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Bürowelten: Wenn Beamte um ihre Einzelzellen bangen
AP/dpa

In Bundesbehörden sind die Bürogrößen penibel geregelt: Dem Minister stehen 48 Quadratmeter zu, die Schreibkraft bekommt nur sechs. Der Trend geht auch in Behörden zum Großraum, wie längst in Unternehmen. Manche Mitarbeiter meutern und murren über "Käfighaltung".

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acitapple 23.08.2013, 13:35
60.

Zitat von sysop
In Bundesbehörden sind die Bürogrößen penibel geregelt: Dem Minister stehen 48 Quadratmeter zu, die Schreibkraft bekommt nur sechs. Der Trend geht auch in Behörden zum Großraum, wie längst in Unternehmen. Manche Mitarbeiter meutern und murren über "Käfighaltung".
ich halte von diesen großraumbüros absolut nichts. einmal saß ich mit 40 anderen auf so einem riesigen floor, mind. 10 versch. nationalitäten. das war ein abartiges kauderwelsch und das klischee vom lauten italiener ist gar kein klischee ! wie erwähnt, mag es für manche berufsbilder förderlich sein, für andere ist es jedoch nicht so. wer das ignoriert darf sich über negative auswirkungen nicht wundern.

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knightsurfer 23.08.2013, 13:58
61. Ist ja nur das Ministerium, in Hamburg Behörde genannt

Es wird den Ablauf in den normalen Finanzämtern wahrscheinlich nicht tangieren, aber mal ein anderer Punkt: Wie schlecht muss es um die Kommunikationsstruktur in dieser Behörde bestellt sein, wenn man zu so rigorosen Maßnahmen schreitet, ich unterstelle mal, dass die sinkende Produktivität auch dem Herrn Senator bekannt ist.

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mel1401 23.08.2013, 14:00
62. @akmsu74

Also, in UK wird definitive im Grossraumbuero sehr wohl gearbeitet, zum Quatschen trifft man sich in der Kueche. ;) Und das war bisher in allen (mal eben ueberlegen) fuenf Bueros so, in denen ich bisher gearbeitet habe, ist also nicht wirklich ne Ausnahme...

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chb_74 23.08.2013, 14:13
63. TEamarbeit und Großraumbüro

Zitat von ir²
Ich arbeite seit 30 Jahren in der Industrie im Grossraumbüro mit bis zu 10 Mitarbeitern. Anders ginge es auch nicht, denn die Teamarbeit geht nur im Team. Klar, die Chemie muss stimmen, und alle müssen sich dem Arbeitsumfeld Grossraumbüro anpassen, aber ich möchte nicht alleine oder zu zweit sitzen. Die Stimmung ist besser, es wird mehr gelacht, und wer mal Ruhe braucht für eine knifflige Sache, findet immer eine Rückzugsmöglichkeit.
Wenn Sie für industrielle Teamarbeit einen Hühnerstall brauchen, dann haben Sie schlechte Team- und Kommunikationsstrukturen. Da wo diese nämlich funktionieren, sind auch 2er-Büros mit meist geöffneter Tür genauso kommunikativ, aber produktiver (weil man sie nämlich bei Bedarf auch zumachen kann).
Wer z.B. häufig in Telefonkonferenzen sitzt (und das sind alle, die in internationalen Konzernen etwas Qualifiziertes zu Sachverhalten beizutragen haben), kann das nicht vom Großraum aus machen. Also gehe ich in en Telefon-Kabuff, muss aber einen Stapel Ausdrucke mitnehmen, damit ich alle Unterlagen präsent habe (einen PC, an dem ich dann auf die Online-Präsentation oder Datenbanken zurückgreifen kann, gibt es da aus Kostengründen ja meist nicht). Die richtigen Ausdrucke habe ich dann natürlich im Zweifel nicht dabei, weil irgendwas außer der Reihe aufgerufen wird und damit ist die TC ineffizient. Im Großraum sind TCs aber unmöglich, allein schon aus Respekt gegenüber den anderen Teilnehmern, denn die verstehen nichts mehr, wenn im Hintergrund ein hoher Geräuschpegel herrscht.

Deswegen: Kreativ-Teams, die nur auf sich fokussiert sind, mögen im Großraum besser arbeiten, das kann sein. Alle anderen haben eklatante Nachteile gegenüber kleinen Büros. Meiner Erfahrung nach ist die produktivste Umgebung das 1er- oder 3er-Büro mit "open door"-Policy, d.h. Türen sind in der Regel offen und man tauscht sich schnell ohne Hürde aus, aber wenn Ruhe gebraucht wird, ist die Tür des Arbeitsplatzes zu und bleibt auch zu. Dagegen hat "open space" in keiner Disziplin einen Vorteil, meist nur Nachteile, gerade weil die adäquaten Rückzugsmöglichkeiten eben meist weggespart werden.

Zum "Spaß": ich bin nicht zum Quatschen im Büro, sondern zum Arbeiten. Gequatscht wird in der Pause oder beim Feierabendbier. Miteinander ein kurzes Schwätzchen halten über dies und das kann man auch in der Kaffeeküche oder auf dem Flur. Dann stört man nämlich auch die Nachbarn nicht, die gerade gerne arbeiten möchten...

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Dumme–Pute 23.08.2013, 14:18
64.

Soll das ein Witz sein?

Beamte sollen etwas arbeiten und das in den eigenen vier Wänden?

Zitat 32.
uncle scrooge heute, 11:40 Uhr
Schon mal über Tele- Wohnraumarbeit nachgedacht? Natürlich nur, wo es auch sinnvoll ist. Spart den Firmen/Behörden viel Geld, Verkehrsaufkommen wird reduziert, konzentriertes Arbeiten in angenehmer Umgebung.

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chb_74 23.08.2013, 14:19
65. Richtige Planung

Zitat von danubius
Ernsthaft: richtig geplant lassen sich Großraumbüros heute sehr gut gestalten, Individual- und Gemeinschaftsplätze mit Sicht- und Lärmschutz sind genauso möglich wie Ruhe- und Besprechungsecken. ... Die meisten Leute bzw. Entscheider verwechseln allerdings ein Großraumbüro mit einem großen Büroraum, in den man den ganzen Plunder aus den Einzelbüros ohne weitere Diskussion nur zusammenlegt.
Es plant aber keiner "richtig", sondern man nimmt einfach einen leeren Etagengrundriß ohne Zwischenwände und steckt dort so viele Leute rein wie die BG gerade noch toleriert. Ruheecken, gar Grüninseln oder so, kosten Platz und damit Geld und sind damit als erstes gestrichen.

Das ist ja genau der Punkt: viele Ideen sind gut, aber nur komplett als Gesamtkonzept. Wer die genehmen Einzelelemente rauspickt, bekommt am Ende die schlechteste und oft teuerste Lösung (Beispiel: es heisst oft, man möge doch den laschen dänischen Kündigungsschutz bei uns einführen - dabei wird aber vergessen, dass in Dänemarkt 4 Jahre 90% (auf eine bestimmte Summe gedeckelt) Arbeitslosengeld gezahlt werden; das eine funktioniert aber nur untrennbar verbunden mit dem anderen, sonst ist es menschunwürdiger Manchester-Kapitalismus à la USA).

.

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soano 23.08.2013, 14:27
66. Im Grossraumbüro arbeiten nur

Hab das selbst für ein paar Jahre am eigenen Leib erfahren. Man kriegt ständig Gespräche aus der Arbeitsgruppe mit, die einen irgendwie betreffen, und kann sich nicht auf die Aufgabe konzentrieren. Ständig läuteten Telefone.
Irgendwann sassen alle mit Kopfhörern rum oder kamen erst um 14 Uhr, damit sie zwischen 19 und 23 Uhr produktiv arbeiten konnten.
Für komplexe gedankliche Tätigkeiten geht halt nix über die sounddichte gute alte Einzel-Zelle...

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mel1401 23.08.2013, 14:30
67. @chb_74

Wie schoen, dass man online auch einfach mal seinen Senf dazugeben kann, wenn man gar keine Ahnung hat... ich sitze hier gerade im Grossraumbuero, um mich herum so ca. 30 Leute - und der Geraeuschpegel ist quasi null. Man lern naemlich u.a. auch, aufeinander Ruecksicht zu nehmen. Uebrigens, die Leute hier haben auch alle mit internationalen Partnern zu tun und ne Menge zum Sachverhalt beizutragen. ;) Geht ja doch viel per Email heute... Sollte ich tatsaechlich mal eine TC haben, dann kann ich einen Laptop mitnehmen in ein Buero mit Tuer (das ging bisher auch in allen meinen Jobs), und dann ueber wireless auf das gemeinsame shared drive zugreifen und brauch nix auszudrucken. Meistens gibt es auch noch spider phones, so dass man dann in groessern TC mit dem ganzen Team auch alles hoert. Das sind alles keine grossen Investitionen, die hier auch die kleineren charities und NGOs schon vor Jahren getaetigt haben. Geht alles, muss nur in die Buerokultur integriert warden...

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hector13 23.08.2013, 14:36
68. optional

Wir sind alle gleich. Haben den selben BMI und die selben Frisuren. Deshalb ist die Diskussion hier ziemlich fruchtlos. Ich habe Kollegen, die problemlos im GRB arbeiten können (i.d.R keine Führungskräfte). Andere haben nur Stöpsel in den Ohren und lassen jedes Telefonat auf den AB laufen, um die dann irgendwann mal abzuarbeiten. Es kommt auf den Menschen, die Aufgabe und die Büroausstattung/Gestaltung an. Aber an letzterem wird konsequent gespart. Schade. Dabei arbeiten die meisten Menschen gerne und eigenständig. Rumlungern tut keiner.

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Philipp Odell 23.08.2013, 15:06
69. optional

Mist bleibt Mist, auch wenn es noch so sehr von Unternehmensberatern beworben wird. Worum geht es denn dabei wirklich? Es geht um eine bessere Überwachung der Mitarbeiter - durch den Vorgesetzten und durch den Kollegen. Ich habe ab 1989 bei einem namhaften Unternehmen der Mineralölindustrie einige Jahre in einem Großraumbüro gearbeitet. 1995 haben sie es abgeschafft und Einzelzimmer eingebaut. Das ist eine tolle Referenz!

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