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Coaching-Kultur: "Menschen verwandeln sich in Schmalspur-Persönlichkeiten"
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Die sogenannte Coaching-Kultur verbreitet sich schneller als ein Grippe-Virus, findet unsere Autorin - und grübelt, welche Sätze sie am meisten nerven.

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Jack-in-the-box 22.04.2019, 11:00
70. Who is Who

Zitat von Little_Nemo
"Manchmal habe ich den Verdacht, so ein Coach gibt seinen Kunden oder Patienten - was ist hier der richtige Begriff? - Hausaufgaben auf." "Opfer", der richtige Begriff lautet "Opfer". Mir stellt sich bei diesen Coaches immer die Frage, was die eigentlich für ihre Tätigkeit qualifiziert, sofern es überhaupt Qualifikationen für so eine Tätigkeit gibt. Besonders wenn ich ihnen erstmal eine Weile zugehört habe. Ich vermute, dass die meistens über den zweiten Bildungsweg zu ihrem Job gekommen und damit der Arbeitslosigkeit entgangen sind, weil sie einfach nichts anderes konnten und ihnen ihr alter Job, sofern sie einen hatten, zu stressig war. Es ist imgrunde die Vortäuschung einer Tätigkeit, oder nennen wir es "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme". Die klassische Alternative wäre es gewesen Heilpraktiker zu werden.
Mit der Qualifizierungsfrage stehen Sie nicht alleine da. Ich finde es auch spannend zu schauen, wer hinter der Person steckt. Schon interessant, was mancher Coach (m/w) im früheren Leben wirklich und ausdauernd gerissen hat. Nun also Experte und oft auf dem „Erkenne Dich selbst“-Pfad unterwegs. Wissenschaftlich fundiert, ein wenig Esoterik dazu, vielleicht hat jemand noch eine Kristallkugel zur Hand? Wäre ja schon gut zu wissen, mit welch böser Welt ich draußen konfrontiert werde, um das erworbene Wissen anzuwenden. Sind darunter Chefs oder Partner, die einzig interessiert, dass ich einen guten Job mache bzw. ein Geschäft zustande kommt, weil schlicht die Bedingungen passen? Ich weiterhin auf Menschen treffe, die für eine strategisch ausgeklügelte Position oder Verhaltensweise ein müdes Lächeln übrig haben? Vielleicht auch deshalb, weil sie Aufgecoachte im Schlaf erkennen, ihnen ein solider und ehrlicher Kaufmann aber tausendmal lieber ist. Nun gut, jeder wie es ihm beliebt und auch Coaches haben eine Daseinsberechtigung. Gehässigkeiten liegen mir dabei so fern, wie ich für Sinnloses Geld ausgebe. Lieber schwimme ich naturbelassen im Schwarm der kleinen Nemos mit. Die Wahrscheinlichkeit, wegen falscher Flossentaktik vom Hai verschluckt zu werden, ist doch eher gering.

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wahrsager26 22.04.2019, 11:01
71. Erlebnis aus dem Berufsleben...

Ein Mitarbeiter ist bequem ,lässt Dinge 'laufen ' und kümmert sich nur sporadisch um seine Obliegenheiten.Das mal stark vereinfacht dargestellt.Dazu kommt eine gewisse ' Antriebslosigkeit-ein verharren in liebgewonnener Bequemlichkeit.Manches wird schöngeredet oder aber auch als Lebenslüge zur 'Tarnung' des eigenen Wesens hergenommen....warum damals das zukünftige Berufsleben eine andere Wende genommen hat.Wird dann der Betroffene mit einer Entscheidung konfrontiert, besitzt er keinen Plan 'B',fällt erst mal in ein Loch.Genau das habe ich als Außenstehender erlebt.Was aber tun mit so einem Menschen,der vielleicht eine vierköpfige Familie zu versorgen hat? Er benötigt Hilfe ,egal ob man das 'coaching' nennt oder anders! In einer Zeit , in der ein 'Zusammenreissen' ,ein sich auch mal gehorchen verpönt ist, wird vermutlich noch sehr viel mehr auf solche Hilfwn zurückgegriffen werden.Die Autorin hat nicht unrecht! Danke

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wahrsager26 22.04.2019, 11:09
72. Könnte es nicht überhaupt so sein...,

das ein systematisches 'Wegräumen' von sogenannten Zwängen erst dazu führt,gecoacht werden zu müssen? Spielend lernen, nur keine Anstrengung...etc,sind das die Auslöser ? Führungspositionen anzustreben,denen man Kraft Erziehung und Hinwendung zur Sache, nicht gewachsen ist? Da geht es doch schon mit mangelnder Anstrengung los. Anschließend muss dann 'unterstützt ' werden,in der Hoffnung, die fragliche Person wieder in die Spur zu setzen.Allerdings denke ich, das es auch einen unverändertsten 'roten Faden' in den betroffenen Personen gibt-alles wird sich demnach nicht beheben lassen. Danke

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tom2strong 22.04.2019, 11:10
73. Geht es noch oberflächlicher?

Wem ich welche Seite von mir zeige, möchte ich (in den allermeisten Fällen) am liebsten selbst entscheiden. Damit werde ich zwar zur Schmalspur-Persönlichkeit, aber nur für denjenigen der mir gegenüber sitzt. Und genau das möchte ich in diesem Fall. Es ist hilfreich, wenn man es schafft eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben für sich zu etablieren. Die Entgrenzug der Arbeitswelt schreitet weiter voran und die Autorin erklärt Coaching mit dem sich Menschen versuchen zu wappnen zum Problem. Ich sehe es eher als ein Phänomen mit der Entgrenzug zurecht zu kommen und sich selbst zu schützen. Falls das jemanden auf die Palme bringt, ist das womöglich genauso wenig zu ändern wie die Entwicklung zur weiteren Entgrenzug selbst. Mit anderen Worten. Damit werden wir uns abfinden müssen.

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wahrsager26 22.04.2019, 11:13
74. An tatate . Nr64

Nicht ganz! Meine Vermutung geht dahin,dass in der jugendlichen Erziehung Fehler angelegt werden,die haargenau zu dem führen,was dann 'gecoacht' werden muss.Nicht umgekehrt! Danke

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arago 22.04.2019, 11:14
75. ok, ok, es gibt solche und solche.

Ich glaube aber, dass der Knackpunkt darin besteht, die Coaching-Tätigkeit als Broterwerb anzusehen. Das verleitet dazu, als Coach die wirkliche Lebenserfahrung gegen tägliche Blasen seiner Coaching-Patienten einzutauschen. Abgesehen davon, dass der Coach seine Verhaltensmuster immer irgendwie multipliziert, vor allem wenn es sich um Gruppentherapien handelt. Mir ist das Modell des lebenslangen Lernens bei verschiedenen Meistern / Lehrern / Mentoren einfach sympathischer. Ps. So etwas gab es schon früher bei den Zimmerleuten und Bauhüttenleuten: Sie gingen auf die Walz, lernten dadurch viel Neues aus unterschiedlichen Quellen und gelangten dadurch zur Meisterschaft.

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Jota.Nu 22.04.2019, 12:14
76. Was soll daran falsch sein...

...wenn man an sich arbeitet, um den nächsten Karriereschritt machen zu können. Wenn man die fachliche Eignung dazu hat, aber aus einem Elternhaus kommt, in welchem man eine Dankweise gelernt hat, die nicht mehr zur angestrebten Position oder zum angestrebten Leben, welches man für sich selbst wünscht, passt? Dann ist es doch mehr als löblich, sich bei der Veränderung Unterstützung zu holen.
An alle die jetzt sagen, dass man dann weniger "authentisch" sei, möchte ich erwidern, dass man gerade beim Wunsch nach eigener Veränderung und dem Verfolgen dieser Veränderung authentisch ist. Authentizität ist Ehrlichkeit zu sich selbst. Und wenn der Wunsch nach Veränderung da ist, dann ist man gut beraten diesem zu folgen und zwar ohne die ganzen "wohlmeinenden" familiären und befreundeten Begleiter, die sehr wohl eigene Interessen am Leben des anderen haben. Aus der Kindheit wirken Rivalitäten unter Geschwistern, Elternteilen oder Freuden unglaublich stark nach. Das kann anstrengend werden und man kann sich wie ein Sportler, der besser werden will, coachen lassen.

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coachausUeberzeugung 22.04.2019, 12:29
77. Na da hat jemand einen Nerv getroffen

Wenn ich Ihren Artikel lese bin ich wirklich erschrocken, wie wenig Sie über ein professionelles Coaching zu wissen scheinen. Haben Sie nicht recherchiert oder selbst mal eines in Anspruch genommen?

Sie werfen Trainings und Coachings, rhetorik Seminare; NLP und Führungskräfte Training in einen Topf und machen eine generalisierte Angst-Mach-Zorn-Suppe daraus. Es schockt mich wirklich, wie viele Leser Ihnen recht geben weil Sie Ihre Erfahrungen teilen und allesamt wohl wenig Erfahrungen mit "echten Coachs" haben...so wie Sie, sonst hätten Sie diesen Artikel so nicht verfassen KÖNNEN.

Ich kann mich nicht erinnern jemals einen Artikel öffentlich kommentiert zu haben, aber das war wirklich so weit weg von der professionellen Coaching Realität und so nah dran an einem Weiterbildungsmarkt, der eher trainingslastig ist...das konnte ich nicht so stehen lassen. Bitte schauen Sie sich Coachings inhaltlich genauer an, bevor Sie so Meinungen bilden mit Halbwissen und schlechten Erfahrungen Ihrerseits.

Ich muss Ihnen und Ihren Lesern recht geben, dass die Coaching Branche viele schwarze Schafe hat. Für einen Profi zu finden, kann allerdings jeder selbst sorgen, wenn er sich kurz damit beschäftigt. Es gibt tatsächlich jahrelange Ausbildungen in diesem Bereich, die nicht mal eben in kurzer Zeit den Titel verleihen. Hierzu gehört dann auch die angesprochene Qualitätssicherung, wo man als Coach gezwungen ist sich coachen zu lassen, auch nach seinem Abschluss. Es gibt in Deutschland ein, zwei Verbände, die Ihren Mitgliedern diese Qualitätskriterien auferlegen. Wiederum - Recherche und/od Erfahrung hilft.

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Sybille Paas 22.04.2019, 12:29
78. Woher wissen Sie das...

... Nr. 58 und 60, namentlich kleinsteminderheit und Gungabin, oder ähnlich, wie können Sie so pauschalieren, angesichts der heterogenen und undurchdringlichen Coaching-Landschaft?

Ich arbeite seit gut 12 Jahren in unterschiedlichen Formaten in dieser Branche, weiß auch von einigen schwarzen Schafen- und könnte Ihnen gleichzeitig ad hoc 40- 50 Coach-Empfehlungen aussprechen, alle hervorragend ausgebildet, erfahren, mit einer sehr durchdachten Vorgehensweise, wie einer meiner Vorredner es treffend skizziert hat.

Coaching ist ein absolutes Empfehlungsgeschäft, und die Hoffnung ist, dass Qualität sich durchsetzt. Darauf vertraue ich und so erlebe ich auch den Markt.

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Kanalysiert 22.04.2019, 12:50
79. Volle Zustimmung

Jedes damals vom Arbeitgeber (einem Branchenplatzhirsch, der angeblich nur das Beste engagiert) geplante Coaching war eine Riesenlach ummer und unfassbar "nicht-hilfreich", Standardisiertes Verhalten als Generallösung ist der absolute Graus und viele der Coachingtipps klangen wie aus einem Homeshoppingkanal erlernt, hölzern, unecht und alles andere als individuell. Der beste Coach ist leider immer noch die Realität und die Refelektion, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt, was es auslöst und was man an Feedback und Reaktionen zurückerhält. Da brauche ich keinen überbezahlten Coachkasper, der mir die Zeit stiehlt und dem Arbeitgeber das Geld. Ich vermute mal, dass die paar wenigen wirklich guten Profis sauteuer sind und für den Arbeitnehmer daher sowieso nie angeheuert werden. Auf den Rest kann man blendend verzichten.

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