Forum: Karriere
Chefarzt-Kündigung aufgehoben: Schatz, ich operiere gerade
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Ein Chirurg telefonierte immer wieder bei Operationen, zum Beispiel mit seiner Frau. Und ließ Patienten mit offenen Wunden auf dem OP-Tisch liegen. Trotzdem durfte das Krankenhaus den Chefarzt nicht entlassen, entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht in einem bemerkenswerten Fall.

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Augustusrex 27.10.2012, 13:02
1. Typisch deutsche Richter

Du kannst im OP telefonieren weil der Fliesenleger kommt und damit Patienten gefährden. Das ist kein Kündigungsgrund. Geht ja nur um Patienten.
Du kannst auch angeblich einen Pfandbeleg über ein paar Cent nicht richtig abrechnen. Das ist natürlich eine fristlose Entlassung wert. Geht ja auch um Geld.

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der_seher59 27.10.2012, 13:05
2. Er wollte eine Lebensstellung

und die hat er ja nun wohl auch. Wenn ich den Bericht korrekt lese, dann stimmen die Vorwürfe, er ist unkündbar wg. seiner besonderen "Schutzwürdigkeit" und macht weiter wie bisher.
Gilt das künftig für jeden Arbeitnehmer, der tgl. Mist baut oder nur für Chefärzte ?

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maxmehr2008 27.10.2012, 13:08
3. Um ..

.. hier gleich mal den aufschreienden Korinten... den Wind aus den Segeln zu nehmen. Was der liebe Kollege sich da "geleistet" hat, ist quasi Alltag in deutschen Kliniken, gut ... ein Gespräch über einen Fliesenleger ist so ne Sache, aber kennt hier irgendein Kollege den Spruch "Der Chefarzt ist immer steril" :)) ?! In Kliniken passiert viel Schmu, aber sind wir ehrlich ... der liebe Chef wurde der Klinikleitung ungemütlich / zu teuer / zu loyal den Kollegen oder oh Graus sogar den Pflegekräften gegenüber und sollte gegangen werden und da wird dann auf Teufel komm raus gesucht ... ist kein Einzelfall. Also alle beruhigen, kein Patient ist durch ein Telefonat zu Schade gekommen ... "So warf das Hospital dem Arzt unter anderem vor, keine ordnungsgemäßen OP-Berichte anzufertigen sowie in seiner Sprechstunde Patienten warten zu lassen, um private Telefonate zu führen." ... OP Berichte??? Briefe??? Chirurgen??? :))) das geht eh nicht zusammen, weiß jeder Internist ... lol ... und ach ja ... das Ammenmärchen mit dem Handy in der Klinik ... spezielle Telefone ;))) neeeee is klar, es gab und gibt keinen stichhaltigen Beweis dass Mobiltelefone irgendwelche Auswirkungen auf medizinische Geräte oder Herzschrittmacher haben oder haben Sie schonmal Ihren Nachbarn durch eine SMS in den Herzstillstand getrieben ... wohl kaum. Ein schönes und gesundes Wochenende :)

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gerd33 27.10.2012, 13:12
4. Kurze Telefonate sind mim OP OK!

Zitat von sysop
Ein Chirurg telefonierte immer wieder bei Operationen, zum Beispiel mit seiner Frau. Und ließ Patienten mit offenen Wunden auf dem OP-Tisch liegen. Trotzdem durfte das Krankenhaus den Chefarzt nicht entlassen, entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht in einem bemerkenswerten Fall.
Kommt fast täglich überall vor. Üblicherweise hält ein Springer das Gerät ans Ohr des Chirurgen, damit der nicht unsteril wird. Und "sterile" handys oder Schnurlostelefone gibts nirgendwo; eben so wenig wie die technischen Geräte im OP (Monitoren, Beatmungsgeräte, Lampen etc. "steril" sind.

Und ob ich am Tisch mit vorgehaltenem Handy telefoniere oder mich bei Routine-OPs mit meinem Team über Wetter, Auto oder Familie unterhalte, ist ziemlich dasselbe.

Die Empfehlung der Fachgesellschaften "... Gespräche im OP auf das absolut Notwendige" zu beschränken, gibts nur auf dem Papier.

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guteronkel 27.10.2012, 13:20
5. Telefonate während der OP

Das überrascht mich jetzt aber überhaupt nicht. Wie sonst ist es zu erklären, dass jährlich ca. 15.000 Patienten mit dem MRSA-Keim im Krankenhaus infiziert werden und daran sterben? Wie ist es zudem zu erklären, dass jährlich ca. 60.000 Patienten durch "ärzliche Kunst" sterben. Liest man den Artikel, dann wird selbst dem unbedarften Leser klar, wo bei uns im Staate der Haase begraben ist.

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lubinca 27.10.2012, 13:22
6.

Es ist nicht zu fassen. Da spielt ein Arzt aus... ja warum eigentlich? Also er spielt mit dem Leben seiner Patienten, weil er sich weder um Sterilität sorgt und auch nichtmal wegen der OP mit dem Telefonieren auskommen kann - aber ein Kündigungsgrund ist das nicht?????

Was muss er denn tun, um fristlos entlassen zu werden? Einen Mord begehen? Seine "besondere Schutzwürdigkeit" ist ja wohl mehr als zynisch. Seine Patienten sind nicht nur einer sondern viele - und bei ihnen geht es nicht um den Job, sondern um Leben und Gesundheit. Die sind aber nicht schutzwürdig?

Und dann darf man noch hier im Forum lesen, dass man sich darüber nicht aufregen solle, weil das nicht so unüblich sei. Also wenn das wirklich üblich sein sollte wird es wohl Zeit, dass dafür mal jemand in den Knast geht!

Recht und Gerechtigkeit hat nichts aber auch gar nichts mehr miteinander zu tun in diesem Land.

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Bhur Yham 27.10.2012, 13:23
7. Empfehlung ... interessant

Zitat von gerd33
Die Empfehlung der Fachgesellschaften "... Gespräche im OP auf das absolut Notwendige" zu beschränken, gibts nur auf dem Papier.
Das gehört genauso absolut verboten wie das Telefonieren am Steuer. Ohne Wenn und Aber.

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jantu 27.10.2012, 13:26
8. Angemessene Abwägung des Gerichts

Wichtig für den Patienten ist doch das Ergebnis. Es gab keine Beanstandungen hinsichtlich der fachlichen Eignung und der Ergebnisse der chirurgischen Behandlung durch den Chefarzt. Auch in anderen Berufen ist es üblich, dass Führungskräften mehr Freiheiten bei der Ausführung ihrer Aufgaben zugestanden wird (z.B. dass Kollegen einmal kurz warten müssen).

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wolbek 27.10.2012, 13:31
9. Der feine Herr Doktor

@ maxmehr2008, könnten sie vielleicht ungefähr angeben (z.B.Landkreis) in welchem Krankenhaus sie tätig sind? Ihre hochnäsige Art und Weise schlampig zu sein ist mir doch zuviel, und ich würde es gern vermeiden ihnen im wirklichen Leben als Patient zu begegnen. Und nur weil es alle machen ist es noch lange nicht ok.

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