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Bundestag: Wer Teilzeit arbeitet, darf künftig aufstocken
DPA

Der Bundestag hat das Gesetz zur sogenannten Brückenteilzeit beschlossen, für das insbesondere die SPD lange kämpfte. Arbeitnehmer müssen jedoch Einschränkungen hinnehmen.

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Sibylle1969 18.10.2018, 17:26
1.

Meine Schwägerin arbeitete wegen ihrer drei Kinder (alleinerziehend) in 50%-Teilzeit, da die Kinderbetreuung in den 80er Jahren keinen Vollzeit erlaubte. Als die Kinder groß genug waren, wäre sie gerne auf Vollzeit zurückgegangen, ihre Firma (großes Pharmaunternehmen) verweigerte ihr aber lange Jahre die Rückkehr auf eine Vollzeitstelle, obwohl es die Stelle gab. Erst als die Kinder schon seit Jahren aus dem Haus waren und sie schon zweifache Oma war, gelang ihr die Rückkehr in die Vollzeit, nach mehr als 25 Jahren in Teilzeit. Für meine Schwägerin wäre das Gesetz wie gemacht gewesen, wäre es schon vor 15 Jahren gültig gewesen.

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dasfred 18.10.2018, 17:45
2. Zu Nr.1

Da wäre ihre Schwägerin aber eben auch eine der wenigen Ausnahmen gewesen, denen das heutige Gesetz Vorteile gebracht hätte. Nur ein Bruchteil der Frauen arbeitet in Betrieben über 200 Mitarbeiter, die noch dazu nicht bereit wären die Arbeitszeit wieder aufzustocken, wenn sie mit der Mitarbeiterin zufrieden sind. Unter 50 Mitarbeiter gibt es überhaupt kein Rückkehrrecht auf Vollzeit und dazwischen eben nur mit vielen Ausnahmen. Wieder mal viel versprochen aber fast niemandem geholfen.

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stefzeri 18.10.2018, 17:49
3. Genauso wichtig

wäre es, qualifizierte Jobs auch in Teilzeit zu besetzen. Ein guter Bekannter hat jahrelang in der Schweiz gearbeitet Dort sei Teilzeit bis ins mittlere Management kein Problem. Hier machen sich alle ins Hemd. Und ich rede hier nicht von 5, sondern von 30h/Woche.
Ich habe das Glück, dass ich nach der Elternzeit meinen alten Job wiederbekommen habe. Arbeitspensum bei weniger Stunden eher höher, geht alles. Man muss sich halt anders organisieren.

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Das Pferd 18.10.2018, 17:55
4.

scheint mir recht vernünftig. sowas ist ab einer bestimmten Betriebsgröße kein Problem.

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austrobayer 18.10.2018, 18:27
5. das gibt ein Hauen und Stechen...

also bislang war es so, die Abteilung hatte 10 volle Stellen, davon waren zwei in Teilzeit. Mit der Differenz zur Vollzeit Stelle konnte einem neuen Kollegen eine Teilzeitstelle ermöglicht werden. Das wird ab sofort nicht mehr gehen. Denn die Teilzeitmitarbeiter können jederzeit wieder aufstocken und damit den Stellenplan sprengen. Mit der Flexibilität für den einzelnen Mitarbeiter geht der Organisation und den Kollegen Flexibilität verloren. Und Unternehmen werden ab nun bei der Genehmigung von Teilzeit eher zurückhaltender sein. Also gut gemeint, aber nicht in Zusammenarbeit gedacht.

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shy_212 18.10.2018, 18:34
6. "Wer Teilzeit arbeitet, darf künftig aufstocken" ??

Die Überschrift ist etwas irreführend. Denn hier geht um Arbeitnehmer, die vorher Vollzeit gearbeitet haben; denen will man ermöglichen wieder in die Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren (unter bestimmten Voraussetzungen etc.). Zitat: "Arbeitnehmer haben künftig das Recht, für einen befristeten Zeitraum Teilzeit zu arbeiten *und danach wieder in Vollzeit zu gehen". Die Überschrift suggeriert (wie ich finde) dass diese Regelung grundsätzlich alle Teilzeitkräfte betrifft. Aber: Menschen, die von vornherein einen Teilzeit-Vertrag bekommen haben, sind von dieser Regelungen ausgeschlossen. Falls ich falsch liege: Gerne verbessern.

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Anna156464641156 18.10.2018, 18:55
7. Die SPD kann es also doch

Schade das sie bei Wahlen immer wieder eine Packung bekommt. In Hessen wird das nicht anders ablaufen. Aber die SPD macht gute Gesetze. Die "Entschärfungen" kommen, wie auch beim Mindestlohn, immer von der Union. Allerdings wird gute Arbeit nicht mehr quittiert und so scheint es aus als ob der Sinkflug der SPD kaum aufzuhalten ist.

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shotaro_kaneda 18.10.2018, 19:08
8.

Prinzipiell eine gute Sache, aber es können ja nicht nur Frauen/Mütter, sondern auch Männer/alle Arbeitnehmer diese Regelung in Anspruch nehmen. Wenn allerdings nur 1 von 15 diese Regeleung (für wie lang eigentlich?) in Anspruch nehmen kann, wie soll das funktionieren? Und wenn die Gründe für die Teilzeit nicht angegeben werden müssen, wie soll dann zwischen den Interessen der Antragstellen abgewogen werden? Und wer soll entscheiden, welches Interesse berechtigter ist? Fragen über Fragen. Dank der vielen Ausnahmen und Einschränkungen werden wahrscheinlich sehr wenige Arbeitnehmer profitieren. Wieviel Männer die Regelung in Anspruch nehmen wollen, weiß wahrscheinlich auch kein Mensch. Also ein Fall von gut gedacht und schlecht gemacht. Zumal die 1/15 Regelung bestimmt nicht zur Förderung des Betriebsklimas beitragen wird.

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lynx999 18.10.2018, 19:43
9. Dieses Gesetz

wird dazu führen, dass zukünftig Frauen im gebärfähigen Alter prinzipiell nur Teilzeitarbeitsverträge bzw. nur Verträge mit einer Mindeststundenzahl erhalten - bloß kein Vollzeitvertrag. Die Anwälte für Arbeitsrecht freuen sich jetzt schon die neuen Verträge ausgestalten zu dürfen. So entsteht erst gar nicht die Möglichkeit das Geld zu verdienen mit dem man die Mieten für eine Familiengerechte Wohnung verdienen kann - Das Gesetz
rottet die Akademiker doch nur noch weiter aus!

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