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Bundesrechnungshof : Arbeitsagenturen verschwenden Millionen für Bildungskurse
DPA

Der Bundesrechnungshof hat stichprobenhaft analysiert, in welche Kurse Arbeitslose von Jobcentern geschickt werden. Das Ergebnis: Die Vergabe erfolge "planlos". Rund 190 Millionen Euro würden pro Jahr verschwendet.

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schwäbischalemannisch 26.03.2018, 09:41
40. Keine planlose Geldverschwendung - Absicht

Das Geld muss doch unters Volk. Es geübt genügend Institute, auch Partei- und Gewerkschaftsnahe, die nur von diesen Geldern leben.

Das Prinzip ist einfach. Es gibt Geld zu verteilen, es gibt Institute, die das Geld verdienen wollen. Also braucht es nur noch genügend „Menschenmaterial“, damit das Geld auch legal ausgegeben werden darf. Diese Systeme haben sich wohl eingespielt.

Das ist ähnlich wie bei Stuttgart 21. Hier wurde auch festgelegt, dass man die Grundstücke in der Stadtmitte gut zu Geld machen kann. Dafür müssten die Gleise weg und damit das geht muss der Bahnhof auch weg. Die Lösung: der Bahnhof muss unter die Erde.

Man nennt das im Volksmund das Pferd falsch herum auf zu zäumen. Dass mit so einer Vorgehensweise kein optimales Ergebnis erzielt wird dürfte klar sein. Statt dessen ergibt sich eine Aneinanderreihung von Kompromissen und Notlösungen, aber ganz sicher kein optimales Ergebnis.

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kuschl 26.03.2018, 09:53
41. Nein, das hat System

Das hat System. Die Schulungen, meistens übrigens nicht sinnvoll, finden nämlich in gewerkschaftsnahen Bildungseinrichtungen statt und in deren Vorständen wiederum sitzen Spitzenfunktionäre. Daher auch der Hang zur Ausbildung aller möglichen bildungsfernen Menschen. Man will seine Weiterbildungsmaßnahmen verkaufen, ein knallhartes Geschäft und gutes Zubrot.

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ErnstB. 26.03.2018, 09:54
42. Hartz4 wird niemals abgeschafft...

denn es profitieren zu viele Leute an diesem System. Am wenigsten Arbeitssuchende. Eine wahre Geldverbennungsmaschine. Wer da geglaubt hat bei Einführung 2005, es wird Geld eingespart wurde eines anderen belehrt.

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dkaminsky 26.03.2018, 09:56
43. Interessant wäre eine Aufschlüsselung.

Wer, Alter, Beruf, bekommt welche Maßnahme und aus welchem Grund. Wieviele wurden nach welcher Maßnahme vermittelt. Wie lange ist der Einzelne inclusive. der Kursdauer insgesamt arbeitslos. Das würde Aufschluss über Sinn und Unsinn geben und den Aufwand transparent machen. Wer, wo befinden sich diese Daten?

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isar56 26.03.2018, 09:56
44.

Zitat von ste.reg
Ich spreche öfter mit einem Dozenten solcher Kurse und der kann die willkürliche Vergabe nur bestätigen... Die Arbeitsämter haben halt ihre Standard-08/15-Kurse in die die Arbeitslosen gesteckt werden, um aus der Statistik zu verschwinden. Bewerbungen schreiben lernen oder Berufsorientierungen. Sowas kann man pauschal immer verteilen ohne die Akte des Betroffenen auch nur aufgeschlagen zu haben. Sollten da tatsächlich auch noch Prämien dahinterstecken, ist das schlichtweg Betrug am Steuerzahler und viel schlimmer, vorsätzliche Vernachlässigung der eigentlichen Klienten.
Vergessen Sie nicht, dass wir so wenige Arbeitslose haben wie seit .... nicht mehr. Lach.
Mir sind einige Menschen bekannt, die betriebsbedingt arbeitslos wurden. Keiner erhielt auch nur ein einziges Angebot der AA, ob jung oder älter, Akademiker oder was auch immer.
Alle wurden selbst fündig. Selbst der 58jährige Freund, der bereits über 40 Jahre ins System einzahlte. Er schrammte knapp an Hartz IV vorbei.

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werder11 26.03.2018, 09:58
45. die gewerkschaften

Zitat von C-Hochwald
Hartz IV konnte von der SPD nur mit Zugeständnissen an die Gewerkschaften durchgesetzt werden. So sind die meisten Bildungsträger, die ihre Kurse über die Arbeitsagenturen anbieten, gewerkschaftliche Bildungsträger. Für die Gewerkschaften ein Klasse Geschäftsmodell.
sind an der lage am arbeitsmarkt und der misere für die arbeitsklosen und hartz4 bezieher m.e.die hauptverursacher - seit jahrzehnten gilt das interesse nur den beschäftigten und den beiträgen - aktivitäten zur verbesserung am arbeitsmarkt, zb auch integration usw fehlanzeige - und was die gewerkschaft selbst für ein arbeitgeber ist, wissen wir ja auch schon lange!

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RenegadeOtis 26.03.2018, 09:58
46.

Zitat von Martuk
-Sinnlose Regelungen eine andere Art, als Beispiel: Hartz-4 Empfänger möchte eine 2. Ausbildung machen. -> Falls er es tut, dann gibt es kein Hartz-4 mehr. Denn für Ausbildungsförderungen wäre ja eine andere Förderung theoretisch zuständig, wenn diese nicht in Anspruch genommen werden kann -> egal! Resultat: Hartz-4 Empfänger wird langzeitarbeitsloser Hartz4-Empfänger, da er von 600 Euro Ausbildungsvergütung nicht leben könnte.
Diese Regelung des Ausschlusses aufgrund Ausbildung gibt es in der Form seit dem 9. Änderungsgesetz (und damit seit fast 2 Jahren) nicht mehr. Ausgeschlossen vom Leistungsbezug sind Hochschulstudierende - die bekommen BAföG.

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deSelby 26.03.2018, 10:01
47. Oh je...

...hier wittern mal wieder ganz viele die große Verschwörung der Bildungsträger oder "inkompetenz", dabei liegt die offensichtliche Begründung sehr viel näher.
Der Bericht erwähnt es auch, wenn dort steht "Stimmen die Zahlen der Mitarbeiter am Jahresende, haben sie Chancen auf eine Festanstellung oder Beförderung." Die wenigsten sehen nämlich, daß derjenige, der ihnen im Jobcenter gegenübersitzt, oftmals nur wenige Wochen und einen Zeitvertrag von gleichen Schicksal Kunde der Jobagentur zu werden, entfernt ist.
Es ist wieder einmal ein Fall von "Do as I say don't do as I do." - alle Parteien beklagen sich darüber, daß es zu viele befristete Arbeitsverträge, prekäre und auf ständiger Jobangst fußende Arbeitsverhältnisse gibt, dabei sind diese nirgendwo so endemisch und zahlreich, wie bei der öffentlichen Hand. Verschafft den Leuten in den Jobcentern und anderswo erst einmal sichere Arbeitsplätze, dann kann auch die Beratung besser werden, da die Leute nicht auf Teufel komm raus Zahlen liefern müssen, die nur durch sinnlose Zuweisungen zu Maßnahmen erreicht werden können.

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jhea 26.03.2018, 10:02
48.

Zitat von frankfurtbeat
solange öffentlich Bedienstete, Beamte, Politiker für ihre Aktionen nicht belangt werden, solange wird das Geld weiterhin zum Fenster hinausgeworfen. Warum ist das so? 1. ist es nicht das Geld derer die es zum Fenster raus werfen 2. fehlt anscheinend die Gabe strukturellen Vorgehens 3. ist letztendlich keiner verantwortlich - falls doch dann ohne irgendwelche Konsequenzen dabei handelt es sich um Steuergelder - irgendwie begreifen die Menschen in den Ämtern anscheinend auch nicht von wem sie tatsächlich bezahlt werden. Nein, es ist weder Merkel noch sonst irgendein politische Haufen, das Gehalt entstammt Steuereinnahmen, d.h. es handelt sich um Geld welches der Staat Bürgern und Unternehmen abzwackt - früher war es das 10tel welches an den Fürsten abgegeben werden musste.
Na viel spaß dabei jemanden persönlich haftbar zu machen für eine ggf Fehlentscheidung.

Ich stell mir gerade vor im Jobcenter zu sitzen und einen Antrag über eine Erstausstattung einer Wohnung zu bekommen, und der gute Mensch will alles... dürften dann so rund 1000 Euro sein.
Jetzt bewillige ich dem das, und dann stellt sich raus.
Haha! Der war ein Betrüger der bulgarischen Mafia und hat das Geld nie gebraucht noch dafür genutzt.
Und da es mein Fehler war, da ja wohl auch die Ansage gilt 'im Sinne des Kunden entscheiden', hab ich für eine Sache die den Menschen im Jobcenter vielleicht für 10 Minuten beschäftigt, einen Monat sein Gehalt wieder zurücküberweisen.

Das führt dann dazu, dass ich lieber gar nichts mehr bewillige, sich die Klagen häufen, und dann auch kA... die wirklich bedürftigen gar nichts mehr bekommen.
was dann dazu führt, dass in 4 Monaten folgende ARtikel im Spiegel stehen
'Herzlos Jobcenter lässt alleinerziehende Mutter alleine!'
oder
'immer mehr Klagen gegen Hartz IV bescheide erfolgreich.'

und dann guck ich auf den Namen des Topposters, und sehe mit Garantie deinen, der sich darüber echauffiert, dass man der armen Mutter doch hätte helfen sollen, und warum die UNFÄHIGEN Jobcenter Mitarbeiter (oder halt Arbeitsamt, je nachdem wo man da gucken will) solche Entscheidungen treffen.

Guten Morgen

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archi47 26.03.2018, 10:02
49. rückblickend läßt sich sagen,

dass wir dann langfristig Arbeitslose in unsere Berufswelt integrieren konnten, wenn sie bei uns 1/2 Jahr mitliefen. Danach konnte dann ein Lehrvertrag oder ein fester Arbeitsvertrag gemacht werden, oder sie erwiesen sich für die Arbeitswelt mit ihren komplexen Anforderung als ungeeignet.

Die Fort- und Weiterbildungsindustrie, die vor allem die letzten Jahrzehnte über Ausschreibungen der Arbeitsverwaltung mit diesen Menschen gearbeitet haben, haben diese Erwartungen nicht erfüllen können.
Die mit Steuerzahlergeld aufgebauten zusätzlichen Strukturen waren wohl die schlechtere Lösung, jedenfall was die Effizienz angeht. Dies muß ich rückblickend schon feststellen.

Es würde deshalb die beste und kostengünstigste Lösung sein, solche Probanten direkt unter Zahlung des Mehraufwandes , wohl weit weniger, wie sie die Bildungsträgen erhielten, in die im Arbeitsmarkt befindlichen Betriebe zu geben und an den Berufsschulen entsprechende Ergänzungskurse einzurichten.

Bei dieser Lösung ist das notwendige Ausbildungs- und Lehrpersonal, die räumliche Infrastruktur, sowie das Equipment schon für den regulären Geschäfts- und Schulbetrieb angeschafft und braucht nur noch ergänzt werden.
Leider wurden derartige Angebot in den letzten Jahrzehnten an uns nicht mehr herangetragen, was wohl auch daran liegen dürfte, das die regulären Betriebe dafür keine Lobby haben.

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