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DGB-Umfrage: Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat Angst vor ihren Vorgesetzten
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Die Kommunikation stimmt nicht, Informationen gehen verloren, der Ton ist unangemessen: Viele Mitarbeiter trauen sich nicht, offen mit ihrem Chef zu reden, wenn es nicht läuft.

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zauberer2112 24.01.2019, 08:31
1. Jeder ist ersetzbar

So wird in diesen Unternehmen gedacht. Ich war auch in welchen, in denen ich Kritik geäußert habe, was ebenfalls nicht gut ankam. Da bin ich dann halt gewechselt. Und seit über 10 Jahren jetzt in einem Unternehmen, in dem man mit den Vorgesetzten sehr gut reden kann. Leider haben wir neulich fusioniert und seitdem hat sich leider einiges zum Schlechten verändert. Ab einem gewissen Alter (und entsprechend langer Betriebszugehörigkeit) kann man das aussitzen, aber mit um die 30 geht das nicht.

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vincent_freeman 24.01.2019, 08:53
2. Kaum einer will es hören

Welcher Vorgesetzte möchte Probleme berichtet bekommen? Die wenigsten! Bedeutet es doch, dass es unbequem und mühevoll werden könnte.
Noch geringer ist leider der Anteil jener Chefs, die es als Chance zur Verbesserung im Team und im Miteinander sehen. Glücklicherweise gibt es doch einige. Diesen gilt es als Mitarbeiter zu finden.

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Edgard 24.01.2019, 09:01
3. In meinem bisherigen Berufsleben...

... d.h. seit rd. 40 Jahren habe ich gute und schlechte Vorgesetzte gehabt (und war auch selbst einer) und zwar sowohl militärisch als auch zivil.. Mein Eindruck ist daß es auch mit allen Erkenntnissen und Schulungen schlimmer geworden ist. Mein letzter Vorgesetzter entlarvte seine angebliche Führungsstärke als Fake - und sein Spruch "ich bin ein guter Schauspieler" machte mir endgültig klar daß auch seine angebliche Sozialkompetenz falsch und opportunistisch war.
Hier zeigt sich - mit guter Kompetenz kann man auch in meinem Alter einen neuen Job bekommen - sogar in einer anderen Branche als Quereinsteiger. Und so kann ich - sollten wir uns je wieder begegnen - mit einem Lächeln Götz von Berlichingen zitieren.

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Hamberliner 24.01.2019, 09:08
4. Re: Jeder ist ersetzbar

Zitat von zauberer2112
So wird in diesen Unternehmen gedacht. Ich war auch in welchen, in denen ich Kritik geäußert habe, was ebenfalls nicht gut ankam. Da bin ich dann halt gewechselt. Und seit über 10 Jahren jetzt in einem Unternehmen, in dem man mit den Vorgesetzten sehr gut reden kann. Leider haben wir neulich fusioniert und seitdem hat sich leider einiges zum Schlechten verändert. Ab einem gewissen Alter (und entsprechend langer Betriebszugehörigkeit) kann man das aussitzen, aber mit um die 30 geht das nicht.
Die Betriebszugehörigkeit hat doch mit dem Alter nichts zu tun. Man kann ja vorher woanders gearbeitet haben. Es geht auch ohne lange Betriebszugehörigkeit. Wo ich arbeite wurde ich von Anfang an um die zugesagte Position betrogen. Knapp 10 Jahre lang. Jetzt, wo die Täter nach und nach das Unternehmen verlassen haben, bin ich dank Aussitzen tatsächlich Hauptverantwortlicher des Fachgebiets und Geschäftszweigs wie von Anfang an vorgesehen, und alles ist gut. Ich empfehle das zur Nachahmung, denn wer dauernd von Arbeitgeber zu Arbeitgeber vagabundiert fängt jedesmal wieder ganz von vorne an und kann sich viel schlechter zu einem begehrten seltenen Spezialisten entwickeln.

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max-mustermann 24.01.2019, 09:08
5. Im Westen nichts Neues

Es hat sich nun mal in den Köpfen vieler Unternehmer das ewige Mantra der BWLer festgesetzt das Arbeitnehmer ein unnützer Kostenfaktor sind derer mann sich möglichst bei jeder sich bietenden Gelegenheit entledigt. Also wieso sollte mann diese AN dann auch anständig behandeln oder, Gott beware, anständig bezahlen ? Aber lauthals Fachkräftemangel schreien, das können sie die "Leistungsträger".

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almeo 24.01.2019, 09:39
6.

Zitat von max-mustermann
Es hat sich nun mal in den Köpfen vieler Unternehmer das ewige Mantra der BWLer festgesetzt das Arbeitnehmer ein unnützer Kostenfaktor sind derer mann sich möglichst bei jeder sich bietenden Gelegenheit entledigt. Also wieso sollte mann diese AN dann auch anständig behandeln oder, Gott beware, anständig bezahlen ? [...]
Ehrlich gesagt kann ich das so überhaupt nicht bestätigen. Und das sage ich aus der Sicht der Printbranche heraus, der es aktuell (und wohl auch zukünftig) wirklich nicht gut geht. Nur weil jemand "Manager" im Namen trägt, bedeutet das ja noch lange nicht automatisch, dass er alle Mitarbeiter verachtet und loswerden will. Der Fachkräftemangel sorgt da - zumindest in den Firmen die ich kenne - durchaus dafür, dass sich irgendwelche HR-Leute zweimal übelegen, irgendwen zu entlassen, denn es kann dauern, bis jemand nachrückt. Bei uns dauert es inzwischen durchschnittlich drei Monate bis Stellen neu besetzt sind. Da kloppt man nicht jeden aus dem Büro dessen Nase einem nicht passt. Das Problem ist meiner Erfahrung nach mehr, dass es eben zunehmend mehr Mitarbeiter gibt, die wenig Zeit in Fortbildung und schlicht einen "up-to-date"-Status investieren und gleichzeitig Probleme ohne Lösungen aufzeigen. Ich meine damit nicht, dass man teure Abendkurse oder Nebenstudien besuchen soll, aber die Arbeitnehmer, die am meisten gegen "die da oben" schreien sind die, die nicht wissen wie Excel funktioniert, die nicht wissen was Büronachbar so arbeitet, die nicht wissen in welcher Etage der Geschäftsführer sitzt oder die im Endeffekt völlig aufgeschmissen sind, wenn sie nicht einfach jeden Morgen an den immergleichen Schreibtisch kommen und die immergleiche Tätigkeit machen. Leider funktioniert das Arbeitsleben aber so nicht mehr, denn die Welt dreht sich eben immer schneller. Man muss eben geistig ein wenig flexibel bleiben. Zusammen mit dem Wort "lösungsorientiert" ist das für manchen zwar schon wieder ein Reizwort, aber es ändert leider nichts daran. Lösungsorientiertheit und ein wenig Übersicht über den Betriebsablauf schadet auch nicht beim Umgang mit dem Chef. Wer zusammen mit Problemen gleichzeitig eine mögliche Lösung aufzeigen kann, kommt meistens besser weg als jemand, der eben nur das - meistens eh schon bekannte - Problem benennt.

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01099 24.01.2019, 09:47
7.

Das schöne ist, und da denke ich in Sachen Arbeitswelt ausnahmsweise mal optimistisch, dass sich solche Dinge in absehbarer Zeit erledigt haben werden, denn der Mangel an Fachkräften (Ja, den gibt es in bestimmten Branchen tatsächlich!) wird die Unternehmen zum Umdenken zwingen.
Ich arbeite für einen "Player" im Pflegebereich und werde demnächst die Koffer packen, da die Bezahlung mies, die Unterbesetzung allgegenwärtig und die Vereinbarkeit von Leben und Arbeit nicht gegeben ist. So machen es alle, die noch halbwegs bei Trost sind.
Was solche Unternehmen vergessen, ist die Macht der Vernetzung, die es gerade gibt. Potenzielle Arbeitnehmer können sich informieren, indem sie sich schlicht kennen oder online Recherche betreiben. Wer da als Unternehmer einen schlechten Ruf hat, der wird maximal noch das bekommen, was die Arbeitsagenturen für passend erachten, und was da zu erwarten ist, weiß jedes Kind. In der Gastronomie ist der Untergang längst da.
Die Arroganz, mit der sich Arbeitnehmer jahrzehntelang bei Arbeitnehmern bedient haben, ist ein Relikt vergangener Zeiten. Einzig das Korrektiv und Angstinstrument "Hartz4" macht dies zu Teilen noch möglich.

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m.sc. 24.01.2019, 09:52
8. An Unis haben fast alle Angst

An Unis sind fast alle befristet angestellt. Als Nachwuchswissenschaftler ist man dem Professor bedingungslos ausgeliefert. Wenn man nicht tut, was er will, ist es aus mit der Karriere. dazu alles noch bei halbem Gehalt. Keiner hält es dort lange aus. In der Industrie oder im Ausland bekommt die Arbeit die Anerkennung die sie verdient. Keinem jungen Menschen kann man eine Karriere an einer Uni ernsthaft anraten.

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yvowald@freenet.de 24.01.2019, 10:07
9. Klima am Arbeitsplatz muß stimmen

Eine Unternehmensleitung, die ihr Führungspersonal nicht systematisch aus- und weiterbildet, hat ihren Auftrag verfehlt. In allen Unternehmen - ob groß oder klein - kann es nur miteinander funktionieren. Schlimm genug ist ja schon, daß wir als ArbeitnehmerInnen die Gewinne der Kapitalseite erarbeiten müssen. Da sollte zumindest das Arbeitsklima im Unternehmen, am Arbeitsplatz stimmen. Sonst kommt es vermehrt zu Inneren Kündigungen, und was kommt am Ende?

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