Forum: Karriere
Bundesarbeitsgericht: Kündigung von katholischem Chefarzt nach Wiederheirat unwirksam
DPA

Sein Fall betrifft die Sonderrechte der Kirche als Arbeitgeber von 1,4 Millionen Menschen in Deutschland: Seit zehn Jahren wehrt sich ein geschiedener, katholischer Arzt gegen seine Kündigung - und hat nun Recht bekommen.

Seite 9 von 17
horstbier 20.02.2019, 15:54
80. Katholische Kirche als Staat im Staat

Es reicht! Die Katholische Kirche hat längst jedes moralische Recht verloren, über andere Lebenswege zu richten.
Hat nicht das Recht über den Lebensweg seiner Mitarbeiter Urteile zu fällen. Sorgt dafür, dass zunächst die verbrecherische Kurie in Rom ausgemistet wird. Sorgt dafür, dass der Trierer Lügner Ackermann in die ärmste Gemeinde der Welt versetzt wird.

Beitrag melden
mucschwabe 20.02.2019, 15:54
81. @ isi-dor Nr. 5

Doch! Nach der katholischen Lehre begeht der Mann Ehebruch. Da er ja nach Kirchenrecht mit seiner ersten Frau noch verheiratet ist. Durch die standesamtliche zweite Hochzeit dokumentiert er quasi seine dauerhafte Sünde. Er darf damit auch nicht die heilige Kommunion empfangen (Hostie beim Abendmahl). Die Scheidung an sich ist kein Problem für die katholische Kirche. Der Ehebruch über die zweite Hochzeit schon, da es damit jeder weiß. Bei dem Thema ist die Kirche krass. Ein Mörder dürfte wohl eher weiterarbeiten...

Beitrag melden
principezinho 20.02.2019, 15:57
82. Mal ganz ruhig

Zitat von michemar
skandalös in der Geschichte finde ich weniger die Rolle der Kirche - ist ja schlimm genug - als die der Justiz. Ganze 10 Jahre ! ! ! haben die Gerichte gebraucht für ein Urteil ! ! Der Mann wurde hin und her geschoben, von Gericht zu Gericht wie ein Jo-Jo. Wäre er nicht Arzt, hätte er sich das wohl nicht leisten können. Hier wird "Justiz" des Gesetzes wegen betrieben und nicht wegen der Sache in sich. Der Faktor Mensch und Gerechtigkeit spielt für die Justiz ja bekanntlich keine Rolle. Was der Artikel nicht klärt ist, was passiert mit den 10 Jahren Gehälter der den Arzt hätte in dieser Zeit bekommen sollen? Die Kirche blieb ja hart (welche Überraschung). Wird er wieder eingestellt?
Es gab nicht nur ein Urteil in 10 Jahren sondern viele. Und alle gingen zu Gunsten des Arztes aus, der im Übrigen ganz normal weiter als Arzt in dem besagten Krankenhaus gearbeitet hat und noch immer arbeitet. Ihm ist also nichts entgangen! Und die Anwaltskosten hat immer der "Verlierer" des Verfahrens zu zahlen und das war immer die Kirche. Nur das Bundesverfassungsgericht hatte eine etwas andere Rechtsauffassung (aus grundgesetzlicher Sicht). Es gab das Verfahren an das Bundesarbeitsgericht zurück. In so einer Sache, wo am Ende ein wichtiges Grundsatzurteil herauskommen soll, sind 10 Jahre noch richtig schnell! Also mal die sprichwörtliche Kirche im Dorf lassen. Dem Arzt geht es gut, er hat eine leitende Stelle im Krankhaus inne und war keinen Tag in den letzten 10 Jahren ohne Anstellung.

Beitrag melden
Jusoka 20.02.2019, 15:58
83. Ein Gott passt sich nicht an.

Zitat von Cannonier
Deutschland im 21. Jahrhundert.
Was hat ein Jahrhundert mit Glauben zu tun?
Entweder ist eine Religion die Richtige oder nicht.
Wenn Jesus wirklich der Sohn Gottes war und es also wirklich einen Gott gibt, gelten die Gebote und Verbote dieses Gottes für alle Ewigkeit. Die christlichen Kirchen berufen sich auf die Lehren Jesu und das Wort Gottes. Wenn die christlichen Lehren ernst genommen werden würden, dürfte sie sich niemals dem Zeitgeist anpassen. Schon in der sogenannten Heiligen Schrift wird der Ausschluss von Menschen aus den Glaubensgemeinschaften gefordert welche vom Glauben abgefallen sind. Wenn die Religionen welche vorgeben ihre Lehren direkt von ihren Göttern (Jehova, Jahwe, Allah, usw.) oder deren Propheten, Söhnen usw. ihre Glauben ernst nähmen, dann dürfen sie davon auch nicht abweichen. Nicht ein Gott hat sich dem Zeitgeist anzupassen sondern die Menschen müssten sich an die Gebote und Verbote halten.
Nur wenn die Lehren irgendwelcher Götter einer menschlichen Phantasie entspringen, dann kann man die Lehren dem Zeitgeist anpassen.
Ein Mensch der an keinen Gott glaubt versteht so etwas natürlich nicht.
Ein Problem bei den verschiedenen Glauben gibt es dann, wenn Lehren sich einschleichen welche ihre Ursprung nicht in den Urlehren haben. Bei den Katholiken zum Beispiel das Zölibat. Oder die Lehre von der Dreieinigkeit usw.. Auch die verschiedenen Abspaltungen. Aber egal ob Abspaltungen oder zum Ursprung der Lehren hinzukommende Lehren, die Urlehren bleiben gleich. Sie gelten für immer. Wer wirklich glaubt hält sich daran. Ich persönlich glaube nicht an die Lehren der Christenheit und auch nicht an die Lehren des Judentums und auch nicht an die Lehren des Islam.
Jesus wurde einmal gefragt woran man die die falschen/richtigen Propheten erkennt. Seine Antwort: An ihren Früchten/Taten.
Eine Religion die mit dem Zeitgeist geht ist keine richtige Lehre und kann nicht von einem Gott stammen.
Wenn es einen Gott gibt, gilt sein Wort für immer und ewig und wenn die ganze Menschheit dagegen ist.

Beitrag melden
spon_2999637 20.02.2019, 15:59
84. Re: Ich Dummerchen

Zitat von andycool
hielt unser Land doch tatsächlich immer für einen laizistischen Staat
Komisch - DEN Eindruck hatte ich noch nie!

"Im heutigen Sprachgebrauch beschreibt der Begriff „Laizität“ die religionsverfassungsrechtlichen Modelle, denen das Prinzip strenger Trennung zwischen Religion und Staat zugrunde liegt."
(https://de.wikipedia.org/wiki/Laizismus)

Bei der Präambel des Grundgesetzes geht es los:

"Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,...."

Beitrag melden
BenNemsi 20.02.2019, 16:02
85. Zehn Jahre ...

... bis eine der beiden Seiten endlich Recht bekommt. Peinlich für diesen "Rechtsstaat", aber wohl eher die Regel, als die Ausnahme. Wäre der Arzt nach 8 Jahren gestorben, dann wäre das Verfahren ohne Ergebnis eingestellt worden.

Beitrag melden
veritas31 20.02.2019, 16:08
86. BlaBlaBla Dummes Zeug

Zitat von kmgeo
Vielleicht sollte man in diesem Kontext mal den Sinn und Unsinn kirchlicher Einrichtungen untersuchen, die auch öffentlich finfnaziert werden (und das ist bei Krankenhäusern ja den Fall). Warum müssen kirchliche Einrichtungen Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser etc. betreiben, wenn ihre Institution nur wenig Geld hinzugibt, aber volle Kontrolle haben möchte? Wieso darf eine Organisation mit einem bekannten Problem im Umgang mit Schutzbefohlenen überhaupt Einrichtungen mit Schutzbefohlenen leiten bzw. betreiben?
Jaja die böse Kirche...nur Steuergelder einheimsen und weiter nix. Ich will Sie Superschlauchen mal sehen, wenn die katholische und evangelische Kirche plötzlich "weg" wär. Wenn der Staat dann plötzlich die Aufgaben der Wohlfahrt übernehmen müsste. Sie wären der erste, der dann rumplärrt, dass die Steuern um mindestens 10% steigen.
Aber immer schön die Fresse aufreißen und das Hirn ausschalten wenn es gegen etwas geht, dass man nicht versteht

Beitrag melden
Pickle__Rick 20.02.2019, 16:08
87.

"Nach dem Glaubensverständnis und der Rechtsordnung der katholischen Kirche gilt eine Wiederheirat als ungültige Ehe."

Das darf jeder Mensch, der dieser Religion angehört, für sich so sehen. Ich denk mir dazu einfach meinen Teil und gut ist's. Trotzdem ist das Urteil sehr begrüßenswert und im Hinblick auf das oft vebreitete Duckmäuserturm vor der Kirche endlich mal zeitgemäß. Denn die katholische Kirche mag sich hier als Arbeitgeber inszenieren aber es kann nicht sein, dass Sie hier ihre eigenen Regeln außerhalb des nomalen Rechts durchsetzt. Der Name der Kirche steht zwar oben auf manchen Krankenhäusern aber es ist nicht so als würde diese Glaubensgemeinschaft die Einrichtungen mit ihren eigenen Geldern nennenswert tragen. Schon lange werden Krankenhäuser mit Kirchenlabel durch Entgelte sowie staatliche Zuschüsse und nicht durch das Geld der Kirche finanziert. Käme das Geld von denen, dürften die auch in einem gewissen Rahmen den Ton angeben. Der Arzt nimmt hier nicht wirklich das Geld der Kirche und hält sich dann nicht an deren Regeln. Bei kirchlichen KiTas sieht das schon anders aus aber um die geht's ja jetzt nicht. Ich finde es ansonsten eher unsozial einen Arzt u entassen weil dieser etwas getan hat, was in keinster Weise seine Arbeit am Mitmenschen negativ beeinflusst. Der Mann hat seinen Vestoß gegen den Glauben auch nicht massiv öffentlich zelebriert oder sonst was. Von daher muss man weder einen Schaden bei den Patienten noch beim Kirchenimage fürchten. Da geht es am Ende wohl nur darum, dass die Kirchengrößen ihre Ideen aufzwingen können. Das sollte der Staat nicht einen Meter weit fördern.

PS: Bevor jetzt wieder der Vorwurf der uninformierten Hetze kommt: Nein ich bin nicht ungetauft und auch nicht von Geburt an atheistisch erzogen. Meine Mutter war einige Jahre Katechetin.Die Erstkommunion habe ich mitgemacht und war sogar jahrelang Messdiener. Den Laden kenne ich.

Beitrag melden
susisuper 20.02.2019, 16:10
88. 10 Jahre Gehaltsnachzahlung?

Es wäre interessant, ob der Arbeitgeber jetzt 10 Jahre Gehalt nachzahlrn muss. Klingt nach einer ruinösen Summe.

Beitrag melden
Jörg-Detlef 20.02.2019, 16:10
89. Vertrag ist Vertrag!

Zitat von loboloco
Als katholischer Arzt in einer katholischen Einrichtung kenne ich die Regeln und ob diese nun zeitgemäß scheinen oder nicht spielt keine Rolle... platt gesagt: Ich gehe nicht in einen Fußballverein und möchte dann irgendwann auch mit der Hand spielen! Sic.
Dies ist ein wichtiger Aspekt, den die meisten Kommentatoren übersehen. Der Mann hatte sich schließlich vertraglich auf etwas eingelassen, an das er sich - vom Grundsatz her betrachtet - halten musste, wollte er die Arbeitsstelle nicht verlieren. Juristisch stellt sich m. E. nur die Frage, ob dieser Vertragspunkt sittenwidrig und damit nichtig war. Eben dieses kann man nicht so eben mal und auf die Schnelle behaupten und sollte ein Arzt, also ein "Studierter", eigentlich wissen, was er unterschriebt, und ob er das, zu dem er sich verpflichtet, auch leisten kann und will.

Beitrag melden
Seite 9 von 17
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!