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Coaching-Kultur: "Menschen verwandeln sich in Schmalspur-Persönlichkeiten"
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Die sogenannte Coaching-Kultur verbreitet sich schneller als ein Grippe-Virus, findet unsere Autorin - und grübelt, welche Sätze sie am meisten nerven.

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GungaDin 22.04.2019, 10:31
60. Coaching und Assesment

sind beides CMAs für Manager. CMA? Cover My Ass. Die frisch eingestellte Kraft entpuppt sich als Versager? Nicht die Schuld der Personalabteilung bzw. des Personalmanager, weil die Kraft das Assesment doch einwandfrei durchlaufen hat. Unerklärlich! Die Mitarbeiter bringen nicht die erwartete Leistung? Nicht die Schuld des jeweiligen Vorgesetzten, schließlich wurden doch alle Mitarbeiter regelmäßig gecoacht! Und so kann man sich im Management bequem zurücklegen und den nächsten Coach buchen... Ein krankes System. Fortbildung? Sofort und jederzeit. Coaching? Völliger Blödsinn.

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uhoeness 22.04.2019, 10:32
61. Sehr geil!

Der Artikel trifft es zu 100%! Ich will echte Menschen, keine optimierten. Und ehrlich - alle echten Führungspersönliichkeiten die ich bisher getroffen habe waren erstmal authentisch.

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indivisuell 22.04.2019, 10:33
62. Dass sich die Menschen ...

... immer mehr in Schmalspur-Persönlichkeiten verwandeln mag stimmen. Dass dieser Trend als Resultat eines die Selbständigkeit und Eigenverantwortung fördernden Coachings beruht darf hinterfragt und bezweifelt werden. Wenn die Autorin jedoch Coaches und Coachings im Sinne von "Profiler Suzanne" meint, gebe ich Ihr voll und ganz Recht. Der Coachingprozess als Unterstürzung des Coachee - und nicht des Coaches ;-) - bedingt Integrität, emotionales Bewusstsein, Selbstregulierung, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, die eigenen Themen in den Hintergrund zu stellen ... nicht immer einfach ...
Wer sich selber coachen (oder auch couchen) kann/mag/will, darf sich glücklich schätzen. Wer auf seinem Lösungsweg einen Perspektivenwechsel oder eine Musterunterbrechung benötigt tut gut daran, den Coach vertrauensvoll auszuwählen.

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susuki 22.04.2019, 10:37
63. "Sekten light" und coaching

Mein Erstkontakt mit einem "coach" war Anfang der 80er Jahre. Er wollte aus mir mit „Neuro-Linguistisches Programmieren“ ein besseren Verkäufer und Menschen machen.

Er ist heute bei den Scientologen, bettelarm...

Der ganze Stuss der 80er Jahre welche von Sekten kam, kommt jetzt von "Coachs".

Ich erkenne in den "Coachs" nur "Ein Personen Sekten" mit mehr oder weniger guten Willen.

Ich selbst bin Mentor von drei Personen welche ich über 10 Jahre mit Rat und Tat begleitet habe. Ich bin ziemlich stolz das alle drei Wohlstand erarbeitet haben.

Jeder "gecoachte" sollte aus der Metaebene heraus jemanden suchen dessen "Karriere/Beziehung/was auch immer" er für erstrebenswert hällt.

Anschließend einfach Fragen! Ein gelungenes Leben, für einige sogar ein bedeutungsvolles Leben ist sehr einfach zu organisieren. Man muss sich nur des eigenen Verstandes bedienen und nicht den eines "Coach" bemühen.

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tatate 22.04.2019, 10:37
64. Nicht wissen was Coaching ist aber verurteilen

Ich bin weder Coach noch habe ich ein Coaching besucht. Trotzdem möchte ich hier Stellung nehmen, weil ich nicht verstehen kann, dass man andere Menschen und ihren Bedarf gecoacht zu werden so stark verurteilen kann ohne zu wissen, was Coaching überhaupt ist.
Ja, es findet gerade ein Coaching-Boom statt und vor vielen Jahren gab es Coaching nicht, beziehungsweise kaum. Aber boomt aktuell nicht auch Burnout und weitere mentale Krankheiten? Ist es dann schlecht, wenn der Bedarf steigt, auch die Anzahl der Menschen, die anderen helfen wollen, steigt?
Wir leben in einer Zeit der Digitalisierung, in der alles schneller geht und Multitasking erwartet wird. Das und ein großer Druck durch die Konkurrenz in der Arbeitswelt macht Menschen krank. Wieso muss man diese Menschen, die nach Hilfe suchen, verurteilen? Durch solche Artikel wird doch nur gefördert, dass man sich schämen sollte, wenn man einen Coach aufsucht.
Ja, es stimmt etwas nicht in der Gesellschaft, aber nicht weil Menschen angeblich durch Coaching ihre Individualität verlieren. So ist es nämlich nicht! Wir verlieren unsere Individualität bereits wenn uns beigebracht wird, keinen Quatsch zu erzählen, nicht dies oder das machen zu dürfen, ja nicht aus der Reihe tanzen zu dürfen... Wir werden ab unserer Kindheit dazu optimiert, „normal“ zu sein. Und genau das macht viele Menschen unglücklich. So wird das Gefühl produziert, dass man etwas Falsches macht, wenn man anders denkt und sich anders verhält.
Genau dafür gibt es dann Life-Coaches: sie helfen Menschen, die es brauchen, ihnen klar zu machen, dass jeder Mensch einzigartig ist, anders denkt und fühlt. Und dass genau das auch ok ist.
Gute Coaches helfen, die eigenen Personalität zuzulassen und zum Vorschein zu bringen. Sie rauben nicht die Authentizität sondern geben sie den Individuen wieder zurück. Sie unterstützen dabei, zu sich selbst zu stehen und auch mal „nein“ zu sagen. Sie bringen ihren Teilnehmern bei, mit Emotionen wie Angst, Trauer und Ärger umzugehen, weil sie weder dem Kopf noch dem Körper auf Dauer gut tun.
Wenn sie schon so einfache Sätze wie „ich sehe ihren Punkt.“ auf die Palme bringt und sie andere Menschen so stark verurteilen, könnte Ihnen Coaching bestimmt helfen.

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photodose 22.04.2019, 10:46
65. Wo liegt das Problem

Ich glaube, dass vielen Menschen ein einfaches Coaching ganz gut tun würde. Nicht nur um ihretwillen, sondern vor allem um die Kommunikation untereinander zu verbessern. Vielen Menschen können nicht ordentlich kommunizieren. Sie sind aggressiv oder laut oder unterbrechen den Gegenüber, hören nicht zu, können sich in den anderen nicht hineinversetzen und so weiter. Wieso sollte man diesen Menschen nicht helfen? Gerade weil Frau Voigt Journalismus oder kreatives Schreiben oder sowas studiert hat, sollte sie nicht auf andere herumhacken.

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markus_wienken 22.04.2019, 10:49
66.

Zitat von sysadm53
Der Blick des Autors auf Coachings scheint doch sehr eingeschränkt zu sein. Anscheinend hat er schlechte Erfahrungen bei (schlechten?) Coachings gemacht. Das Ziel von Coachings ist es doch nicht Menschen zu indoktrinieren und sie dazu zu bringen ihre Persönlichkeit aufzugeben oder gar zu dressierten Äffchen zu machen. Vielmehr sollen durch strukturierte Kommunikation Möglichkeiten erarbeitet werden, nicht nur berufliche Herausforderungen vernünftig bewältigen zu können. Im Beruf habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass Coachings sinnvoll sind. Besonders für die jungen neuen Mitarbeiter, um Defizite ihrer Erziehung zu kompensieren und bei Führungskräften, die nicht führen können und der Meinung sind, dass aufgrund ihrer Position sie ohne hin über den Dingen schweben. Bei differenzierterer Reflexion lassen sich sicherlich viele Beispiele finden, wo Coachings helfen können;)
Es gibt gute und schlechte Coachings, zweifellos und die Spreu vom Weizen zu trennen ist nicht immer ganz einfach.
Bei Führungskräften, die nicht führen können hilft Coaching in der Regel nicht. Es gibt halt auch Menschen die in dieser Position einfach fehl am Platz sind.
Es hilft aber bei durchschnittlichen und guten Führungskräften (auch bei "normalen" Mitarbeitern) sich zu verbessern sofern die Kandidaten gewillt sind das Gelernte auch anzuwenden.

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wszameit 22.04.2019, 10:50
67. Lebenslanges Lernen?!

Coaching ist eine von vielen Möglichkeiten, berufsbegleitend neues Wissen und Können aufzubauen. Das gehört für mich zum lebenslangen Lernen, das ja beruflich wie privat durchgängig gefordert ist. Und Spaß macht es auch noch. Das als Selbstoptimierungswahn abzutun, finde ich daneben. Es bleibt ein Riesenunterschied, ob ich mir dir Nase richten lassen oder eine Akquisestrategie entwickele.

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markus_wienken 22.04.2019, 10:55
68.

Zitat von uhoeness
Der Artikel trifft es zu 100%! Ich will echte Menschen, keine optimierten. Und ehrlich - alle echten Führungspersönliichkeiten die ich bisher getroffen habe waren erstmal authentisch.
Hm...
Keine Ahnung was "echten Führungspersönliichkeiten" sein sollen. Aber Coaching - früher nannte man es anders - gibt es schon sehr lange Zeit. Was macht Sie so sicher, dass diese echten Führungspersönliichkeiten nicht auch schon z.B. in den 60er oder 70er Jahren ein Führungsseminar/Persönlichkeiteentwicklungsseminar oder ähnliches mitgemacht haben?
Ein Freund meines Vaters von Beruf "damals" Vertriebschef hatte schon im letzten Jahrtausend an derartigen Schulungen teilgenommen und nicht zu seinem Schaden.

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mirage122 22.04.2019, 10:59
69. Es nervt total!

Mittlerweile wird man in jedem pieffigen Einzelhandel-Laden angequatscht: "Kann ich Ihnen sonst noch helfen, wir haben gerade hier ein tolles Angebot!" Das nennt man cross-selling. Solche Geschäfte verlasse ich sofort, meist noch ohne das gerade ausgesuchte Produkt mit zu nehmen. Ganz schlimm ist sogenanntes Coaching in der Finanzdienstleister-Branche und in Call-Centern. Da wird einem schon von vorn herein gesagt, dass das Gespräch zur "Qualitätssicherung" aufgezeichnet wird (schönes Wort). Man könne aber widersprechen. Ich habe mich mal von einem Personal-Trainer coachen lassen, der mich nach einem längeren Krankenhaus-Aufenthalt wieder aufgebaut hat. Das hat allerdings Sinn gemacht, war aber ziemlich teuer.

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