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Chefarzt-Kündigung aufgehoben: Schatz, ich operiere gerade
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Ein Chirurg telefonierte immer wieder bei Operationen, zum Beispiel mit seiner Frau. Und ließ Patienten mit offenen Wunden auf dem OP-Tisch liegen. Trotzdem durfte das Krankenhaus den Chefarzt nicht entlassen, entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht in einem bemerkenswerten Fall.

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luminox 27.10.2012, 14:12
40. Mich wundert sowieso gar nichts mehr,

Juristen, die ihre Kaste schützen und Mediziner, die hier sogar online zugeben, dass Telefonieren während der OP normal sei.
Alles klar.
Und dann stellt sich das Krankenhaus wieder hin und erklärt, dass keine Hygienemängel bestehen, wenn ein Frühchen ein bisschen gestorben ist.

Aber ich als Korint bin wahrscheinlich nur zu einfach strukturiert, um das grosse Ganze zu erkennen...

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bjuv 27.10.2012, 14:13
41. Die verschiedenen OP-Phasen

Um das noch mal klar zu machen:

Dem Laienverständnis offenbar entgegen stehend, unterteilt sich eine OP in verschiedene Phasen, die ein veschieden hohen Grad an Konzentration erfordern. Bei schwierigen Phasen herrscht hoch konzentrierte Stille, diese Phasen erkennt jedes Fachpersonal schon bei Betreten des OPs und unterlässt tunlichst von selbst eine Frage.

Aber es gibt auch "Routinephasen" bei denen ein durchschnittlicher Operateur / Anästhesist auch die Aufmerksamkeit auf weitere Dinge lenken kann, ohne das wesentliche aus den Augen zu verlieren. Hier können durchaus Fragen gestellt werden.

Diese zweite Phase ist auch zur Erholung für die nächste Hochkonzentrationsphase notwendig. Denn wo Fluglotsen bereits nach 2 Stunden vom Bildschirm abtreten müssen, müssen Chirurgen oft 4 und mehr Stunden ohne Pause am Tisch stehen. Man kann den Patienten nicht wie eine Akte beseite legen, um mal schnell einen Kaffee zu trinken. ALso braucht es auch Erholungsphasen.

Allerdings gibts in der Literatur immer mehr Stimmen, die eine Pause auch für Chirurgen/Anästhesisten (anderes FAchpersonal lösst sich meist ab) fordern - um des OP-Ergebnisses wegen. Der Patient müsste dann einfach länger schlafen, der Arzt hätte die gesetzliche Pause und könnte Fachgespräche in der Pause führen. Und alle hier wären zufrieden...

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RainerWahnsinn 27.10.2012, 14:16
42. Da fällt mir doch

Die Kassiererin mit den Pfandbons und die Verkäuferin mit dem Gebäck ein - aber hier geht es ja nur um die Gesundheit der Menschen!

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Jom_2011 27.10.2012, 14:17
43. .

Zitat von der_seher59
und die hat er ja nun wohl auch. Wenn ich den Bericht korrekt lese, dann stimmen die Vorwürfe, er ist unkündbar wg. seiner besonderen "Schutzwürdigkeit" und macht weiter wie bisher. Gilt das künftig für jeden Arbeitnehmer, der tgl. Mist baut oder nur für Chefärzte ?
Natürlich gelten diese absurden Regelungen für alle ANs ü50. Sicherlich haben nicht alle diese leck-mich-Einstellung verinnerlicht, aber leider viel zu viele...

Es wird Zeit derartige Regeln abzuschaffen.

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w.uljanow 27.10.2012, 14:19
44. Schlechter Betriebsrat

Zitat von maxmehr2008
... sehen Sie, ich lege auf Hygiene großen Wert, z.B. desinfiziere meine Hande fast schon manisch und ... zu Ihrer Erleichterung ... ich bin kein Chirurg sondern Internist. Sie verstehen mich da auch falsch, ich verteidige in keinster Weise schlampiges Arbeiten, aber das wird dem Chirurgen doch auch nicht vorgeworfen, wenn er telefoniert, macht er sich entweder unsteril und muss sich danach wieder sterilisiert haben oder jemand hat ihm das Telefon ans Ohr gehalten, so wie es z.B. auch geschieht, wenn ein Chirurg einen Anruf aus dem Schnellschnittlabor erhält. Wie gesagt ... mit großer Wahrscheinlichkeit ... sollte er einfach abgesägt werden. Ich sage Ihnen mal, wie es heutzutage läuft *Klugscheissermodus an* ... früher bekamen Chefärzte gute Verträge mit der Möglichkeit zur Privatliquidation .. mittlerweile hat die mittelmäßige BWLer Clique, welche sich so in den Geschäftsführungen und Personalabteilungen von Kliniken rumtreibt festgestellt, dass es doch viel cooler ist, dieses Geld für sich .. äh die Klinik einzustreichen. Dabei wird damit mitnichten neues Personal eingestellt oder die Patientenversorgung verbessert. So ist es z.B., dass die Geschäftsführung sich tolle Dienstwagen kauft oder Boni auszahlt. Ich kenne auch Fälle, in denen die Geschäftsführung Teilhaber an einer GmbH ist, welche die Cafeteria des Krankenhauses beliefert und gleichtzeitig den Mitarbeitern strengestens untersagt, Wasser, welches ja NUR für die allgemeine Patientenversorgung zur Verfügung steht, zu trinken und zwingt diese, Wasser in der Cafeteria zu kaufen ;) ... und das ist nur mal ein kleiner Exkurs. Bitte, ich glaube, Sie würden sich in meiner Behandlung sehr wohlfühlen, da ich nie auf die Uhr schaue und auch gerne Überstunden mache, um einem Patienten einmal länger zuzuhören. *Dinge von der Seele red an* Auch ist mir (und bei Gott ich hoffe, es bleibt so) noch nie ein schwerwiegender Behandlungsfehler passiert. Ich bin gern Arzt, aber wissen Sie, es läuft einiges gewaltig falsch in diesem Gesundheitsstaat *Dinge von der Seele red aus* *Klugscheissermodus aus*
In DE muss der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Wasser kostenlos zur Verfuegung stellen, das sollte der Betriebsrat bzw. Personalrat eigentlich wissen. Andererseits darf sich ein Arbeitnehmer natuerlich auch an anderer Stelle mit Getraenken und Essen versorgen und ggf. zum Arbeitsplatz mitnehmen.

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maxmehr2008 27.10.2012, 14:21
45. Nochmal ...

Zitat von luminox
Juristen, die ihre Kaste schützen und Mediziner, die hier sogar online zugeben, dass Telefonieren während der OP normal sei. Alles klar. Und dann stellt sich das Krankenhaus wieder hin und erklärt, dass keine Hygienemängel bestehen, wenn ein Frühchen ein bisschen gestorben ist. Aber ich als Korint bin wahrscheinlich nur zu einfach strukturiert, um das grosse Ganze zu erkennen...
... Schuld an dieser Schei... sind nicht die Ärzte allein. Ja, Sie haben Recht, die Hygienestandards in deutschen Kliniken ist nicht der Beste ... warum? Geld! Gehen Sie mal nach Holland, da wird es richtig gemacht. Ich würde das System sofort so übernehmen, aber erzählen Sie dem Cafeteria Mitbesitzer (s. vorheriger Post von mir), was DAS kostet, da lässt der lieber ein bisschen MRSA und ESBL und so zu, das kostet dann doch weniger, man ... wann begreifen die Menschen, dass es nur um das verdammte Geld geht, Menschenleben, Gerechtigkeit, Freiheit, das alles ist scheissegal, wenn es um Geld geht und das sehen NICHT die Ärzte so, man ..... wem es ums Geld geht, wird eh nicht Arzt, also lassen Sie das verdammt Ärztebashing!

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Mans Heiser 27.10.2012, 14:21
46.

Zitat von sysop
Ein Chirurg telefonierte immer wieder bei Operationen, zum Beispiel mit seiner Frau. Und ließ Patienten mit offenen Wunden auf dem OP-Tisch liegen. Trotzdem durfte das Krankenhaus den Chefarzt nicht entlassen, entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht in einem bemerkenswerten Fall.
Soziale Schutzbedürftigkeit? Mehrere Jahre als Chefarzt, Frau und 2 Kinder? Wieso ist das sozial besonders schutzbedürftig? Zeitarbeiter haben so einen Luxus nicht, auch nicht mit 4 Kindern und 1200 Netto.

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Elora. 27.10.2012, 14:22
47.

Zitat von gast_berlin
verweigere ich schon seit mehreren Jahren eine Fuß-OP. Ich traue dem Geschehen im OP-Saal einfach nicht. Wenn ich mich narkotisieren lasse, damit an meinem Körper gearbeitet werden kann, verlange ich die volle Aufmerksamkeit des OP-Teams. Und da ich sicher bin, diese nicht zu bekommen, verzichte ich auf die OP und lebe lieber mit Schmerzmitteln. Schade, eigentlich.

Und genau deshalb sollten Sie sich vielleicht nochmal schlau machen. Man muß nicht immer eine Vollnarkose haben. Sprechen Sie doch einmal mit dem Operateur Ihres Vertrauens über die Leitungsbahnanästhesie oder die "Rückenmarksnarkose". Dann könnten Sie vielleicht in Zukunft auf die Schmerzmittel verzichten und bräuchten nicht in 5 - 10 Jahren die Magen-OP wg. durchgebrochenem Magengeschwür. Natürlich in Vollnarkose.

Vielleicht dürfen/ können Sie sogar zuschauen, wie der Operateur Ihres Vertrauens Ihren Fuß operiert.

Ach nee, wird ja am Fehlen des Operateurs des Vertrauens scheitern.

Und an alle anderen ohne medizinischen Sachverstand: sicherlich liegt ein Fehlverhalten vor, wenn die Anästhesisten schon auf einer Beendigung des Telefonates bestehen muß. Was hier aber teilweise geäußert wird (MRSA durch telefonieren am OP-Tisch) u.ä. zeugt von tiefer Ahnungslosigkeit. Daher - Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten. Oder sich schlau machen.
Danke

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maxmehr2008 27.10.2012, 14:25
48. Ja ...

Zitat von w.uljanow
In DE muss der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Wasser kostenlos zur Verfuegung stellen, das sollte der Betriebsrat bzw. Personalrat eigentlich wissen. Andererseits darf sich ein Arbeitnehmer natuerlich auch an anderer Stelle mit Getraenken und Essen versorgen und ggf. zum Arbeitsplatz mitnehmen.
... offiziell ist das so, aber es wurden den Mitarbeitern wortwörtlich mit "fristloser Kündigung" im Falle eines unauthorisierten Wasserkonsums gedroht, das müssen Sie sich mal vorstellen. Rechtens hin oder her, viele sind eingeschüchert und jede gesparte Flasche ... Sie wissen schon.

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Elora. 27.10.2012, 14:27
49.

Zitat von w.uljanow
Sie haben natuerlich recht, ich finde es auch dramatischer, wenn der Chefarzt bei der Visite weniger Zeit hat und finde die Abwaegung dann lieber waehrend einer OP zu telefonieren absolut nachvollziehbar und wuenschenswert. Wer weiss was bei so einer Visite alles falsch gehen kann, dass ist jedenfalls wesentlich bedrohlicher als bei OP ueber Fliesen zu quatschen.
In den Kliniken, in denen ich tätig war, wurde während der Visite das Kreuz auf das zu amputierende Bein gemacht ...

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