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Bundesarbeitsgericht: Urlaubsanspruch kann vererbt werden
DPA

Ein Arbeitnehmer stirbt - was passiert mit dem Jahresurlaub, der ihm noch zusteht? Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: Der Resturlaub muss den Erben vom Arbeitgeber ausgezahlt werden.

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Newspeak 22.01.2019, 20:51
10. ...

Zitat von emil_erpel8
So ein Blödsinn. Der Verstorbene hat anscheinend einen großen Teil seines Jahresurlaubs nicht genommen und stattdessen gearbeitet. Dasselbe Geld hätte er im Urlaub bekommen. Sprich: Er hat im Endeffekt Überstunden geleistet. Warum sollen die Erben den Anspruch des Verstorbenen dem Arbeitgeber schenken? Damit sie von Ihnen nicht als gierig tituliert werden?
Normalerweise verfaellt nicht genommener Urlaub irgendwann. Wer seinen Urlaubsanspruch nicht wahrnimmt, ist selbst schuld. Und ja, ich halte die Erben fuer gierig, denn was haben sie mit der Arbeit des Verstorbenen zu schaffen. Genau Nichts. Es ist dieses Anspruchsdenken auf allen Seiten, das Deutschland ruiniert.

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M. Vikings 22.01.2019, 20:57
11. Geht nicht.

Zitat von Thelastknight
Die Chance großzügige Erbschaften zu hinterlassen! Einfach nie mehr Urlaub machen und den Urlaubsanspruch eines gesamten Arbeitslebens hinterlassen ?
Urlaubsansprüche können auch verfallen.
https://www.afa-anwalt.de/arbeitsrecht-ratgeber/urlaub/koennen-urlaubstage-verfallen/

Ich habe einmal, auf Bitte meines Personalchefs,
über ein Jahr keinen Urlaub genommen,
und mit ihm einen Deal per Handschlag abgeschlossen.
Kann man heute natürlich nicht mehr machen.
Nächstes Jahr 2 x 6 Wochen am Stück
+ Überstunden + DM 1000 netto.

Als ich im Jahr danach meinem direkten Vorgesetzten
mit einem Grinsen
meinen Urlaubsantrag von über 3 Monaten
in die Hand gedrückt habe,
hat der Locken gekriegt.

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Newspeak 22.01.2019, 20:57
12. ...

Zitat von emil_erpel8
P.S.: Sie befürworten dann sicher auch, wenn ein Autohaus einen bereits bezahlten Wagen behalten darf, wenn der Käufer vor Lieferung verstirbt?
Den Urlaubsanspruch erarbeitet man sich. Den kauft man sich nicht. Warum nicht bei einer neuen Firma anfangen und am ersten Tag den Urlaub fuer das ganze Jahr einreichen? Oder ausbezahlen lassen? Wie waere dass denn in diesem Extremfall, wenn der Arbeitnehmer am 1. Januar anfaengt, und am 2. stirbt? Nach dem Urteil hat die Witwe dann wohl einen Anspruch auf einen Jahresurlaub? Das erscheint mir absolut falsch.

Meiner Meinung nach sollte man nur den Urlaub anrechnen, der erarbeitet, aber noch nicht genommen wurde. Habe ich 24 Tage Urlaub, dann sind das pro Monat 2 Tage. Habe ich im Maerz nur einen Tag genommen, dann stuenden mir 5 Tage zu. Mehr nicht.

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Feerix 22.01.2019, 21:16
13. Urlaubsanspruch

Der gesetzliche Mindesturlaub liegt nur bei einer 6-Tagewoche bei 24 Tagen im Jahr. Bei der heutzutage üblichen 5-tagewoche sind es lediglich 20 Tage. Und nur der Mindesturlaub ist tatsächlich maßgeblich und nicht der tarifliche bzw. durch Arbeitsvertrag festgelegte Urlaubsanspruch.

Komisch, ist aber so.

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Sendungsverfolger 22.01.2019, 21:20
14. Könnte sich bald ändern ...

Zitat von widower+2
Urlaubsansprüche verfallen nach einer gewissen Zeit, wenn man den Urlaub (zu Lebzeiten) aus eigenem Antrieb nicht in Anspruch nimmt..
https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/eugh-staerkt-arbeitnehmer-das-aendert-sich-beim-resturlaub/23601852.html

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hansa_vor 22.01.2019, 21:22
15.

Erstaunliches Urteil.

Verstorben heißt eigentlich verstorben und erledigt.
Urlaub muss genommen werden und wenn nicht verfällt dieser im März des Folgejahres.

Ein Ausgleich des Urlaubsanspruchs in Geldwerten ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Werden nun auch "Knöllchen" der Erbmasse zugeschrieben?

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hansa_vor 22.01.2019, 21:27
16.

Zitat von pepe le moko
Die Firmen in denen ich bis jetzt gearbeitet habe, allesamt seriös, zahlen das Gehalt eines Verstorbenen noch einige Monate weiter. Damit dürfte sich das Problem erübrigen. Wenn also jemand einen Areitgeber wegen eines Monatsgehaltes verklagen muss, scheint das nicht der Fall gewesen zu sein. Das wirft ein ziemlich eindeutiges Licht auf die dort üblichen Arbeitsvertäge...
Dieses Vorgehen wäre illegal und ein geldwerter Vorteil für die Angehörigen.

Unternehmen die solche Dinge praktizieren versuchen sich vermutlich auf die Problematik des Aufwandes zu berufen, illegal bleibt es allemal.

Ein Toter kann keinen "Lohn/Gehalt" erwirtschaften, er ist tot und damit sind alle Ansprüche (außer Betriebsrenten für die Witwer/e) gegenüber des Unternehmens erloschen.

Lohnzahlungen werden immer nach erbrachter Leistung vergütet, ein Toter erbringt ab dem Zeitpunkt seines Todes keine Leistung mehr die entlohnt werden müsste.

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widower+2 22.01.2019, 21:31
17. Anspruchsdenken?

Zitat von Newspeak
Normalerweise verfaellt nicht genommener Urlaub irgendwann. Wer seinen Urlaubsanspruch nicht wahrnimmt, ist selbst schuld. Und ja, ich halte die Erben fuer gierig, denn was haben sie mit der Arbeit des Verstorbenen zu schaffen. Genau Nichts. Es ist dieses Anspruchsdenken auf allen Seiten, das Deutschland ruiniert.
Offensichtlich verorten Sie das Anspruchsdenken nur auf Seiten der Arbeitnehmer. Warum eigentlich?

Es handelt sich bei diesem Fall doch um einen Interessenausgleich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Nun werden aber nachweislich die Arbeitgeber immer reicher, die Arbeitnehmer im Vergleich zu den Arbeitgebern immer ärmer und Sie kommen mit so einem Argument um die Ecke? Und wo, bitteschön, ist Deutschland ruiniert?

Sie sind wohl entweder Arbeitgeber und vertreten eigene Interessen, oder Sie sind Arbeitnehmer und verraten eigene Interessen. Die dritte Möglichkeit wäre, dass Sie nichts von beidem sind und schlicht nicht wirklich nachgedacht haben.

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Zaphod 22.01.2019, 21:43
18. Illegale Großzügigkeit

Zitat von hansa_vor
Dieses Vorgehen wäre illegal und ein geldwerter Vorteil für die Angehörigen. Unternehmen die solche Dinge praktizieren versuchen sich vermutlich auf die Problematik des Aufwandes zu berufen, illegal bleibt es allemal. Ein Toter kann keinen "Lohn/Gehalt" erwirtschaften, er ist tot und damit sind alle Ansprüche (außer Betriebsrenten für die Witwer/e) gegenüber des Unternehmens erloschen. Lohnzahlungen werden immer nach erbrachter Leistung vergütet, ein Toter erbringt ab dem Zeitpunkt seines Todes keine Leistung mehr die entlohnt werden müsste.
Warum sollte es "illegal" sein, wenn ein Arbeitgeber den Angehörigen zumindest finanziell etwas hilft, die sicherlich schmerzliche Situation besser meistern zu können. Wenn ein Arbeitnehmer, der voll im Berufsleben steht, stirbt, so ist davon auszugehen, dass dies für die Angehörigen ein großer Schock ist und eine große Unsicherheit bedeutet. Da ist es doch erfreulich, wenn der Arbeitgeber menschlich ist und den Angehörigen etwas hilft.

Sicherlich haben die Angehörigen keinen Anspruch auf eine Lohnfortzahlung. Aber deshalb wird die Zahlung nicht illegal. Wie die Zahlung dann zu versteuern ist, ist eine andere Frage, die den Beteiligten jedoch zunächst einmal egal sein kann!

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widower+2 22.01.2019, 21:43
19. Erstaunlich ahnungsloser Post

Zitat von hansa_vor
Erstaunliches Urteil. Verstorben heißt eigentlich verstorben und erledigt. Urlaub muss genommen werden und wenn nicht verfällt dieser im März des Folgejahres. Ein Ausgleich des Urlaubsanspruchs in Geldwerten ist nur in Ausnahmefällen möglich. Werden nun auch "Knöllchen" der Erbmasse zugeschrieben?
Der Urlaubsanspruch wurde vor dem Ableben erworben und wie hier schon jemand ausführte, sind erarbeitete aber nicht in Anspruch genommene Urlaubstage nicht nur logisch, sondern auch rechtlich abgeleisteten Überstunden gleichzusetzen. Verfallen die dann auch beim Ableben des Arbeitnehmers? Erleidet dann der Arbeitnehmer mit vielen abgeleisteten, aber noch nicht vergüteten Überstunden vielleicht einen für den AG äußerst opportunen Arbeitsunfall?

Und ja! Wenn Sie mit "Knöllchen" Ordnungswidrigkeitsbescheide meinen (falsch parken?) meinen, dann sind diese, wenn nicht bezahlt, als Schulden selbstverständlich Teil der Erbmasse. Sollten Sie einen Erbonkel haben, der die Ansammlung solcher Bescheide als Hobby betrieben haben sollte, können Sie das Erbe immerhin noch ablehnen.:)

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