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Debatte um Acht-Stunden-Tag: Das ist Arbeit - und das nicht
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Schluss mit dem Acht-Stunden-Tag: Politik und Wirtschaft wollen Regeln aus dem Arbeitszeitgesetz abschaffen. Dabei ist jetzt schon erstaunlich viel erlaubt.

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FinWir.de 13.11.2017, 17:18
1. Stagnation des Arbeitsvolumens bei steigender Erwerbstätigkeit

Wir brauchen nicht mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, sondern wir brauchen weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Während die Produktivität um über 40 Prozent zugenommen hat, sind die Reallöhne erst in den letzten drei Jahren leich gestiegen. Bei geringen Löhnen liegen diese sogar unter dem Wert von 2000. Wir haben zu wenig Arbeit und zu viele Arbeiter.

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volki1969 13.11.2017, 17:40
2. Ungerechtigkeit zuerst beheben

Ich bin einer der Glücklichen, der mehr dürfte als er braucht/möchte. Ich wäre erst einmal dafür für Gleichberechtigung zu sorgen . Home office am krankenhaus geht ja schlecht. Aber Angleichung der Arbeitszeiten waere schon mal ein Anfang. Wer am Sonntag vor Weihnachten noch schoppen muss, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

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sogehtsind 13.11.2017, 17:44
3. Das ArbZG bietet genug Flexibilität

Jeden Tag steht ein neuer auf, der nach mehr Flexibilität verlangt. Zur Zeit erscheinen sogar (schlecht recherchierte) Presseartikel, die vom Arbeitszeitgesetz berichten und mehr Flexibilität verlangen, offenbar aber den Gesetzestext noch niemals gelesen haben. Danke an den Autor hier, dass er wenigstens die Möglichkeiten bzgl. Ausweitung auf 10 tgl. für einen begrenzten Zeitraum mit Ausgleich aufzeigt.
8 Std im Schnitt und 10 Std Maximum sind mehr als genug. 11 Std Ruhepause sind zur Gesunderhaltung notwendig.
Wir sollten uns alle wehren gegen jegliche Aufweichung. Die Arbeitgeber und ein paar Hansel, die nicht verstehen dass sie nur 1 Leben haben, wollen das und alle Schweigenden müssen am Ende drunter leiden!

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eunegin 13.11.2017, 17:46
4. offiziell, inoffiziell, Realität

Wie lange ich offiziell arbeiten muss, weiß ich schon gar nicht mehr. In der Realität bin ich wohl zwischen 60 und 70 Stunden mit dem Job beschäftigt. Mal mehr, mal weniger. Danke, ständige Erreichbarkeit. Ich tue mir weniger leid als meine Kinder und meine Frau. Mein Vater war in den 70'ern um 17 Uhr zu Hause und alles war überschaubar. Erreichbar nur über Festnetz, aber wer ruft den dort an?

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Profdoc1 13.11.2017, 17:56
5. Wir benötigen Fexibilisierung und zwar dringend

Der Vorstoß ist mehr als vernünftig, weil in allen Berufsfeldern, die dynamisch arbeiten, die klassischen Regeleungen nicht mehr funktionieren. In vielen Bereichen der akademisch Qualifizierten reden wir ja auch nicht mehr von Stundenlohn, sondern über Jahresgehalt. Dass das bei anderen Berufsgruppen anders aussieht, ist dabei klar. Es geht mir auch nicht um Ausbeutung, usw., aber wir benötigen einfach eine Adaption der Arbeitszeit an die Aufgaben. Stattdessen werden wieder Ansätze der 60er Jahre diskutiert, um mal etwas provokant zu sein. Ich kenne das AR ziemlich gut, da ich auch im Technologiebereich einige Unternehmen als Hochschul-Start-ups gegründet habe. Aber glaubt denn jemand, dass man sich es erlauben kann nach Arbeitsrecht (Stand heute) zu arbeiten - lächerlich! Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich auch zwischen "Aufhören" und "Anfangen" jemals in meinem nun 28-jährigen Berufsleben 11 Stunden Pause gehabt habe - auch lächerlich. Wer Verantwortung finanzieller und personeller Art trägt, kann sich das nicht leisten. Und das lässt sich nicht mit gesetzlichen Vorgaben regeln. Sehrwohl bin ich dafür, dass abhängig Beschäftigte nicht ausgebeutet werden. Das muss geklärt sein im Rahmen maximaler Fexibilität. Aber bitte nicht mehr.

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SchmidtPe 13.11.2017, 17:58
6. In Zeiten angeblichen Fachkräftemangels

Die Gesetzgebung muss dringend korrigiert und Schwarzarbeit verboten werden. Nichtbezahlte Überstunden sind Schwarzarbeit, da sie eine Umgehung des von Steuern und Sozialabgaben darstellen, sogenannter Sozialbetrug. Gibt es bei den Jamaika-Sondierungen hierzu Forderungen?

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holger.heinreich 13.11.2017, 18:00
7. Da wären aber gewisse Vorleistung zu leisten

Dann sollen sie mal beschließen, daß in Bayern der Bildungsurlaub eingeführt wird und in ganz Deutschland Tarifverträge automatische allgemein verbindlich erklärt werden. Dann können wir darüber reden. Es arbeiten jetzt schon viele Leute mehr als 8 Studen am Tag. Das sind in der Regel Leute, die in kleinen Firmen arbeiten und keine Gewerkschaft und auch keinen Tarifvertrag haben. Die haben entweder nicht die große Auswahl oder aber sitzen auf Stellen, die sie in größeren Firmen nie bekämen, einfache Elektroniker auf Technikerstellen in der Entwicklungsabteilung, wo sie dann auf Augenhöhe mit einem Ingenieur arbeiten,. gibt es in den großen Firmen nicht. In kaum einer großen Firma gibt es die acht Stundenwochen, weil die Gewerkschaften blockieren. Leute, die auf eine bessere Stelle in einer anderen Abteilung wollen, haben Probleme auf diese zu kommen, wenn sie einen Vertrag über 40 Stunden haben, weil sie im Endeffekt mehr kosten, weil sie auch dann sind, wenn viel Luft ist.

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Profdoc1 13.11.2017, 18:01
8. Wenn Sie das meinen....

Zitat von sogehtsind
Jeden Tag steht ein neuer auf, der nach mehr Flexibilität verlangt. Zur Zeit erscheinen sogar (schlecht recherchierte) Presseartikel, die vom Arbeitszeitgesetz berichten und mehr Flexibilität verlangen, offenbar aber den Gesetzestext noch niemals gelesen haben. Danke an den Autor hier, dass er wenigstens die Möglichkeiten bzgl. Ausweitung auf 10 tgl. für einen begrenzten Zeitraum mit Ausgleich aufzeigt. 8 Std im Schnitt und 10 Std Maximum sind mehr als genug. 11 Std Ruhepause sind zur Gesunderhaltung notwendig. Wir sollten uns alle wehren gegen jegliche Aufweichung. Die Arbeitgeber und ein paar Hansel, die nicht verstehen dass sie nur 1 Leben haben, wollen das und alle Schweigenden müssen am Ende drunter leiden!
ist das doch in Ordnung. Jedoch hier entscheiden zu wollen, was und wann was genug ist und ob 11 h ausreichend, zuviel oder zuwenig sind, müssen Sie jedem Menschen individuell entscheiden lassen.
Meine Sicht is eine andere. Wir würden uns sowieso nicht einigen.
Ein Entscheider sind Sie wohl nicht .....

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Aquifex 13.11.2017, 18:06
9.

Zitat von sogehtsind
Jeden Tag steht ein neuer auf, der nach mehr Flexibilität verlangt. Zur Zeit erscheinen sogar (schlecht recherchierte) Presseartikel, die vom Arbeitszeitgesetz berichten und mehr Flexibilität verlangen, offenbar aber den Gesetzestext noch niemals gelesen haben. Danke an den Autor hier, dass er wenigstens die Möglichkeiten bzgl. Ausweitung auf 10 tgl. für einen begrenzten Zeitraum mit Ausgleich aufzeigt. 8 Std im Schnitt und 10 Std Maximum sind mehr als genug. 11 Std Ruhepause sind zur Gesunderhaltung notwendig. Wir sollten uns alle wehren gegen jegliche Aufweichung. Die Arbeitgeber und ein paar Hansel, die nicht verstehen dass sie nur 1 Leben haben, wollen das und alle Schweigenden müssen am Ende drunter leiden!
Hier geht es um etwas ganz anderes. Wenn Sie, wie im Artikel genannt, um 1500h Ihr Kind abholen und mit ihm spielen wollen, dafür aber in kauf nehmen würden, nochmal von 2000h bis 2300h am PC zu sitzen, können Sie das aktuell nicht, weil Sie am nächsten Tag erst um 1000h wieder bei der Arbeit sein dürfen. Flexibilität, die der Arbeitnehmer(!) wünscht, ist nicht drin, da das Arbeitzeitgesetz das verbietet. Leidtragender ist das Kind.
Den Arbeitgeber wäre es viel lieber, der Mitarbeiter ist zur Kernzeit da, arbeitet seine 8h konzentriert und planbar, während sich sonstwer um dessen Kinder kümmern. Das liegt schließlich in der Verantwortung des Arbeitnehmers.

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