Forum: Karriere
"Bufdis" verzweifelt gesucht: Der Zivi geht, die Arbeit bleibt

Aus Zivis werden "Bufdis", das war der Plan für den Bundesfreiwilligendienst. Einen Monat nach der Einführung zeigt sich: Der Start ist gründlich verkorkst. Abiturienten kennen das neue Angebot kaum, die Bewerberzahlen sind im Keller. Politik und Verbände streiten sich jetzt munter, wer schuld ist.

Seite 8 von 8
1948-2008 01.08.2011, 18:25
70. Billigjobs ehrbar machen

Zitat von Transmitter
Sie bringen das Problem ja sowas von auf den Punkt. Glückwunsch! In der Tat: würde man den ganzen Nebel durchsichtig-verlogenen "ethischen" Sozialpolitik-Gesülzes wegwischen und Arbeit sozialpolitisch angemessen bezahlen, gäbe es hierzulande kaum Arbeitslose und Hartzis mehr. Heute leben sage und schreibe rd. 6,6 Mio. grundsätzlich leistungswillige und -fähige Menschen in diesem Land von sozial-finanziellen Transfers. Ein zum Himmel schreiender Skandal! Wenn Hilfsarbeiter, Strassenreiniger, Handlanger, Klowärter, Pflegehilfskräfte usw. beispielsweise 3.000 Euro verdienen können, würden sie die Jobs doch sofort machen. Die Alternative Hartz IV zieht dann nicht mehr. Dieser verkommene Lügenstaat würde gewaltige Sozialleistungen einsparen, Verwaltungskosten (man denke an die ganze Wohlfahrts- und Sozialindustrie) einsparen, noch mehr Steuern kassieren, bräuchte keine "Facharbeiter-Zuwanderung" und könnte auch die Migrationsindustrie-Kosten einsparen. Die Politik müsste lediglich mit den Kosten, die pro Fall momentan für "soziale" Entehrungs- und Entmündigungsleistungen a la Hartz IV draufgehen, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze subventionieren. Macht die Politik aber nicht. Warum? Weil dann das verschmielte Konsenssystem aus Parteien und ihren Stiftungen, Politikern, Parteibuch-Funktionären, Sozial- und Wohlfahrtsindustrie, Migrationsindustrie, Bundes- und Landesbehörden aller Art, Gewerkschaften und Verbänden kollabieren würde. Zudem würden die verblödeten Wähler schnell aufwachen und merken, wohlhabend gewworden, wie perfide sie hierzulande hinter die Fichte geführt wurden und welche verluderte Clique sich auf ihrem Rücken in Wirklichkeit bereicherte. Die obligatorischen "Reichen" sind es jedenfalls nicht.
Sehr schön bemerkt ! Wobei ich ihnen nur ob der Höhe des Einkommens widersprechen würde: 3000,-- sind ein wenig hoch gegriffen, 2000,-- netto (!) solten aber realistischerweise drin sein für einen Vollzeitjob, egal ob Strasse kehren oder Klos putzen. Bei einer 40-Stunden-Woche wären das 12,50 Euro netto die Stunde. Kein Rekordverdienst, aber dafür kann man morgens durchaus aufstehen und auch unangenehmere Jobs machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
funkenregen 02.08.2011, 04:25
71. FSJ - lohnt sich!

Zitat von Silberstern
Das liegt aber daran, dass viele FSJ-Plätze Auslandserfahrung versprechen und der Rest sich zumindest .....
Ich bin in der Sozialen Arbeit tätig, habe selbst zuvor damals ein FSJ gemacht und betreue nun FSJ-Teilnehmende. Ich weiß also relativ gut, wovon ich rede und möchte behaupten, dass dies eine sehr grobe Fehleinschätzung hinsichtlich des FSJ ist.

Ich selbst habe durch meine Tätigkeit hinsichtlich Studium und weiterer beruflicher Laufbahn sehr vom FSJ profitiert (Kontakte, Tätigkeiten, Sozialkompetenz, Bildung etc.) und kenne dies von sehr vielen anderen ehemaligen FSL-lern genauso. Gerade bei denen, die anschließend einen Beruf im Sozialen/pflegerischen etc. Bereich anstreben, lohnt sich ein solches Jahr nach meiner mehrjährigen Erfahrung (fast) immer.

Viele verdienen in diesem Jahr überhaupt ihr erstes Geld und finden den Betrag okay - vor allem deshalb, da es ihnen nämlich nicht in erster Linie ums Geld verdienen geht, sondern um das bewusste, intensive Kennenlernen der Praxis und ein Sich-weiter-entwickeln (auch dann, wenn es zunächst aus zeitlicher Überbrückung hervorgeht).

Ein FSJ ist insofern meiner Meinung nach auch nicht direkt mit Lohnarbeit vergleichbar. Es ist nicht nur ein Praxis-, sondern eben vor allem ein Bildungsjahr. Ich würde ein FSJ daher eher den Praktika gegenüberstellen, die (gerade im sozialen Bereich) sehr selten überhaupt bezahlt und in den meisten Fällen pädagogisch nicht oder nicht so intensiv betreut werden. Im FSJ hast Du feste Ansprechpartner und 5 verpflichtende Bildungswochen inkl. Praxisreflexion, die Dich begleiten. Dafür bekommst Du noch ein monatliches Taschengeld. Und als Praktikum (z.B. als verpflichtendes Vorpraktikum) wird es i.d.R. auch anerkannt.

FSJ-Plätze sind zudem zusätzliche Plätze für zusätzliche Tätigkeiten innerhalb einer Einrichtung. Sie sollen keine Mitarbeiterplätze ersetzen. Natürlich kann man hier über tatsächliche, reale Grenzen streiten und sollte das in auch tun etc.. Aber nicht auf dem Rücken des FSJs. Übrig bleibt immer der Bildungs- und Weiterentwicklungsaspekt eines solchen (freiwilligen) Dienstes, der gerade heutzutage nicht zu unterschätzen ist.


Dass der BFD an sich, insbesondere aber innerhalb so kurzer Zeit, kaum Interessenten haben wird (auch mehr Werbung und Akquise seitens der Verbände hätte da kaum weitergeholfen), war klar hervorsehbar. Das FSJ ist seit vielen Jahren fest installiert und etabliert und vor allem BEKANNT. Warum sollte sich da jemand für den BFD anmelden?? Man hätte den FSJ-Bereich eher ausbauen sollen, als ihm jetzt mit dieser Neuregelung noch zu schaden. Finde es eine absolute Frechheit!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
funkenregen 02.08.2011, 04:49
72. FSJler müssen umswitchen...

Zitat von Toebbens
Sind Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst tatsächlich so austauschbar, wie es der Artikel suggeriert? Warum sagen dann nicht die Träger zu ihren überschüssigen FSJ-Bewerbern "Geht klar, aber aus formellen Gründen melden wir es als BFD an. Ist aber genau die gleiche Arbeit." Wenn das nicht passiert, dann werden die Stellen wohl doch nicht ganz gleich sein. Ich habe den Verdacht, das der BFD gerade die Art von Aufgaben bietet, die auch beim FSJ schon zu den unbeliebten, wenig nachgefragten gehören.
Ja, genau so passiert es jetzt bei den Trägern und verursacht dabei Mehrarbeit und ein wenig Chaos. Ich weiß nicht, ob man jede/n FSJler so einfach umstimmen kann mit "ist doch das gleiche"? Wir werden sehen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kalumeth 02.08.2011, 08:19
73. menschenwürdige Zivildienstleistung ist (fast) unbezahlbar

Zitat von 1948-2008
Sehr schön bemerkt ! Wobei ich ihnen nur ob der Höhe des Einkommens widersprechen würde: 3000,-- sind ein wenig hoch gegriffen, 2000,-- netto (!) solten aber realistischerweise drin sein für einen Vollzeitjob, egal ob Strasse kehren oder Klos putzen. Bei einer 40-Stunden-Woche wären das 12,50 Euro netto die Stunde. Kein Rekordverdienst, aber dafür kann man morgens durchaus aufstehen und auch unangenehmere Jobs machen.
und wer in der Gesellschaft bereit ist, dafür erheblich mehr Pflegebeitrag zu bezahlen, das können Sie sicher auch gleich benennen? Arbeitnehmer meckern um jeden Euro, den sie mehr abdrücken müssen. Wer Pflegekräfte benötigt, holt sich lieber die Polin, die es schon für 1100 Euro netto macht. Steuererhöhungen für Reiche - schön. Aber dieses FDP-Klientel verlässt ja fluchtartig die Republik, wenn die Partei mal unter 5% Stimmenanteil fällt - samt Geldbörse.

nein, wer der Zivildienst parallel zum Wehrdienst abgeschafft hat, gehört bestraft!

Nur die "Dummen" oder wer noch nicht weiß, was er machen soll, absolviert den Bufdi. Wem Papi einen Medizinstudienplatz einklagen konnte, der beielt sich auch, lieber schnell seinen Porsche zu verdienen..

Entweder 'Alle oder Keiner'.

Das muß das Motto für eine neue Dienstpflicht sein. Frauen inklusive. (wer das für sich für sozial unzumutbar hält, kann sich ja mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt, das er mit 40 verdient, dann nachträglich freikaufen!) Dann könnten die existieren MinimalDienste auch ausreichend unterstützt UND bezahlt werden. Und es sind endlich mal ausreichend viele Menschen da, die Alzheimerpatienten mehr betüddeln können, Sterbenden vorlesen, Hauaufgabenhilfe bei Migrantenkindern, Kinder in der Kita wickeln, Alleinerziehenden Mamis(Papis) mal einen freien Kinoabend verschaffen, im Umweltschutz oder in der Entwicklungshilfe mit anpacken ..und zwar m e n s c h l i c h und nicht im Laufschritt des Sekundentakts!

Mal ehrlich, ich möchte so in Deutschland nicht pflegebedürftig werden. Bzw. einen Angehörigen als Pflegefall zu bekommen. Ist ja schrecklich, wie allein gelassen man damit wird! "Die letzten beißen die Hunde"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kalumeth 02.08.2011, 08:30
74. Der Mann ist vom Fach =(

Zitat von 30.07.2011
.. Ja man kann einige Dinge automatisieren und so rationalisieren, dass weder Personal darunter leidet noch die Patienten und ja, letztere .....
ich hoffe das Alles haben Sie nur zynisch gemeint? - Am besten doch gleich den Pflegestreichel-Dauer/Waschautomaten dazu erfinden. Einsame Klasse!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Furious Fifties 05.08.2011, 23:23
75. HartzIV-Bufdis

Zitat von Vancouverona
Es gibt über 3 Millionen Arbeitslose, von denen viele in HartzIV Armut versacken und von denen viele gerne wieder einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen würden. Alle Arbeitslosen zum Freiwilligendienst "verurteilen" geht aus gesetzlichen Gründen nicht. Wie wäre es denn, wenn man den interessierten Arbeitslosen anbietet, daß Sie ihren Freiwilligendienstlohn vollständig behalten dürfen - ohne Abzüge beim HartzIV?
Ganz meine Meinung. Diese Vorgehensweise drängt sich förmlich auf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
medi15 14.11.2011, 10:33
76. nun ja..

Zitat von thunderhand
man kann das problem ganz einfach lösen, man muss nur wollen und dabei der eigenen klientel an den kragen. wer hierzulande medizin studieren will, der soll doch bitte vorab beweisen,.....
an sich finde ich solceh Überlegung nicht verkehrt, aber Ihre Rechenkünste sollten sie nochmal überprüfen.Wenn Sie meinen, dass die ca 7000-8000 Medizinstudienanfänger per anno in Dtl(lassen Sie es dann mit Wartenden zusammen ca 10 000 -15 000 sein) die knapp 40 000 Stellen füllen können

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MonaM 14.11.2011, 11:27
77. .

Zitat von suum-cuique
...was waren das noch für goldene Zeiten indem man (Vollzeit-)Pflegekräfte durch Zivildienstleistende ersetzen konnte? Und das tollste daran: Das ganze kostete nicht mehr als nen Apel undn Ei und die Wehrpflicht sorgte automatisch stets für viel billigen Nachwuchs. Zeiten ändern sich - Gott sei dank.
Das sehe ich auch so. Die Gesellschaft muss endlich erkennen, dass soziale Arbeit etwas kostet, dass sie angemessen bezahlt werden muss und nicht für "Gotteslohn" verrichtet wird. Alles andere ist Ausbeutung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 8