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Coffeeshop-Unternehmer vor dem Aus: Dann kaufen wir zum Kiffen eben die Schule
DPA

Amsterdam gilt als Kiffer-Idylle. Allein im Zentrum verkaufen 78 Coffeeshops Marihuana. Die Hälfte der Läden soll nun geschlossen werden. Sie seien zu nah an Schulen, so die Begründung. Die Cafébesitzer haben dafür schon eine Lösung.

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pigtime 12.03.2014, 12:29
1.

Zitat von sysop
Amsterdam gilt als Kiffer-Idylle. Allein im Zentrum verkaufen 78 Coffeeshops Marihuana. Die Hälfte der Läden soll nun geschlossen werden. Sie seien zu nah an Schulen, so die Begründung. Die Cafébesitzer haben dafür schon eine Lösung.
Die Niederlande kämpfen immernoch mit den Folgen ihrer inkonsequenten Liberalisierungspolitik.
Nein, es gibt auch in Holland keinen legalen Drogenverkauf oder -besitz. Es wird lediglich unter bestimmten Bedingungen auf die Strafverfolgung generell verzichtet. Es gibt keinen legalen Wirtschaftskreislauf für Betäubungsmittel in den Niederlanden. Der Anbau oder der Verkauf an Coffeeshops wird auch hier (so festgestellt) mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet.

Durch die Kombination aus gedulteten Verkauf an den Konsumenten und der illegalen Versorgung der Shops, hat sich ein El Dorado für Drogenkriminelle gebildet.
Die Niederlande sind immer noch das Land der Wahl wenn es um Drogenhandel geht, egal welche Drogen.

Hier sollte man die USA im Auge behalten. Dort wurde Anbau, Zubereitung und verkauf in legale Wirtschaftskreise gelegt!

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wrobel2 12.03.2014, 12:39
2. Optional

Dann hoffe ich auch, das in der Nähe der Schule, keine Bars, Kiosk, Tankstelle oder sonst ein Etablissement was Alkohol, Zigaretten, Kaffe usw anbietet ..
Dann würde ich es noch unterstützen!

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vitalik 12.03.2014, 12:49
3. Coffeeshop

Zitat von sysop
Amsterdam gilt als Kiffer-Idylle. Allein im Zentrum verkaufen 78 Coffeeshops Marihuana. Die Hälfte der Läden soll nun geschlossen werden. Sie seien zu nah an Schulen, so die Begründung. Die Cafébesitzer haben dafür schon eine Lösung.
Ach, da hat man ein Coffeshop zugemacht und schon stehen die Dealer und verkaufen Gras und andere Drogen, die aber illegal sind. Wo waren die Dealer die ganze Zeit? Ich zweifle irgendwie daran, dass diese Dealer gar keine Drogen verkauft haben nur, weil man kein Gras verkauft hat.
Übrigens sind es 250 Meter. Selbst wenn der Coffeeshop direkt an der Schule stand, kann 250 Meter weiter ein neuer aufgemacht werden.
Wie faul muss man da bitte sein, dass man keine 250 Meter laufen will und stattdessen bei einem Dealer nasses, gepanschtes Zeug kauft?

Vor dem Aus ist da gar nichts. Klar es wird ein paar Leute treffen, die sich einen neuen Shop nicht leisten können, aber sonst wird sich gar nichts ändern.
Übrigens, wie zynisch ist das, dass man ein Projekt zur Bekämpfung von Kriminalität (Project 1012) als geschäftsschädigend hinstellt. Ich habe von dem Projekt keine Ahnung, aber so wie der Artikel es beschreibt, ging es um Bandenkriminalität und Menschenhandel. Aber anscheinend sind solche Sachen vollkommen in Ordnung solange die Coffeeshops dadurch nicht gefährdet sind.

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FeddaHeiko 12.03.2014, 13:10
4. Kiffen verboten, Zigaretten und Komasaufen OK?

Oder werden derartige Läden etwa ebenfalls geschlossen? Vermutlich nicht.
Liegt wohl daran, dass die Kiffer-Lobby nicht so viele Schmiergelder zahlen kann, verglichen mit der alteingesessenen Zigaretten- und Alkohol-Lobby. Anders kann ich mir das nicht erklären...

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cosmic303 12.03.2014, 13:29
5.

Klingt doch sehr nach Aktionismus.
Bei jedem halbwegs gescheiten Coffee-Shop hat man als Minderjähriger eh keine Chance, weil die den Ausweis kontrollieren.

Was soll der Unsinn also?

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1948-2008 12.03.2014, 14:15
6.

Zitat von sysop
Amsterdam gilt als Kiffer-Idylle. Allein im Zentrum verkaufen 78 Coffeeshops Marihuana. Die Hälfte der Läden soll nun geschlossen werden. Sie seien zu nah an Schulen, so die Begründung. Die Cafébesitzer haben dafür schon eine Lösung.
Die Holländer waren mal die Avantgarde in Sachen Cannabis, aber heute werden sie immer konservativer und kneifen den Arsch so fest zu, dass man Nüsse damit knacken könnte.

Auf der anderen Seite des großen Teichs läuft dagegen die Liberalisierung an: Colorado, Washington State und Uruguay haben Cannabis vollkommen legalisiert, und viele US-Bundesstaaten erlauben den medizinischen Gebrauch.

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spon-1266609844150 12.03.2014, 14:19
7. Coffeeshops sind Kulturgut!

Der Mindestabstand zu Schulen ist einfach nur eine weitere Methodik der konservativen Regierung, die Coffeeshops langsam wieder los zu werden. Es ist schon erstaunlich, wie Justiz & Politik bereits nach 40 Jahren vergessen haben, warum damals die Coffeeshops von klugen Politikern ins Leben gerufen wurden. Das Problem ist doch nur, dass das Gesetz sich seitdem kaum verändert hat (abgesehen von stärkeren Einschränkungen) und nicht an die heutige Zeit abgepasst wurde. War damals die Niederlande der ganzen Welt um Jahrzehnte voraus, geraten sie jetzt ins Drogenpolitische Abseits. Ein paar minimale Anpassungen am Gesetz würde ein Großteil der Probleme lösen, die Coffeeshops vermeintlich verursachen: Die Regulierung und Zertifizierung der Produktion und des Vertriebes dürfte das Wichtigste sein. Damit hätte man mit einem Schlag die komplette organisierte Kriminalität hinter den Shops beerdigt. Stattdessen werden fadenscheinige Gründe vorgeschoben, warum man den Shops das Leben zur Hölle macht: Das Schul-Kriterium, eine drohende 15% THC-Obergrenze, das in Teilen des Landes noch gültige I-Kriterium (Ausschluss von Ausländern) etc etc.
Die Welt ist reif für einen vernünftigen Umgang mit Cannabis! Das sollten auch die konservativsten Niederländer kapieren. Und aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrungen könnte die Niederlande daraus extrem profitieren. "Nederwiet" könnte zum Exportschlager werden (naja, so gesehen ist es das ja schon...)
Wohin der Rückschritt führt kann man schön in Maastricht sehen: Aggressive Strassendealer an jeder Ecke, nur weil der Bürgermeister meint, dass es besser ist, Ausländer nicht mehr in die Shops zu lassen.
Zu guter Letzt: Coffeeshops sind Kulturgut! Nicht umsonst hat der Konsumentenveraband "WeSmoke" einen Antrag zur Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe gestellt. Die Niederlande sollte diesen weltweit einmaligen Teil ihrer Kultur hochhalten und stolz darauf sein - anstatt den noch konservativeren Ländern wie Deutschland und Frankreich in den A... zu kriechen.
Ich bin Betreiber des Internetblogs zum Thema "Kein Wietpas!" auf keinwietpas.de

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felisconcolor 12.03.2014, 14:37
8. nicht so sehr aus dem Fenster lehnen

Auch in Deutschland gewinnt die neue Konservative enorm an Boden und das bei völlig hanebüchenen Dingen.
Und verkauft es den Bürgern als besseres und gesünderes Leben. Ist im Kern aber moralisch total verkommen.
Ja in Holland geht auch um Existenzen, um Jobs von Mitarbeitern.
Und natürlich gewinnen die illegalen Dealer an Raum. Und das hat mit Sicherheit nichts damit zu tun das die Konsumenten zu faul wären 250m zu laufen.
Aber das begreift man ja hier in Deutschland schon nicht mehr.
So zugedröhnt wie wir mittlerweile von dieser Vollkaskomentalität sind (um nicht das eigentlich viel passendere Wort zu benutzen)

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pigtime 12.03.2014, 14:46
9.

Zitat von spon-1266609844150
Der Mindestabstand zu Schulen ist einfach nur eine weitere Methodik der konservativen Regierung, die Coffeeshops langsam wieder los zu werden. Es ist schon erstaunlich, wie Justiz & Politik bereits nach 40 Jahren vergessen haben, warum damals die Coffeeshops von klugen Politikern ins Leben gerufen wurden. Das Problem ist doch nur, dass das Gesetz sich seitdem kaum verändert hat (abgesehen von stärkeren Einschränkungen) und nicht an die heutige Zeit abgepasst wurde. War damals die Niederlande der ganzen Welt um Jahrzehnte voraus, geraten sie jetzt ins Drogenpolitische Abseits.
Was den Konsum betrifft, bewegen sich die Niederlande durchaus im Mittelfeld. Allerdings stellen sie immernoch das Zentrum des Europäischen Drogenhandels da. Rund 15 % aller Strafgefangen sind Drogenhändler oder -schmuggler. Fast 80% der organisierten Kriminalität in den Niederlanden steht im Zusammenhang mit dem Drogenhandel.
Es ist eben nicht intelligent nur den Konsum und Besitz kleiner Mengen zu Scheinlegalisieren. Nur eine umfassende Legalisierung wie in einigen US-Bundesstaaten oder Urugay macht gesellschaftspolitisch und juristisch Sinn. Dazu wollten (oder konnten) sich auch die Holländer vierzig Jahre nicht durchringen und rudern aufgrund der massiven Probleme mit der Kriminalität massiv zurück.

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