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Bundesarbeitsgericht: Kündigung von katholischem Chefarzt nach Wiederheirat unwirksam
DPA

Sein Fall betrifft die Sonderrechte der Kirche als Arbeitgeber von 1,4 Millionen Menschen in Deutschland: Seit zehn Jahren wehrt sich ein geschiedener, katholischer Arzt gegen seine Kündigung - und hat nun Recht bekommen.

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Zeitwesen 20.02.2019, 15:25
60. Katholische Parallelgesellschaft

Ich hoffe mal dass es irgeindeine Partei endlich mal wagt schluß zu machen mit der christlichen insbesonderen der katholischen Parallelgeselschaft im Arbeitsmarktbereich.
Nicht nur dass den Kirchen das Steuergeld an allen Ecken und Enden zugesteckt wird (damit meine ich nicht die Religionssteuer sondern explizit die Staatsleistungen), die Kirchen haben auch noch mittelalterliche Sonderrechte in ihren vom Staat bezuschussten/finanzierten Unternehmen.
Damit muss endlich Schluss sein.
Allerdings wird man von der CDU/CSU nicht viel erwarten können und die SPD ist dazu eh zu feige.

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Obacht!!! 20.02.2019, 15:29
61. Nun ja....

Zitat von isi-dor
Der Arzt hat sich gerichtlich scheiden lassen und hat standesamtlich nochmals geheiratet. Beides erkennt die Kirche ja bekanntlich nicht an, denn für die Kirche ist er noch immer mit seiner ersten Frau verheiratet und zwar bis zum Tod. Da der Arzt aber nicht ein zweites Mal kirchlich geheiratet hat, liegt dem zufolge auch niemals ein Loyalitätskonflikt vor. Er kann also nach Kirchenrecht gar nicht gemaßregelt werden, da er keinen kirchlichen Verstoß begangen hat.
Er wird mit seiner zweiten Frau ja aber wohl die Ehe auch vollziehen und damit - nach der katholischen Glaubenslehre - permanent in Sünde leben. Und die Kirche muss dieses Leben durch Gehaltszahlungen auch noch unterstützen. So gesehen sollte die Kirche natürlich schon das Recht haben, so etwas abzulehnen. Das ist wie in einer Metzgerei arbeiten und Mitglied bei PETA sein oder bei Rheinmetall arbeiten und in der Linkspartei sein. Da sollte man sich doch irgendwie entscheiden. Warum will der Mann da überhaupt arbeiten? Soll er sich halt ein staatliches Krankenhaus oder zumindest ein evangelisches suchen. Manchmal verstehe ich die Menschen nicht...

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wjb27 20.02.2019, 15:30
62. So isses

Zitat von mordskater
Wer glaubt wenn er aus der Kirche austritt zahlt er auch nicht mehr für die Kirche irrt. Die Kirchensteuer fällt zwar weg, aber dennoch zahlen auch Ungläubige durch ihre regulären Steuern für die fürstlichen Gehälter der kirchlichen Würdenträger. Die zahlt nämlich der Staat, also wir alle. Ganz schön dreist sich einerseits vom Staat aushalten zu lassen, aber dann auch noch auf Sonderrechte zu bestehen. Tja, der Herr sorgt für die seinen.
Dafür darf der Staat auch bestimmen wer Würdenträger wird.

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Obacht!!! 20.02.2019, 15:32
63.

Zitat von andycool
hielt unser Land doch tatsächlich immer für einen laizistischen Staat - und das trotz Parteien mit einem christlichen Element im Namen, das allerdings nur Show ist und rein gar nichts mit dem Urchristentum zu tun hat. Deshalb ist das Urteil keine freudige Überraschung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Ich finde es schlimm, in diesem Zusammenhang lesen zu müssen, wie groß der Einfluss der Kirchen immer noch ist. Von wegen Laizismus! Wir sollten nie wieder ein Wort der Kritik über islamische Staaten verlieren, solange wir selbst nicht besser sind.
Es handelt sich um ein katholisches Krankenhaus... Finanziert aus den Steuereinnahmen der katholischen Gläubigen... Handelte es sich um ein staatliches Krankenhaus wäre ich mit ihnen völlig einer Meinung. Da hat die Kirche nichts zu suchen. Aber in ihrem ureigensten Bereich wird sie doch wohl noch selbst entscheiden können, welche Maßstäbe sie ansetzt. Gerade in Deutschland 2019...

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michemar 20.02.2019, 15:34
64. 10 Jahre ! ! !

skandalös in der Geschichte finde ich weniger die Rolle der Kirche - ist ja schlimm genug - als die der Justiz. Ganze 10 Jahre ! ! ! haben die Gerichte gebraucht für ein Urteil ! ! Der Mann wurde hin und her geschoben, von Gericht zu Gericht wie ein Jo-Jo. Wäre er nicht Arzt, hätte er sich das wohl nicht leisten können. Hier wird "Justiz" des Gesetzes wegen betrieben und nicht wegen der Sache in sich. Der Faktor Mensch und Gerechtigkeit spielt für die Justiz ja bekanntlich keine Rolle. Was der Artikel nicht klärt ist, was passiert mit den 10 Jahren Gehälter der den Arzt hätte in dieser Zeit bekommen sollen? Die Kirche blieb ja hart (welche Überraschung). Wird er wieder eingestellt?

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im_ernst_56 20.02.2019, 15:39
65. Ein Stück Normalität

Die Kirchen werden normale Arbeitgeber und das ist auch gut so. Aus gewerkschaftlicher Sicht (ich bin kein Gewerkschaftler) müssten dann wohl auch die weiteren Schranken des kirchlichen Arbeitsrechts fallen, jedenfalls insoweit als es die normalen Arbeitnehmer betrifft, die nicht am seelsorgerischen Verkündigungsauftrag der Kirche teilnehmen. Es werden dann immer noch genügend Zweifelsfälle bleiben, etwa die Erzieherinnen und Erzieher in kirchlichen Kindergärten, jedenfalls soweit die Kirche bei denen auf der Konfession besteht. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr aus der Kirche austreten, dürfte es für die Kirchen langfristig ohnehin schwierig werden, auf der Konfession zu bestehen. In Hannover sorgt gerade ein kirchlicher Kindergarten für Negativschlagzeilen, weil er nicht genügend Erzieher*innen findet.

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MiguelD.Muriana 20.02.2019, 15:42
66. Na endlich...

Der Weg (arabisch im Übrigen Scharia) der ausländischen, weil aus dem Vatikanstaat stammenden, römisch-katholischen Rechtslehre, welche bislang meint sich über das deutsche Arbeitsrecht stellen zu können dürfte langsam ein Ende finden. Es wird Zeit, dass den mittelalterlichen Moralvorstellung auch dieser Religionsfürsten abgeschafft gehören. Die haben mit ihrer tatsächlich gelebten, hausinternen Moral (Begünstigen, Wegschauen und Vertuschen von Missbrauch und Misshandlung) schon genug aufzuarbeiten. Jeder sollte zuerst vor der eigenen Türe kehren!

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Indigo76 20.02.2019, 15:42
67.

Zitat von isi-dor
Der Arzt hat sich gerichtlich scheiden lassen und hat standesamtlich nochmals geheiratet. Beides erkennt die Kirche ja bekanntlich nicht an, denn für die Kirche ist er noch immer mit seiner ersten Frau verheiratet und zwar bis zum Tod. Da der Arzt aber nicht ein zweites Mal kirchlich geheiratet hat, liegt dem zufolge auch niemals ein Loyalitätskonflikt vor. Er kann also nach Kirchenrecht gar nicht gemaßregelt werden, da er keinen kirchlichen Verstoß begangen hat.
Vollig richtig. Ein zweites Mal kirchlich heiraten ist nur möglich, nach dem Tod des Ehepartners oder nach einer Annullierung der Ehe. Das bedeutet. dass die Kirche feststellt, dass die Ehe von vornherein ungültig war. In dem Fall geht es auch gar nicht in erster Linie um die zweite staatliche Eheschließung. Sie ist nur der Beweis dafür, dass der Arzt jetzt mit einer anderen Frau zusammenlebt. Das ist in den Augen der Kirche Ehebruch - denn wie du richtig anmerkst ist er nach den kirchlichen Gesetzen noch mit seiner ersten Frau verheiratet. Ehebruch jedoch ist ein so starkes moralisches Vergehen, dass die Kirche das als Loyalitätsbruch und damit als Kündigungsgrund ansieht.

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wjb27 20.02.2019, 15:42
68. Wie isses

Zitat von rosinenzuechterin
Doch! Aus Sicht der Katholischen Kirche ist er mit der ersten Frau verheiratet und macht mit der zweiten Frau rum. Das ist pfui, das geht gar nicht. Hätte er sich mal lieber an Kindern vergangen, dann hätte er seinen Job noch.
Meinen Sie tatsächlich, dass Sie mit Aufrechnen einer Sache gerecht werden.

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mlarsen 20.02.2019, 15:43
69.

Zitat von kmgeo
Vielleicht sollte man in diesem Kontext mal den Sinn und Unsinn kirchlicher Einrichtungen untersuchen, die auch öffentlich finfnaziert werden (und das ist bei Krankenhäusern ja den Fall). Warum müssen kirchliche Einrichtungen Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser etc. betreiben, wenn ihre Institution nur wenig Geld hinzugibt, aber volle Kontrolle haben möchte? Wieso darf eine Organisation mit einem bekannten Problem im Umgang mit Schutzbefohlenen überhaupt Einrichtungen mit Schutzbefohlenen leiten bzw. betreiben?
Ja, eine Diskussion hierüber wäre wünschenswert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde sie zu Einbußen für Religionsgemeinschaften führen. Da diese aber immer noch genügend Druck auf die diskussionsführenden Politiker ausüben können, wird es wohl nicht soweit kommen. Es bleibt nur der Austritt aus der Kirche.

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