Forum: Karriere
"Bufdis" verzweifelt gesucht: Der Zivi geht, die Arbeit bleibt

Aus Zivis werden "Bufdis", das war der Plan für den Bundesfreiwilligendienst. Einen Monat nach der Einführung zeigt sich: Der Start ist gründlich verkorkst. Abiturienten kennen das neue Angebot kaum, die Bewerberzahlen sind im Keller. Politik und Verbände streiten sich jetzt munter, wer schuld ist.

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Silberstern 30.07.2011, 12:31
10. Hallo Silberstern!

Zitat von Hador
Geld ist nicht wirklich das Problem, denn das FSJ wird auch nicht besser bezahlt. Dafür gibts aber mehr Bewerber als Plätze.
Das liegt aber daran, dass viele FSJ-Plätze Auslandserfahrung versprechen und der Rest sich zumindest in einigen Sparten im Lebenslauf gut macht - was aber auch überschätzt wird. Wer so blöd ist und seine Karrierebeginn freiwillig nach hinten rausschiebt und damit Verdienstjahre verschenkt um als unterbezahlte Billig-Hilfskraft schuftet ist nicht nur schön blöd sondern fördert auch das Lohndumping-Problem im Staate.

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gustavscott 30.07.2011, 12:38
11. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze

Hier muß keine neue Billigarbeit ohne Sozialversicherung sondern sozialversicherungspflichtige gut bezahlte Arbeitsplätze. Aber genau dafür soll kein Geld ausgegeben werden.

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suum-cuique 30.07.2011, 12:50
12. jaja...

...was waren das noch für goldene Zeiten indem man (Vollzeit-)Pflegekräfte durch Zivildienstleistende ersetzen konnte?
Und das tollste daran: Das ganze kostete nicht mehr als nen Apel undn Ei und die Wehrpflicht sorgte automatisch stets für viel billigen Nachwuchs.

Zeiten ändern sich - Gott sei dank.

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Hador 30.07.2011, 12:54
13. Nein, keinen Titel

Zitat von Silberstern
Das liegt aber daran, dass viele FSJ-Plätze Auslandserfahrung versprechen und der Rest sich zumindest in einigen Sparten im Lebenslauf gut macht - was aber auch überschätzt wird. Wer so blöd ist und seine Karrierebeginn freiwillig nach hinten rausschiebt und damit Verdienstjahre verschenkt um als unterbezahlte Billig-Hilfskraft schuftet ist nicht nur schön blöd sondern fördert auch das Lohndumping-Problem im Staate.
Sie haben nicht ganz unrecht. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich persönlich finde, dass ein FSJ oder komplett unbezahlte Arbeit bei Organisationen wie dem THW oder freiwilligen Feuerwehr schon etwas für sich haben und durchaus wichtige Erfahrungen bringen können. Ist aber im Endeffekt Ansichtssache.

All das ändert aber nichts daran, dass der Bundesfreiwilligendienst auf jeden Fall eine absolut nutzlose Zweigleisigkeit darstellt und das Geld sinnvoller ins FSJ investiert wäre.

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Vancouverona 30.07.2011, 12:56
14. Es gibt eine einfache Lösung

Es gibt über 3 Millionen Arbeitslose, von denen viele in HartzIV Armut versacken und von denen viele gerne wieder einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen würden.

Alle Arbeitslosen zum Freiwilligendienst "verurteilen" geht aus gesetzlichen Gründen nicht.

Wie wäre es denn, wenn man den interessierten Arbeitslosen anbietet, daß Sie ihren Freiwilligendienstlohn vollständig behalten dürfen - ohne Abzüge beim HartzIV?

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PeteLustig 30.07.2011, 13:01
15. .

Zitat von Transmitter
Wenn Hilfsarbeiter, Strassenreiniger, Handlanger, Klowärter, Pflegehilfskräfte usw. beispielsweise 3.000 Euro verdienen können, würden sie die Jobs doch sofort machen. Die Alternative Hartz IV zieht dann nicht mehr.
Volkswirtschaftlicher Nonsens.
Sind Sie mit den Lebenshaltungskosten der Schweiz oder Norwegens vertraut?
Die von Ihnen protegierten Berufsgruppen (gegönnt sei es ihnen unbenommen) würden von der entsprechende Lohnsteigerung nicht profitieren, denn die Erhöhung würde zeitgleich wieder aufgefressen werden. Denn ein Brot würde in Ihrem System zwangsläufig das Dreifache kosten.

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max-mustermann 30.07.2011, 13:09
16. Mir kommen gleich die Tränen

Ja es ist schon furchtbar wenn auf einmal die Niedriglohn Sklaven wegfallen und mann sich um richtiges Personal bemühen muss. Ich kann mich noch gut an meinen Zivildienst im Altenheim erinnern, Vollzeitjob mit 40 Stunden Woche der mir einen grandiosen Stundenlohn von 1,35 DM bescherte und im Nachhinein, welch Ironie, sogar einen 1 Euro Job als deutlich erstrebenswerter erscheinen lässt.

Also liebe Sozialverbände wenn schon Vollzeitjobs dann bitte mit ordentlichem Lohn und Sozialversicherung, welche euch über mehr Beitragszahler in die Sozialkassen ja auch wieder zu gute kommen, und hört endlich mit dem peinlichen Geheule auf.

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tp13 30.07.2011, 14:07
17. zu unkompliziert, um wahr zu werden

Zitat von Vancouverona
Es gibt über 3 Millionen Arbeitslose, von denen viele in HartzIV Armut versacken und von denen viele gerne wieder einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen würden. Alle Arbeitslosen zum Freiwilligendienst "verurteilen" geht aus gesetzlichen Gründen nicht. Wie wäre es denn, wenn man den interessierten Arbeitslosen anbietet, daß Sie ihren Freiwilligendienstlohn vollständig behalten dürfen - ohne Abzüge beim HartzIV?
Das kann nicht funktionieren. Und zwar weil das eine sachliche, einfache, elegante und gute Lösungsidee ist, so etwas würden die in solchen Fällen reibungslos zusammenarbeitenden Bürokratiemonster niemals erlauben. Wo kämen wir denn sonst hin?

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Syriolan 30.07.2011, 14:18
18. Armutszeugnis

"Also liebe Sozialverbände wenn schon Vollzeitjobs dann bitte mit ordentlichem Lohn und Sozialversicherung, welche euch über mehr Beitragszahler in die Sozialkassen ja auch wieder zu gute kommen, und hört endlich mit dem peinlichen Geheule auf."

Danke - ich arbeite auch in einem sozialen Beruf als Jahrespraktikantin (FSJ) und muss trotz 40-Stunden-Woche mein Gehalt vom Amt aufstocken lassen, weil man davon nicht leben kann. Komisch, dass darauf die wenigsten jungen Leute Lust haben - den Luxus eines FSJ bzw. BuFDI kann man sich nämlich nur leisten, wenn man noch zuhause wohnt.

Es ist peinlich, dass trotz doppeltem Abi-Jahrgang (Bayern) sich nicht genug Freiwillige finden, die sich derart ausbeuten lassen wollen. Ich hoffe, das bleibt so, denn dann müssen diese "ach so wertvollen Arbeitskräfte" vielleicht endlich mal so bezahlt werden, dass man davon auch überleben kann.

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homeuser 30.07.2011, 14:25
19. Titel:

Zitat von Silberstern
Wer so blöd ist und seine Karrierebeginn freiwillig nach hinten rausschiebt und damit Verdienstjahre verschenkt um als unterbezahlte Billig-Hilfskraft schuftet ist nicht nur schön blöd sondern fördert auch das Lohndumping-Problem im Staate.
Nun, das Problem ist einfach dass viele junge Menschen ihre "Berufung" oder auch nur einen akzeptablen Job/Beruf noch nicht gefunden haben.

Ich finde tausendmal besser wenn die jungen Menschen durch ein FSJ einmal vom zu Hause wegkommen, ins Arbeitsleben reinschnuppern können anstatt dass diese Jugendlichen Biertrinkend auf der Straße sitzen und auf Hartz4 machen...

Schädlicher wäre es garantiert wenn es kein FSJ gäbe - denn das ist wirklich für _sehr_ viele junge Menschen hilfreich sich nach der Schule beruflich zu orientieren!

Nicht jeder ist mit der Schule fertig und weiß sofort was er machen/möchte kann.

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