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DGB-Umfrage: Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat Angst vor ihren Vorgesetzten
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Die Kommunikation stimmt nicht, Informationen gehen verloren, der Ton ist unangemessen: Viele Mitarbeiter trauen sich nicht, offen mit ihrem Chef zu reden, wenn es nicht läuft.

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TaramTaram 24.01.2019, 21:43
60. Woher das wohl kommen mag?

Marktwirtschaft ist eine gute Sache, aber Gewinnmaximierung ist der Tod - über kurz oder lang. Wenn es wenigstens reichen würde, Gewinne zu erzielen, der Name spricht ja schon für sich.
Aber die Maximierung hat wenige Vorteile, neben der größer werdenden Geldkasse von Chefs und Managern, die sich ein schönes Luxusdasein leisten können und wollen und der Belegschaft von Stagnierung erzählen und (weiter) kürzen. Es leidet auch immer mehr die Qualität. Es gab mal soetwas wie gute deutsche Qualität - die Zeiten sind fast vorüber. Und die Chefetage sieht in der Kurzlebigkeit sogar noch Vorteile.

Wie lange soll das noch so weiterlaufen können?

Um auf das Kernthema zu kommen, so wird natürlich Druck ausgeübt seitens der Chefetage, weil: es muß noch günstiger werden - der Gewinn maximiert; ach ja und zu guter letzt ist natürlich auch ein wenig (!) der Kunde daran schuld, wenn er immer noch und noch günstiger sucht, und sich jeder Hersteller versucht einen preiswerten Vorteil bei ihm zu verschaffen.

Leider welzen die Hersteller, die Geldeigentümer damit viel zu viel auf die Kunden ab. Natürlich greifen einige Klientel immer zu noch günstigeren Waren, aber hey, wenn es die nicht gäbe und dafür mehr Qualität gewährleistet wäre, könnte man den Arbeitnehmern vielleicht auch mal wieder etwas drauflegen oder einen Obolus geben, ihm zeigen, dass es sich lohnt, Qualität zu schaffen, den Arbeitnehmer einfach motivieren.

Stattdessen wird Druck ausgeübt und liebend gern im Halbsatz erwähnt, wie ersetzbar doch jeder ist, also jeder maximal nur halbsoviel Wert sei.

In dieser Form, also Gewinn immer noch zwanghaft zu steigern, wird die Gesellschaft nicht lange weiter Erfolg haben und die Konsumenten sind teils, aber bei weitem nicht zum größten Teil schuldig.

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Southwest69 25.01.2019, 08:07
61.

Was mich am meisten stört, ist die mangelnde Solidarität der Arbeitnehmer an sich.

Nach oben buckeln und nach unten treten, da sehe ich keinen Unterschied bei den Hierarchie-Ebenen.

Das ist der Grund warum ich kleiner Selbstständiger bin, ich kann diese Leute einfach nicht mehr ertragen.

Komplett andere Erfahrungen habe ich als Mechaniker bei der britischen Rheinarmee gemacht; mein bester Job in Deutschland war bei den Engländern....

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zzzzxy 25.01.2019, 09:28
62. mal so, mal anders

oft richtig, dass echtes Feedback von unten nicht funktioniert - Kritik ist in Deutschland eher eine Einbahnstrasse. genauso wie verabschiedete Verhaltenswerte eher vom Fussvolk eingefordert denn vom Vorgesetzten gelebt werden. die tun meist, was ihnen gerade opportun ist oder folgen auch mal einer Laune und zeigen einem, wo der Bartel den most holt - einfach weil sie's halt für den.
am lustigsten sind die 'anonymen management-bewertungsumfragen; meist super ergebnisse für den manager, weil es sonst in den teamgesprächen über die Ergebnisse schnell unangenehm wird. egal wie der manager ist, offen schlecht bewerten traut sich keiner. nur hintenrum im kleinen Kreis morgen alle über den launischen Vollpfosten...

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st_anja 25.01.2019, 09:55
63.

Zitat von haarer.15
Ein ziemlich hoher Anteil - fast die Hälfte - hat also Angst, proaktiv Probleme bzw. Unstimmigkeiten anzusprechen. Traurig genug. Fehlende Wahrnehmung und Wertschätzung ist natürlich ein Extra-Thema. Ich kann nur raten, da in jedem Fall in die Offensive zu gehen, sonst ändert sich nämlich nischt. Nach Gespräch mit direktem Vorgesetzten dann aber unverzüglich auch an die höhere Instanz - ohne Scheuklappen. Vorallem wenn man überzeugende Argumente hat. Ich hab letztendlich gute Erfahrungen damit gemacht, mich nicht kleingemacht zu haben. Für mich hat sich's ausgezahlt.
....ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Für mich hat es sich nicht ausbezahlt. Ich wurde in eine Abstellkammer verfrachtet und habe nur noch uninteressant Aufgaben bekommen. Da ich im Bereich Digitalisierung sehr gut qualifiziert bin und in dem Bereich auch einigen bekannt bin, war es nicht schwer zum Telefon zu greifen und einen anderen Job zu bekommen.

Jetzt arbeite ich nicht mehr für eine deutsche Firma und komme aus dem Staunen nicht heraus, dass gut gemeinte und freundlich formulierte Kritik gehört wird und definitiv keine negativen Folgen hat....imGegenteil.

Interessant ist, dass bei globalen Umfragen im Unternehmen, deutsche Mitarbeiter immer alles sehr positiv bewerten (ich weiss aber was geredet wird) und da vorne sind. Geglaubt wird das vom Management aber nicht wirklich.

.........schei.... Mentalität !

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Rassek 25.01.2019, 10:09
64. hier

Will man Veränderung... aber nur scheinbar. Veränderung bedeutet ja auch Kritik am bisherigen, sonst könnte man es ja so lassen. Dazu ist aber nur schwer Bereitschaft zu finden.
Ebenso - der Dieselbetrug: Ohne Angst und Druck wäre hier längst gestoppt worden.

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almeo 25.01.2019, 10:24
65.

Zitat von PolitBarometer
Es geht Ihnen dann wohl wie den allermeisten Chefs nur um das Ansehen ("was könnten die anderen von mir denken") und den Erhalt einer blütenreinen Weste, natürlich auf Kosten anderer. Solche Lackaffen sind mir allerliebst!
Nee, das sehe ich als kleiner Projektleiter genauso: Bei Problemen will ich als erstes davon wissen, denn dann lassen sich diese in den meisten Fällen noch lösen, ohne dass es den weiteren Ablauf behindert. Eine Firma ist eben eine große Maschine mit vielen Zahnrädern, da sollte das auch im Interesse aller sein, wenn Probleme schnell auf einer möglichst niedrigen Hierachieebene gelöst werden. Und ja, natürlich will ich nicht wie ein Depp bei meinem Chef antanzen wegen Problemen, von denen ich noch nie etwas gehört habe, weil sie an mir vorbei weiter nach oben getragen werden. Ich bin mir sicher, das wäre Ihnen ebenfalls äußerst unangenehm! Denn das hat nichts mit Ansehen zu tun, sondern schlicht damit, dass das ein eklatanter Vertrauensentzug von Seiten des eigenen Teams ist. Dementsprechend geht es da nicht um eine "reine Weste", sondern um ein strukturelles Problem im Team. Und das lässt bei jedem Chef/Vorgesetzten aus guten Gründen alle Warnlampen angehen. Lassen Sie mich raten, Sie waren noch nie in einer Führungsposition?

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isar56 25.01.2019, 11:01
66. Beispiel

der Vorgesetzte krakeelt durch die Abteilung, warum ein Vorgang so lange dauert und übernimmt den Arbeitsplatz für eine Woche. Am vierten Tag dreht er durch, schreit, tobt und wirft mit Gegenständen um sich, weil „kein Mensch so arbeiten kann.“
Der Andere lebt seine Launen aus, lobt und brüllt nach Bedarf willkürlich, fordert Höchstleistung und bewertet seine Mitarbeier/innen nach seiner eigenen Tagesform.....
Soziale und emotionale Inkompetenz pur was da auf meist motivierte Angestellte losgelassen wird.

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mintyapple 25.01.2019, 11:18
67.

Wer den Film "Der Leopard" gesehen hat, der weiß, dass Selbsttäuschung eine wesentliche Eigenschaft ist, wenn man andere führen will (Zitat Fürst Fabrizio). Das reicht von der Kindererziehung bis zum Leiten von Firmen, Staaten und supranationalen Organisationen - wenn man sich selbst zu viel hinterfragt, kann man anderen nicht mehr sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Die Anzahl der Chefs, die wirklich Kritik annehmen können, ist dementsprechend gering.

Genaugenommen ist das ja auch ein Spiegel der Gesellschaft: wer ist denn schon kritikfähig? Da wirds echt eng, oder?
Und dann erwarten wir das ausgerechnet von den fragilen Egos, die glauben, Karriere machen zu müssen?

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sapiens-1 25.01.2019, 13:32
68. @#59

Sie scheinen mir nicht im Erwerbsleben in der sog "freien Wirtschaft" zu stehen, sonst würde ein solch abstruser Beitrag wohl nicht zustande kommen. Der DGB faked also eine Umfrage, um mehr Mitbestimmung zu bekommen. Und das alles wäre anders hätte dieser DGB Anteile an Unternehmen?
Dann verstünde der DGB weshalb DRUCK, DRUCK, DRUCK sein muß, damit der MA Angst bekommt, was, wie Sie insinuieren, gut wäre...
Mann oh Mann, Ihnen gönnte ich mal so einen Vorgesetzten, den es ihrer Meinung nach gar nicht gibt...

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thomas_rettenmund 25.01.2019, 18:13
69. Das ist nun aber völliger Quatsch

Zitat von max-mustermann
...Es hat sich nun mal in den Köpfen vieler Unternehmer das ewige Mantra der BWLer festgesetzt das Arbeitnehmer ein unnützer Kostenfaktor sind derer mann sich möglichst bei jeder sich bietenden Gelegenheit entledigt...
Ich glaube, der Schreibende hat gar nie eine BWL Vorlesung besucht! Solche Verallgemeinerungen sind einfach nur Quatsch und vermutlich Quelle einer grossen Frustration.
Als Techniker habe ich Mikro-Ökonmie im Nachstudium abgeschlossen. Dazu gehörte, als Freifach, auch noch Betriebspsychologie und vor allem ausgerichtet für Praktiker.
Nie habe ich MA als Kostenfaktor vorgelesen bekommen. Im Gegenteil wurde die Bedeutung des "Human-Capital" immer wieder besonders erwähnt. Es gab sogar mal die Bemühung dieses in der Bilanz als "Agio" zu bewerten und als Aktivum zu führen.

Aber das im Artikel erwähnte Problem ist in Deutschland auch auf die "alte preussische-autoritäre Kultur" zurück zu führen, oder auf den Mangel an Risikobereitschaft. Ich habe in der Schweiz mit vielen Deutschen Kollegen darüber diskutiert und die sind oftmals genau deswegen zu uns gekommen. In der CH ist das Prinzip von Kooperation, die Besten Meinung hat das Primat - unabhängig von der Hirarchiestufe Vorrang. Meine Erfahrungen in Deutschen Unternehmen gehen in die gleiche Richtung, so nach dem Motto: Der Chef hat immer Recht.

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