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Coaching-Kultur: "Menschen verwandeln sich in Schmalspur-Persönlichkeiten"
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Die sogenannte Coaching-Kultur verbreitet sich schneller als ein Grippe-Virus, findet unsere Autorin - und grübelt, welche Sätze sie am meisten nerven.

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Sybille Paas 22.04.2019, 13:08
80. Autsch, mit Verlaub Herr/ Frau Kanalysiert

...
das war kein Coaching, was Sie da erleben durften, das war ein schlechtes Training. Coaching ist genau das, was Sie im Mittelteil beschrieben haben: das eigene Verhalten reflektieren und darauf aufbauend vielleicht neues, situativ hilfreicheres Verhalten implementieren, und damit niemals eine Einheitssuppe fabrizieren, sondern, im Gegenteil, die eigene Persönlichkeit entwickeln

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botschinski 22.04.2019, 13:14
81. Vielleicht lesen Sie ja die Kommentare

Frau Voigt, politisch korrekt heissen die Brötchengeber der Coaches, wohl Klienten. Womit eigentlich angesprochen ist um was es geht (pc), statt zu sagen: "Das ist doch Schwachsinn", lernt man eben mit einem: "Sie geben da einen wichtigen Impuls"+"Wir sollten gemeinsam überlegen, wie wir in dieser Angelegenheit vorankommen." sein Gegenüber abzuspeisen. Ich gebe Ihnen vollkommen recht, eine heuchlerische, gecochte Welt kann einen ebenso (eher?) Agressiv machen wie eine direkte Beleidigung, hängt wohl von der Persönlichkeit ab.

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AndreasHegenbart 22.04.2019, 13:25
82. Sokratisches Nichtwissen - wer will sich dem schon stellen?

Wer nicht weiß, weiß alles besser. Wer weiß, weiß, dass er/sie nicht weiß. Aus der letzteren Haltung heraus kann Potential ins Leben gebracht werden - und das ist die Haltung eines guten Coachings und damit kann authentisches und! situtationsangemessenes Verhalten entwickelt werden. Das schreibe ich als Psychologe, Coach und Innenarchitekt und schöpfe meinen Lebensunterhalt immer noch aus allem.
Ja, es gibt auch schlechtes Coaching
Und ... der Artikel ist eine Glosse!

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copsejap 22.04.2019, 14:07
83. Wie bitte? Meinen SIE Coaching oder Mitarbeiterworkshop?

Der Artikel bestätigt mal jeden, der noch nie ein Coaching besucht hat mit einem ehrlichen, „siehst, hab ich eh gewusst.“ Ja, man muss nur etwas suchen, man findet immer die passenden Artikel die einen in seiner Haltung bestätigen. Ich hab mal ein Coaching gemacht, das hat mit dem was oben steht, null zu tun. In dieser Verweigerungshaltung geschrieben, buhlend um Zustimmung, schreiben Journalisten immer öfter. Es ist nicht besonders schwer in einem so komplexen Feld alles herunterzustampfen wie ein Comeadian . Dieser Artikel ist eher Ausdruck unserer Zeit, Ausdruck einer Schmalspur-Wahrnehmung. Hier wird auch her einer dieser konstruierten Mitarbeiter-Workshops beschrieben ohne Anleitung eines ausgebildeten Moderators. Dafür ist der Artikel ganz nett.

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fearlessbob 22.04.2019, 14:17
84. Coaching zwischen Mode und Notwendigkeit

In der Tat, Coaching ist derzeit inflationär. Die Bezeichnung ist nicht geschützt und der Belanglosigkeit ist Tür und Tor geöffnet.
Aber es gibt noch eine Welt jenseits des patent flauschigen Allerweltscoachings. Der Begriff mag gerade hip sein, aber die Tatsache, dass sich Führungskräfte komplexe Inhalte persönlich und maßgeschneidert vermitteln lassen oder sich bei kritischen Entscheidungen beraten lassen ist gewiss nicht neu und auch keine Modeerscheinung. Neu könnte allenfalls sein, dass eine auf Selbstverwirklichung gecoachte Führungskraft nicht realisiert, dass sie nicht von Geburt an mit den Fähigkeiten ausgestattet ist, die sie für ihre Rolle benötigt.

Sicher wird Individualität groß geschrieben heutzutage. Wer allerdings glaubt, dass in einem internationalen Konzern echte (!) Individualität gefragt ist, der glaubt vermutlich auch, dass er durch kreative Auswahl seiner Sneaker Karriere machen kann. Der Mitarbeiter eines Konzerns watet Zeit seines Arbeitslebens durch eine Teer-artigen Masse aus Inkompetenz und Manipulation. Wer in einem solchen Umfeld gesund bleiben möchte und eventuell eine Karriere anstrebt, der hat zwei Optionen: Niedertracht oder taktisches Geschick.
Ersteres ist zwar weit verbreitet aber nicht erstrebenswert, letzteres kann man lernen. Es gibt Leute die schaffen es auch ohne Coach oder Mentor weit nach oben. Es sind aber nicht viele.

Vereinfacht gesagt: Wer den ganzen Tag in einem Haifischbecken schwimmt der braucht jemanden am Beckenrand: den Coach

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Antila 22.04.2019, 15:04
85. Courths-Mahler hilft denen. So sehen die auch aus.

"Zum Beispiel hilft das Lesen von Romanen, da lernt man die tollsten Charaktere besser kennen."

Aber was will man von Typen verlangen, deren einziges Streben darin liegt, einem anderen die Tasche zu füllen und im Hamsterrad einen Zacken schneller als die Kollegen zu laufen, um die zu Fall zu bringen.

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Fontaine 22.04.2019, 15:46
86. Was soll dieser Artikel?

Es gibt schlechte Coaches, genauso wie schlechte Ärzte, Anwälte oder Handwerker.
Aber jetzt mal ebenso einen ganzen Berufsstand, respektive Tätigkeitsfeld abzuwatschen halte ich doch für reichlich unterkomplex, um es höflich auszudrücken. Dieser Artikel hat keinerlei Informationswert, ist lediglich eine höchst einseitige, generalisierende, abwertende Meinungsäußerung. Null Niveau, einfach nur peinlich.

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hualorn 22.04.2019, 15:56
87. #3

volle Zustimmung! Seit der Laden in dem ich arbeite von einer AG aufgekauft wurde, wechseln die "Manager" öfter als die HSV- Trainer und jeder klingt wie vom selben Coaching Kurs. Die können aus Sch... Gold herbeireden und sonst nichts. Jeder mit klitzekleiner Menschenkenntnis erkennt doch solche Typen 1000m gegen den Wind. Das werden die selber nur nie erahnen und halten sich noch für tolle Hechte ;)

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Die linke Kobra 22.04.2019, 16:37
88. Sie haben das Problem nicht erkannt

Zitat von Fontaine
Es gibt schlechte Coaches, genauso wie schlechte Ärzte, Anwälte oder Handwerker. Aber jetzt mal ebenso einen ganzen Berufsstand, respektive Tätigkeitsfeld abzuwatschen halte ich doch für reichlich unterkomplex, um es höflich auszudrücken. Dieser Artikel hat keinerlei Informationswert, ist lediglich eine höchst einseitige, generalisierende, abwertende Meinungsäußerung. Null Niveau, einfach nur peinlich.
Da kommt so ein junger Verkäufer, Projektleiter, usw. daher und nach den ersten paar Sätzen wissen Sie, was er ihnen alles erzählen will, so halt die Standardsätze, die Ihnen zum Hals heraushängen. So war es mal Mode bei jedem Vortrag sich anhören zu müssen, dass er als Vortragender aufgeregt sei, usw.. Irgendwann ist dann der eingebaute Witz gekommen. Ist im Neuland-Zeitalter noch schlimmer geworden, wenn man kurz zuvor googelt und man dann weiß, was man erzählt bekommt. Da aber viele Google-Inhalte oft voneinander abgekupfert sind, fehlt dann oft ein wichtiger Punkt. Es geht halt oft um persönliche Erfahrungen, Sachkenntnisse aus der Praxis, erweiterter Fachhorizont, usw. die den Erfolg oder den Wert eines Gesprächs, einer Präsentation, usw. ausmachen. Es ist halt z.B. ein Unterschied, ob Ihnen ein erfahrener Schweissfachmann eine Schweissanlage verkauft, oder ein Verkäufer mit Schnellkurs.

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kestrel2 22.04.2019, 17:07
89. Interessant

Die glossierende Autorin hat sich Zuschriften von professionell praktizierenden Coaches ja verboten, daher halte ich es so kurz wie ich nur kann als jemand, der seit ca. 10 Jahren hauptberuflich vom Coaching lebt:

Interessant, was für ein Coaching-Bild da draußen existiert. Und ich hatte mit Milton Erickson völlig naiverweise gedacht, dass ein Coach völlig nutzlos sei, der seine Kunden nicht mehr überrascht! Generell scheint die Autorin die - nicht ganz unwichtige - technische Unterscheidung zwischen Training und Coaching nicht zu kennen, denn der Artikel bezieht sich offenbar auf eine Reihe von Merkwürdigkeiten, die zumindest ich nur als Trainingsformate kenne. Coaching macht hingegen eigentlich nur Sinn, wenn man mit einem konkreten Problem gerade für sich selber nicht weiterkommt und auch sonst grade kein vertrauenswürdiger Mensch (Freund, Kollegin, Nachbar, verwirrte Urgroßoma) zur Verfügung steht, der einem evtl. weiterhelfen kann.

Anscheinend sind da draußen einige Kunden tatsächlich anderer Meinung. Was habe ich doch für ein unwahrscheinliches Glück, dass ich niemals auf die treffe.

Über den Optimierungswahnsinn in unserer Gesellschaft und seine strukturellen Quellen (Shareholder-Value-Fixierung in Unternehmen, Demokratie-Defizite in unserer Politik und Gesetzgebung) sollten wir aber wirklich mal sprechen. Denn um diese Quellen zu beseitigen, brauchen wir keine Coaches, sondern institutionelle Reformen an entscheidenden Stellen. Gehen wir diese Wurzeln an, kann es tatsächlich sein, dass einiges, was sich "Coaching" nennt oder dafür gehalten wird, ganz ganz schnell wieder aus der Welt verschwindet.

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