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Dax-Konzerne: Sollten ältere Mitarbeiter aussortiert werden?
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Einige Dax-Konzerne wollen ältere Mitarbeiter in die Frührente schicken, weil sie zu wenig von der Digitalisierung verstehen. Im Interview erklärt Ökonom Enzo Weber, warum das der falsche Weg ist.

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dgbmdss 18.04.2019, 11:07
60. Bayer und VW haben andere Probleme

Fehlkauf von Monsato bzw. Dieselkrise/Elektrotrend verpennt und natürlich braucht man einen Sündenbock für diese kapitale Misswirtschaft. Die meisten Unternehmen benötigen die älteren Mitarbeiter dringend, wie in dem Interview herausgestellt wird. Ausserdem hat jedes erfolgreiche Unternehmen bereits in der Vergangenheit digitalisiert, Industrie 4.0 ist daher eher Evolution als Revolution.

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totalausfall 18.04.2019, 11:07
61. Imageproblem

Man sollte sich nicht so sehr an dem Begriff Digitalisierung aufgeigen.

1) Weiß doch letztendlich keiner, was das genau ist oder sein soll.
2) Erweckt es den Eindruck, als würde es zum ersten mal passieren. Aber im Prinzip wird die Berufswelt ja ständig "revolutioniert" seit hunderten, tausenden Jahren und es muss sich ständig angepasst und entwickelt werden. Auch Generationenwechsel ist ja nichts neues, sondern so alt wie die Wirtschaft selber.

Finde es nicht in Ordnung von den "Alten", so zu tun als hätte Digitalisierung was mit dem Smartphone und dummen "Kindern" zu tun.
Und nur weil man alt ist, wird man auch nicht automatisch zum "weitsichtigen Hinterfrager".


Schilderung aus meiner Branche:
Vor 50 Jahren haben die Alten gesagt " jaja macht ihr mal euren Quatsch mit den elektronischen Zeichenbrettern. Bin ich ja 3 mal schneller mit Bleistift und Tusche."
Dann hieß es 15 Jahre später von denen " jaja macht ihr mal euren Quatsch mit den Computern.Mouse und Tastatur zum zeichnen, was ein Scheiß".
Vor 10, 15 Jahren gings dann los mit " 3D Planung. Spielerei, Unsinn. Machen zwar alles am Rechner, aber es zählt nur was ich ausdrucken kann!"
Mittlerweile geht so langsam die Planung in der Virutal Reality los.

Das ist kein Vorwurf, das ist menschlich. Wenn man nur noch 5,10 Jahre hat fragt man sich natürlich, ob man DAS jetzt auch noch mit machen muss. Und das, und das und ... Lohnt sich doch nicht mehr, hab ich 30 Jahre nicht gebraucht, sollen anderen machen usw..

Das ist sehr ärgerlich, aber ich ermahne mich dann:
Halt, der Mann/die Frau hat vor 35 Jahren mit Bleistift und Papier gerlernt.Hat den wechseln zu dem mitgemacht, was man Ende der 80er Computer nannte.Arbeitet heute sicher mit aktueller Software und Werkzeugen. Muss man den wirklich noch stressen mit etwas, was in 3 4 Jahren Standard wird.

Kann ich auch in ganz anderen Branchen sehen. Ein Familienfreund ist seit 45 Jahren KFZ Meister mit Werkstatt.
Denken Sie 45 Jahre in der Automobilgeschichte zurück und führen SIe sich vor Augen, was der Mann alles "erlebt" hat an Entwicklung.
Vor ca. 10 Jahren hat er dann gesagt:
Wisst ihr was, ich will zwar noch so lange es geht mit Autos arbeiten, aber die nächste Entwicklung ("Auto = fahrender Computer") mach ich nicht mehr mit. Seitdem macht er nur noch Oldtimer.

An den zwei Beispielen wird aber auch das Problem deutlich.

Mein guter Freund hat als Selbstständiger den Luxus, die Entscheidung so zu treffen. Und eine Firma mit ein paar "Alten", die man (siehe oben) nicht mehr behelligt mit "next generation", hat auch kein Problem die weiter sinnvoll zu beschäftigen. Ändert sich ja nicht alles, und nicht sofort.

Wenn eine Firma aber 15 20 % "alte" Mitarbeiter hat, kann sie sich aber wahrscheinlich nicht erlauben, alle mit "

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skeptikerin007 18.04.2019, 11:10
62. Höre ich die Geschichte meines Mannes?

Zitat von harald441
hatte ich sozusagen eine fachliche Monopolstellung in meiner Firma, nachdem ich mich dort eingearbeitet hatte, weil ich etwas systematisch entwickelte, worum die Mehrzahl der Kollegen gerne einen Bogen herum machte. Mehr als 1 1/2 Jahre vor meinem offiziellen Rentenbeginn hatte ich höheren Ortes bescheidgesagt, daß mit meinem Rentenbeginn eine Stelle vakant würde, die wichtig für die Firma war und für die es ad hoc keinen Ersatzmann geben würde. Ich war bereit meinen Nachfolger in meinen Tätigkeit und in die Nutzung des von mir erstellten Arbeitsprogrammes (Digitalisierung!) einzuarbeiten und hätte auch für eine Übergangszeit von einem bis drei Jahren nach offiziellem Rentenbeginn halbtags für meine Firma gearbeitet; natürlich für das halbe Gehalt, aber das hätte mir genügt. Mein Antrag lag etwa ein Jahr "oben" herum, und in dem halben Jahr vor Rentenbeginn war es dann zu spät, um einen Nachfolger umfassend einzuarbeiten. Und auf eine Halbtagstätigkeit von 65 Jahren bis maximal 68 Jahren war die Organsisation meiner Firma nicht eingerichtet und flexibel genug. Also unterblieb dies, ich ging regulär mit 65 in Rente, und meine frühere Firma kämpft seitdem gegen Schwierigkeiten, vor der ich sie entgegenkommend bewahren wollte.
Der Unterschied ist, dass nach seiner Ausscheidung acht Jahre, bis 74 als freie Mitarbeiter geholfen hatte und krankheitsbedingt aufhörte.
Von wegen keine Fähigkeit mit Digitalisierung. Ich selber, über 70 halte noch Schritt, leider nur bei Macintosh, mit der holden Jünglingen, dabei war schon nahe 40, als ich mit meinen Kindern lernen wollte und später musste.
Meine Erfahrung nach mangelt eher an jungen Leute, sonst würde man nicht nach Fachkräfte schreien.
Und ich fände sehr richtig, wenn die Konzerne, die so großspurig alte Menschen wegschicken, deren Rentenbeiträge weiter bezahlen sollen. Es ist kriminell, die Allgemeinheit so belasten.

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diplpig 18.04.2019, 11:26
63. Generation Instagram

... macht gern mal Praktikum bei mir (Ü 50) im Rahmen des Studiums. Beide Seiten haben davon etwas. Die Excel-Kenntnisse sind tw. aber sehr rudimentär. Es fehlt an einem grundsätzlichen Verständnis zu Datenbanken und zu smarten Lösungsansätzen für Tools im Intranet. Die sind völlig frei von Fantasie, weil sie nur noch auf das Front-End der sozialen Medien fixiert sind. Von denen wird keiner helfen die Digitalisierung voranzubringen.

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kumi-ori 18.04.2019, 11:46
64.

Zitat von dgbmdss
Fehlkauf von Monsato bzw. Dieselkrise/Elektrotrend verpennt und natürlich braucht man einen Sündenbock für diese kapitale Misswirtschaft. Die meisten Unternehmen benötigen die älteren Mitarbeiter dringend, wie in dem Interview herausgestellt wird. Ausserdem hat jedes erfolgreiche Unternehmen bereits in der Vergangenheit digitalisiert, Industrie 4.0 ist daher eher Evolution als Revolution.
Bei Bayer habe ich das von außen ein bisschen mitgekriegt. Die älteren erfahren Mitarbeiter haben sich bereits etwas Neues gesucht, Erfahrungen und Kontakte mitgenommen. Gehälter zu bezahlen wird wohl für Bayer derzeit das geringste Problem sein :)

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mark.muc 18.04.2019, 12:21
65. Was für eine Überschrift....unsäglich

SPON ist total fixiert auf echte und häufig auch nur vermeintliche Diskriminierung von Frauen. Nachweislich ist das mit Abstand größ0te Diskriminierung in Deutschland das der Altersdiskriminierung. Diese wendet sich gelegentlich auch gegen die junge Generation. Zu fragen, ob Altersdiskriminierung als erstrebenswertes Ziel sein sollte ist schon extrem perfide. Zudem: Digitalisierung ist ein extrem schwammiger Begriff. Auch könnte man die Situation zugespitzt so beschreiben: Die Jungen spielen mit dem, was die Alten erfunden haben. Eine sportlich flinke Nutzung von Softwareoberflächen, sollte man nicht mit echter Kompetenz verwechseln. Gefragte Kompetenzen sind dann wohl eher: Mathematik, Statistik, formale Linguistik, und insbesondere auch Kompetenzen in den Bereichen Soziologie und Psychologie und im Bereich Industrie 4.0 (noch ein Modewort) ist natürlich auch und zuallererst Ingenieurwissen besonders im Maschinenbau gefragt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Abschaffung des Diploms und der allgemeinen Verflachung der universitären Ausbildung erscheint es seltsam hier die Hauptkompetenz bei Facebook und Instagram Süchtigen zu sehen. Bei dieser Überschrift sei mir ein wenig überschießende Rhetorik erlaubt. Natürlich weiß ich, daß es auch viele junge intelligente Menschen gibt, die sich nicht an Facebook und Co. ergötzen.

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zeisig 18.04.2019, 13:28
66. Gerne in den Vorruhestand.

Ich kenne einige Beispiele, da war es für die älteren Herrschaften - mich zähle ich auch dazu - ein Segen, früher in Rnte geschickt zu werden. Man kann dem rasanten Tempo, in dem sich Veränderungen im Arbeitsalltag ergeben, einfach nicht mehr so folgen, wie das für die jungen Leute selbstverständlich ist. Das ist ein Kampf mit ungleichen Mitteln, den ich so nicht mehr führen will.

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latrodectus67 18.04.2019, 14:01
67. Positiv

Hoffentlich wird das Flächendeckend. Ich würde gerne früher in Rente gehen und ich gehöre zu dieser Altersgruppe.

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Profdoc1 18.04.2019, 15:25
68. Traurig

Wenn ich lese, was hier manche Ü50 schreiben, bin ich fassungslos! Sie machen sich selbst zu den Verlierern, weil sie sich im Kopf so perzeptieren. Ich selbst (Ü50) gestalte - allein berufsbedingt - die Forschung im Bereich Digitalisierung aktiv mit und setze den Krempel in Unternehmen um. Dabei habe ich manchen 35-jährigen Berufsberater der üblichen Verdächtigen geschreddert, weil nicht leistungsfähig - aber immer schick ...
Also, liebe Ü50: Wach bleiben, Sport machen, Gas geben und nicht nur jammern. Positiv denken...hilft.

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Spr. 18.04.2019, 16:53
69.

Das ist doch nun nicht neu, sondern schon seit mindestens 20 Jahren üblich! Wobei vor 20 Jahren bereits Mitarbeiter als "zu alt" rausgemobbt oder "dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung gestellt wurden", die 40 Jahre überschritten hatten. Mit exakt der gleichen Begründung, dass diese mit den (damaligen) IT-Anforderungen überfordert wären.

Tatsächlich hat man die frei werdenden Stellen mit frisch von der Uni kommenden jungen Leuten besetzt, deren Gehalt meist nur einen Bruchteil von dem des "zu alten" Mitarbeiters ausmachte. Jahre später merkten diese Unternehmen dann, dass sie mit den "zu alten" Mitarbeitern auch das Know How rausgemobbt haben.

Jetzt geht also eine neue Runde los. Die Regierung wird sicherlich noch ihres dazu tun und das Rentenalter entgegen allen Warnungen der sonst so geschätzten Experten auf mindestens 70 Jahre erhöhen. So wird dann sichergestellt, dass auch die heutigen "zu Alten" ihre angesparte Altersvorsorge noch vor Rentenbeginn verbrauchen müssen.

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