Schuld bei anderen...

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peterpullin 05.10.2015, 18:02
15. vieles klingt einfach ...

...aber praktisch ist es das nicht. hier schreiben viele betroffene und auch andere die tipps geben, sich wundern.
ich selbst, faktor 5 hatte, hatte mit knapp 30 den ersten schweren schlaganfall: nicht diagnostiziert, der arzt tippte auf geklemmten nerv. in der folgezeit kämpfte ich um meine firma. alles was immer leicht, selbstverständlich war, war plötzlich anstrengend. meine ausrichtung vom linkshänder wurde immer schwammiger, mehr hin zu rechts. dann war ich froh als mein kompagnon irgendwann nicht mehr wollte und wir die firma schlossen.
also hab ich was neues angefangen und bin das ganze entspannter angegangen. letztendlich der grösste fehler. hätte ich gewusst was da passiert war, hätte ich nie mehr neu angefangen. hätte mir einen beamtenjob gesucht und wäre heute pensionär. so habe ich mich nun jahrelang mit wechselndem erfolg durchgekämpft - bis zum zweiten schweren schlaganfall. seither gibt es eine diagnose, weiss ich was damals passiert ist. ich hab nun 2 jahre gekämpft, wissen und fertigkeiten wieder erworben, bin "gesund". aber der kampf ist noch härter geworden. es gibt phasen da gehts kaum weiter, möchte ich an die altersvorsorge ran, alles hinwerfen. doch dann passiert meistens etwas wunderbares: ich habe damals, nach dem ersten infarkt, angefangen nach einer frau zu suchen. wollte eine familie gründen, irdendwie normaler werden als ich vorher war. hat geklappt, ich hab zwei tolle kinder und ne tolle frau. das bringt mich immer wieder nach vorne - auch wenn ich oft wohl auch belastung bin: vergesslich, ungewollt rücksichtslos, unaufmerksam,...!
aber hätte ich die diagnose damals erhalten hätte ich das nie mehr erlebt. mit dem wissen von heute hätte ich keine kinder, keine familie.
und das ist das was über den schock hinweghilft: verdrängen, irgendwie normal weitermachen, nicht nach hinten gucken! und nicht nach vorne - denn dort lauert etwas, was keiner von uns betroffenen eigentlich wissen will ....
also hat der autor etwas richtig gemacht. aber auch vieles so falsch wie ich. aber es gibt eben dinge für die gibt es keinen plan, keine erfahrung. erst die zeit zeigt, was geht.

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tizian 05.10.2015, 20:45
16. Respekt

Dieses sehr offene Interview hat mich betroffen zurück gelassen und ich möchte Ihnen viel Erfolg und vor allem Gesundheit für Ihre Zukunft wünschen.

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klar15 05.10.2015, 21:05
17. Genau so ist es also hat der autor etwas richtig gemacht. aber auch vieles so falsch wie ich. aber es gibt eben dinge für die gibt es keinen plan, keine erfahrung. erst die zeit zeigt, was geht.

Danke - für diesen Beitrag! "also hat der autor etwas richtig gemacht. aber auch vieles so falsch wie ich. aber es gibt eben dinge für die gibt es keinen plan, keine erfahrung. erst die zeit zeigt, was geht."
Ich bin - bis jetzt - kein Betroffener, Gott sei Dank, beschäftigte mich jedoch beruflich viel mit Resilienz. Und um die geht es - bei aller Anerkennung der medizinischen Disposition - auch.

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misanthropica 06.10.2015, 11:21
18. ....

Hatte vor einigen Monaten ebenfalls einen Kleinhirninfarkt und mit zwei Ansätzen nochmal "nachgelegt". Bin nicht belastbar, ständiger Tinnitus, Schwindel etc. Sprache wie Motorik jedoch wieder in Ordnung.
Beruflich stand nach 15 Jahren Selbständigkeit eine Neuorientierung an, was durch den Schlaganfall jedoch nicht mehr umsetzbar ist. Wie es weitergehen soll, weiß ich derzeit nicht. Mit nunmehr 40 Jahren, die beileibe nicht immer leicht waren, eine bittere Pille und wohl das frustrierendste, was mir bisher passiert ist.
Sowohl dieser Punkt, als auch die ständige Sorge, dass wieder etwas passiert, nagt unvorstellbar am Selbstbewusstsein und ist eine extreme psychische Belastung. Und ja, für Außenstehende ist dies leider nicht erkennbar, was es auch nicht zwangsläufig einfacher macht. Und nur mal so: In meinem Fall war ein sog "Formen ovale" verantwortlich. Etwas, das ca 1/4 aller Menschen hat und nur wenig mit dem Lebenswandel zutun hat. Es ist dann schlichtweg "Pech", wie der Arzt es nannte. Ein "Pech", welches ich nur wenigen Menschen wünsche.

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spon-facebook-10000592155 06.10.2015, 12:25
19. Ursel

Ich wünsche alles Gute!
Meine aber auch das es ein Problem unserer Generation ist.
Immer mehr,immer schneller ohne Rücksicht auf unsere Kräfte.Die Vorbilder konnten viel leichter Erfolgreich sein!

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