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Bundesrechnungshof : Arbeitsagenturen verschwenden Millionen für Bildungskurse
DPA

Der Bundesrechnungshof hat stichprobenhaft analysiert, in welche Kurse Arbeitslose von Jobcentern geschickt werden. Das Ergebnis: Die Vergabe erfolge "planlos". Rund 190 Millionen Euro würden pro Jahr verschwendet.

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ElOmda 26.03.2018, 10:15
50. 190 Mio. sind die Spitze eines Eisberges

Weiß das doch jeder der vor Ort, auch ohne den Rechnungshof.
Beispiel:
Ein Mann 57 kommt, nachdem er beruflich die EDV betreut hatte von einem 3 jährigen Kurs Can/Cam.
danach anschließend wird er auf einen EDV Grundkurs geschickt.
Eine Frau 53, die kaum lesen und schreiben kann und manches nur schwer versteht trifft man dort auch - und anschließend auf einem Office Kurs. Ihr Äußeres und ihr Gesundheitszustand mal ganz außen vor.
Bei beiden Kursen 16 Teilnehmer müssen sich 8 Rechner teilen, die zudem mit unterschiedlichen von Windows ausgestattet sind.
Ein Zugriff auf den LAN Drucker ist ebenso nicht mögliche einen Kopierer vor Ort zu betreiben.
LAN funktioniert nur eingeschränkt. bei einem Rechner gibt es keine Maus.

Vorwiegend SPD und Gewerkschaftsnahe "Bildungseinrichtungen". Oder der Vermitlungsschein 2500 € für Unternehmen statt Belohnung für den Arbeitssuchenden..

Statistik Kaschieren und Aktivität vortäuschen. Seit 2005.
Würde man jedem ohne diese ganze Bürokratie und Eigentumsschnüffelei erbringen , würde man sogar noch geld sparen.

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nitram1982 26.03.2018, 10:17
51. Äpfel mit Birnen verglichen

Auch wenn ich als in der Arbeitsvermittlung Tätiger der grundlegenden Tendenz ihres Artikels durchaus zustimmen kann, so muss ich doch darauf hinweisen, dass Sie journalistisch unsauber arbeiten.

Wer ist denn nun gemeint? Arbeitsagenturen oder Jobcenter? Dass es sich hierbei um zwei in verschiedenen Rechtskreisen agierende Insitutionen handelt, scheint Ihnen völlig unbewusst, Sie unterscheiden da nicht.
Gleiches gilt für die Begriffe Kurs und Maßnahme. Was für Kurse sind denn nun gemeint? Umschulungen? Weiterbildungen? Oder doch die "Maßnahmen zur Aktivierung", die meist durch die Jobcenter eingekauft werden? Bei letzteren erfolgt tatsächlich eine sanktionsbewährte Zuweisung. Auch wird hier oft "blind" zugewiesen, um die eingekauften Maßnahmen auszulasten. Das ist in der Tat ein Missstand, den Sie gern anprangern dürfen.
Dies aber mit "Kursen" zu vermengen, ist unredlich. Fortbildungen und Qualifikationen werden in der Regel nämlich vom Kunden beantragt - und müssen oft genug leider abgelehnt werden. Auch sind diese dann oft mit nicht geringen Kosten für den Leistungsträger verbunden. Der Vermittler erarbeitet sich damit also nicht unbedingt die Gunst seiner Vorgesetzten. Hier wird also folglich auch nicht "zugewiesen".

Bevor Sie einen solchen -offenbar mit ziemlich heißer Nadel gestrickten - Artikel veröffentlichen, sollten Sie sich besser informieren.

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guy_sayed 26.03.2018, 10:17
52. Ach was? Katastrophe

Ich war drei Jahre lang arbeitslos und galt aufgrund meiner bisherigen Tätigkeit als Manager im IT/TK Umfeld als unvermittelbar.
Die Fortbildungsmaßnahmen, die mir vom Amt angebten worden sind, waren völligst lächerlich.
Jeden Bildungsträger, an den ich ermittelt worden bin, habe ich schon im ersten Gespräch völligst überfordert.
Ich verstehe das ich in einer soziologischen Umwelt lebe und nicht davon Ausgehen kann, bei dem Verlust der Arbeit eine Individuelle Lösung präsentiert zu bekommen. Aber das Niveau auf dem Bildungsträger und Staatliche Institutionen arbeiten, ist erschreckend und mit nichts zu Vergleichen was ich in der Industrie / Wirtschaft kennen gelernt habe. Mir kam es immer so vor als wäre ein Teil der Lösung des Arbeitslosenproblem dadurch geregelt Programme zu erstellen, die Arbeitslosen in Bildungsträger zu vermitteln, die Ihrerseits wieder Arbeitslose betreuen. Man wird von einer Inkompetenz an die nächste Ausgeliefert. Für mich war das ein einziger Horror.

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klaus_raske 26.03.2018, 10:26
53. wen wundert das?

Wen wundert das? Solange die Berater sich mit den Berufsbildern nicht auskennen, woher auch, wenn letztendlich der Mitarbeiter für bestimmte Anfangsbuchstaben der Nachnamen zuständig sind wird es immer die Situation geben, dass verschiedene Arbeitssuchende keine Lehrgänge bekommen (eigene Erfahrung) oder von einem Lehrgang zum anderen geschickt werden (bei einem Bekannten gesehen)
Die Arbeitsamt Berater sollten nicht mehr für bestimmte Anfangsbuchstaben sondern Berufsfelder zuständig sein. Nur so kann die Notwendige Beratungskompetenz sichergestellt und ein zielgerichteter Umgang mit den zur Verfügung stehenden Geldern sichergestellt werden.

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cabeza_cuadrada 26.03.2018, 10:28
54. Angebot der AA

Zitat von isar56
Vergessen Sie nicht, dass wir so wenige Arbeitslose haben wie seit .... nicht mehr. Lach. Mir sind einige Menschen bekannt, die betriebsbedingt arbeitslos wurden. Keiner erhielt auch nur ein einziges Angebot der AA, ob jung oder älter, Akademiker oder was auch immer. Alle wurden selbst fündig. Selbst der 58jährige Freund, der bereits über 40 Jahre ins System einzahlte. Er schrammte knapp an Hartz IV vorbei.
kann man vergessen. Jeder AG weiß dass da nur Leute geschickt werden die eigentlich gar keinen Bock haben und nur den Stempel für das Amt brauchen. Andererseits sind es aber meist auch Jobs auf die sich niemand freiwillig bewerben würde. Wenn ich als Unternehmer auf AN angewiesen bin die durch das Amt zwangsverpflichtet wurden sich zu bewerben müsste mir das schon zu Denken geben.

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harryholdenwagen 26.03.2018, 10:31
55.

Meine Jobsuche nach dem Studium hat etwas länger gedauert. Ich musste mich beim Jobcenter melden und wurde erstmal in ein Bewerbungtraining gesteckt. Das machen die immer so, dass man die Bewerbungsunterlagen kontrolliert usw. Warum aber ein halbes Jahr? Eine Woche Training reicht doch bei motivierten Menschen aus. Nein, 6 Monate 30 Stunden die Woche mit "Dozenten", die überfordert waren statt die Leute zu fördern. Mein Dozent war von meiner kreativen Bewerbung überfrodert (kreativer Beruf). Ich solle meine Bewerbung bitte als nach den Brief Din Vorschriften ausrichten. Ich erklärte ihn, dass das Adressfeld, Datum usw. alles der Din entsprechen. Also sollte ich eine normale Bewerbung schreiben, was ich bereits gemacht habe, weil nicht alle Unternehmen eine kreative Bewerbung wollen.
Das wars mit Coaching bei mir. Nun durfte ich wochenlang meine Zeit damit verbringen nach Stellen zu suchen und Bewerbungen zu schreiben. Ich musste meinen privaten Laptop nutzen, weil natürlich keine Layoutprogramme installiert waren). Zuhause hätte ich dafür 1-2 Stunden täglich gebraucht. Dort musste ich zusehen, dass ich so langsam arbeite um 6 Stunden rumzubekommen.

Andere Teilnehmer hatten nach 3 Wochen noch keine Bewerbung geschrieben oder brauchten 2 Wochen um ein Anschreiben zu formulieren, was nur aus Standardsätzen bestand.

Schon als mir die Maßnahme aufgedrückt wurde, hätte man sich mal die Person angucken sollen. Ich hatte fertige Bewerbungsunterlagen, eine Liste mit Adressen, wo ich mich beworben habe, 5 Vorstellungsgespräche und noch 2 Einladungen zu weiteren Gesprächen. Das ist natürlich ein Unterschied zu Leuten, die seit Jahren arbeitslos sind und noch keine Bewebrung geschrieben haben.

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haselnuss 26.03.2018, 10:36
56. Jetzt erst?

Jahrelang wurden Arbeitssuchende durch Seminare oder Scheinseminare geschleust. Wer wollte, konnte es wissen. Eine ganze Branche hat damit fett verdient. Niemand hat darauf geachtet, ob die Seminare auch nur im Ansatz dazu geeignet waren, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nun moniert das der BRH. Und was nun? Weiter so mit Wegschauen und Geldverschwenden?

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Geisterkarle 26.03.2018, 10:36
57. Hach, ich erinnere mich...

... direkt nach dem Studium, als ich noch auf Jobsuche war und das Geld zur Neige ging, hab ich mich bei der Arbeitsagentur gemeldet, damit ich irgendwie meine Miete zahlen kann. Die wollten mich dann zu einem "PC-Kurs" oder sowas schicken. Und ich hab die Dame hinter dem Tisch ungläubig gefragt, ob sie sich daran erinnert, vor ca. 5min in das Formular über mich das "Dipl. Inf" eingetragen zu haben!?
"Ja, da werden sie sich vermutlich etwas langweilen, aber ist halt so..."
...
Zum Glück kam ich danach nach Hause und hatte in meinem Emailpostfach eine Bestätigung von einem Job! Aber war durchaus ne nervige halbe Stunde, die ich Arbeitslos war...

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jocomo 26.03.2018, 10:38
58. ... quasi wie im Arbeitslager

Das ist schon der Wahnsinn, man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen...
- Menschen werden gezwungen, Kurse zu belegen, die sie a) nicht wollen, b) müssen diese sogar manchmal zweimal machen und c) oftmals qualitativ nicht hochwertig sind
- man verbrennt also Lebenszeit und wichtige Bewerbungszeit von Arbeitslosen, das ist ein unwürdiger Freiheitsentzug, bzw. das ist wie mentales "Steine kloppen"
- man bedenke, davon sind nicht nur Langzeitarbeitslose betroffen, sondern auch Arbeitslose in den ersten 12 Monaten
- ich würde im übrigen noch eine Stufe höher ansetzen... es profitieren von diesem skandalösen System und dem damit verbundenen Schönen der Arbeitslosenstatistik nicht nur die Mitarbeiter der BA, sondern auch die verantwortlichen Politiker
- es zeigt sich hiermit ein weiterer unwürdiger Aspekt der Hartz4-Reformen. Aber die Schuld hier dran tragen ja nicht nur die Politiker, die die Reform eingeführt haben (Schröder etc.), sondern auch die nachfolgenden und aktuellen Regierenden in unserem Lande -Herr Spahn und Merkel von der CDU lassen grüßen, wie aber auch die mitregierende SPD (Frau Nahles, Scholz (selber Verfechter von Agenda 2010) etc.) und ggf. Landesregierungen, die hier vielleicht auf das System auch Einfluss nehmen konnten, wäre interessant zu wissen, wer wirklich auf diese System Einfluss nehmen konnte und was wohl die JUSOs dazu sagen...

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stefan_ka 26.03.2018, 10:43
59. Arbeitlose in Maßnahmen werden in der Statistik ausgewiesen

In der offiziellen Arbeitslosenstatistik werden Personen die sich in Maßnahmen befinden ausdrücklich unter der Position " Unterbeschäftigung" ausgewiesen. "In der Unterbeschäftigungsrechnung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des SGB gelten, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen"

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